Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Zygaena Transalpina

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Zygaenidae (Blutströpfchen, Widderchen)
EU M-EU 03996 Zygaena transalpina (ESPER, [1780]) - Hufeisenklee-Widderchen

1: Schweiz, Graubünden, Haldensteiner Calanda, Arella, 900m, 1. Juli 2005 (Foto: Heiner Ziegler) [Forum]
2: Deutschland, Bayern, Obere Isar, 18. August 1995 (Foto: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger [Forum]
3: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Ober-Olmer Wald bei Mainz, 6. Juli 2008 (Freilandfoto: Jürgen Rodeland), det. Jürgen Rodeland
4: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Ober-Olmer Wald bei Mainz, 24. Juli 2005 (Freilandfoto: Jürgen Rodeland), det. Klaus Rose
5-6: Deutschland, Oberbayern, Mittenwald, Hasellähne, ca. 1050 m, 27. Juli 2007 (Fotos: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger [Forum]
7-8: Daten siehe Raupe 2-5, 16. Juni 2007 (Fotos: Walter Müller), conf. Rolf Mörtter durch Falterschlupf [Forum]
9: Deutschland, Baden-Württemberg, Kaiserstuhl, Ihringen, Krebsberg, 14. Juni 2008 (Freilandfoto: Jutta Bastian), det. Jutta Bastian
10, ssp. tilaventa, gelb: Italien, Friaul, Mt. San Simeone, 780 m, 8. Juni 2007 (Freilandfoto: Helmut Deutsch), det. Helmut Deutsch
11, ssp. tilaventa, gelb und rot: Italien, Friaul, Val Venzonassa, 550 m, 20. Juni 2006 (Freilandfoto: Helmut Deutsch), det. Helmut Deutsch
12, ssp. tilaventa, rot: Italien, Friaul, Vedronza, 350 m, 24. Juni 2004 (Freilandfoto: Helmut Deutsch), det. Helmut Deutsch
13: Deutschland, Thüringen, Jena, Göschwitz, Leutratal, 250 m, 15. September 2013, Tagfund (Foto: Martin Semisch), det. Egbert Friedrich [Forum]
14: Italien, Südtirol, Vintschgau, Halbtrockenrasen vic. Taufers, 1400 m, 13. Juli 2014 (det. & Freilandfoto: Ursula Beutler) [Forum]


Kopula

1, ssp. tilaventa: Italien, Friaul, Mt. San Simeone, 750 m, 18. Juli 1998 (Freilandfoto: Helmut Deutsch), det. Helmut Deutsch
2, f. aurantiaca (ROCCI, 1914):Frankreich, Département Rhônes-Alpes, Valence, Loriol-sur-Drôme, Le Pouzin, am Rhônekanal, 81 m, 12. Mai 2012 (det. & fot.: Hildegard Stalder) [Forum]
3, Fehlkopula mit Zygaena fausta: Frankreich, Rhône-Alpes, Nähe Col de Gleize, 1730 m, 12. August 2012, Tagfund (det. & fot.: Martina Goerner) [Forum]


Raupe

1: Deutschland, Bayern, Oberbayern, Valepp, 20. Juni 1998 (Foto: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger
2-5: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Niederdürenbach, 2. Juni 2007 (Fotos: Walter Müller), det. Klaus Kunze, conf. Markus Schwibinger [Forum]
6: Deutschland, Liliental am Kaiserstuhl, 29. April 2007 (Foto: Gabi Krumm), det. Gabi Krumm, conf. Markus Schwibinger [Forum]
7, ssp. tilaventa: Italien, Friaul, Mte. Simeone, 1300 m, 23. Mai 2006 (Foto: Gerd Krautberger), det. Gerd Krautberger [Forum]
8, ssp. tilaventa: Italien, Friaul, Mte. Simeone, 900 m, 5. Juni 2006 (Foto: Gerd Krautberger), det. Gerd Krautberger [Forum]


Puppe

1: Daten siehe Raupe 2-5, 16. Juni 2007 (Foto: Walter Müller), conf. Rolf Mörtter durch Falterschlupf
2-3, ssp. tilaventa: Italien, Friaul, Mte. Simeone, 900 m, 5. Juni 2006 (Fotos: Gerd Krautberger), det. Gerd Krautberger [Forum]



Diagnose

Sichere Bestimmungsmerkmale

Die Vorderflügel-Unterseite ist bei Z. transalpina kräftig rot überzogen mit einem davon deutlich abgesetzten, schwarzen Vorder- und Außenrand. Z. filipendulae hat im Gegensatz hierzu auf der Vorderflügelunterseite nur einen schwachen rötlichen Schimmer um die Flecken herum, und der Vorder- und Außenrand ist weniger deutlich abgesetzt.

Oberseits sind die Vorderflügelflecke bei Z. transalpina meist deutlich getrennt und wirken durch eine dünne schwarze Umrandung sehr scharf, während sie bei filipendulae oft paarweise aneinanderliegen und einen verschwommeneren Eindruck machen. Auf die schwarze Umrandung der roten Flecken wies bereits ESPER in der Erstbeschreibung hin: „Der Rothfleck mit sechs kleinern schwarzgerandeten Puncten.“


Weiteres, „weiches“ Bestimmungsmerkmale

Vorsicht: In der einschlägigen Literatur sind oft die weißen Fühlerspitzen von Z. transalpina als sicheres Unterscheidungsmerkal zu filipendulae genannt, die fast immer schwarze Fühlerspitzen hat. Es gibt jedoch auch Exemplare von transalpina mit völlig schwarzen Fühlerspitzen, z. B. das oben abgebildete vom 24. Juli 2005 aus dem Ober-Olmer Wald bei Mainz.

(Text zu den Bestimmungsmerkmalen von Jürgen Rodeland unter Verwendung eines [Forumsbeitrags von Daniel (Bartsch?)])

1-2, 3-4, 5-6, 7-8 und 9-10, fünf ♂♂: Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)
11-12, 13-14, 15-16, 17-18 und 19-20, fünf ♀♀: Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)
21: Deutschland, Baden-Württemberg, 78176 Blumberg, Ortsrandlage, Südhang mit Gebüschstreifen, Trespen-Halbtrockenrasen auf Kalk, 750 m, 5. Juli 1969t (leg., det. & Foto: Hans-Peter Deuring)


Ssp. tilaventa HOLIK, 1935

1-2, ♂: Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)
3-4, ♀: Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)


Erstbeschreibung

ESPER ([1780]: 142, 196; [1779]: pl. XVI fig. f) [nach Scans des Göttinger Digitalisierungszentrums [GDZ] mit schriftlicher Genehmigung des GDZ. Besitzerin der Vorlage: Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek]



Biologie

Habitat

1, Falter-Lebensraum: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Ober-Olmer Wald bei Mainz, von der US Army entwaldete Fläche, 3. August 2005 (Foto: Jürgen Rodeland)
2:Frankreich, Département Rhônes-Alpes, Valence, Loriol-sur-Drôme, Le Pouzin, am Rhônekanal, 81 m, 13. Mai 2012 (fot.: Hildegard Stalder) [Forum]
3: Deutschland, Thüringen, Jena, Göschwitz, Leutratal, 250 m, 15. September 2013 (Foto: Martin Semisch) [Forum]



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

„von jenseits der Alpen stammend.“
SPULER 2 (1910: 160R)


Andere Kombinationen

Unterarten


Taxonomie

HOFMANN (1994) schrieb zum "transalpina-Komplex": "Ein Blick in die einschlägige Literatur zeigt, wie uneinheitlich hier der Artbegriff angewandt wurde. Noch in jüngster Zeit (REISS & REISS 1970) wurden 4 Taxa aus der engeren transalpina-Verwandtschaft als eigene Arten ("bona species") geführt (transalpina, hippocrepidis, angelicae, elegans). In Diskussionsbeiträgen anläßlich der Zygaenen-Symposien in Linz (1985) und Bielefeld (1982) wurde als extreme Gegenposition hierzu dann die Zusammenfassung zu einer einzigen Biospezies erwogen. NAUMANN & TREMEWAN (1984) wenden in ihrem Biospezeiskonzept den Superspeziesbegriff dafür an. Die drei Taxa (transalpina, hippocrepidis, angelicae) werden darin als Semispezies geführt.
So schwierig und wohl nur unbefriedigend lösbar die Taxonomie dieser monophyletischen Artengruppe auch sein mag, um so klarer ist die historisch-zoogeographische und die genealogische Situation [...]". Der Autor beschreibt, wie sich die Taxa in ihren Kontaktzonen klar wie getrennte "Arten" verhalten, in anderen Kontaktzonen aber genauso klar Mischpopulationen ausbilden, "genetische Isolation hier also keineswegs vorliegt". HOFMANN (1994) betont, dass die Taxa in den langen eiszeitlichen Kaltzeiten räumlich klar getrennt waren und sich so unabhängig voneinander weiter entwickeln konnten. Er beschreibt:
"Die drei Stämme und deren kaltzeitliche Refugialzentren sind wie folgt:
hippocrepidis (atlanto-westmediterran; Persistenz in Südfrankreich und auf der Iberischen Halbinsel)
transalpina (appenino-mediterran; Persistenz südlich der Alpen auf der Apenninenhalbinsel)
angelicae (ponto-mediterran; Persistenz südöstlich der Alpen, südlich der Karpaten)".

HOFMANN (1994) begründet ausführlich, warum er Z. angelicae als eigene Art werten möchte, die Taxa transalpina und hippocrepidis aber besser als Unterarten einer Art (Z. transalpina). HASLBERGER & SEGERER (2016) trennen die beiden Taxa für Bayern jetzt hingegen wieder auf Artebene und begründen: "Zygaena hippocrepidis: Biogeographisch, genitalmorphologisch und genetisch (DNA Barcode) hochsignifikant von Z. transalpina unterschieden (minimale paarweise Distanz 3,8 %), im Sinne der Integrativen Taxonomie [...] und eines Vereinheitlichten Artkonzepts [...] klar als eigenständige Art (und nicht als ssp. von Z. transalpina) zu werten. Das letzte Wort ist hier sicher noch nicht gesprochen.

(Autor: Erwin Rennwald)


Publikationsjahr der Erstbeschreibung

Wir übernehmen hier die detailliert von HEPPNER (1981) recherchierten Publikationsjahre. Weil auf der 1779 publizierten Tafel die Art noch nicht mit dem Namen transalpina beschriftet wurde, ist das Publikationsjahr des Textes [1780] maßgeblich.


Literatur


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


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Letzte Änderung am November 28, 2016 23:57 von Erwin Rennwald
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