Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Spoladea Recurvalis

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Crambidae (Zünsler)
EU M-EU 06688 Spoladea recurvalis (FABRICIUS, 1775)

1: Spanien, Kanarische Inseln, Teneriffa, Toscal-Longuera 6 km westlich von Puerto de la Cruz, Ortsrand ca. 100 m über NN, neben aufgegebenen Terrassen, 20. November 2006 (Foto: Theo Engeser), det. Theo Engeser [Forum]
2: Spanien, Kanarische Inseln, Teneriffa, Puerto de la Cruz, 10. Februar 2008 (Freilandfoto: Heiner Ziegler), conf. Rolf Mörtter [Forum]
3: Spanien, Kanarische Inseln, Teneriffa, Steilküste Nähe Puerto de la Cruz, 24. April 2006 (Foto: Dieter Rychel), det. Markus Fluri [Forum]
4: Spanien, Andalusien, Malaga, 21. Oktober 2007 (Studiofoto: Thomas Rupp), det. Markus Schwibinger [Forum]
5: Griechenland, Kos, Meereshöhe, 20. Oktober 2007 (Foto: Thomas Kissling), det. Thomas Kissling [Forum]
6: Spanien, Kanarische Inseln, Fuerteventura, Costa Calma, ca. 10 m, 27. März 2010 (det. & Freilandfoto: Klaus Nowak) [Forum]
7: Spanien, Kanarische Inseln, La Gomera, La Vizcaina, 450 m, 30. Januar 2011, Lichtfang (det. & fot.: Wolfgang Langer), conf. Rolf Mörtter [Forum]
8: Griechenland, Messinias Westküste. 22. Juli 2011 (fot.: G. & E. Schaupp), det. Markus Schwibinger [Forum]
9: Vietnam, Provinz Quang Nam, Hôi An, 22. Februar 2011 (Foto: Simon Hänni), conf. Rolf Mörtter [Forum]
10: Spanien, Kanarische Inseln, La Gomera, Santiago, 50 m, 9. Januar 2014 (det. & Freilandfoto: Hildegard Stalder) [Forum]
11: Deutschland, Baden-Württemberg, Speyrer Rheinniederung, Philippsburg, 100 m, 26. Oktober 2013, am Licht (Foto: Friedrich von Ramin), conf. Daniel Bartsch [Forum]
12: Österreich, Niederösterreich, Bezirk Amstetten, St. Georgen am Reith, Kogelsbach, Terrasse, 29. Oktober 2013, am Licht (Foto: Johann Längauer), det. Johann Längauer & Franz Lichtenberger
13: Türkei, Antalya, Lara-Kundu, strandnahe Dünen, 0 m, 25. November 2015, Tagfund (det. & fot.: Vaclav Masek) [Forum]
14: Italien, Sardinien, Golf von Oristano, Torregrande, ca. 10 m, Raupen eingesponnen in Fruchtstände von Melde am 22. Oktober 2016, e.l. 2. Dezember 2016 (leg., cult., det. & fot.: Christian Siegel) [Forum]
15: Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Haan, Niederbergische Allee, ca. 170 m, 20. Oktober 2018 (Foto: Armin Dahl) [Forum]
16: Indien, Uttar Pradesh, Agra, Jarar, Chambal Safari Lodge, 150 m, Lichtung in Gehölzsukzession auf dem Hotelgelände, am Licht, 1. November 2017 (det. & fot.: Dirk Mezger) [Forum]


Raupe

1-2, Raupen eingesponnen in Fruchtstände von Melde: Italien, Sardinien, Golf von Oristano, Torregrande, ca. 10 m, 22. Oktober 2016 (leg., cult., det. & fot.: Christian Siegel) [Forum]



Diagnose

Geschlecht nicht bestimmt

1: Saudi-Arabien, Bucht nördlich von Yeddah, Februar 1980, leg. Uffe Seneca (Foto: Eivind Palm) [Forum]


Erstbeschreibung

FABRICIUS (1775: 644) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Habitat

1, beschattetes Brachlandstück, auf dem Dutzende von Faltern beobachtet wurden: Spanien, Kanarische Inseln, La Gomera, Santiago, 50 m, 9. Januar 2014 (Foto: Hildegard Stalder) [Forum]
2: Indien, Uttar Pradesh, Agra, Jarar, Chambal Safari Lodge, 150 m, Lichtung in Gehölzsukzession auf dem Hotelgelände, 1. November 2017 (fot.: Dirk Mezger) [Forum]


Nahrung der Raupe

S. recurvalis gilt in Teilen Afrikas und Asiens als der wichtigste Schädling an angebauten Amaranthus-Arten (Fuchsschwanz) - und diese Gattung hat auch zahlreiche Vertreter als Unkraut auf den Äckern und in trockenen Ruderalfluren Mitteleuropas. Weitere Arten und Gattungen der Familie scheinen ebenfalls eine größere Rolle zu spielen, jedenfalls gibt es diverse Schadmeldungen an Spinat und Mangold. Ob Schäden an Kulturpflanzen ganz anderer Familien tatsächlich immer quantitativ auf diesen Falter zurückgehen, muss offen bleiben.



Weitere Informationen

Andere Kombinationen

Synonyme


Faunistik

Ein in den Tropen und Subtropen (Süd-, Mittel- und südliches Nordamerika, Afrika, Südostasien und Australien) weit verbreiteter und gefürchteter Schädling an diversen Kulturpflanzen, vor allem (oder ausschließlich?) Amaranthaceae. Der Falter ist in Mitteleuropa nicht bodenständig, ob er es in Südeuropa ist, ist unklar.

Deutschland: Eine Angabe aus dem Jahr 1994 stammt von Perl ganz im Westen des Saarlandes (Werno, A. (2014): Lepidoptera-Atlas 2013. Verbreitungskarten Schmetterlinge (Lepidoptera) im Saarland und Randgebieten. [Internet: http://www.Delattinia.de/saar-lepi-online/index.htm]). Andreas Manz [Forumsbeitrag 20. Oktober 2019] konnte dann am 19. Oktober 2019 einen Falter in Saarbrücken-Scheidterberg, 300 m beobachten, also zeitgleich mit den Angaben von I. Asal-Brunner aus dem Südschwarzwald (Baden-Württemberg). Nur drei Tage später (22. Oktober 2019) fand Rainer Ulrich einen Falter in seinem Garten in Wiesbach (Quelle: Saarländisches Schmetterlings-NETZ, Nr. 11/2019 vom 24. Oktober 2019). Die beiden Fundorte von 2019 liegen dabei nur rund 16 km auseinander.
Aus Baden-Württemberg liegt ein Nachweis von Philippsburg am nördlichen Oberrhein vor [Lepiforums-Beitrag Friedrich von Ramin vom 27. Oktober 2013]: Der Falter vom 26. Oktober 2013 ist so frisch und fransenrein, dass er unmöglich eine längere Wanderschaft hinter sich hat - er muss vor Ort geschlüpft sein. Über die Details der weiteren bis 2018 in Deutschland nachgewiesenen Falter ist uns nichts bekannt. Iris Asal-Brunner überrascht mit ihrem [Forumsbeitrag vom 20. Oktober 2019] aus dem Südschwarzwald (Todtnau-Schlechtnau, 630m, 15.-19.Oktober 2019): "wir hatten in den letzten Nächten (bewölkt, warm, windstill, teilweise etwas Regen) unser Hauslicht an. Überraschenderweise waren die Micros in der Überzahl. Jede Nacht kamen ein oder zwei Falter von Spoladea recurvalis, insgesamt sind es bisher 7 Falter! Alle frisch. Außerdem zwei Falter von Palpita vitrealis." Ein weiterer Falter wurde am 20. Oktober 2019 von "valery87" im Mittleren Schwarzwald in Bad Rippoldsau-Schapbach registriert und mit Foto belegt [inaturalist.org]. Am 19. Oktober 2019 gelang A. Manz zeitgleich ein Nachweis der Art im Saarland (s.o.), so dass von einer stärkeren Einwanderung auszugehen ist.
HASLBERGER & SEGERER (2016) melden aus Bayern: "In Bayern bisher zweimal gefunden. TS: München-West im Jahr 2013 (B. MORAWIETZ in litt.), eine gesonderte Publikation hierzu erfolgt in Kürze; Herkunft ungeklärt, Zuwanderung möglich. SL: PRÖSE (1979: 119), Einzelfund am Bamberger Hafen, sicher eingeschleppt."
Armin Dahl berichtet am 20. Oktober 2018 im [Forumsbeitrag] über einen am 20. Oktober 2018 in Nordrhein-Westfalen, Haan, Niederbergische Allee gefangenen, fransenreinen Falter. Er sieht hier - sicher zurecht - einen Zusammenhang mit den insgesamt 10 Faltermeldungen in der Zeit vom 8. bis 15. Oktober 2018 in den Niederlanden (Oostkapelle, Hunzedal, Driewegen, Schardam, Texel, Warder), die auf https://waarneming.nl/soort/view/26396 gemeldet wurden.
Nach den Herbstfunden in Baden-Württemberg und dem Saarland folgte - fast schon erwartungsgemäß - auch der Erstfund für Rheinland-Pfalz, ganz im Süden des Bundeslandes: M. & N. Scheydt trafen am 23. Oktober 2019 im Bienwald zwischen Scheibenhardt und Bienwaldmühle (Südpfalz) einen völlig frisch wirkenden Falter dieser Art an [Forumsbeitrag N. Scheydt, 23. Oktober 2019]. Wie sich bald herausstellen sollte (E-Mail N. Scheydt an E. Rennwald) hatten Elmar Fischer und Eugen # schon genau einen Tag früher - am 22. Oktober 2019 - einen Falter dieser Art bei der Tongrube Mechtersheim fotografiert, also ca. 35 km weiter nördlich.

Nach [ukmoths] erfolgte der Erstnachweis für Großbritannien im Jahre 1951, seither gilt er dort als seltener Einwanderer, der aber das Land zunehmend häufiger erreicht. So ist auf [norfolkmoths.co.uk] allein für Norfolk zu lesen: "13 recorded from several sites during a migrant invasion on 15/16th October 2018".

Am 8. September 2004 wurde ein Falter in Antwerpen in Belgien registriert: [Lepidoptera of Belgium].

LICHTENBERGER & LÄNGAUER (2014) berichten vom Erstnachweis für Österreich (Niederösterreich, Bezirk Amstetten, St. Georgen am Reith, Kogelsbach, Terrasse, am Licht) und referieren die Ausbreitung in Europa.

(Autor: Erwin Rennwald und Jürgen Rodeland)


Literatur


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EU M-EU 06688 Spoladea recurvalis (FABRICIUS, 1775) art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am Oktober 29, 2019 22:19 von Erwin Rennwald
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