Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Phyllonorycter Sorbi

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Gracillariidae (Blatttütenmotten, Miniermotten und Faltenminierer)
EU M-EU 01308 Phyllonorycter sorbi (FREY, 1855)

1-2, ♀: Österreich, Niederösterreich, 65 km südlich Wien, 450 m, Mine an Eberesche (Sorbus aucuparia) in lichtem, bodensaurem Mischwald gefunden am 31. Oktober 2005, ins Zimmer genommen am 23. Januar 2006, geschlüpft am 7. Februar 2006, det. Peter Buchner [Forum]
3-4, ♂: Österreich, Niederösterreich, 60 km südlich Wien, Mine an Heckenkirsche (Lonicera xylosteum) leg. 23. 10. 2005, laubholzreicher Schwarzföhrenforst, ins Zimmer genommen am 23. Januar 2006, geschlüpft 7. Februar 2006 (Fotos 1-4: Peter Buchner), det. Helmut Kolbeck [Forum]
5, ♂: Schweiz, Bern, Lamboing, 1320 m, nach Norden abfallender Bergwald, leg. Minen an Sorbus aucuparia 12. Oktober 2006, in Zimmertemperatur am 4. Februar 2007, Falterschlupf am 13. Februar 2007 (Studiofoto: Rudolf Bryner), cult. & det. per GU Rudolf Bryner [Forum]
6: Österreich, Oberösterreich, Frankenburg, Minen an Sorbus sp. eingetragen am 31. Mai 2009, Falterschlupf am 12. Juni 2009 (Foto: Thomas Rupp), det. Thomas Rupp, conf. Peter Buchner [Forum]
7 & 8: Russland, Oblast Moskau, Bezirk Orechowo-Sujewo, Dorf Topolinyy, 118 m, Minen auf Eberesche (Sorbus aucuparia) am 1. Juli 2012, e.p. 4. & 8. Juli 2012 (leg., cult., det. & fot.: Andrey Ponomarev) [Forum]
9, ♂: Deutschland, Sachsen, Noitzscher Heide, Umg. Lindenhayn, Minen an Sorbus aucuparia 4. Oktober 2011, e.l. 24. März 2012 (leg., cult., det. & Foto: Heidrun Melzer), conf. durch GU Christian Kaiser


Raupe

1: Daten s. Falter 6 (Studiofoto: Rudolf Bryner), cult. & det. Rudolf Bryner


Fraßspuren und Befallsbild

1-2: an Eberesche (Sorbus aucuparia): Schweiz, Bern, Lamboing, 1320 m, nach Norden abfallender Bergwald, 12. Oktober 2006 (Freilandfotos: Rudolf Bryner), det. Rudolf Bryner
3: Österreich, Oberösterreich, Frankenburg, 31. Mai 2009 (Foto: Thomas Rupp), det. Thomas Rupp, conf. Peter Buchner [Forum]
4-5: Russland, Oblast Moskau, Bezirk Orechowo-Sujewo, Dorf Topolinyy, 118 m, Minen auf Eberesche (Sorbus aucuparia), 1. Juli 2012, (leg., cult., det. & fot.: Andrey Ponomarev) [Forum]


Puppe

1-2, Puppenkokon und Puppe: Daten s. Falter 6 (Studiofotos: Rudolf Bryner), cult. & det. Rudolf Bryner
3, Exuvie: Österreich, Oberösterreich, Frankenburg, 12. Juni 2009 (Foto: Thomas Rupp), det. Thomas Rupp, conf. Peter Buchner [Forum]
4, Exuvie an Blattoberseite: Österreich, Niederösterreich, 2 km W Seebenstein, Heidelbeer-Rotföhrenwald, Lichtung, 440 m, leg. Mine an Sorbus aucuparia 31. Oktober 2005 (Foto am 7. Februar 2006: Peter Buchner), cult. & det. Peter Buchner
5: Russland, Oblast Moskau, Bezirk Orechowo-Sujewo, Dorf Topolinyy, 118 m, Minen auf Eberesche (Sorbus aucuparia), 1. Juli 2012 (leg., cult., det. & fot.: Andrey Ponomarev) [Forum]
6, Exuvie: Russland, Oblast Moskau, Bezirk Orechowo-Sujewo, Dorf Topolinyy, 118 m, Minen auf Eberesche (Sorbus aucuparia), 8. Juli 2012 (leg., cult., det. & fot.: Andrey Ponomarev) [Forum]



Diagnose

Falter

1, ♀: Schweiz, Bern, Lamboing, 460 m, 13. Oktober 2004, unterseitige Blattmine an Sorbus aucuparia (leg., cult. e.l., det. & fot.: Rudolf Bryner) [Forum]
2, ♀: Deutschland, Thüringen, Polsambachgrund südlich Langenfeld bei Bad Salzungen, Mine am 15. Oktober 2006 an Sorbus aucuparia, e.l. 9. März 2007 (leg., gen. det. & fot.: Uwe Büchner) [Forum]

Die Gruppe der an verschiedenen Rosaceae lebenden Phyllonorycter-Arten sind zum Teil schwierig auseinander zu halten, v.a. Phyllonorycter oxyacanthae, Ph. mespilella und Ph. sorbi. Sicherheit bringt erst eine Genitaluntersuchung. In der Literatur wird als Charakteristikum für Ph. sorbi manchmal die ausgedehnte Bestäubung der Grundfarbe mit dunkelbraunen Schuppen angegeben. Tatsächlich gibt es aber auch Falter, deren dunkle Bestäubung nicht auffallender ist als bei Ph. oxyacanthae, im Falterbild 6 ein derart "hell" gefärbtes Männchen.

Puppe: Die Verpuppung erfolgt bereits im Herbst in einem zähen, weisslichen, lang gestreckten Gespinst, an dessen einen Ende sich der ovale Puppenkokon befindet. Der Kot wird zuvor von der Raupe in der Mitte der Mine aufgeschichtet.

Raupe: Die gelblichgrünen Raupen von Phyllonorycter sorbi besitzen einen kräftig dunkel durchscheinenden Darmkanal und einen bräunlichen Kopf. Die Abdominalsegmente sind oft etwas intensiver gelb gefärbt. Der dottergelbe Fleck auf dem achten Segment wird von einem durchscheinenden Fettkörper hervorgerufen und stellt kein konstantes Merkmal dar.

Mine: Wenn sich im Herbst die Blätter gelb verfärben, so bleibt der Bereich der Mine oberseits noch länger grün, ein Phänomen, das auch bei Minen anderer Phyllonorycter-Arten und bei den Minen etlicher Nepticuliden beobachtet werden kann. Die länglichen Minen folgen einer Seite der Mittelrippe oder einem Blattrand und ziehen oft die gesamte Hälfte eines Teilblättchens unterseits stark zusammen.

(Autor: [Rudolf Bryner])


Genitalien

1: Genitalpräparat des unter Lebendfalter 3-4 abgebildeten ♂ (Präparation und Mikro-Fotos: Peter Buchner)
2-6, ♀: Daten siehe Diagnosebild 2 (leg., gen. det. & fot.: Uwe Büchner) [Forum]


Erstbeschreibung

FREY (1855: 608-610) [nach Copyright-freien Scans auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Habitat

1: Schweiz, Bern, Lamboing, 1320 m, nach Norden abfallender Bergwald, 12. Oktober 2006 (Foto: Rudolf Bryner)

Phyllonorycter sorbi habe ich bisher fast ausschliesslich in nordgerichteten Bergwäldern angetroffen. Gemäss Literatur müsste sie auch an Prunus padus (Traubenkirsche) in Auenwäldern zu finden sein. [Rudolf Bryner]


Nahrung der Raupe

2, Sorbus sp.: Österreich, Oberösterreich, Frankenburg, 31. Mai 2009 (Foto: Thomas Rupp) [Forum]

Wichtigste Pflanze ist hier eindeutig die schon in der Erstbeschreibung von genannte Eberesche (Sorbus aucuparia). Die Art miniert unterseitig an Eberesche (Sorbus aucuparia) und Traubenkirsche (Prunus padus) [BRADLEY, JACOBS & TREMEWAN (1970)]. TRIBERTI (2007) kennt die Art nur von einer Reihe von Arten der Gattung Sorbus und vom Apfel- und Birnbaum aus eigener Anschauung.
SCHÜTZE (1931) hatte festgestellt: "In zwei Generationen unterseits an Sorbus aucuparia. Mine lang und schmal, zwischen Mittelrippe und Außenrand, der sich oft ganz nach unten umschlägt. Bei herbstlicher Entfärbung der Blätter bleiben die mit noch fressenden Raupen besetzten Teile grün. Die Varietät padella Glitz. früher eigene Art, lebt an Prunus padus (Sorhagen).
Nach den oben dokumentierten Beobachtungen von Peter Buchner ausnahmsweise - also ein typischer Fall von Xenophagie - auch an Heckenkirsche (Lonicera xylosteum).

(Autoren: Erwin Rennwald & Peter Buchner)



Weitere Informationen

Andere Kombinationen

Synonyme


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Gracillariidae (Blatttütenmotten, Miniermotten und Faltenminierer)
EU M-EU 01308 Phyllonorycter sorbi (FREY, 1855) art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am August 30, 2016 7:26 von Jürgen Rodeland
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