Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Synanthedon Vespiformis

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Sesiidae (Glasflügler)
EU M-EU 04059 Synanthedon vespiformis (LINNAEUS, 1761) - Wespen-Glasflügler

1, ♂: Österreich, Niederösterreich, 1,8 km ESE Bromberg, 20. Juli 2003 (Foto: Peter Buchner), det. Peter Buchner
2, ♀: Belgien, beim Dreiländereck B-D-NL, 18. September 2006 (Foto: Ben Hamers), det. Ben Hamers
3, ♂: Deutschland, Brandenburg, 5 km südlich Berlin, Groß-Kienitz, e.l. 18. März 2008 (Foto: Frank Rämisch), det. Frank Rämisch
4, ♀: Deutschland, Brandenburg, 5 km südlich Berlin, Groß-Kienitz, e.l. 21. März 2008 (Foto: Frank Rämisch), det. Frank Rämisch
5, ♂: Österreich, Osttirol, Dölsach, 800 m, Raupen an moderndem Eichenstrunk, unter der Rinde, ex larva Zucht 1991 (Zuchtfoto: Helmut Deutsch), leg., cult & det. Helmut Deutsch
6, ♀: Deutschland, Sachsen, Leipzig/Bienitz, 125 m, 10. Juni 2012 (det. & Freilandfoto: Dietrich Wagler)
7, ♀: Deutschland, Baden-Württemberg, Umgeb. Metzingen, 24. Dezember 2011 (cult., det. & fot.: Friedhelm Mai) [Forum]
8, ♂: Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Duisburg-Ungelsheim, 19. Mai 2012 (det. & fot.: Willi Wiewel) [Forum]


Raupe

1: Raupen in mehreren Häutungsstadien: Deutschland, Brandenburg, Groß-Kienitz, 5 km südlich Berlin, 19. Februar 2008 (Foto: Frank Rämisch), det. Frank Rämisch
2-4: Deutschland, Bayern, Bayerischer Wald, Lixenried bei Furth im Wald, unter Rinde von Quercus robur, 11. Mai 2015 (Foto: Ingrid Altmann), det. Daniel Bartsch [Forum]


Fraßspuren und Befallsbild

1: Deutschland, Baden-Württemberg, Umgeb. Metzingen, 6. November 2011 (fot.: Friedhelm Mai) [Forum]


Puppe, Exuvie

1: Österreich, Osttirol, Dölsach, 800 m, Raupen an moderndem Eichenstrunk, unter der Rinde, ex larva Zucht 1991 (Zuchtfoto: Helmut Deutsch), leg., cult & det. Helmut Deutsch
2: Deutschland, Baden-Württemberg, Umgeb. Metzingen, 23. Dezember 2011 (cult., det. & fot.: Friedhelm Mai) [Forum]
3: Deutschland, Baden-Württemberg, Umgeb. Metzingen, 24. Dezember 2011 (cult., det. & fot.: Friedhelm Mai) [Forum]



Diagnose

1, ♀: Deutschland, Baden-Württemberg, Hohenlohe, Umg. Ravenstein/Hüngheim, Raupe 23. April 1991, Falter 11. Mai 1991, ex. Quercus sp. (leg., fot. & det.: Daniel Bartsch) [Forum]
2, ♂: Deutschland, Baden-Württemberg, Sindelfingen, Sommerhofenwald, Raupe 16. Januar 1993, Falter 5. März 1993, ex. Quercus sp. (leg., fot. & det.: Daniel Bartsch) [Forum]
3, ♂: Deutschland, Niedersachsen, Everode (Kreis Hildesheim), e.l. 4. Juli 1952 (Foto: Karl-Heinz Teichler), cult & det. Werner Möhle, conf. Thomas Fähnrich [Forum]
4, ♂: Türkei, Provinz Çanakkale, Biga, Bozlar, Köderfang, 25. Juni 2010 (det. & fot.: Michel Kettner), conf. Walter Baltruweit [Forum]
5-6, ♂: Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)
7-8, ♀: Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)


Erstbeschreibung

LINNAEUS (1761: 289) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org].



Biologie

Habitat

1-2: Schneise im Mischwald mit Stümpfen abgesägter Alteichen: Brandenburg, Groß-Kienitz, 5 km südlich Berlin, 19. Februar 2008 (Aufnahme: Frank Rämisch)
3, in den Eichenstümpfen zwischen Rinde und Holz ernährt sich oft die Raupe. Im Spätherbst kann man, schon am Bohrmehlauswurf (oft an der Schnittstelle ) die schon zum Teil fast erwachsenen Raupen, leicht auffinden. Die Weiterzucht bis zum Falter ist dann bei Warmhaltung relativ einfach: Deutschland, Baden-Württemberg, Umgeb. Metzingen, 6. November 2011 (fot.: Friedhelm Mai) [Forum]


Nachweismethoden

Synanthedon vespiformis ist eine weit verbreitete und stellenweise auch häufige Art. Die Raupe lebt an Eiche und dort vorwiegend an beschädigten oder krebsigen Stellen, wo sie oft nur schwer auffindbar ist. Sie wirft im Frühjahr rotbraune Späne aus, die zwischen den Rindenrissen zu suchen sind. Durch vorsichtiges Abheben von Rindenteilen gelangt man schnell zur Raupe, die in einer kleinen Plastikschachtel mit Rindenteilen gut weitergezüchtet werden kann. Viel einfacher ist die Raupe aber in den Stümpfen abgeholzter Eichen aufzufinden, wo sie teilweise zur Massenvermehrung neigt. Dazu muss man in Erfahrung bringen, wo Eichen- oder Mischwaldbestände abgeholzt wurden und wir können dann die Stubben in den darauf folgenden ca. 3 Jahren auf Raupenbefall untersuchen (Habitatbilder 1 und 2). So lange noch saftführende Teile, z.B. durch Stockausschlag, vorhanden sind, werden sie zur Eiablage durch die Weibchen genutzt. Besonders auf dem Sägeschnitt sind die Befallsspuren deutlich erkennbar. Dort hat sich die Rinde vom Holz einige Millimeter gelöst und die Raupe wirft bei Aktivität rotbraunes Genagsel aus diesem Spalt. Sie verpuppt sich in einem ziemlich weichen Kokon, und der Falter schlüpft im Regelfall aus einer Gespinstkappe von ca. 5 mm Querschnitt direkt zwischen Rinde und Holz. Ab Anfang Mai sind diese Kappen aufzufinden; allerdings muss man die größere Verletzbarkeit der Puppe gegenüber der Raupe beim Eintragen in Betracht ziehen. Mit einiger Erfahrung kann man aber auch über den Winter die Raupen einsammeln. Diese sind seit Beginn der kalten Jahreszeit inaktiv und das Genagsel wird durch Regen und Wind weitgehend entfernt.

Restspuren des ausgeworfenen Genagsels zwischen Rinde und Holz auf der Schnittfläche des Eichenstumpfes, Daten s. Habitatbilder 1-2

Bei genauer Betrachtung bleiben aber restliche Spuren nicht verborgen, und durch ganz vorsichtiges Weghebeln der Rinde ist die Raupe schnell freigelegt:

1: Daten s. Habitatbilder 1-2
2: Deutschland, Brandenburg, Grossbeeren, 10 km südlich Berlin, 21. Februar 2008 (Fotos: Frank Rämisch)

Teilweise hat sie ein leichtes Überwinterungsgespinst angelegt; das ist aber keinesfalls die Regel. Gern finden sich die Raupen auch direkt an der Ansatzstelle des Stockausschlages:

Daten s. Habitatbilder 1-2

Die Raupe soll einjährig sein, aber bei ungünstigen Futter- oder Witterungsverhältnissen kann sie sicher auch eine zweite Überwinterung machen. Extreme Größenunterschiede bei den Raupen deuten darauf hin (s. Raupenbild). Der Falter hat eine ausgedehnte Flugzeit von Ende Mai bis August. [Frank Rämisch]



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

Vespa Wespe.“
SPULER 2 (1910: 310R)

asiliformis: „Asilus, Raubfliege.“
SPULER 2 (1910: 310R)


Synonyme


Literatur


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


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Letzte Änderung am Juni 26, 2016 10:20 von Jürgen Rodeland
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