Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Tortrix Viridana

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Tortricidae (Wickler, Blattroller)
EU M-EU 04370 Tortrix viridana (LINNAEUS, 1758) - Eichenwickler

1: Österreich, Niederösterreich, 2,5 km N Schwarzau, 31. Mai 2003 (Foto: Peter Buchner), det. Peter Buchner
2: Deutschland, Baden-Württemberg, Gaggenau, 16. Juni 2005 (Foto: Dietmar Laux); conf. Rudolf Bryner [Forum]
3: Österreich, Niederösterreich, Schwarzau am Steinfeld; Halbtrockenrasen in Auwald, Tagfund am 11. Juni 2006 (Foto: Peter Buchner), det. Peter Buchner
4: Schweiz, Neuchâtel, Le Landeron, 740 m, nordgerichteter Rand eines Flaumeichenwaldes, Raupe 9. Mai 2007, e.l. 18. Mai 2007 (Studiofoto: Rudolf Bryner), leg., cult. & det. Rudolf Bryner [Forum]
5-6: Deutschland, Berlin, Bezirk Reinickendorf, Flughafensee, am Eichenmischwald, 27. Mai 2011 (det. & fot.: Martin Semisch) [Forum]
7: Russland, Oblast Moskau, Bezirk Orechowo-Sujewo, Dorf Topolinyy, 118 m, 12. Juni 2012, am Licht (det. & fot.: Andrey Ponomarev) [Forum]
8: Russland, Oblast Moskau, Bezirk Orechowo-Sujewo, Dorf Woinowa Gora, 118 m, 11. Juni 2012, am Licht (det. & fot.: Andrey Ponomarev) [Forum]
9: Deutschland, Nordrhein-Westfalen, bei Netphen-Herzhausen, Rand eines Eichen-Birken-Waldes, 415 m, 3. Juni 2011 (det. & Freilandfoto: Rainer Winchenbach), conf. Ursula Beutler [Forum]
10-13: Deutschland, Sachsen, Oberlausitz, Gleina, Feldgehölz, 145 m, e.l. 28. Mai 2013 (leg., det. & Fotos: Friedmar Graf) [Forum]


Kopula

1: Italien, Monte Baldo-Gebiet, Albisano, 300 m, 15. Mai 2017, Tagfund (Freilandfoto: Christine Neumann) [Forum]


Ausgewachsene Raupe

1 (16 mm): Österreich, Niederösterreich, Gumpoldskirchen, leg. Raupe an Stiel-Eiche (Quercus robur) 1. Mai 2012 (leg., cult., det. durch Zucht & Foto Peter Buchner
2: Deutschland, Baden-Württemberg, Kirchheim-Teck, Lindorf, ca. 360 m, an Eichenknospen, 25. März 2008 (Foto: Sybille Przybilla), det. Rudolf Bryner (nach Falterschlupf) [Forum]
3, verpuppungsreif und verfärbt: Schweiz, Neuchâtel, Le Landeron, 740 m, nordgerichteter Rand eines Flaumeichenwaldes, 9. Mai 2007 an Chaerophyllum aureum (Verpuppungsort) (Studiofoto: Rudolf Bryner), leg., cult. & det. Rudolf Bryner [Forum]
4: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Winningen/Mosel, Flugplatzweg, 2. Mai 2014 (leg., cult. & Foto: Ernst Herkenberg), det. Heidrun Melzer, conf. durch Zuchtergebnis [Forum]


Jüngere Raupenstadien

1, halb erwachsen (10 mm): Österreich, Niederösterreich, Schwarzau am Steinfeld, leg. Raupe an Stiel-Eiche (Quercus robur) 28. April 2012 (leg., cult., det. durch Zucht & Foto Peter Buchner
2-3: Deutschland, Baden-Württemberg, Kirchheim-Teck, Lindorf, ca. 360 m, an Eichenknospen, 21. und 16. März 2008 (Fotos: Sybille Przybilla), det. Rudolf Bryner (nach Falterschlupf) [Forum]


Puppe

1: Schweiz, Neuchâtel, Le Landeron, 740 m, nordgerichteter Rand eines Flaumeichenwaldes, Raupe 9. Mai 2007 (Studiofoto am 16. Mai 2005: Rudolf Bryner), leg., cult. & det. Rudolf Bryner [Forum]



Diagnose

1, ♂: Finnland, Uusimaa, Espoo, 2. Juli 1999 (leg., coll., det. & fot: Pekka Malinen, kleines Bild redaktionell an Standardmaße angepasst)


Genitalien

1, ♀: Deutschland, Sachsen, Oberlausitz, Großhennersdorf, leg. H. Leutsch, 30. Juli 1971 (präp., det. & fot.: Friedmar Graf) [Forum]


Erstbeschreibung

LINNAEUS (1758: 530) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]

Bezug der Indikation „Wilk. pap. 4. t. 1. a. 5.“

WILKES ([1749]: 4, Cl. 1. S. A. 5.) [nach Scans des Göttinger Digitalisierungszentrums [GDZ] mit schriftlicher Genehmigung des GDZ. Besitzerin der Vorlage: Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek]



Biologie

Habitat

1-2: Deutschland, Berlin, Bezirk Reinickendorf, Flughafensee, Eichenmischwald, im Mai und Juli 2008 (Fotos: Martin Semisch) [Forum]


Nahrung der Raupe

Die Raupe lebt an diversen Eichen, sowohl winterkahlen (Stiel-Eiche, Trauben-Eiche, Flaum-Eiche, Pyrenäen-Eiche) als auch immergrünen (Stein-Eiche, Kork-Eiche). An allen diesen Eichen wurden Massenvermehrungen beschrieben, weshalb die Art in der forstwirtschaftlichen Literatur der vergangenen Jahrhunderte immer als größter Eichenschädling galt.

Die Raupe dieser Art wird in der forstwissenschaftlichen Literatur durchgehend als Eichenschädling beschrieben, der aber auch auf andere Laubhölzer (Populus, Betula, Carpinus, Fagus, Acer, Salix) übergeht. SCHÜTZEs (1931) ist durchaus typisch: "Oft schädlich an allerlei Laubholz, besonders aber an Quercus in Blattrolle. Verwandlung in der Wohnung. Die Raupe tritt in manchen Jahren in so ungeheurer Menge auf, dass sie die zahllosen Eichen an den Teichen der Lausitz vollkommen kahl frisst, in dem darauf folgenden Jahr erscheinen sie wieder in normaler Zahl (Schütze)." Eichen ja - aber was ist mit "allerlei Laubholz"?

Der oben beschriebene und abgebildete Raupenfund an Gold-Kälberkropf ist - wie die Literaturmeldungen an Vaccinium und Urtica dioica - sicher eine Ausnahme und bezieht sich auf weitgehend ausgewachsene Raupen auf der Suche nach einem Verpuppungsplatz. Angaben zu Vaccinium könnten auch auf Verwechslung mit anderen Wickler-Raupen, z.B. Pandemis heparana, zurückzuführen sein. Angaben zu Fichte (Picea abies) oder zu Wacholder (Juniperus) halte ich für ganz unglaubhaft.
Aber was ist mit Rot-Buche, Hainbuche und diversen anderen Laubgehölzen? Klar dass bei Massenvermehrungen an Eichen nach (teilweisem) Kahlfraß auch Raupen auf anderen Gehölzen im Bestand herumsuchen - und klar, dass es da auch angefressene Blätter gibt - aber stammen diese Spuren wirklich von Raupen von Tortrix viridana. Wirklich überzeugende Meldungen fehlen mir ganz - im Gegenteil: Die Angaben sind allesamt geeignet, die Nutzung von Nicht-Eichen als Raupennahrung in Frage zu stellen. Sollten doch einmal einzelne Raupen bei Gradationen auch an anderen Pflanzen fressen, dann sind das seltene Ausnahmen - wahrscheinlicher ist aber, dass die Raupen sich hier nur neue Verstecke bauen. Und was dazu kommt, sind natürlich Fehlbestimmungen von Raupen und Faltern. Letzteres könnte durchaus schon die Erstbeschreibung von LINNAEUS (1758) betreffen, wenn er schreibt: "Habitat in Quercu, Salice hirsuta" - wenn aus typischen "Wickler-Spuren" an einer schmalblättrigen behaarten Weide (Salix alba, Salix mucronata oder ähnliches) ein Earias clorana schlüpft, dann ist er sehr schnell als Tortrix viridana fehlgedeutet. Wie wenn es noch eines Beweises für diese Interpretation bedurft hätte beschreibt LINNAEUS (1760) zwei Jahre später selbst "Ph.[alaena] Tortrix clorana mit "Habitat in Salice hirsuta."

In Wäldern mit Eichen-Anteil treten Falter und Raupe auch aktuell immer wieder in großer Anzahl und für die Forstwirtschaft in "schädlichem" Ausmaß auf; andererseits profitieren von diesen Massenvermehrungen eine Vielzahl anderer Insekten aber auch Vögel und Fledermäuse. Solche Massenvermehrungen spielen also eine wichtige Rolle im Naturhaushalt.

(Autor: Erwin Rennwald)



Weitere Informationen

Andere Kombinationen

Synonyme

Unterarten


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Tortricidae (Wickler, Blattroller)
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Letzte Änderung am April 25, 2019 9:17 von Erwin Rennwald
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