Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Spialia Sertorius

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Hesperiidae (Dickkopffalter)
EU M-EU 06891 Spialia sertorius (HOFFMANNSEGG, 1804) - Roter Würfel-Dickkopffalter

1: Österreich, Niederösterreich, Breitenbrunn Halbtrockenrasen, Waldrand, 7. Mai 2003
2-3: Österreich, Niederösterreich, 9 km NNE Wr. Neustadt, 21. Mai 2005 (Fotos 1-3: Peter Buchner), det. Peter Buchner
4: Deutschland, Baden-Württemberg, Kaiserstuhl, Badberg bei Schelingen, 9. August 2006 (Freilandfotos: Mario Finkel), conf. Annette von Scholley-Pfab & Erwin Rennwald [Forum]
5, ♂: Deutschland, Thüringen, Kyffhäuser, Keuperhügel bei Steinthalleben, 22. Mai 2007 (Freilandfoto: Jens Philipp), det. Jens Philipp
6, ♂: Deutschland, Thüringen, Kyffhäuser, Keuperhügel bei Rottleben, 6. August 2007 (Freilandfoto: Jens Philipp), det. Jens Philipp
7, ♂: Deutschland, Bayern, Altmühltal, Mühlheim, Trockenrasen auf Kalkschiefer, 30. August 2007 (Freilandfoto: Jens Philipp), det. Jens Philipp
8, ♀: Deutschland, Thüringen, Kyffhäuser, Keuperhügel bei Rottleben, 6. Juni 2007 (Freilandfoto: Jens Philipp), det. Jens Philipp
9: Schweiz, Wallis, Mattertal, Wanderweg zwischen Täsch und Zermatt, ca. 1700 m, 22. Juli 2008 (Freilandfoto: Jürgen Rodeland), det. Rudolf Bryner
10, Mud-puddling: Österreich, Niederösterreich, Nähe Sollenau, 2. August 2009 (Freilandfoto: Jens Philipp), det. Jens Philipp [Forum]
11: Deutschland, Baden-Württemberg, oberer Neckar, Gemarkung Rottweil, NSG Neckarburg, Wacholderheide, ca. 550 m, 20. Mai 2011 (det. & Freilandfoto: Peter Lacha), conf. Markus Schwibinger & Gabriel Hermann [Forum]
12, ♀: Deutschland, Bayern, Oberfranken, Schesslitz, felsdurchsetzter Kalktrockenrasen, 490 m, 10. August 2011 (det. & fot.: Stephan Lang), conf. Martin Miethke [Forum]
13: Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Dahlem, 550 m, 1. Mai 2014 (det. & fot.: Klaus Hanisch) [Forum]


Kopula

1: Deutschland, Bayern, Oberbayern, Oberschleissheim, Mallertshofer Heide, 19. Mai 2005 (Foto: Martina Katholnig), det. Martina Katholnig
2: Deutschland, Bayern, Chiemgau, Gipfel des Riesenbergs, 27. Juli 1992 (Freilandfoto: Martin Miethke), det. Martin Miethke
3-5: Spanien, Catalonien, Lleida, Lladurs (Solsonès), 11. Mai 2013 (fot.: Allan Liosi), det. Stephan Gehrlein [Forum] [Hinweis: Der Fundort liegt um 800 m, was sehr für S. sertorius spricht; letzten Endes kann hier Spialia rosae aber nicht völlig ausgeschlossen werden.]


Raupe

1-4: Deutschland, Thüringen, Umgebung von Maua bei Jena, an Kleinem Wiesenknopf (Sanguisorba minor), 25. April 2010 (manipulierte Freilandfotos: Heidrun Melzer), leg, & det. Heidrun Melzer [Forum]
5-6, verendende parasitierte Raupe: Deutschland, Bayern, Eichstätt, 13. Oktober 2005 (manipulierte Freilandfotos: Erwin Rennwald), det. Erwin Rennwald [Forum]


Fraßspuren und Befallsbild

1, rundlich zusammengesponnene Blätter vom Kleinen Wiesenknopf (Sanguisorba minor) in Felsnähe und 2-3, halberwachsene Raupe darin: Deutschland, Baden-Württemberg, Ilshofen, 14. September 2005 (Freilandaufnahmen, 2-3 manipuliert: Erwin Rennwald), det. Erwin Rennwald [Forum]
4: Deutschland, Bayern, Eichstätt, 13. Oktober 2005 (Freilandfoto: Erwin Rennwald), det. Erwin Rennwald [Forum]
5, L1-Blatttüte an Kleinem Wiesenknopf (Sanguisorba minor): Deutschland, Baden-Württemberg, Heckengäu, Umgebung Aidlingen-Deufringen, schafbeweideter Kalk-Halbtrockenrasen auf Oberem Muschelkalk, 490 m, 12. September 2009 (det. & Freilandfoto: Gabriel Hermann) [Forum]


Ei

1-2, Ei an Kleinem Wiesenknopf (Sanguisorba minor): Österreich, Niederösterreich, Pfaffenschlag bei Lunz, 740 m, 19. Mai 2007 (Freilandfotos: Wolfgang Schweighofer), det. Wolfgang Schweighofer [Forum]
3-4: Österreich, Niederösterreich, südl. Waldviertel, Zehentegg, Marmorsteppe, 6. August 2007 (Freilandfotos: Wolfgang Schweighofer), det. Wolfgang Schweighofer [Forum]
5, leere Eihüllen an Kleinem Wiesenknopf (Sanguisorba minor): Deutschland, Baden-Württemberg, Heckengäu, Umgebung Aidlingen-Deufringen, schafbeweideter Kalk-Halbtrockenrasen auf Oberem Muschelkalk, 490 m, 12. September 2009 (det. & Freilandfoto: Gabriel Hermann) [Forum]



Diagnose

1: Deutschland, Oberbayern, östlich von Moosburg, 26. April 2007 (Foto: Heinrich Vogel), det. und im Bild kommentiert Erwin Rennwald [Forum]


Erstbeschreibung (nomen novum)

HOFFMANNSEGG (1804: 203) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]

Bezug der Indikation

HÜBNER ([1800-1803]: pl. 93 figs. 471-472) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Habitat

1: Deutschland, Baden-Württemberg, Ilshofen, Raupenfundstelle im lückigen Kalkschotter-Bereich, 14. September 2005 (Foto: Erwin Rennwald) [Forum]
2: Deuschland, Bayern, München, Rangierbahnhof München-Nord, Lärmschutzwall Südseite, etwa 500 m, 22. Mai 2010 (Foto: Markus Schwibinger) [Forum]
3-4, schafbeweideter Kalk-Halbtrockenrasen auf Oberem Muschelkalk: Deutschland, Baden-Württemberg, Heckengäu, Umgebung Aidlingen-Deufringen, 490 m, 12. September 2009 (Fotos: Gabriel Hermann) [Forum]
5-7: Spanien, Catalonien, Lleida, Lladurs (Solsonès), 11. Mai 2013 (fot.: Allan Liosi) [Forum] [Hinweis: Der Fundort liegt um 800 m, was sehr für S. sertorius spricht; letzten Endes kann hier Spialia rosae aber nicht völlig ausgeschlossen werden.]


Nahrung der Raupe


Lebensweise

Der Rote Würfel-Dickkopffalter (Spialia sertorius) fliegt in den meisten Naturräumen Baden-Württembergs in zwei Generationen. Im Heckengäu tritt die 2. Generation regelmäßig zwischen Ende Juli und Ende August auf. Die Eier der 1. Generation werden zumeist in die Blütenknospen der Wirtspflanze Sanguisorba minor gelegt, wo sie nach dem Aufblühen kaum noch zu erkennen sind. Weil die 2. Generation in den meisten Habitaten keine Blütenknospen mehr findet, sind die im Sommer fliegenden Weibchen gezwungen, an Blättern abzulegen. Zumeist wird zur Ablage die Blattoberseite gewählt, wodurch die Eier und Eihüllen der 2. Generation nach etwas Übung recht einfach zu entdecken sind (Eibild 5). Die Lebensräume bei Aidlingen (Habitatbilder 3-4) werden 2-3 mal jährlich durch Schafe beweidet und weisen abwechslungsreiche Strukturmosaike aus vegetationsfreien Störstellen, Kalkschotterflächen und versaumten Bereichen auf.

Die Eiablage erfolgt an Kleinem Wiesenknopf (Sanguisorba minor) an trockenen, voll besonnten Stellen. Auch über nacktem Kalkfels oder –schotter stehende Pflanzen werden gern belegt. Zumeist sind die im Sommer belegten Rosetten klein bzw. jung. An alten, kräftigen Pflanzen sind dagegen fast nie Eier der 2. Generation zu finden, wohl aber solche der 1. Generation (in Blüten).

Die Ränder eines Fiederblättchens werden von der frisch geschlüpften Jungraupe nach oben geklappt und zu einer einfachen Tüte versponnen (Befallsbild 5). Erst später spinnt die Raupe aus mehreren Blättern eine größere Blatttüte, die leichter auffällt. (Gabriel Hermann) [Forum]

Angaben zu Eiablagebeobachtungen oder Raupenfunden an Rosen in Spanien betreffen Spialia rosae.



Weitere Informationen

Andere Kombinationen

Synonyme


Faunistik

Die Art ist im südlichen und südwestlichen Europa und Mitteleuropa weit verbreitet. Auf Sizilien, im östlichsten Österreich und in Osteuropa wird sie durch Spialia orbifer abgelöst. Schwierig ist die Situation in Spanien, da die 2016 von dort beschriebene Spialia rosae (siehe hierzu HERNÁNDEZ-ROLDÁN et al. (2016)) in Höhenlagen um 1000 m gemeinsam mit S. sertorius fliegt und die beiden Arten weder anhand äußerer noch anhand von Genitalmerkmalen unterschieden werden können. Sichere Unterschiede finden sich nur in der Genetik (Barcoding) und bei der Nahrung der Raupe (Rosen bzw. Wiesenknopf). Falter aus den tieferen Lagen Spaniens sollten zu S. sertorius gehören, solche deutlich über 1200 m zu S. rosae - ohne Eiablagebeobachtung oder genetische Untersuchung bleibt die Diagnose aber letztendlich unsicher.

(Autor: Erwin Rennwald)


Literatur


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


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Letzte Änderung am August 21, 2016 22:55 von Erwin Rennwald
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