Polyommatus coridon
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Achtung, aufgepasst: Was ist mit Pieris mannii los? *Bild*

Die folgenden Erläuterungen erfolgen im ausdrücklichen Einverständnis und auf Wunsch der Entdecker Bene Jost, Hanspeter Wymann und Sebastian Wymann (alphabetisch).

In der Schweiz ist Pieris mannii bisher ausschliesslich vom Wallis und Südtessin, historisch auch von Genf, bekannt. Im Osten erreicht die Art den Kanton Graubünden im untersten Müstertal (italienisches Südtirol) knapp, Belege aus dem Kanton Graubünden gibt es aber keine. Die höchsten Vorkommen wurden knapp über 1000 msm registriert (Wallis). Frühere Vorkommen bei Genf gelten seit über 100 Jahren als erloschen. In der Schweiz existieren meines Wissens keine bisher bekannten Belege von Pieris mannii aus Gebieten nördlich der Linie Genf – Nordgrenze Wallis – Südtessin, weder in Sammlungen, noch literarisch erwähnte.

Vor einem Monat haben Bene Jost sowie Wymann sen. & jun. eine Population von Pieris mannii entdeckt, an einem für P. mannii typischen xerothermen Ort im Kanton Bern, nördlich der Alpenkette. Die Art wurde inzwischen hier in Anzahl wiederholt gefunden, zur Zeit läuft eine Zucht mit Berner Tieren.

Wenig später wurde Pieris mannii an weiteren Orten in den Berner Voralpen nachgewiesen, und zwar in der Gegend Simmental und Umgebung Thun.

Ende Juli fand HP.Wymann im Berner Mittelland in der Nähe seines Wohnorts weitere Exemplare von Pieris mannii, in atypischem Lebensraum (Kulturwüste).

Folgende Erkenntnisse erachte ich als gesichert:
- Es gibt keine bekannten Nachweise von Pieris mannii aus der Schweiz nördlich der Alpen aus der Zeit vor Juli 2008.
- Pieris mannii ist im Juli 2008 an mehreren, geographisch weit auseinander liegenden Populationen im Berner Voralpenraum und im Berner Mittelland gefunden worden.
- Die Determination „Pieris mannii“ ist zweifelsfrei und durch Zucht bewiesen (Raupen mit schwarzem Kopf)
- Pieris mannii ist kein Wanderfalter.

Folgende Vermutungen sind spekulativ:
- Pieris mannii existiert vermutlich schon länger in mindestens einer Population im Kanton Bern, wurde bisher aber übersehen. Dass die Art aber derart grossflächig übersehen worden ist, schliesse ich aus. Ergo: Sie hat ihr Areal erweitert oder ist im Moment im Begriff, dies zu tun.
- Es ist damit zu rechnen, dass Pieris mannii an weiteren Orten nördlich der Alpen gefunden wird.
- Die Berner Tiere sind nicht aus dem Wallis oder dem Tessin über die Pässe zugewandert. Letztere sind dazu viel zu hoch.

Folgende Fragen sind offen:
- Gehört Pieris mannii im Kanton Bern derselben Unterart an wie diejenigen Tiere aus dem VS oder TI (ssp. alpigena)? Nach dem bisherigen Eindruck weisen die Berner Tiere dieselben Zeichnungsmerkmale auf wie die Walliser Tiere, sind also sehr üppig gezeichnet.
- Welches ist die Raupenfutterpflanze der Pieris mannii im Kanton Bern?
- Ist Pieris mannii ein Arealerweiterer?
- Wenn Ja: Woher stammen die Berner Tiere?
- Wieso erscheint Pieris mannii plötzlich in der landwirtschaftlichen Kulturwüste? Hat die Art ihre Lebensraumansprüche verändert?

Fragen über Fragen. Eine Publikation zum Thema ist in Vorbereitung. Bis dahin sind wir dankbar um weitere Hinweise: Bitte, haltet im Raum Nordschweiz – Jura – Elsass – Süddeutschland die Augen offen. Im Zweifelsfall bitte ich um Belegexemplare (getütet genügt). Eine Determination eines Falters ab Foto ist in fast jedem Fall möglich, bevorzugt Ober- und Unterseite fotografieren. Genitalpräparat übrigens unnötig: Es ist bei den Pieris-Arten so gut wie nutzlos.

Bild: Schlüpfende Raupe von Pieris mannii. Der schwarze Kopf gilt als „Artbeweis“.
Eiablage in Gefangenschaft 27.7.08. Eientwicklungszeit ergo 3 Tage.
Schweiz, Kanton Bern Simmental. Studioaufnahme 30.7.08.

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