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Bestimmungsmerkmale Noctua comes
Antwort auf: Re: Noctua comes? ()

Hallo Andreas,

Bei vielen Noctua-Arten ist die Grundfarbe der Vorderflügel sehr variabel, besonders bei N. comes, trägt also wenig zur Arterkennung bei. Hier sind die Hauptmerkmale:

Noctua comes: die Wellenlinie mündet auf den Vorderrand in einem höchstens dunkelbraunen (nie schwarzen) Fleck, der sich manchmal als dunkle innere Begrenzung die gesamte Wellenlinie entlangziehen kann (siehe Bestimmungshilfe, Falter 1 und 2). Hinterflügel immer mit schwarzem/grauem Mittelpunkt (Mittelmond), der aber manchmal nur schwach entwickelt ist. Im Gesamteindruck eine breitflügelige Art.

Noctua pronuba: durch ihre bedeutende Größe und die schmalen Vorderflügel meistens ausreichend erkennbar. Bei besonders kleinen Exemplaren hilft der schmale, scharf begrenzte, tiefschwarze Fleck an der Mündung der Wellenlinie (kann auch in 2 oder 3 Einzelfleckchen aufgelöst sein). Ansonsten: die typische Vorderflügelzeichnung beachten; es gibt nur 6 verschiedene Formen, 3 bei den Männchen und 3 bei den Weibchen. Hinterflügel ohne schwarzen Mittelpunkt. Im Gesamteindruck eine sehr schmalflügelige Art.

Noctua orbona: ähnelt einer kleinen pronuba. Wie diese hat sie den tiefschwarzen Fleck an der Wellenlinie, ist aber oft kontrastreicher gezeichnet, manchmal mit weißlichen Einmischungen am Vorderrand. Hinterflügel immer mit schwarzem Mittelpunkt. Im Gesamteindruck eine schmalflügelige Art.
Die Unterschiede zu N. interposita sind: Schwarze Saumbinde der Hinterflügel und Mittelfleck geringfügig schmaler. Die schwarzen Flecke an der Mündung der Wellenlinie auf den Vorderrand sind meist als deutliche schwarze Flecken ausgebildet, saumwärts und zum Innenrand hin meist scharf begrenzt, lediglich zur Basis hin unscharf.

Noctua interposita: Ähnelt N. orbona. Hinterflügel immer mit schwarzem Mittelpunkt. Im Gesamteindruck eine schmalflügelige Art.
Die Unterschiede zu N. orbona sind: Schwarze Saumbinde der Hinterflügel und Mittelfleck geringfügig breiter. Die schwarzen Flecke an der Mündung der Wellenlinie auf den Vorderrand sind meist als undeutlicher dunkelbrauner, selten schwarzer Fleck ausgebildet, nur saumwärts scharf begrenzt.

Noctua interjecta: Vorderflügel mit schwach ausgeprägter Zeichnung, Grundfarbe ledergelbbraun bis rotbraun, oft am Saum verdunkelt. Hinterflügel ohne schwarzen Mittelpunkt. Im Gesamteindruck eine breitflügelige Art. Mitteleuropäische Populationen durchschnittlich kleiner als N. comes.

Noctua janthina-Artkomplex: durch die helle Unterseite, Halskragen und Kopf von allen gleichgroßen Noctua-Arten sofort zu unterscheiden. Auch die meist violett(rot)braune Vorderflügelgrundfarbe mit grauer Querrieselung kommt in dieser Ausprägung bei den anderen Arten kaum vor. Hinterflügel ohne schwarzen Mittelpunkt. Im Gesamteindruck mäßig breitflügelige Arten.

Noctua fimbriata: durch die bedeutende Größe und die charakteristische Vorderflügelzeichnung (Querlinienverlauf!) hinreichend charakterisiert. Im Mittelmeergebiet kommt die genauso variierende Noctua tirrenica vor, die durch anatomische Merkmale (Genitalien) und vom erfahrenen Beobachter auch durch die Färbung der Flügelunterseite bestimmt werden kann.
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Noctua comes, der man als Anfänger am häufigsten begegnet, läßt sich also durch die Merkmalskombination "Fleck an der Wellenlinie braun" + "breitflügelige Art" + "Hinterflügel mit schwarzem Mittelpunkt" gegenüber allen ähnlichen Arten abgrenzen. Probleme kann es bei abgeflogenen Exemplaren geben, da kommt es dann sehr auf die Beurteilung der Flügelform an.

Diese Angaben findest du zwar alle in der gängigen Bestimmungsliteratur, aber so wie du fragst, gehe ich davon aus, daß du nicht viel Lepi-Literatur kennst/hast.
(Terminologie der Zeichnungselemente siehe hier: http://www.lepiforum.de/cgi-bin/lepiwiki.pl?Noctuidae_Zeichnungselemente )

Schöne Grüße
Axel

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Re: Bestimmungsmerkmale Noctua comes für die Bestimmungshilfe