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Re: Empfehlungen zur Beschriftung von Zuchtfaltern

Hallo Jürgen,

ich komme erst heute dazu, auf Deinen Beitrag einzugehen. Es gibt noch ein Leben neben dem Forum.

doch, das muss Probleme bereiten. Da "e.o." "aus dem Ei" (gezüchtet) bedeutet und der Falter das Etikett trägt, haben sich die Entomologen einmal darauf verständigt, dass das Datum dahinter das Schlupfdatum sein soll.

Oh, wann haben die sich denn geeinigt? Und wer sind ‚die Entomologen’? Kann man das irgendwo lesen?

Ich sag’s noch mal. Das Schlupfdatum in der Gefangenschaft ist doch – und das sagt auch Carsten deutlich – ohne wissenschaftlichen Wert. Mir ist schon vorgeworfen worden, ich hätte kein ökologisches Verständnis (oder so ähnlich). Jetzt setze ich mich mal dafür ein, das auf dem Etikett ein Datum stehen soll, das den Ursprung als Ei, Raupe oder Puppe des irgendwann geschlüpften Falters angibt, was ja nach ökologischer Denkweise korrekt ist, da wird das hier als falsch hingestellt.

Ich fürchte, ich verstehe nun gar nichts mehr. Wofür machen wir diese ganze Arbeit denn eigentlich?

Vielleicht sollte ich anders fragen:
Wofür ist ein Schlupfdatum auf einem Fundetikett wichtig?
(Ich rede hier nicht von der Kurzfassung einer Zuchtdoku auf einem Etikett.)

Wenn beispielsweise Daten aus meiner Sammlung in eine Dokumentation einfließen sollen, soll dann da stehen, Krüger hatte einen Falter am ….., weil das Schlupfdatum auf dem Etikett steht? Das sagt doch dann nur aus, dass bei mir ein Falter zu irgendeiner, vielleicht völlig abartigen Zeit geschlüpft ist. Das wäre doch hirnrissig.

Die Angaben ‚e.o.’, ‚e.l.’ oder ‚e.p.’ sollen doch deutlich machen, dass man diese zu einem bestimmten Zeitpunkt vorliegen hatte. Und diese sind doch wirklich wichtiger als das Datum des Falterschlupfes als Funddatum auf einem Fundetikett. Der Falter ist doch letztlich nur noch der Beleg dafür, dass man ihn gezüchtet hat. Ob er nun Wochen, Monate oder gar Jahre für seine Entwicklung zum Falter gebraucht hat, das geht daraus nicht hervor.

Wann also Eier, Raupen oder gar Puppen gefunden wurden wird nicht gesagt.
DAS aber wäre wichtig. Meine ich. Wirklich nur ich? -

[So ganz nebenbei, weil es mir gerade einfällt: die schnellste Entwicklung eines Falters aus einer Puppe, (als Raupe gefunden,) waren gerade mal zwei Tage. Klingt etwas unwahrscheinlich, aber ich verbürge mich für die Richtigkeit. Es war eine Tortrix viridana.]

Für mich ist das Schlupfdatum eines in Gefangenschaft gezogenen Falters nur wichtig, wenn es um den Verlauf einer Aufzucht geht. Und dafür, das schreibst Du (weiter unten) sehr richtig, ist ein Zuchttagebuch genau das richtige, egal, ob handschriftlich geführt oder elektronisch verarbeitet.

Zumindest steht es so in der Literatur,

Ja, in der Literatur steht sehr viel. Nicht alles aber sollte man einfach hin- und übernehmen. (Auch Einstein hat sich, wie man inzwischen weiß, mitunter geirrt.) Ich neige dazu, mir meine eigenen Gedanken zu machen. Ich muss mit dem Ergebnis nicht immer richtig liegen. Im hier zur Debatte stehenden Fall allerdings habe ich kein Verständnis für eine andere Schreibweise. Glaub mir, Jürgen, ich habe mir darüber schon vor Jahren Gedanken gemacht, und es gab diese Diskussion bereits. Auch damals – da habe ich mich jedoch noch nicht so vehement eingesetzt – waren die Entomologen (nicht nur Amateure) unterschiedlicher Meinung.

, so hat es auch Annette verstanden, Axel ebenfalls, ich ebenfalls etc.... Wenn bei Dir (und vielleicht noch ein paar ganz wenigen anderen) das Datum hinter "e.o." das Fund/Ablagedatum des Eis sein soll, kann das (ohne schriftliche Anmerkung) niemand wissen.

Ich meine, hier muss die Denkweise geändert werden. Im Grunde fehlt doch nur ein kleines Wort zwischen dem ‚e.o.’ etc. und dem Datum, nämlich ‚vom’, das bei mir in Gedanken stets dabei ist, nur eben nicht auf dem Etikett steht. Wozu auch? Ex ‚Stadium’ und Datum sagen aus, wann ich das Tier (in dem jeweiligen Stadium) gefunden oder erzielt habe. Der Falter ist dann dafür der Beweis, besser Beleg.

Haltet Ihr das wirklich für so falsch?

Ich schreibe bei gezüchteten Faltern immer beide Daten aufs Etikett: Das des Ei-, Raupen-, Puppenfunds und das des Falterschlupfs. Damit muss dann jedem klar sein, dass das erste Datum das des Fundes ist, das zweite (also das hinter e.o., e.l. oder e.p.) das des Falterschlupfs, was sich aus dem "ex" erklärt.

Darum, weil die Maße eines Etiketts nicht über Gebühr groß sein sollen, hatte ich ja auch schon, um viele Daten nennen zu können, vorgeschlagen, ein zweites Etikett zu nehmen, und dieses dann unterhalb des Fundetiketts zu placieren.

(Wir reden hier von EINEM Etikett, das für Daten nur begrenzten Raum bietet. – Ich hasse Etiketten, bei denen ich eine Lupe brauche, um die Angaben lesen zu können.)

Ich denke, das reicht für heute. Vielleicht hätte ich doch darauf hören sollen, was mir vor vielen Jahren ein lieber Kollege riet: ‚Si tacuisses’. Damals verstand ich ihn nicht gleich. Er klärte mich auf. – Aber wer kann schon aus seiner Haut raus? –

Ich las gestern einen Artikel über einen etwas nachdenklichen/nachdenkenden Politiker. Der Beitrag endete mit dem Satz:

Aber wer gerne abseits ausgetretener Pfade denkt, darf sich nicht wundern, wenn seine Mitmenschen diese Gedanken mitunter abwegig finden.
(Quelle: ‚Spurensuche am Himmel’ von Heiko Randermann, HAZ vom 15.07.2016)

Passt irgendwie zu mir oder meiner Ansicht der Dinge.

Besten Gruß
Eckard

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