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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Natur und Kultur

Liebe Jutta und liebe Mitlesenden,

nein, ich bin auch kein Buchsbaumliebhaber. Aber die Schadenfreude, gut, dass es diesen vorgeblich nicht heimischen Pflanzen endlich an den Kragen geht, die auch hier im Forum immer wieder mal aufflammt, die macht mir nicht weniger Bauschmerzen als das Spritzen mit B. t. oder anderen Pestiziden. Ein erfrischend anderer Beitrag von Hermann Falkenhahn aus 2012, den ich hiermit unterschreibe und der mir eine Wiederholung erspart:
http://www.lepiforum.de/2_forum.pl?md=read;id=91261

Ich bin auch kein Barockliebhaber. Und ich mag auch die Gartenbaukunst dieser Epoche nicht. Aber das, was davon noch übrig ist, das begreife ich als Kulturdenkmäler und befürworte deren Erhalt. Um jetzt hier nicht die Gartenbaukunst und die Bedeutung des Buchsbaumes seit dem alten Rom argumentativ zu referieren erwähne ich diese exemplarisch.

Wer argumentiert, der Buchsbaum als solcher müsse/könne weg, weil der sei hier ja nicht heimisch, der steht bei mir im Verdacht eines fragwürdigen Fundamentalisten. Was ich nicht mag und was mir nicht gefällt hat weder Daseins- noch Lebensberechtigung? Und wer ihn in eine Reihe stellt mit dem Indischen Springkraut z.B., also ehrlich, wie soll man darüber denken. Der Buchs tut niemandem etwas, gilt als März/Aprilblüher als wichtige frühe Bienenweide (für die er keine Augenweide ist mögen es bedenken) und dient als immergrüner dichter Strauch für so manches Getier als Versteck- und Jagdrevier (hier besonders auffällig Weberknechte und Schnirkelschnecken, ein Nachweis, dass die zumindest die Eigelege des Zünslers fressen ist mir noch nicht gelungen, im Verdacht habe ich sie aber nach wie vor), vom Mikroklima und dem Schutz für andere Pflanzen nicht zu reden.
Und da wäre dann noch seine Bedeutung als Namensgeber, Büchse, box, und als Nutzholz. Auch als Heilpflanze hat er gute Dienste geleistet (Malaria z.B.). Wenn nur die Dosierung nicht so schwierig wäre. Ist die nicht richtig auch weniger gute (Exitus z.B.).

Aber Jürgen hat völlig Recht, praktische Maßnahmen sind gefragt um auf den Einsatz von Bazillus thuringienis verzichten zu können. Auch wenn der als völlig unschädlich und harmlos gilt, man darf zweifeln. Was wie immer nicht untersucht wird sind mögliche Wechselwirkungen. Der Buchs selbst produziert Giftstoffe um sich gegen Freßfeinde zu wehren und wird er angegriffen um so mehr. (Gegen einen starken Befall durch den Buchsbaumfloh, ohne Maßnahmen unsererseits, im Verlauf von 3 Jahren erfolgreich ganz allein.) Folglich werden auch die Zünslerraupen für ihre Fressfeinde u.U. zunehmend toxisch und die Kombination mit B.t. und den rund 70 verschiedenen Alkaloiden des Buchses, viel zu aufwändig, das genauer zu untersuchen, schon klar.

Liebe Jutta,
mein Kompliment für Euer lobenswertes Projekt und mein Beileid für Eure Gewissensnöte. Der Vorschlag von Erwin, hier im Forum gelesen, gefällt mir zunehmend gut: einfach nichts tun. Fressen lassen. Die Buchse erholen sich schon wieder. Mir fiel das schwer zu glauben, aber das stimmt. Die hier in der Nachbarschaft abgesägten treiben aus den Wurzeln neu aus, auch die stehen gelassenen „Gerippe“ zeigen neuen Blattaustrieb. Da spricht in eurem Fall nur einiges dagegen. Würde die Gemeinde den blattlosen Buchs als Absturzsicherung akzeptieren? Etwa 2 Jahre (Eigenversuch: als wäre nichts gewesen) Gerippe statt Hecke, schreckt das die Besucher ab? Wie stark würde die übrige Bepflanzung und die Tierwelt leiden?
Weder Spritzungen noch Absammeln wird den Zünsler vertreiben, es ist so gut wie unmöglich, mit diesen Maßnahmen alle Raupen zu erwischen. Dafür sorgt schon die um mehrere Wochen zeitversetzte Entwicklung der Raupen bereits nach der Überwinterung. Mein Optimismus in Sachen Freßfeinde sinkt von Jahr zu Jahr, die Zahlen (2.637 Raupen an unserem Rekordstrauch, ca, 80x80 cm, von August bis Oktober 2018) sprechen dagegen. Aber es muss ja Umstände geben, die ihn verschwinden lassen. Klaus Hanisch hat hier berichtet, bei ihm ist die Fresserei vorbei.

Ich drücke die Daumen und beste Grüße
Udo

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