Arctia Menetriesii

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Erebidae (Eulenfalter [z. T.]) / Arctiinae (Bärenspinner), Tribus Arctiini, Subtribus Arctiina
EU 10593 Arctia menetriesii (EVERSMANN, 1846)

1, ♂: Russland, Забайкальский край (Transbaikalien), Каларский район (Kalarsky-Distrikt), ex ovo 2011 (Studiofoto am 27. Mai 2012: Hannu Saarenmaa), leg. O. Korsun.



Diagnose

Weibchen

1, ♀: Finnland, Mittelfinnland, Saarijärvi, e.o. 1943 (fot: Pekka Malinen), leg. H. Krogerus, coll. LTKM


Raupe

1-2, 60 mm: Finnland, Mittelfinnland, Saarijärvi, e.o. 1943 (fot: Pekka Malinen, kleine Bilder redaktionell an Standardmaße angepasst), leg. S. Stockman, coll. LTKM
3-4, 40 mm: Finnland, Mittelfinnland, Saarijärvi, e.o. 1943 (fot: Pekka Malinen, kleine Bilder redaktionell an Standardmaße angepasst), leg. S. Stockman, coll. LTKM


Erstbeschreibung

EVERSMANN (1846: 84-85, pl. I fig. 2) [nach Copyright-freien Scans auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Nahrung der Raupe

WITT et al. (2011) berichten: "The larvae are reported to feed on low herbs (Taraxacum, Plantago, Polygonum, certain Compositae species". Wie die zu Grunde liegende Literatur zeigt, handelte es sich dabei ausschließlich um Fütterungspflanzen in der Zucht; wie die Liste von BERLOV & BOLOTOV (2015) zeigt, kamen bald noch diverse weitere dazu. Immerhin ist daraus eine größere Polyphagie abzuleiten, wie sie für Bärenspinner-Raupen ja nicht unüblich ist. So verwundert auch der Artikel von BERLOV & BOLOTOV (2015) nicht, der aus Ost-Sibirien über Raupenfunde ausgerechnet am hochgiftigen Eisenhut Aconitum rubicundum - einem nahen Verwandten unseres Wolfs-Eisenhuts, Aconitum lycoctonum - berichtet. Ihrem Fazit ist zuzustimmen: "Our record confirms that B. menetriesii is a polyphagous species like most other boreal Arctiinae."



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

"Hæc Euprepia, ab illustrissimo D. Ménétriés ad describendum mihi communicata, campos Songariæ inhabitat." Der Falter wurde dem Autor also zur Beschreibung überlassen, wobei mit "D. Ménétriés" eigentlich nur der französische Zoologe Édouard Ménétries gemeint sein kann, der 1829-1830 unter militärischem Schutz eine große Kaukasus-Expedition durchführte und viele Insekten und Reptilien sammelte.


Andere Kombinationen

Abweichende Schreibweisen

Die Art wurde nach Herrn Ménétries benannt, der latinisiert Menetriesius heißen müsste, im Genitiv also Menetriesii; die Schreibweise mit nur einem "i" wäre - vom nicht latinisierten Namen ausgehend, ebenfalls korrekt; da der Erstbeschreiber aber den Namen mit "ii" geschrieben hat, muss ihm darin gefolgt werden.


Taxonomie

RÖNKÄ et al. (2016) kommen nach eingehender genetischer Untersuchung zum Schluss, dass die bis dahin als eigene Gattungen geführten Taxa Eyprepia, Epicallia, Eucharia, Hyphoraia, Parasemia, Zoote, Pericallia, Nemeophila, Ammobiota, Callarctia, Platarctia, Chionophila, Eupsychoma, Gonerda, Platyprepia, Dyar, Preparctia, Oroncus, Acerbia, Pararctia, Borearctia und Sinoarctia alle als Synonym zur Gattung Arctia aufzufassen sind


Faunistik

Die Art wurde aus Zentralasien beschrieben: "campos Songariae inhabitat", also aus der Hochebene Songaria (Zoongaria, Songarie) im Umfeld des Zaizan-Sees im Nordosten Kasachstans im Grenzbereich zu China. In Europa ist ihr Vorkommen auf den Norden des europäischen Teils von Russland (Karelien) und den mittleren Teil Finnlands beschränkt.

BOLOTOV et al. (2013) melden einen Fund vom 9. Juli 2005 vom "Sotka River valley, Arkhangelsk Oblast, Northern European Russia". Der Fund fällt in die zuvor riesige Lücke zwischen den europäischen und den asiatischen Vorkommen. Die Autoren legen eine Verbreitungskarte mit allen Fundpunkten zwischen Finnland und Japan vor.

TÄHTINEN (2015) unternimmt in seiner groß angelegten Master-Arbeit den Versuch, mittels einem Netz aus zahlreichen Pheromonfallen und parallelem Lichtfang mit vielen Freiwilligen endlich mehr über die Verbreitung und Ökologie der Art in Finnland und angrenzenden Bereichen Russlands zu erfahren. Da die Art wahrscheinlich einen zweijährigen Zyklus hat und in ungeraden Jahren sehr viel eher zu finden ist, als in geraden, sollte das Studienjahr - 2013 - eigentlich gut geeignet gewesen sein. Das Ergebnis: 160 Nachtfalter-Arten in den Lichtfallen - B. menetriesii war nicht dabei, diverse Falter in den Pheromonfallen - auch hier war B. menetriesii nicht dabei. Vielleicht - so vermutet der Autor - waren die Pheromone hinsichtlich der Nebenkomponenten einfach noch nicht spezifisch genug für ein effektives Monitoring dieser Art. B. menetriesii bleibt eine geheimnisvolle Art.

(Autor: Erwin Rennwald)


Literatur


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


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