Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Udea Alpinalis

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Crambidae (Zünsler)
EU M-EU 06547 Udea alpinalis ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775)

1-4: Österreich, Niederösterreich, Rax: Bergstation, Kampfwald, Latschen, Hochstauden, alpine Rasen, 1500-1600 m, 18. Juli 2005 (Fotos: Peter Buchner), det. Peter Buchner
5: Schweiz, St.Gallen, Churfirstengebiet, 1600 m, 30. Juli 2008, (Freilandfoto: Pia Rindlisbacher), det. Harald Lahm [Forum]
6: Österreich, Steiermark, Altaussee, Loseralm, 1600 m, 12. Juli 2009 (Freilandfoto: Martin Semisch), det. Martin Semisch, conf. Helmut Kolbeck [Forum]
7-8: Schweiz, Kanton Bern, Grindelwald First, ca. 2170 m, 22. August 2010 (det. & Freilandfotos: Helga Schöps), conf. Martin Semisch [Forum]
9: Österreich, Niederösterreich, Rax, leg. Raupe (= Raupenfoto 1) an Weißem Germer (Veratrum album) 4. Juni 2011, e.p. 29. Juni 2011 (Foto: Peter Buchner), leg., cult. & det. Peter Buchner
10: Schweiz, Berner Oberland, Gasteretal, 1355 m, 21. Juni 2011 (det. & fot.: Ursula Beutler) [Forum]
11: Deutschland, Sachsen-Anhalt, Harz, Brockenplateau, 1111 m, 11. August 2012 (Freilandfoto: Bernd-Otto Bennedsen), det. Thomas Fähnrich [Forum]
12: Tschechien, Riesengebirge, Spindleruv Mlyn, Wiese am Waldrand, 1250 m, 30. Juni 2012, Tagfund (Freilandfoto: Mathias Tötzke), det. Erwin Rennwald [Forum]
13: Deutschland, Bayern, Ammergauer Alpen, Sonnenberggrat, 1500 m, 9. Juli 2018 (Freilandfoto: Ingrid Langer) [Forum]


Raupe

1, ausgewachsene Raupe (17 mm): Österreich, Niederösterreich, Rax, leg. Raupe an Weißem Germer (Veratrum album) 4. Juni 2011, Foto vom 6. Juni 2011 (Foto: Peter Buchner), leg., cult. & det. Peter Buchner
2-3, ein Individuum: Österreich, Steiermark, Präbichl, leg. Raupe an Gold-Kälberkropf (Chaerophyllum aureum) 9. Mai 2011, [2]: 11 mm, Foto vom 10. Mai 2011, [3]: 17 mm, Foto vom 18. Mai 2011 (Fotos: Peter Buchner), leg., cult. & det. durch Zucht Peter Buchner



Diagnose

Männchen

1, ♂: Schweiz, Bern, Corgémont, 1170 m, 6. Juli 1981, Lichtfang (leg., det. & Foto: Rudolf Bryner)


Weibchen

1, ♀: Schweiz, Bern, Chasseral, 1550 m, 23. Juli 1994, Tagfang (leg., det. & Foto: Rudolf Bryner)


Genitalien

Männchen

1-2, ♂: Österreich, Steiermark, Fischbacher Alpen, St. Kathrein am Offenegg, Sommeralm, 1400 m, am Licht, 25. Juni 2019 (det., präp. & Foto: Horst Pichler) [Falterbilder im Forum]



Biologie

Habitat

1: Deutschland, Sachsen-Anhalt, Harz, Brockenplateau (Blickrichtung Norden), 1111 m, 11. August 2012 (Foto: Bernd-Otto Bennedsen) [Forum]
2: Deutschland, Sachsen-Anhalt, Harz, Brockengipfel, am Rande des Rundweges, 1100 m, 22. Juli 2013 (Foto: Jürgen Zuleger) [Forum]
3: Schweiz, Kanton Bern, Erlenbach im Simmental, Mieschflue, 1640 m, Tagfund, 19. Juli 2018 (Freilandfoto: Marianne Käppeli) [Forum]


Nahrung der Raupe

DENIS & SCHIFFERMÜLLER (1775) kannte die Raupe zu der von ihnen knapp beschriebenen Art noch nicht. REBEL in SPULER (1910: 235) vermerkte: "Die unbeschriebene Raupe lebt in knäuelförmig versponnenen Trieben von Senecio ovata im Juni." Ob das eine Primärangabe war, ist mir nicht klar, jedenfalls dürfte dem ein Freiland-Raupenfund zugrunde liegen. Diese Angabe, meist verallgemeinert zu "Senecio" oder "Senecio spp." wurde seither regelmäßig abgeschrieben.

MÜLLER (1963) berichtet über ein Zuchtergebnis: "Ein am 27.6.1961 auf der Loochalp bei Amden (ca 1500 m) gefangenes ♀ von Udea alpinalis DEN. & SCHIFFM. legte noch einige Eier ab, mit denen ich eine Zucht durchführte. In Ermangelung von Senecio ovata (REBEL: in SPULER, 1910, p. 235) fütterte ich mit Taraxacum und Mycelis muralis (L.) DUM. Beide Futterpflanzen wurden willig angenommen; zuerst Schabefraß, später wurden die Blätter ganz verzehrt."

Ganz unverständlich sind die Zeilen von LERAUT (2012): "Host plants: Senecio (ragwort etc.) and Artemis and other subalpine Compositae." Was das für andere Asteraceen sein sollen, wird nicht erklärt, und was er mit "Artemis" meint schon gar nicht: Eine solche Pflanzengattung gab und gibt es nicht, weder in den Alpen noch sonstwo - sollte es also Artemisia heißen oder Anthemis ? Der Autor lässt einen unwissend zurück. Die Lösung findet sich bei SLAMKA (1995), der geschrieben hatte: "Die Raupe lebt 8.-6. in einem Gespinst zwischen Blüten und Früchten von Senecio nemorensis, Artemisia und Leuzea rhapontica." "Senecio nemorensis" meint hier sehr wahrscheinlich nichts anderes als "Senecio nemorensis ssp. fuchsii, also die Pflanze, die schon REBEL (2010) als "Senecio ovata" gemeldet hatte. Ob es zu einer dieser Pflanzen Freilandfunde gab, bleibt ungeklärt.

All das klingt jedenfalls ganz danach, als wäre die Raupe an Korbblütler (Asteraceae) gebunden. Doch die von Peter Buchner aus Österreich berichteten Raupenfunde an Weißem Germer (Veratrum album) und Gold-Kälberkropf (Chaerophyllum aureum) - mit anschließender erfolgreicher Zucht - passen da gar nicht dazu. Zumindest die ausgewachsene Raupe scheint doch recht polyphag zu sein.

SLAMKA (2013) greift alle diese Angaben auf und schreibt: "The larva feeds 8-6 in a web amongst flowers and fruits of various herbs such als Senecio spp. (often S. nemorensis), Artemisia spp., Veratrum Album, Chaerophylleum aureum, Leuzea rhapontica, Aruncus dioicus." Letztere Pflanze ist neu in der Liste - doch auch hier ist nicht zu erfahren, ob dem eine Freilandbeobachtung zugrunde liegt.

SCHMID (2019: 792) berichtet über eigene Funde in den Alpen: "Die Raupe ist polyphag; sie wurde unter anderen an Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea), an Eisenhutblättrigem Hahnenfuß (Ranunculus aconitifolius) und Weißem Germer (Veratrum album) gefunden 4, 5). Sie lebt in einer Blattröhre".

(Autor: Erwin Rennwald)



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

„alpinus alpin.“
SPULER 2 (1910: 235L)


Andere Kombinationen


Literatur


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EU M-EU 06547 Udea alpinalis ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am März 14, 2020 22:33 von Tina Schulz
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