Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Pogonotrophus Allotriella

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Pyralidae (Zünsler)
EU 05950 Pogonotrophus allotriella (HERRICH-SCHÄFFER, [1855])

1: Russland, Oblast Wolgograd, Bezirk Ilowlja, Siedlung Ilowlja, 21. Juli 2011 (det. & fot.: Ilya Ustyantsev) [Forum]



Diagnose

Geschlecht nicht bestimmt

1: Ungarn, Pitvaros, Csikóspuszta, 8. August 1998, leg. G. Pastoralis (fot.: I. Fazekas)


Erstbeschreibung

HERRICH-SCHÄFFER ([1855]: Nachträge zum vierten Band 147; darin indizierte Abbildung: [1852]: Pyralidides pl. 22 fig. 153) [Text nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org; Abbildung reproduziert von Jürgen Rodeland nach Band im Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe]



Biologie

Nahrung der Raupe

Die Raupe dieser Art lebt an Salzstellen an Kampferkraut, einem Fuchsschwanzgewächs (Amaranthaceae).
ROTHSCHILD (1913: 85-87) beschreibt die Raupe und ihre Lebensweise sehr genau (in ungarischer und deutscher Sprache). Seine Angaben beruhen dabei auf Ausführungen, die er von Karl PREDOTA erhalten hatte, der die Art bei Hortobágy in seinem Auftrag studiert hatte: "Ueber die Lebensweise der Raupe schreibt PREDOTA: Die Raupe lebt in dem sehr harten, zerrissenen Natronboden. Kleinere raupen machen einen gewundenen Schlauch, die erwachsene raupe fertigt in den Rissen des Bodens einen sehr langen Schlauch an, welcher oben etwas erweitert ist. Von dieser Erweiterung aus gehen ausgesponnene Gänge nach den Stellen, an welcher die Futterpflanze sich findet. Letztere ist ausschliesslich Camphorosma ovata W. K. (det. v. DÉGEN), eine niedere, sehr magere Pflanze. Die Raupe lebt nur an Stellen, welche von salzwasser stark ausgelaugt sind und kleine Inseln bilden. Bei dem geringsten Geräusch lässt sich die raupe aus dem Schlauch in die Bodenrisse fallen und ist dann selten mehr zu finden. Die Verpuppung erfolgt in einem ziemlich dichten, innen weisslichen Gespinnst." FAZEKAS (2013) wiederholt diese alten Ausführungen, kann aber keine aktuellen Raupenfunde ergänzen. Nach ihm tritt die Art in Ungarn bivoltin auf.



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

„άλλότριος ausländisch.“
SPULER 2 (1910: 207R)


Andere Kombinationen


Taxonomie

LERAUT (2014) hält Hyporatasa für ein Synonym von Pogonotrophus und nimmt die entsprechende Neukombination vor.


Faunistik

Locus typicus ist - wie bei so vielen Arten - Sarepta im Süden des europäischen Teils von Russland. Die Art ist von Rumänien und Ungarn über die Ukraine und den Süden des europäischen Teils von Russland an ostwärts bis Zentralasien verbreitet (FAZEKAS 2013, LERAUT 2014). FAZEKAS (2013) zeigt eine Karte mit den Verbreitungspunkten in Ungarn und erläutert, dass die Art dort auf nur noch sehr wenige Speziallebensräume beschränkt ist.

(Autor: Erwin Rennwald)


Publikationsjahr der Erstbeschreibung

Wir folgen den Datierungs-Angaben von HEPPNER (1982) und von HEMMING (1937: 587). Verwirrend ist, dass HEMMING (1937: 589) die Nachträge zu den einzelnen Bänden alle nur unter der Überschrift „Nachtrag zum ersten Bande“ datiert. Das führte offensichtlich zu Verwechslungen mit HEMMINGs Datierungen von Volume 4 (1937: 587), denn die betreffenden Taxa HERRICH-SCHÄFFERs werden von verschienenen Autoren teils auf 1851, teils auf 1855 datiert. Für alle Pyraliden, die HERRICH-SCHÄFFER in seinen „Nachträge[n] zum vierten Band“ beschrieb, ist [1855] das korrekte Publikationsjahr!

Nach dem Bestimmungen des ICZN gilt die Tafel Pyralidides 22, obwohl vor dem Text von 1855 erschienen, nicht bereits als Erstbeschreibung, weil sie uninominal beschriftet ist.

(Autor: Jürgen Rodeland)


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Pyralidae (Zünsler)
EU 05950 Pogonotrophus allotriella (HERRICH-SCHÄFFER, [1855]) non-d-ch-a

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Letzte Änderung am Dezember 4, 2020 19:45 von Erwin Rennwald
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