Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Eriopsela Quadrana

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Tortricidae (Wickler, Blattroller)
EU M-EU 04810 Eriopsela quadrana (HÜBNER, [1813])

1-2, ♂: Schweiz, Wallis, Sanetschpass, 2100-2200 m; steile, südwestexponierte, blumenreiche Alpweide mit Felsbändern und Lawinenrunsen, 4. Juli 2008 (Studioaufnahmen: Rudolf Bryner), det. Rudolf Bryner [Forum]
3: Russland, Oblast Moskau, Bezirk Orechowo-Sujewo, Dorf Topolinyy, 118 m, Lichtfang, 7. Mai 2011 (fot.: Andrey Ponomarev), det. Vlad Proklov [Forum]
4-5, ♂: Deutschland, Thüringen, Leutratal bei Jena, 27. April 2012 (Fotos: Heidrun Melzer), conf. Rudolf Bryner & Christian Kaiser [Forum]
6, ♀: Funddaten wie Bild 4-5 (Foto: Heidrun Melzer), conf. durch GU Christian Kaiser
7: Russland, Oblast Moskau, Bezirk Orechowo-Sujewo, Dorf Topolinyy, 118 m, am Licht, 6. Mai 2012 (det. & fot.: Andrey Ponomarev) [Forum]
8: Schweiz, Wallis, Sanetschpass, Südseite, Tsanfleuron, 2400 m, 26. Juli 2008 (fot.: Heiner Ziegler), det. Rudolf Bryner [Forum]
9: Belgien, Couvin, leg. Raupe an Gewöhnlicher Goldrute (Solidago virgaurea) 12. Juni 2018, e.l. 17. März 2019 (leg., cult, det. & Foto: Ruben Meert)
10-11: Deutschland, Sachsen, Erzgebirgskreis, Ehrenfriedersdorf, Sauberg, alte Bergbauhalde, 625 m, Tagfund, 1. Mai 2019 (det. & Studiofoto: Uwe Ebert), conf. Friedmar Graf [Forum]
12-13: Litauen, Kaisiadorys, Tartokas, im Wald, 26. Mai 2020, Tagfund (Foto: Aida Klause), det. Tina Schulz [Forum]


Raupe

1-3: Belgien, Couvin, Befalls-Spuren an Gewöhnlicher Goldrute (Solidago virgaurea) 12. Juni 2018, (leg., cult, det. durch Zucht & Foto: Ruben Meert)


Befalls-Spuren

1-3: Belgien, Couvin, Befalls-Spuren an Gewöhnlicher Goldrute (Solidago virgaurea) 12. Juni 2018, (leg., cult, det. durch Zucht & Foto: Ruben Meert)



Diagnose

Männchen

1, ♂: Finnland, Südkarelien, Ruokolahti, 19. Mai 2007 (leg., det. & fot: E. Hujanen, kleines Bild redaktionell an Standardmaße angepasst)


Erstbeschreibung

HÜBNER ([1813]: pl. 35 fig. 223) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Habitat

1, steile, südwestexponierte, blumenreiche Alpweide mit Felsbändern und Lawinenrunsen: Schweiz, Wallis, Sanetschpass, 2100-2200 m, 4. Juli 2008 (Aufnahme: Rudolf Bryner)
2, Südhang auf Muschelkalk: Deutschland, Thüringen, Leutratal bei Jena, ca. 250 m, 30. April 2012 (Foto: Heidrun Melzer)


Nahrung der Raupe

1: Gewöhnliche Goldrute (Solidago virgaurea), Belgien, Couvin, 12. Juni 2018 (det. & Foto: Ruben Meert)

SCHÜTZE (1931) kannte nur eine Nahrungspflanze der Art, Knautia arvensis, und schrieb zur Raupe: "Raupe Juni und September [...] Gesellig in Gespinst an der Erde nahe am Schaft; Verwandlung in papierartigem Kokon." Auch für Großbritannien können HANCOCK et al. (2015: 84) nur eine einzige Eiablagepflanze benennen, Solidago virgaurea: "Ovum. [...] laid singly in May - early June on leaves of golden rod (Solidago virgaurea). [...] Larva [...] June - April; folds a radical leaf of goldenrod, turning the upperside inwards to form a spacious pocket within which it feeds on the upper epidermis without perforating the leaf; when fully fed in late July, constructs a white silken cocoon amongst leaf litter in which it overwinters." Klar ist: Die beiden Angaben passen nicht zusammen: dass nach einer einzelnen Eiablage geselling im Gespinst lebende Raupen herauskommen, ist schwer vorstellbar.
Aber was stimmt nun? Durch die oben gezeigten Bilder von Ruben Meert wird klar, dass Solidago virgaurea als Nahrungspflanze abgesichert ist und die in der englischen Literatur zu findende Beschreibung der Lebensweise passt.
Und was ist mit Knautia arvensis und der ebenfalls durch Literatur und Internet geisternden Succisa patensis? DISQUÉ (1905: 322) liefert uns eine Spur, wenn er schreibt: "Die R. kenne ich nicht, soll wie vorige leben. Beschreibung fehlt.". Die "vorige" war dabei Steganoptycha fractifasciana - heute Rhopobota stagnana - zu der bei DISQUÉ (1905: 322) zu lesen ist: "Die R. fand ich im Juni zwischen den Wurzelblättern von Succisa pratensis." Obwohl doch schon DISQUÉ (1901, 1905) den alten Angaben mit großen Zweifeln begegnete, wird Succisa pratensis bis heute durch die Literatur geschleppt, aber möglicherweise steckt hier genau eine Verwechslung mit Rhopobota stagnana dahinter. Die Spur führt hier nämlich 30 Jahre zurück zum selben Autor, zu SCHÜTZE (1901: 135-136); der besprach die beiden Arten in der selben Reihenfolge: "286. fractifasciana Hw. Verbreitet an trockenen Orten um Knautia arvensis im Mai, Juli. Die R. lebt im Gespinnst an den Wurzelblättern und in den Blattwinkeln." - Und dann: "237. quadrana Hb. Ebenfalls um Knautia an trockenen Orten im April, Mai, Juli. Ich fing den Falter bei Rachlau, Dohlen, Waditz, Guttau und zahlreich auf dem Baruther Berge." - Also kein Wort von einem Raupenfund an Knautia! Es bleibt dabei: Die Angaben zu Knautia und Succisa sind mit vielen Fragezeichen zu versehen und wahrscheinlich schlichtweg falsch.

[Autor: Erwin Rennwald)



Weitere Informationen

Andere Kombinationen

Synonyme


Literatur


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Letzte Änderung am Februar 17, 2021 13:39 von Jürgen Rodeland
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