Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Vanessa Virginiensis

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Nymphalidae (Edelfalter)
EU M-EU 07246 Vanessa virginiensis (DRURY, [1773]) - Amerikanischer Distelfalter

1: Spanien, Kanarische Inseln, Teneriffa, Umgebung La Esperanza , 800 m, leg. Raupen August 2004 (Foto im September 2004: Otmar Czadek), leg., cult. & det. Otmar Czadek [Forum]
2-4, ♀: Costa Rica, Zentralkordillieren, Copey de Dota, 2400 m, 29. Dezember 2008 (Freilandaufnahmen: Heiner Ziegler), det. Heiner Ziegler, Beleg in Coll. Dani Bolt, Zürich [Forum]
5: Spanien, Kanarische Inseln, La Palma, El Cubo de la Galga, 100 m, 19. September 2009 (det. & Freilandfoto: Meinolf Stritzek), conf. Gabriel Hermann [Forum]
6: Equador, Islas Galápagos, Isabela, Caldera de Sierra Negra, 1000 m, 29. November 2011 (Freilandaufnahme: Peter Ginzinger) det. Peter Ginzinger [Forum]
7: Spanien, Kanarische Inseln, La Gomera, Nähe San Sebastian, La Cabezada, 200 m, 11. Januar 2014 (det. & Freilandfoto: Hildegard Stalder) [Forum]
8-9, ♀: Spanien, Kanarische Inseln, Teneriffa, südl. von La Matanza, Raupenfund am 21. März 2014, e.l. 11. April 2014 (leg., cult., det. & Fotos: Frank Nowotne) [Forum]


Raupe

1: Spanien, Kanarische Inseln, La Palma, El Cubo de la Galga, 100 m, 19. September 2009 (Freilandfoto: Meinolf Stritzek), det. Gabriel Hermann [Forum]
2-3: Spanien, Kanarische Inseln, Teneriffa, südl. von La Matanza, an Gnaphalium lutea, 21. März 2014 (leg., cult., det. & fot.: Frank Nowotne) [Forum]


Puppe

1: Spanien, Kanarische Inseln, Teneriffa, südl. von La Matanza, Raupenfund am 21. März 2014 (leg., cult., det. & fot. am 26. März 2014: Frank Nowotne) [Forum]
2, dieselbe Puppe wie in Bild 1 kurz vor Falterschlupf (nach 16 Tagen Puppenruhe): Daten wie Bild 1 (Foto am 11. April 2014: Frank Nowotne) [Forum]



Diagnose

Falter

Zwei auffällige Unterscheidungsmerkmale zu Vanessa cardui sind die bogenförmige Einbuchtung des Vorderflügelsaums von V. virginiensis sowie die größeren, sich in einer braunen Binde befindenden Augenflecken auf der Hinterflügel-Unterseite.


Ähnliche Art


Erstbeschreibung

DRURY ([1773]: Index to the First Volume) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]

Bezug der Indikation darin und Text dazu

DRURY (1770: 10-11, pl. V figs. 1) [nach Copyright-freien Scans auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Wanderverhalten

Vanessa virginiensis ist ein Binnenwanderer. Also eine Art, die innerhalb ihres Verbreitungsgebietes zielgerichtet wandert und, was für ihn in besonderem Maße zutrifft, darüber hinaus auch in Gebiete vordringt, in denen er nicht dauerhaft heimisch werden kann. Er scheint teilweise auch als Saisonwanderer 1. Ordnung aufzutreten, also im Herbst wieder in die Ursprungsgebiete zurückzuwandern.
So sind es sicher auf Wanderungen entlang der amerikanischen Ostküste mit Stürmen verdriftete Tiere, die immer einmal wieder in Irland und Großbritannien angetroffen werden. Gleich dem Monarch Danaus plexippus, dürften einzelne Falter, welche dort angekommen sind, die Wanderung nach Süden fortgesetzt haben, die Urahnen jener Populationen sein, die heute auf Teneriffa, La Palma und auf der Iberischen Halbinsel heimisch geworden sind.
Speziell von Südportugal aus wandert er immer wieder nach Norden und gründet kleine Populationen in Zentral- und Nordspanien, die jedoch meist nicht sehr langlebig sind. Einzelne Falter konnten auch schon in Südfrankreich und einmal, am 5. Juni 2001, sogar in Wasen im Wallis angetroffen werden.


Lebensraum und Lebensweise

In Europa trifft man V. virginiensis fast nur im Offenland tieferer Lagen an. Wie alle flugstarken Schmetterlinge, hat auch V. virginiensis einen hohen Nahrungsbedarf. Daher sieht man den Falter hauptsächlich dort, wo zahlreiche nektarspendende Pflanzen blühen. Zudem neigt er zum Hilltopping, also dem Treffen der Geschlechter auf Hügelkuppen. Dies trifft in besonderem Maße dort zu, wo - wie allgemein in Europa - nur wenige Einzelexemplare des Falters vertreten sind. Denn bei niedriger Populationsdichte müssen die Tiere sich an speziellen Rendezvouzplätzen treffen. Anderswo ist die Wahrscheinlichkeit zu gering, daß Männchen und Weibchen einander finden.
Im Süden der USA und auf der Iberischen Halbinsel bildet der Amerikanische Distelfalter drei bis vier Generationen aus, die von April bis November fliegen. Die letzte Generation überwintert im Imaginalstadium. Auf den Kanarischen Inseln konnte er in Küstennähe ganzjährig auftreten, war in den Wintermonaten jedoch auch nur selten anzutreffen. Die im Gebirge Teneriffas wiederentdeckte Population fliegt auch nur während der warmen Jahreszeit. Im Gegensatz zu "unserem" Distelfalter (Vanessa cardui) ist der Amerikanische in der Lage den Winter inaktiv zu überdauern. Noch ist aber nicht sicher bekannt, ob er mit oder - wie der Admiral (Vanessa atalanta) - ohne Diapause überwintert. Der Amerikanische Distelfalter übersteht keinen kalten Winter. Daher tritt er in nördlichen Breiten nur als Wanderfalter auf.
Die Raupe frißt an verschiedenen Korbblütlern. In Europa hauptsächlich Ruhrkraut (Gnaphalium spp.), Katzenpfötchen (Antennaria spp.) und Klette (Arctium spp.). Sie lebt, gleich der Raupe von V. cardui, einzeln eingesponnen in einem lockeren Gespinst.

(Autor: Jürgen Hensle)

1: Costa Rica, Zentralkordillieren, Copey de Dota, 2400 m, 29. Dezember 2008 (Foto: Heiner Ziegler) [Forum]
2: Spanien, Kanarische Inseln, La Gomera, Nähe San Sebastian, La Cabezada, 200 m, 11. Januar 2014 (Foto: Hildegard Stalder) [Forum]
3, Rohböden aus vulkanischem Gestein: Spanien, Kanarische Inseln, Teneriffa, südl. von La Matanza, Anfang März 2014 (Foto: Frank Nowotne) [Forum]


Nahrung der Raupe

3, Gnaphalium lutea: Spanien, Kanarische Inseln, Teneriffa, südl. von La Matanza, Anfang März 2014 (Foto: Frank Nowotne) [Forum]



Weitere Informationen

Andere Kombinationen

Synonyme


Verbreitung

In Amerika ist der Amerikanische Distelfalter auf den Karibischen Inseln, den Galapagos-Inseln und von Venezuela nordwärts bis in den Süden der USA, incl. Hawaii heimisch. Darüber hinaus wandert er bis in den Süden Kanadas nach Norden.
In Europa können verdriftete Falter gelegentlich in Irland, Wales und Südengland angetroffen werden. Auch auf den Azoren und Madeira tritt V. virginensis nur als gelegentlicher Zuwanderer auf.
Früher flog er auch auf den Kanaren, hauptsächlich auf Teneriffa. Dort ist er in den letzten 30 Jahren sehr stark zurückgegangen. Zuletzt wurden nur noch einzelne, wahrscheinlich zugewanderte Falter angetroffen und seit den 1990er Jahren galt er dort als ausgestorben. Im August 2004 wurde jedoch eine Population, örtlich eng begrenzt, im niederen Bergland Teneriffas wiederentdeckt und im September 2009 auch auf La Palma [Forum]. Im gleichen Zeitraum, in dem er auf den Kanaren immer mehr zurückging, wurde er aber im Süden Portugals heimisch. Heute sind die dortigen Populationen die größten und stabilsten in der Alten Welt. Auch in Zentral- und Nordspanien tritt er immer einmal wieder auf. Aber die dortigen Populationen sind recht kurzlebig und brechen nach wenigen Generationen wieder zusammen. Wahrscheinlich liegt dies am dort kälteren Winter, den die Falter nicht zu überleben imstande sind.


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Nymphalidae (Edelfalter)
EU M-EU 07246 Vanessa virginiensis (DRURY, [1773]) - Amerikanischer Distelfalter art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am Januar 7, 2017 13:08 von Jürgen Rodeland
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