Polyommatus coridon
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Leutratal (Fortsetzung aus Forum 1) *Bild*

Hallo Heidrun & alle anderen,
ich führe den Diskussionsfaden aus Forum 1 ( http://www.lepiforum.de/cgi-bin/forum.pl?read=46384 ) jetzt doch lieber hier weiter, ich denke das passt besser.

> Die [Boloria euphrosyne] fliegen zur Zeit in großer Zahl überall auf Magerrasen und
> drum herum. Im Leutratal natürlich und auch jenseits der
> Autobahn hinter dem Wald (wenn man sich die Mühe macht und ein
> paar hundert Meter hinaufgeht). Dort gibt es einen herrlichen
> Weg entlang einer breiten Waldschneise (Herrengrund genannt), wo
> ich letztens unzählige Falter sah. Übrigens auch einen
> Wolfsmilchschwärmer beim Blütenbesuch am helllichten Tag. Ganz
> zu schweigen von den Heerscharen von Hamearis lucina. Ein
> kurzzeitig eingefangenes Weibchen hat mir übrigens bereitwillig
> einige Eier gelegt.

> Angeblich soll es im Gebiet auch den Bläuling Glaucopsyche
> alexis geben, aber den habe ich noch nie gesehen.

ich hatte ja versprochen, nach dem erneuten Abstecher ins Leutratal von meinen Beobachtungen zu berichten. In Leutra angekommen, fragte ich zwei verschiedene Leute, wie ich denn am besten zum "Herrengrund" käme. Leider konnte keiner mit diesem Begriff etwas anfangen und so blieb mir nichts anderes übrig, als planlos aber zielgerichtet bergauf über die Weide und dann durch den Buchenwald den steilen Berg hochzukraxeln. Ich war schon kurz davor aufzugeben, aber auf einmal lichtete der Wald sich doch und ein Weg querte meine Richtung. Intuitiv ging ich diesen dann noch ca. 100 m nach rechts und kam an eine Lichtung von ca. 100m x 200m. Ob das nun der von dir beschriebene Herrengrund war weiß ich nicht, die Stelle aber hat auf alle Fälle für den anstrengenden Aufstieg entschädigt.

Zunächst allerdings erst noch die schlechte Nachricht: I. podalirius kam mir nicht zu Gesicht. Jetzt aber die Vielzahl der guten bis exzellenten Nachrichten meiner zweistündigen Tour:

Als erstes kann ich nun endlich einen Haken hinter Boloria euphrosyne machen. Diese Tiere waren wirklich sehr zahlreich unterwegs, nur waren sie sehr kamerascheu und wollten sich partout nicht für ein Foto setzen. Am Ende war mir ein Tier dann doch noch gewogen und hielt für einigermaßen passable Fotos der Ober- und Unterseite still.

Meine zweite Erstsichtung war Erebia medusa. Diese Tiere waren wesentlich weniger vertreten als die Boloria-Fraktion, legten allerdings das gleiche Verhalten meiner Kamera gegenüber an den Tag. Und so brauchte es auch hier eine Portion Geduld und Spucke bis brauchbare Fotos im Kasten waren.

Dann flog mir noch ein riesiger Schwärmer mit irrer Geschwindigkeit über den Kopf. Für eine sichere Bestimmung reichte diese Sichtung leider nicht aus, allerdings tippe ich aufgrund der Größe und Flugzeit stark auf Agrius convolvuli. Vielleicht kann zu meiner Vermutung ja nochmal jemand ein Statement abgeben.

Und dann mein heutiger Höhepunkt: Glaucopsyche alexis fliegt in diesem Biotop, und auch das war meine Erstsichtung. Leider blieb es bei dem einen Exemplar.

Und hier meine Gesamtliste der Makros des heutigen Ausfluges:

7 Erynnis tages
2 Pyrgus malvae
2 Carterocephalus palaemon
1 Papilio machaon
17 Leptidea sinapis/reali
1 Pieris brassicae
5 Gonepteryx rhamni
16 Hamearis lucina (die flogen wirklich in großer Zahl)
6 Callophris rubi
9 Cupido minimus
5 Celastrina argiolus
1 Glaucopsyche alexis :)
2 Polyommatus bellargus (davon 1 Weibchen in der schönen blauen Form ceronus)
22 Boloria euphrosyne :)
1 Vanessa atalanta
1 Inachis io
2 Polygonia c-album
1 Pararge aegeria
4 Coenonympha pamphilus
5 Erebia medusa :)
1 Agrius convolvuli (?)
1 Gynaephora selenitica (nach deinem kürzlichen Mitternachtsrätsel fiel die Bestimmung leicht; achja, auch eine Erstsichtung :))
1 Aglia tau (der flog mir allerdings schon beim Aufstieg mitten im Wald über den Weg)
1 Autographa gamma (ebenfalls beim Aufstieg auf der Viehweide)
6 Euclidia glyphica
1 Epirrhoe alternata
2 Minoa murinata
4 Pseudopanthera macularia
1 Chiasmia clathrata

Das sind unterm Strich 30 Arten. Eine schöne Ausbeute für dieses kleine Areal von max. 2 ha. Deshalb nochmal herzlichen Dank für diesen Tipp.

Abschließend dann doch noch eine Frage zu angefügtem Foto. Handelt es sich bei diesem G. alexis nun um ein Männchen oder ein Weibchen? Der schwarze Rand scheint mir für den Herren zu breit und für die Dame zu schmal. Der Hinterleib geht dann aber doch eher Richtung Weibchen, oder?

Funddaten: Deutschland, Thüringen, Leutratal, leicht verbuschte Waldlichtung mit Trocken- bzw. Halbtrockenrasen, 4. Mai 2007 (Freilandfoto: Jens Philipp)

Herzliche Grüße
Jens

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