Coleophora Salicorniae

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Coleophoridae (Miniersackträger, Sackträgermotten)
EU M-EU 02858 Coleophora salicorniae HEINEMANN & WOCKE, 1877



Diagnose

Männchen

1, ♂: Daten lt. Etikett: Deutschland, Thüringen, Artern, Solgraben, 6. August 1934 (Beleg-Foto: Peter Buchner), leg. &. det. E. Jäckh, coll. NHMW


Weibchen

1-2, ♀: Daten lt. Etikett: Österreich, Burgenland, Illmitz, leg. Sack an Queller (Salicornia prostrata) 20. - 30. August 1963 (Beleg-Fotos: Peter Buchner), leg., cult. & det. Fritz Kasy, coll. NHMW (Dieser Falter-Beleg erscheint verölt, die dunkle Farbe daher möglicherweise Artefakt!)


Ähnliche Arten

5 an Chenopodiaceae lebende Arten (Coleophora clypeiferella, C. squalorella, C. unipunctella, C. binotapennella und C. salicorniae) sind nahe verwandt und ähnlich. Sie lassen sich jedoch anhand äußerer Merkmale durchaus unterscheiden. Details dazu finden sich in: „PATZAK, HELMUT: Ergänzungen und Berichtigungen zur Coleophoriden-Fauna der DDR (Lep., Coleophoridae)“. Die nachfolgende Gegenüberstellung bezieht sich überwiegend darauf (teilweise gekürzt bzw. ergänzt von Peter Buchner):

Coleophora clypeiferella ist schon äußerlich an der längsgerippten Chitinplatte am ersten Abdominaltergit zu erkennen. Diese fehlt den Vergleichsarten (eine ähnliche, aber wesentlich zartere Struktur hat allerdings Coleophora pilicornis (= Coleophora trientella), die von Ungarn an ost- und südostwärts vorkommt)

Coleophora squalorella ist ebenfalls bereits äußerlich am völligen oder fast völligen Fehlen der sonst für die Gattung Coleophora typischen Dornenfelder an den Abdominaltergiten erkennbar

Bei den übrigen Arten sind die Dornenfelder der Abdominaltergite „normal“ (gattungstypisch) ausgebildet.

Coleophora unipunctella hat graue Vorderflügel und einen aufgehellten Costalrand. An der Fühlergeissel sind wie bei C. salicorniae nur die ersten 2-3 Glieder beschuppt, der Rest ist deutlich geringelt.

Coleophora binotapennella hat ockergelbe Vorderflügel mit einem dunklen Fleck bei 1/3 und einem weitern bei 2/3 der Flügellänge. Beide Flecke sind oft sehr undeutlich. Fühler bis 1/3 gelblich beschuppt, der Rest deutlich weiß und braun geringelt.

Coleophora salicorniae hat eine ockergelbe Grundfarbe, die durch eine dichte graubraune Beschuppung verdeckt ist. Die beiden Flecke sind fast immer verloschen. An der Fühlergeissel sind nur die ersten 2-3 Glieder beschuppt, der Rest ist deutlich geringelt.
[Anmerkung Peter Buchner: was es mit der hier angesprochenen graubraune Beschuppung auf sich hat, kann ich anhand der Belege nicht nachvollziehen. Für mich entspricht die Färbung des abgebildeten Belegs 1 (♂) der natürlichen Farbe, das Graubraun des abgebildeten Belegs 2 (♀) dürfte hingegen das Ergebnis einer Verdunkelung durch Verölung sein. Bis zum Vorliegen weiterer Falter muss die Frage der Vorerflügelfarbe offen bleiben.]

Coleophora preisseckeri ist die 6. Art dieser Verwandtschaftsgruppe, die in Mitteleuropa vorkommt. Die Verwandtschaft wird bei Vergleich der männlichen Genitalien sofort ersichtlich. Habituell unterscheidet sie sich deutlich, auch sie mit 9 mm Spannweite kleiner als die Vergleichsarten. Ob sie ebenfalls an Chenopodien lebt, konnte nicht ermittelt werden.


Genitalien

Männchen

1-4, Präparat des unter Beleg 1 abgebildeten ♂: Deutschland, Thüringen, Artern, Solgraben, 6. August 1934 (Präparation & Mikro-Foto: Peter Buchner)
[1-3]: herkömmliche Einbettung, [4]: Foto der nicht eingebetteten Genitalarmatur, v.a. zwecks Darstellung des Phallus-Apodems (Die großen Bilder werden evtl. nicht automatisch in höchster Auflösung angezeigt. In diesem Fall auf das Symbol "Vergrößern" klicken)


Weibchen

1-3, Präparat des unter Beleg 2 abgebildeten ♀: Österreich, Burgenland, Illmitz, leg. Sack an Queller (Salicornia prostrata) 20. - 30. August 1963 Fritz Kasy, coll. NHMW (Präparation & Mikro-Foto: Peter Buchner)
[1]: herkömmliche Einbettung, [2-3]: Foto der nicht eingebetteten Genitalarmatur von ventral, Gesamtansicht / Detail (Die großen Bilder werden evtl. nicht automatisch in höchster Auflösung angezeigt. In diesem Fall auf das Symbol "Vergrößern" klicken)


Erstbeschreibung

HEINEMANN & WOCKE (1877: 553-554) [nach Copyright-freien Scans auf www.biodiversitylibrary.org]



Weitere Informationen

Synonyme


Faunistik

Bis 7. November 2009 wurde hier als mitteleuropäisches Verbreitungsgebiet irrtümlich "Österreich, nicht aber Deutschland und die Schweiz" angegeben. Allerdings bezieht sich bereits Schütze auf einen Fund aus Deutschland ("Norddeutschland.....auf Salzboden bei Artern..."). Der hier abgebildete Beleg des Männchens aus der Sammlung des NHMW stammt exakt von dieser Lokalität. Die Genitaluntersuchung hat die Bestimmung bestätigt. Somit wird hier die Verbreitungsangabe "Deutschland" ergänzt. Auch http://fauna.naturkundemuseum-berlin.de gibt diese Art für Deutschland an und GAEDIKE & HEINICKE (1999) melden aus Deutschland Vorkommen von vor 1980 in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen.

Gesamtverbreitung nach BALDIZZONE 2006: "Europa, Kanaren, Tunesien, Ägypten, Türkei, Usbekistan, Turkmenistan, Iran, Süd-Sibirien, China"


Literatur


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


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