Agnoea Elsae

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Lypusidae
EU M-EU 03056 Agnoea elsae (SVENSSON, 1982)

1-5: Österreich, Niederösterreich, 2,5 km W Bad Fischau, südexponierter Flaumeichenwald, 430 m, 10. Juni 2004 (Fotos: Peter Buchner), det. Peter Buchner [Forum]



Diagnose

Die Determination der Pseudatemelia-Arten [jetzt Agnoea-Arten] ist nicht einfach und gelingt mehrheitlich nur über eine Untersuchung der Genitalstrukturen. Bei den Männchen führt dies meistens zu einer eindeutigen Zuordnung. Einzig Pseudatemelia josephinae [jetzt Agnoea josephinae] und P. elsae [jetzt Agnoea elsae] bieten da vielleicht einige Schwierigkeiten. Bei den Weibchen dagegen ermöglicht auch eine GU nicht immer eine hieb- und stichfeste Aussage. (Rudolf Bryner)

Männchen

1, ♂: Deutschland, Brandenburg, Jänschwalde Ost, 3. Juni 2008, leg. & det. Andreas Stübner (Foto: Rudolf Bryner) [Forum]
2-3, zwei ♂: Italien, Friuli Venezia Giulia, Carso Triestino, Fernetti, 320 m, 14. Mai 2015 (leg., det. & Fotos: Helmut Deutsch) [Forum]


Genitalien

Männchen

1, Genitalpräparat (GP 2012-098) des oben abgebildeten männlichen Falterbelegs: Daten siehe Diagnosebild 1 (Präparation & Foto: Rudolf Bryner) [Forum]. Unterschiede gegenüber A. josephinae siehe dort.



Biologie

Habitat

HUEMER (1990) beschreibt die Lichtfangstellen erfreulich detailliert: "Offene Schwemmflächen des Lechs mit kiesig-sandigem Untergrund und reichlichen Beständen an niederen Salix spp., in der unmittelbar angrenzenden Weiden-Erlenau konnten keine Imagines festgestellt werden (Standort Stanzach, Blockau); Weiden-Tamariskengebüsch (Salici-Myricarietum) mit großflächigen Dryas-Beständen (Standort Forchach, Johannesbrücke) sowie primäre und fortgeschrittene Föhrenau (Standort Weißenbach, Feldele und Errachau). In Skandinavien besiedelt P. elsae ebenfalls trockene, arme Böden sowie Kiefernwälder in sandigen Heidegebieten ..."


Nahrung der Raupe

Unbekannt. HUEMER (1990) schreibt dazu: "Die ersten Stände sind unbekannt, vermutlich leben die Raupen wie jene der verwandten Arten in Blattsäcken am Boden von dürren Pflanzenteilen."



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

SVENSSON (1982: 295): “A derivation of Elsa, the first name of my wife.”


Andere Kombinationen


Taxonomie

CORLEY (2014) weist bei seiner Erstbeschreibung seiner Agnoea nonscriptella darauf hin, dass SINEV & LVOVSKY (2014) alle Arten der bisherigen Gattung Pseudatemelia zu Agnoea stellen. Schon zuvor hatten HEIKKILÄ & KAILA (2010) die Gattungen Pseudatemelia und Amphisbatis zu den Lypusidae (innerhalb der Gelechioidea) gestellt.

WALSINGHAM (1901) beschrieb eine "Blastobasis (?) evanescens sp. n." aus Korsika. In seiner Übersicht der Blastobasidae in WALSINGHAM (1907-1908) stellte er die Gattung Agnoea mit Agnoea evanescens als Typus (und einziger bekannter Art) vor. Nach SINEV & LVOVSKY (2014) stellte NEL (2012) bei der Untersuchung der Typen beider Taxa Konspezifität von Agnoea evanescens mit der ebenfalls von Korsika beschriebenen Oecophora fuscifrontella CONSTANT, 1884 fest. Diese war längst in die Gattung Pseudatemelia überführt worden, hieß also Pseudatemelia fuscifrontella (CONSTANT, 1884). Nach SINEV & LVOVSKY (2014) wurde die Gattung Pseudatemelia aber erst 1910 mit der Beschreibung von Pseudatemelia aeneella REBEL, 1910 aufgestellt, also deutlich nach der Beschreibung der Gattung Agnoea. Sie begründen, warum sie Pseudatemelia fuscifrontella (= Agnoea evanescens) und Pseudatemelia aeneella für Angehörige der gleichen Gattung halten. Dies hatte zur Konsequenz, dass die Gattung Pseudatemelia aufzulösen und alle ihr bisher zugeordneten Arten in die Gattung Agnoea zu überführen waren. Diesen Schritt gingen die Autoren dann auch Art für Art durch.


Faunistik

Locus typicus ist Gotland, Hejdeby (Schweden). SINEV & LVOVSKY (2014) führen die Art aus Schweden, Norwegen, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Slowakei, Österreich, Nord-Italien, Ungarn und Russland (Karelien, südlicher Ural) an.

GAEDIKE & HEINICKE (1999) führen die Art für Deutschland aus Sachsen-Anhalt (nur alte Angaben) und Brandenburg (nach 1980, siehe dazu auch Diagnosebild 1 von 2008 aus Jänschwalde) an. KOLBECK & al. (2005) melden die Art erstmals für Bayern.

Nach SWISSLEPTEAM (2010) ist die Art auch Faunenbestandteil der Schweiz (Wallis (ohne Simplon-Südseite)).

HUEMER (1990) hatte über den Erstnachweis der Art aus Nordtirol und damit für Mitteleuropa berichtet. HUEMER (2013) führt die Art jetzt für Österreich von den Bundesländern Nordtirol, Kärnten und Niederösterreich (siehe dazu Falterbild 1-5 von 2004 aus Bad Fischau) an.

(Autor: Erwin Rennwald)


Typenmaterial

SVENSSON (1982: 295): “Holotype ♀ (Fig. 2 A), labelled “SUECIA, Gtl., Hejdeby, UTM 34V CJ4390, 3.7.1977, Ingvar Svensson” – “Genitalpreparat [Genitalia mounted on slide] 5887, Ingvar Svensson” – “Holotypus, Pseudatemelia elsae Svensson, ♀.” In coll. I. Svensson.” — Paratypen: 1 ♂ und 4 ♀♀, alle aus Schweden.

SINEV & LVOVSKY (2014) schreiben: “Types in the Museum of Zoology, Lund University (Sweden).”


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Lypusidae
EU M-EU 03056 Agnoea elsae (SVENSSON, 1982) art-mitteleuropa

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