Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Rhigognostis Schmaltzella

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EU M-EU 01536 Rhigognostis schmaltzella (ZETTERSTEDT, 1839)



Diagnose

1: Finnland, Südkarelien, Imatra, 22. September 2007 (fot: E. Hujanen), det. Marko Mutanen
2, ♀: Finnland, Südfinnland, Karislojo, 1. Mai 1980 (det. & fot: H. Krogerus, kleines Bild redaktionell an Standardmaße angepasst), coll. LTKM
3, ♂: Finnland, Südfinnland, Porvoon maalaiskunta, 1. September 1977 (det. & fot: E. Suomalainen, kleines Bild redaktionell an Standardmaße angepasst), coll. LTKM

Hinweis: Ein weiteres, hier bis zum 16. Mai 2018 abgelegtes Bild von Finnland, Janakkala, Tervakoski wurde nach Hinweis von Harri Jalava zu Rhigognostis incarnatella verschoben.


Erstbeschreibung

ZETTERSTEDT (1839: 1001) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]



Weitere Informationen

Andere Kombinationen


Taxonomie

Nach HUEMER et al. (2014) unterscheidet sich R. schmaltzella beim Barcoding mit 1,08 % nur wenig von Rhigognostis incarnatella: "Dieser sehr geringfügige genetische Unterschied korreliert allerdings völlig mit den ebenfalls unscheinbaren morphologischen Artmerkmalen und ist unabhängig von der geographischen Herkunft der Proben." Daher kann hier die Artberechtigung aufrecht erhalten werden.


Faunistik

Die Fauna Europaea nennt auch in ihrer neuesten Version [Version 2.6. 29. April 2013] neben Norwegen, Schweden, Finnland, Lettland und Estland immer noch irrtümlich "Germany" als Bestandteil des Verbreitungsgebiets. So hatten doch schon GAEDIKE & HEINICKE (1999) betont: "Art, die bei KARSHOLT & RAZOWSKI (1996) für Deutschland angegeben wurde, die aber durch keinen der Bearbeiter oder Mitarbeiter belegt werden konnte. Es wird davon ausgegangen, daß es sich hierbei um irrtümliche Angaben handelt".

Es schien, als handle es sich bei der Art um ein rein nordisches Faunenelement. WIESER (2014) überraschte dann mit dem ersten gesicherten Nachweis der Art für Österreich: "Berg ob Arriach, vlg. Hochkofler, 22.4.2010 (BOLD: KLM Lep 00656/PHLAI181-12), 1 Ex.; 17.4.2013, 1 Ex. Der Fund bei Arriach ist als Erstnachweis der Art für Österreich zu werten. Die sichere Artzuordnung erfolgte über BOLD. Die Raupe lebt vermutlich an Cardamine (BENGTSON et al. 2011). Bezeichnend ist die Fundstelle der vor allem nördlich verbreiteten Art im Bereich eines versumpften Quellhorizontes mit Erlen und Eschenbestockung."
Im selben Jahr meldeten HUEMER et al. (2014) auch noch den Erstnachweis für Italien: "Mit Hilfe der Barcodes konnte R. schmaltzella nunmehr erstmals in Mitteleuropa nachgewiesen werden (Österreich, Kärnten (Wieser 2014); Italien, Südtirol, Bad Ratzes S, 1250 m, 28.5.2006, leg. Huemer (inkorrekt publiziert als R. incarnatella (Huemer 2007)."

R. GAEDIKE formulierte im neuen "Verzeichnis der Schmetterlinge Deutschlands" (GAEDIKE et al. 2017) noch: "Die Meldung in der Europaliste (KARHOLT & RAZOWSKI 1996) beruhte nach AGASSIZ (in litt.) auf einem nicht mehr belegbaren Hinweis von FRIESE. Die Art wird deshalb gestrichen." Doch die Streichung der Art für Deutschland war schon vor Erscheinen des Bandes überholt ...

Vor dem Hintergrund der Nachweise in Norditalien und Österreich überrascht es nicht, dass dank Barcoding die Art nun doch auch in Deutschland verifiziert werden konnte. HASLBERGER & SEGERER (2016) teilen mit: "Erste gesicherte Nachweise aus Deutschland: Berchtesgadener Alpen, Schrecksattel, 1620 m, 2 Falter 29.5.2001, BC ZSM Lep 29111 (HASLBERGER); Ammergebirge, Kreuzspitze, 1500 m, 30.5.2011, BC ZSM Lep 76926 (LICHTMANNECKER)." Doch es geht auch klassisch mit Genitaluntersuchung: FUCHS & WOLF (2016) melden ein Männchen vom 7. Juni 2014 vom Hinterstein bei Bad Hindelang im Oberallgäu und damit den ersten Nachweis für die Allgäuer Hochalpen (;die Autoren betonen dabei, dass die in der Literatur angeführten äußeren Unterscheidungsmerkmale gegenüber Rhigognostis incarnatella nicht zuverlässig sind).

Damit ist klar, dass R. schmaltzella zu den vielen Arten gehört, die nicht nur Nordeuropa besiedeln, sondern auch den Alpenraum.

(Autor: Erwin Rennwald)


Literatur


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


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Letzte Änderung am Mai 16, 2018 13:01 von Erwin Rennwald
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