Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Pontia Callidice

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Pieridae (Weißlinge)
EU M-EU 07004 Pontia callidice (HÜBNER, [1800]) - Alpen-Weißling

Männchen

1-2, ♂: Italien, Südtirol, Pfossental, 28. Mai 1997 (Fotos: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger
3-4, ♂: Schweiz, Graubünden, Münstertal, Umbrailpass, ca. 2700 m (Fotos: Ernst Gubler), det. Ernst Gubler, conf. Heiner Ziegler & Markus Schwibinger [Forum]
5, ♂: Italien, Vinschgau, Mals, Avignatal, Mitteralm, ca. 2000 m, 27. Juni 2008 (Freilandfoto: Siegfried Braun), det. Siegfried Braun, conf. Hans Moser & Jürgen Hensle [Forum]
6-7, ♂: Deutschland, Bayern, Isarschotter bei Vorderriss, ca. 770 m, 11. Juli 2010 (Freilandfoto: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger [Forum]
8-9, ♂: Österreich, Tirol, Kühtai-Unterer Plenderlessee, 2300 m, 11. Juli 2013 (det. & Freilandfotos: Gotthard Glätzle), conf. Jürgen Hensle [Forum]


Weibchen

1-2: Deutschland, Bayern, Vorderriss, Flussschotter der Isar, 780 m, 14. Juli 2009 (Fotos: Annette von Scholley-Pfab), det. Annette von Scholley-Pfab [Forum]
3: Deutschland, Bayern, Oberbayern, Obere Isar, 800 m, 9. Juli 2002 (Foto: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger
4: Deutschland, Bayern, Isarschotter bei Vorderriss, ca. 770 m, 11. Juli 2010 (Freilandfoto: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger [Forum]
5: Schweiz, Wallis, Val de Bagnes, Lac de Tsofeiret, 2570 m, 18. Juli 2006 (Freilandfoto: Hildegard Stalder), det. Hildegard Stalder [Forum]
6: Österreich, Tirol, Ehrwald, Mieminger Kette, 2100 m, 18. Juli 2014 (Studiofoto: Mario Peluso), det. Mario Peluso [Forum]


Kopula

1: Deutschland, Bayern, Isarschotter bei Vorderriss, ca. 770 m, 11. Juli 2010 (Freilandfoto: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger [Forum]
2: Österreich, Tirol, Ehrwald, Mieminger Kette, 2100 m, 18. Juli 2014 (Freilandfoto: Mario Peluso), det. Mario Peluso [Forum]


Eiablage

1, an Hutchinsia alpina: Deutschland, Bayern, Isarschotter bei Vorderriss, ca. 770 m, 11. Juli 2010 (Freilandfoto: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger [Forum]


Erwachsene Raupe

1: Schweiz, Graubünden, Umbrailpass, ca. 2700 m, 22. Juli 2006 (Freilandfoto: Ernst Gubler), det. Jürgen Hensle [Forum]


Jüngere Raupenstadien

1: Österreich, Tirol, Ehrwald, Mieminger Kette, 2100 m, Funddatum des ♀: 18. Juli 2014 (Zuchtfoto: Mario Peluso), det. Mario Peluso [Forum]
2: Österreich, Tirol, Ehrwald, Mieminger Kette, 2100 m, Funddatum des ♀: 18. Juli 2014 (Zuchtfoto: Mario Peluso vom 3. August 2014), det. Mario Peluso [Forum]


Puppe

1: Schweiz, Graubünden, Val Costainas, (zwischen Sta. Maria und Umbrailpass), 2400 m, Fund: Joe Kollegger, 25. Juli 2009 (Freilandfoto: Heiner Ziegler), det. Jürgen Hensle [Forum]
2: Österreich, Tirol, Ehrwald, Mieminger Kette, 2100 m, Funddatum des ♀: 18. Juli 2014 (Zuchtfoto: Mario Peluso vom 26. August 2014), det. Mario Peluso [Forum]


Ei

1 & 2, an Hutchinsia alpina: Deutschland, Bayern, Isarschotter bei Vorderriss, ca. 770 m, 11. Juli 2010 (Freilandfotos: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger [Forum]
3-4, an Hutchinsia alpina: Österreich, Tirol, Ehrwald, Mieminger Kette, 2100 m, Funddatum des ♀: 18. Juli 2014 (Zuchtfoto: Mario Peluso), det. Mario Peluso [Forum]



Diagnose

Falter

In seinem Lebensraum ist der Alpen-Weißling, zumindest in Europa, fast nur mit Euchloe simplonia zu verwechseln. Bei genauerer Betrachtung fällt dessen deutlich differenzierte Schwarz- und Grünzeichnung aber sofort auf. Zudem ist E. simplonia meist deutlich kleiner. Auch der Resedafalter (Pontia daplidice und P. edusa) kann gelegentlich auf einem Wanderflug einmal so weit ins Gebirge steigen. Bei dieser Art ist die Schwarzzeichnung der Flügeloberseite bei beiden Geschlechtern deutlich stärker ausgeprägt. Letztlich kann man ihn evtl. noch mit dem ♀ des Aurorafalters (Anthocharis cardamines) verwechseln. Auch dieser hat unterseits eine deutlich differenzierte Zeichnung und ist ebenfalls meist deutlich kleiner. Oberseits ist der Aurorafalter an der Spitze des Vorderflügels stärker dunkel gezeichnet als das ♂ des Alpenweißlings, aber viel schwächer als dessen ♀. Zudem fällt Pontia callidice auch schon durch seinen reißenden Flug auf.


Ähnliche Arten:


Erstbeschreibung

HÜBNER ([1800]: pl. 81 figs. 408-409) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Lebensraum und Lebensweise

Der Alpen-Weißling fliegt oberhalb der Baumgrenze in der subalpinen und vor allem alpinen Stufe. In Lawinenrunsen und anderen baumfreien Bereichen, kann er ausnahmsweise einmal bis auf 1500 m herabsteigen. Zudem wurden im Isartal wiederholt Falter auf z. T. unter 800 m gefunden und hier auch Kopula und Eiablage beobachtet (i.litt. M. Schwibinger). Meist aber findet man ihn erst oberhalb 2000 m. In den Zentralalpen fliegt er bis auf 3400 m, in Ostanatolien bis 4200 m und im südlichen Zentralasien bis über 5000 m. Andererseits kann er in Zentralasien gebietsweise in relativ niedriger Höhe, auf 1200-1400 m angetroffen werden. Dort fliegt er in Halbwüsten in zwei Generationen im Mai/Juni und wieder im Juli/August. Auch in Europa wurde an besonders warmen Stellen und in warmen Jahren an der Untergrenze der Verbreitung schon eine solche Generationenfolge beobachtet, wobei hier die zweite Generation nur durch einige wenige Falter gebildet wird. Normalerweise wird aber nur eine Generation ausgebildet, welche im Juli/August fliegt. P. callidice ist eine Art kurzrasiger und blütenreicher Hochgebirgsmatten. Sie neigt sehr zum Hilltoppingflug, also dem Treffen der Geschlechter auf Berggipfeln, wo vor allem das ♂ im wilden, rastlosen Flug umherjagt. Die Eiablage erfolgt in erster Linie an Alpenschaumkraut (Cardamine alpina) und Gemskresse (Hutchinsia alpina) aber auch an anderen niederen Kreuzblütlern. Normalerweise überwintert die Puppe unter Steinen. Dann aber, wenn es zur Ausbildung einer 2. Generation gekommen ist, kann ausnahmsweise auch einmal die Raupe überwintern.

Autor: Jürgen Hensle


Habitat

1: Schweiz, Wallis, Val de Bagnes, Lac de Tsofeiret 2570 m, 18. Juli 2006 (Freilandfoto: Hildegard Stalder), det. Hildegard Stalder [Forum]
2: Deutschland, Bayern, Isarschotter bei Vorderriss, ca. 770 m, 11. Juli 2010 (Foto: Markus Schwibinger) [Forum]
3, Bildvordergrund: Türkei, Kaçkar Dagh, 3600 m, 2. August 1992 (Foto: Jürgen Hensle)
4, Hilltoppingplatz: Schweiz, Graubünden, Oberengadin, ob. Pass Chaschauna, 2780 m, 26. Juli 2012 (Foto: Jürgen Hensle)


Nahrung der Raupe

1, Hutchinsia alpina: Deutschland, Bayern, Isarschotter bei Vorderriss, ca. 770 m, 11. Juli 2010 (Foto: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger [Forum]
2, Hutchinsia alpina: Schweiz, Graubünden, Oberengadin, Westhang Punta Casana, 2700 m, 26. Juli 2012 (Foto: Jürgen Hensle), det. Jürgen Hensle



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

„eine der Danaiden, der Töchter des Königs Danaos.“
SPULER 1 (1908: 7L)


Verbreitung

P. callidice ist ein Relikt der Eiszeit und als solches in einigen Hochgebirgen der Nordhalbkugel verbreitet. In Europa findet man sie nur in den Alpen und den Pyrenäen. In Asien in den Gebirgen des Libanon, der Türkei, im Kaukasus und dem Nordiran, verbreitet in Zentralasien, vom Himalaja bis in die Mongolei und in Sibirien. In Nordsibirien kommt sie auch im Flachland vor und in Nordamerika in den Rocky Mountains von Alaska bis Kalifornien.


Literatur


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


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Letzte Änderung am Oktober 30, 2015 23:16 von Erwin Rennwald
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