Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

[Home] Vergleichsansichten: [doppelt] [dreifach] [mit Forum] [Kopfzeilen ausblenden] [Forum 1] [Forum 2] [Forum 3] [Forumsarchive] [Benutzerhinweise] [Bestimmungsliteratur] [Glossar] [Mitarbeit] [Impressum] [Datenschutzerklärung] [Inhalt]

Volltextsuche: [Tipps zur Verwendung der Suchfunktion]

Udea Fulvalis

Bestimmungshilfe | LetzteAenderungen | Einstellungen

Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Crambidae (Zünsler)
EU M-EU 06533 Udea fulvalis (HÜBNER, [1809])

1, ♂: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Mainz-Bretzenheim, 20. Juli 2005 (Freilandfoto: Jürgen Rodeland), det. Helmut Kolbeck [Forum]
2: Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Kölner Bucht, Garten, Raupe 24. Mai 2007 an Schwarznessel, e.l. 14. Juni 2007 (leg., cult. & Foto: Gabi Miebach), conf. Rolf Mörtter [Forum]
3: Deutschland, Baden-Württemberg, Bischweier bei Rastatt, 165 m, 16. Juli 2008 (Foto: Ulrich Maurer), det. Adorian Ardelean, conf. Rolf Mörtter [Forum]
4: Deutschland, Baden-Württemberg, Freiburg, Lichtfang, 12. Juli 2008 (Foto: Georg Paulus), det. Volker Molthan, conf. Helmut Kolbeck (Hintergrund leicht manipuliert) [Forum]
5: Deutschland, Baden-Württemberg, Kaiserstuhl, Bötzingen, 192 m, 28. Mai 2009 (Foto: Gabi Krumm), det. Michel Kettner [Forum]
6 und 7, zwei Exemplare: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Kreis Cochem-Zell, Valwig, 15. Juni 2014 (Freilandfotos: Tina Schulz), det. Rolf Mörtter [Forum 6] [Forum 7]
8: Litauen, Jonava, Balkon, am Licht, 26. Juli 2017 (fot.: Aida Klause), det. Eckard O. Krüger [Forum]
9: Österreich, Burgenland, Jennersdorf, Lichtquelle am Haus, 322 m, 22. Juni 2018, Nachtfund (det. & fot.: Cornelia Niemetz), conf. Wilfried Schaefer [Forum]
10: Litauen, Dainava, Kaunas, Zucht an Polygonum sp., e.l. 5. Oktober 2018 (cult. & fot.: Gintautas Steiblys), det. Ursula Beutler [Forum]


Raupe

1-2: Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Kölner Bucht, Garten, an Schwarznessel (Ballota nigra), 24. Mai 2007 (Fotos: Gabi Miebach), det. Gabi Miebach, conf. Rolf Mörtter
3-4: Deutschland, Baden-Württemberg, Kaiserstuhl, Bötzingen, 192 m, an Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis), 10. und 15. Mai 2009 (Fotos: Gabi Krumm), det. Michel Kettner [Forum]



Diagnose

1-2, ♀: Italien, Toskana, Florenz, Fiesole, 17. Juni 1953 (fot: Pekka Malinen, kleines Bild redaktionell an Standardmaße angepasst), leg. Ahlqvist, coll. LTKM


Erstbeschreibung

HÜBNER ([1809]: pl. 22 fig. 147) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Nahrung der Raupe

Wie bei vielen Arten der Gattung Udea gibt es auch bei U. fulvalis diverse Angaben zur pflanzlichen Nahrung, aber in der Regel ist nicht zu erfahren, ob es sich um Freiland-Raupennahrung oder Fütterungspflanzen in der Zucht handelt. Und da noch mögliche Fehlbestimmungen der Raupen hinzu kommen, wissen wir über die relative Bedeutung der einzelnen Pflanzenarten so gut wie nichts! Konkrete Meldungen sind hier sehr erwünscht!

Unsere beiden oben gezeigten Raupen wurden an Schwarznessel bzw. Wiesen-Bocksbart gefunden und mit diesen Pflanzen erfolgreich weiter gefüttert. Falter-Bild 10 aus Litauen ist das Ergebnis einer ex-larva-Zucht an von Gintautas Steiblys an Polygonum sp. - ob die Raupe schon im Freiland an dieser Pflanze gefressen hat, ist unklar.
SCHÜTZE (1931) konnte konkret berichten: "Fand Eppelsheim an der Unterseite der untersten Blätter von Salvia pratensis (nicht Cornus!) (Sorhagen und andere)." Der Versuch, die Falschmeldung zu Cornus auszurotten, schlug fehl; schon bei ECKSTEIN (1933: 66) heißt es zur Raupe wieder: "Salvia pratensis, Cornus mas".

Typisch ist etwa ein Eintrag im [phegea.org, Catalogue of the Lepidoptera of Belgium (abgefragt 27. Dezember 2018)], wo es heißt: "The larvae mainly feed on a variety of plants of the family Lamiaceae (Ballota, Nepeta and Salvia pratensis, etc.), but also on Cornus and Lychnis. They pupate in a cocoon amongst leaves of the host plants." Keine dieser Angaben stammt aus Belgien. Neben richtigen Beobachtungen aus anderen Quellen (einschließlich dem Lepiforum!) werden auch dubiose (Lychnis) und schon sehr lange als falsch erkannte Meldungen (Cornus) wieder vermengt und einfach weitergeschleppt.
Auch bei LERAUT (2018: 461) ist keinerlei Differenzierung zu finden: "Host plants: range of low-growing plants, including Ballota nigra, Salvia, Lychnis, Reseda, Nepeta cataria."
SLAMKA (2013) stellt zusammen: "The larva Feeds 8-5 , first amongst the spun flowers, later in spun leaves of Salvia spp., Nepeta spp., Ballota spp., Melandrium spp. where it makes holes in the leaves. Breeds on leaves of potato (Solanum tuberosum) (ARENBERGER, 1994)." Diese Arbeit von ARENBERGER (1994) betrifft Zypern, und dort heißt es knapp (S. 317): "Georghiou, 1977: 8., 11., 12.1934. Gezüchtet aus Kartoffellaub." GERGHIOU ist kein Ort, sondern - wie aus dem Literaturverzeichnis hervorgeht - ein Autor, dessen Originalarbeit ich noch nicht einsehen konnte - Primärangaben sind dort aber auch nicht zwingend zu erwarten.
GOATER (1986) hatte zu Großbritannien geschrieben: "Larva hatches in autumn and hibernates when young, apparently without feeding (Fryer, 1933). In spring it feeds on Labiatae, including catmint (Nepeta cataria), black horehound (Ballota nigra), meadow clary (Salvia pratensis, and is full-fed in May or June."
Seine Quelle FRYER (1933) ist sehr aufschlussreich! FRYER (1933) fing ein Weibchen und ließ es Eier legen. Er stellte fest, dass es an seiner Fangstelle keinen Wiesen-Salbei und auch sonst fast keine Lippenblütler gab, also bot er den Jungräupchen Wald-Ziest (Stachys sylvatica), Gewöhnliche Braunelle (Prunella vulgaris) und eine Katzen-Minze aus seinem Garten an, die bei ihm "Nepeta mussini" (statt korrekt Nepeta mussinii) hieß. An einer dieser drei Pflanzen - nämlich der Kaukasus-Katzenminze - gab es dann kleine Gespinste, aber keine Fraßspuren. Die Räupchen überwinterten anscheinend ohne Nahrungsaufnahme. Auch nach der Überwinterung im Topf im Freiland fraßen die Raupen nur zögerlich an der Katzenminze - dann konnte aber ein Wiesensalbei besorgt werden und die Zucht wurde damit zu Ende geführt. Die Kaukasus-Katzenminze wird heute als Synonym zur Trauben-Katzenminze (Nepeta racemosa) angesehen. Interessanterweise wird weder Nepeta racemosa noch deren Synonym Nepeta mussinii als "Futterpflanze" in den Sekundärquellen genannt - ich denke, dass man daraus Nepeta sp., Nepeta spp. und eben Nepeta cataria gemacht hat - ganz ohne weiteren Fund oder weitere Zuchtbeobachtung.

(Autor: Erwin Rennwald)



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

„fulvus rotgelbbraun.“
SPULER 2 (1910: 231R)


Andere Kombinationen

Synonyme


Faunistik

Nach SAUTER & WHITEBREAD (2005) ist die Art in die Schweizer Lepidopterenfauna aufzunehmen.


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Crambidae (Zünsler)
EU M-EU 06533 Udea fulvalis (HÜBNER, [1809]) art-mitteleuropa

Bestimmungshilfe | LetzteAenderungen | Einstellungen
Diese Seite ist schreibgeschützt | Zeige andere Versionen dieser Seite
Letzte Änderung am März 5, 2019 10:05 von Erwin Rennwald
Suche: