Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

[Home] Vergleichsansichten: [doppelt] [dreifach] [mit Forum] [Kopfzeilen ausblenden] [Forum 1] [Forum 2] [Forumsarchiv] [Benutzerhinweise] [Bestimmungsliteratur] [Glossar] [Mitarbeit] [Impressum] [Inhalt]

Volltextsuche: [Tipps zur Verwendung der Suchfunktion]

Phyllonorycter Corylifoliella

Bestimmungshilfe | LetzteAenderungen | Einstellungen

Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Gracillariidae (Blatttütenmotten, Miniermotten und Faltenminierer)
EU M-EU 01235 Phyllonorycter corylifoliella (HÜBNER, [1796])

1, zeichnungsarmes Exemplar: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Bingen, zum Nahe-Südufer abfallender Steilhang, 23. Mai 2008, Lichtfang (Studioaufnahme: Jürgen Rodeland), det. Jürgen Rodeland, conf. Rudolf Bryner [Forum]
2: Österreich, Niederösterreich, Perchtoldsdorf, leg. Mine mit Puppe an Felsenbirne (Amelanchier ovalis) 21. August 2013, e.p. 27. August 2013; leg., cult., det. & Foto Peter Buchner
3-5: Deutschland, Niedersachsen, Region Hannover, Gemeinde Wedemark, 40 m, Heidefläche, teilweise mit feuchten Stellen, umgeben von Kiefernwald auf Sandboden, Minen an Betula pendula (Hänge-Birke), 28. September 2017, Mine mit Raupe in Zimmerwärme 14. März 2018, Falterschlupf 24. März 2018 (cult., det. & fot.: Tina Schulz)


Raupe

Raupe in Mine an Apfelbaum (Malus): Deutschland, Bayern, Bayerischer Wald, Furth im Wald, Garten, 24. August 2006 (Studiofoto: Ingrid Altmann), conf. Rudolf Bryner


Fraßspuren und Befallsbild

1, Mine an Apfelbaum: Daten s. Raupenfoto (Studiofoto: Ingrid Altmann), conf. Rudolf Bryner
2-3: Österreich, Niederösterreich, Perchtoldsdorf, zwei Minen in mittlerem Entwicklungsstadium (Freilandfoto / Studiofoto Durchlicht) an Felsenbirne (Amelanchier ovalis) 21. August 2013; leg., det. & Foto Peter Buchner
4-6: Mine nach Schlupf des unter Lebendfoto 2 gezeigten Falters, Daten siehe dort. [4]: Gesamtansicht des stark zusammengezogenen Blattes (der abgerissene untere Teil hatte schon gefehlt, als das Minenblatt gesammelt wurde), [5]: Detailansicht der Faltenmine und Exuvie (der untere nicht minierte Blatteil wurde weitgehend entfernt, um den Blick auf die Mine freizugeben), [6]: Einblick in die Mine: rechts der schwache, an der Blattunterseite festgesponnene Puppenkokon. Der helle Fleck dürfte den Anfang der Minenbildung markieren und dadurch entstehen, dass hier, im Gegensatz zum Rest der Mine, die obere Epidermis weitgehend bis auf die Cuticula abgefressen wurde
7, 8 & 9-10: Deutschland, Niedersachsen, Region Hannover, Gemeinde Wedemark, 40 m, Heidefläche, teilweise mit feuchten Stellen, umgeben von Kiefernwald auf Sandboden, Minen an Betula pendula (Hänge-Birke), 28. September 2017 (det. & Freilandfotos: Tina Schulz)
11: Deutschland, Niedersachsen, Rodenberg, 70 m, am Judenfriedhof, Mine an Crataegus monogyna (Eingriffeliger Weißdorn), 23. Oktober 2015 (det. & Freilandfoto: Tina Schulz)
12: Deutschland, Niedersachsen, Rodenberg, 70 m, am Judenfriedhof, Mine an Crataegus monogyna (Eingriffeliger Weißdorn), 21. Juni 2016 (det. & Freilandfoto: Tina Schulz)
13-14: Deutschland, Niedersachsen, Ortsrand Rodenberg, 70 m, Streuobstwiese in Gewässernähe, Mine an Malus domestica (Kultur-Apfel), 12. Oktober 2015 (det. & Freilandfotos: Tina Schulz)
15: Deutschland, Niedersachsen, Ortsrand Rodenberg, 70 m, Streuobstwiese in Gewässernähe, Mine an Pyrus domestica (Kultur-Birne), 19. September 2015 (det. & Freilandfoto: Tina Schulz)

Die Minen an Felsenbirne unterscheiden sich etwas von jenen an den anderen Wirtspflanzen. HERING, E. M. (1957) beschreibt das recht ausführlich: „Mine beginnt als silberweißer, dann rostbräunlich verfärbter Gang-Platz, der sich gewöhnlich längs der Mittelripppe erstreckt. Später zeigt die Mine mehrere feine Längsfalten, die das Blatt so zusammenziehen können, dass es nach oben zusammenschlägt und die Mine nicht mehr sichtbar ist.“ Ergänzende Beobachtung durch Peter Buchner: Die obere Epidermis ist ausgesprochen derb und undurchsichtig, sodass selbst unter guten Durchlichtbedingungen das Erkennen der Raupe sehr schwierig ist. So war das unter [3] gezeigte Blatt von einer lebenden, aktiven Raupe besetzt, was aber erst nach langem Suchen mit der Lupe unter verschiedenen Blickwinkeln klar wurde. Auffällig an der rostbräunlich verfärbten Epidermis ist außerdem ein unscharf begrenzter weißlicher Fleck, der bei allen Minen an Felsenbirne vorhanden war, wenngleich nicht immer so deutlich wie bei der unter [2] abgebildeten.


Puppe

1-3: Deutschland, Bayern, Bayerischer Wald, Furth im Wald, Garten, 5. August 2008 (Studiofotos: Ingrid Altmann), det. Ingrid Altmann [Forum]
4-6, wenige Stunden vor dem Schlupf: Deutschland, Niedersachsen, Region Hannover, Gemeinde Wedemark, 40 m, Heidefläche, teilweise mit feuchten Stellen, umgeben von Kiefernwald auf Sandboden, Minen an Betula pendula (Hänge-Birke), leg. 28. September 2017, Mine mit Raupe in Zimmerwärme 14. März 2018, Fotos 24. März 2018 (cult., det. & fot.: Tina Schulz)



Diagnose

1, ♂: Schweiz, Fribourg, Mont Vully, 460 m, 13. Oktober 2002, oberseitige Blattmine an Malus domestica (leg., cult. e.l., det. & fot.: Rudolf Bryner) [Forum]
2-4: Daten siehe Etikett (fot.: Michel Kettner), coll. ZSM, "Klimesch-Sammlung"


Erstbeschreibung

HÜBNER (1796: 66, pl. 28 fig. 194) [nach Textband im Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe und nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Habitat

1, Leuchtplatz, an dem 2008 Falter 1 gefunden wurde: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Bingen, zum Nahe-Südufer abfallender Steilhang, 2. September 2011 (Foto: Jürgen Rodeland)
2: Deutschland, Niedersachsen, Region Hannover, Gemeinde Wedemark, 40 m, Heidefläche, teilweise mit feuchten Stellen, umgeben von Kiefernwald auf Sandboden, Minen an Betula pendula (Hänge-Birke), 28. September 2017 (Foto: Tina Schulz)
3: Deutschland, Niedersachsen, Ortsrand Rodenberg, 70 m, Streuobstwiese in Gewässernähe, 23. Oktober 2015 (Foto: Tina Schulz)
4: Deutschland, Niedersachsen, Rodenberg, 70 m, am Judenfriedhof, 23. Oktober 2015 (Foto: Tina Schulz)


Nahrung der Raupe

Die Art miniert oberseitig an Birnbaum (Pyrus communis), Wildapfel (Malus sylvestris), Eingriffligem Weißdorn (Crataegus monogyna), Eberesche (Sorbus aucuparia), Schlehe (Prunus spinosa) [BRADLEY, JACOBS & TREMEWAN (1970)] sowie an Kulturapfel (Malus domestica) und Quitte (Cydonia oblonga) [Beitrag von Rudolf Bryner im Lepiforum] sowie an Felsenbirne (Amelanchier ovalis) (Ergänzung Peter Buchner).
Die Art scheint insgesamt ein breites Spektrum an Roasaceae (Maloidea) zu nutzen. Birken scheinen im Norden des Verbreitungsgebiets eine Rolle zu spielen. Der Sanddorn erlangt sicher nur maximal lokal Bedeutung, Buche und Erle sind Beispiele für seltene Xenophagie. Die namengebende Hasel wird nicht genutzt - entsprechende Angaben beruhen auf Verwechslung.

(Autor: Erwin Rennwald)



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

HÜBNER (1796: 66): „Ich fieng sie in der Ukraine auf Haßelsträuchern.“ Demnach ist corylifoliella von lat. corulus = Haselstrauch und folium = Blatt/Laub abgeleitet.

(Text: Jürgen Rodeland)


Andere Kombinationen

Synonyme


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Gracillariidae (Blatttütenmotten, Miniermotten und Faltenminierer)
EU M-EU 01235 Phyllonorycter corylifoliella (HÜBNER, [1796]) art-mitteleuropa

Bestimmungshilfe | LetzteAenderungen | Einstellungen
Diese Seite ist schreibgeschützt | Zeige andere Versionen dieser Seite
Letzte Änderung am März 26, 2018 22:05 von Tina Schulz
Suche: