Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Philereme Transversata

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Geometridae (Spanner)
EU M-EU 08433 Philereme transversata (HUFNAGEL, 1767) - Großer Kreuzdornspanner

1: Österreich, Niederösterreich, Schwarzau, 14. Juni 2002 (Foto: Peter Buchner), det. Peter Buchner
2: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Unkel, Rheintal, Am Stux, trocken-warme Weinbergslage, Lichtfang, 24. Juni 2008 (Foto: Michael Stemmer), det. Michael Stemmer, conf. Egbert Friedrich [Forum]
3: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Hatzenport, 180 m, Raupe an Kreuzdorn am 29. April 2012, e.l. 20. Mai 2012 (fot.: Herbert Stern), det. Fabian Fritzer [Forum]
4-5: Deutschland, Thüringen, Hermsdorf, 330 m, 4. Juli 2012, am Licht (Studiofotos: Helga Schöps), conf. Armin Dahl [Forum]
6: Schweiz, Kanton Bern, Emmental, Arni, am Waldrand, 860 m, 2. Juli 2012, am Licht (det. und Foto: Ursula Beutler) [Forum]
7: Deutschland, Baden-Württemberg, Weilersbach (Stadt Villingen-Schwenningen), 750 m, Hausgarten, am Licht, 7. Juli 2012 (det. & fot.: Josef Kammerer) [Forum]
8-9: Deutschland, Bayern, Oberpfälzer Jura, Laaber, im Haus gefangen, 450 m, 17. Juli 2010 (det. & Fotos: Josef Schmucker) [Forum]
10: Deutschland, Mecklenburg-Vorpommern, LK Ludwigslust-Parchim, Ort Gägelow, ca. 50 m, 15. Juli 2013, Nachtfund (det. & fot.: Olaf Beckmann) [Forum]


Raupe

1: Schweiz, Bern, La Neuveville, 540 m, an Kreuzdorn (Rhamnus cathartica), 17. Mai 1987 leg. & det. Rudolf Bryner (Foto: Rudolf Bryner)
2: Deutschland, Baden-Württemberg, Bad Bellingen, 220 m, 29. April 2010 (Raupe an Rhamnus cathartica) (det. & fot.: Florian Nantscheff) [Forum]
3-4: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Hatzenport, 180 m, an Kreuzdorn, 29. April 2012 (fot.: Herbert Stern), det. Fabian Fritzer [Forum]
5-8: Deutschland, Sachsen, Bautzen, Stausee, 170 m, Raupe an Kreuzdorn, 10. Mai 2015 (leg., det. & Fotos: Friedmar Graf) [Forum]


Puppe

1-2: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Hatzenport, 180 m, Raupe an Kreuzdorn am 29. April 2012, 20. Mai 2012 (fot.: Herbert Stern), det. Fabian Fritzer [Forum]



Diagnose

1-2 und 3-4, zwei ♂♂: Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)
5-6 und 7-8, zwei ♀♀: Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)


Erstbeschreibung

HUFNAGEL (1767: 600-601) [nach Scans des Göttinger Digitalisierungszentrums [GDZ] mit schriftlicher Genehmigung des GDZ. Besitzerin der Vorlage: Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek]



Biologie

Habitat

1, Heckensaum mit Kreuzdorn: Deutschland, Baden-Württemberg, Bad Bellingen, 220 m, 29. April 2010 (Foto: Florian Nantscheff) [Forum]

Nahrung der Raupe

Die beiden europäischen Philereme-Arten tragen zumeist die deutschen Namen Großer und Kleiner Kreuzdornspanner. Das ist gut so, denn die Raupen beider Arten leben zumindest ganz überwiegend an Kreuzdorn-Arten (Rhamnus spp.), wobei sich die Angaben fast stets auf den Gewöhnlichen Kreuzdorn (Rhamnus cathartica) beziehen. Die Lebensweise der Raupen der beiden Arten ist dennoch recht unterschiedlich, und entsprechend unterschiedlich sehen sie auch aus. Die Raupe von P. transversata sitzt frei an der Pflanze, zumeist an Triebspitzen, wobei das Hinterteil der ansonsten frischgrünen Raupe ein rotviolett getöntes Dunkelbraun ist, worin sie ganz mit der Knospenfarbe ihrer Unterlage übereinstimmt. Die Raupe von P. vetulata weist eine viel auffälligere Färbung und Zeichnung auf (sie ähnelt darin sehr viel mehr den Raupen der Hydria-Arten als derjenigen von P. transversata) – normalerweise ist von ihr aber nichts zu sehen, denn sie lebt völlig versteckt in einem zusammengesponnenen Hohlraum zwischen zwei oder drei jungen, an den Rändern fest zusammengesponnenen Kreuzdorn-Blättchen.

Rhamnus cathartica (Gewöhnlicher Kreuzdorn): Der Verfasser dieser Zeilen fand in Südwestdeutschland schon einige Dutzend Raupen – immer an Gewöhnlichem Kreuzdorn und meist an kniehohen bis alten Büschen in meist besonnter und warmer Lage. Die Raupen sitzen frei, also nicht wie bei HAUSMANN & VIIDALEPP (2012) angegeben zwischen zusammengesponnenen Blättern, fast stets auf den Spitzentrieben. BERGMANN (1955) beschrieb ganz richtig: „Die Raupe lebt einzeln oder in kleinen Gruppen frei an Kreuzdorn (Rhamnus cathartica). Sie ist in Mitteldeutschland meist grasgrün gefärbt und hat hochrote Seitenflecken. Sie lässt sich von M. 5 bis M. 6 klopfen.

Angaben zu anderen Rhamnus-Arten sind plausibel, hier insbesondere Rhamnus saxatilis und Rhamnus pumilus (Österreich, KERSCHBAUM & PÖLL 2010, angeführt nach HAUSMANN & VIIDALEPP 2012).

Schwierig zu bewerten sind Angaben zum Faulbaum (Frangula alnus). BERGMANN (1955) kennt zu diesem Strauch nur eine Angabe aus der Auslands-Literatur. EBERT (2001) nennt für Baden-Württemberg als einzigen Gewährsmann nur H. Lienig, also denjenigen, der auch die P. vetulata-Raupen am Faulbaum gefunden haben will. Entsprechendes gilt für Sachsen-Anhalt, wo SCHÖNBORN (2011) für beide Philereme-Arten Faulbaum als Raupennahrung anführt und sich dabei jeweils auf BORNEMANN (1912) beruft. Auch sonst wird in der zusammenfassenden europäischen Literatur Faulbaum fast durchgängig als „Futterpflanze“ angeführt – eine wirklich überzeugende Primärangabe ist mir aber nicht bekannt.

BERGMANN (1955) ergänzte seine Beschreibung zu den Raupen auf Kreuzdorn: „Einmal fand ich bei Arnstadt auch Raupen anderer Färbung auf Zwergmispel (Cotoneaster integerrima).“ Leider verrät er uns nicht, was an diesen Raupen anders war – und wieso er sie trotzdem für diejenigen von P. transversata hielt; so bleibt auch diese Nahrungspflanzenangabe sehr zweifelhaft. Und das, obwohl die P. transversata-Raupen ja tatsächlich noch eine (wohl seltene) dunkle Raupenform hat (siehe z.B. [Artseite auf suffolkmoths.org.uk])

SCHÖNBORN (2011) führt für Sachsen-Anhalt auch Schlehe (Prunus spinosa) als Raupennahrung an, was ausgeschlossen sein dürfte – erfahrungsgemäß werden Kreuzdorn-Büsche von Entomologen aber oft als Schlehe fehlbestimmt. Schon LAMPERT (1908) hatte geschrieben: „Im Mai auf Schlehen (Prunus spinosa L.) und Faulbaum (Rhamnus L.).“ Ob seine Raupenbeschreibung wirklich zu dieser Art passt, ist aber fraglich: „Raupe dunkelbraun, mit hellen Seitenflecken und roten Schrägstrichen“ – leider wird sie nicht abgebildet.

(Autor: Erwin Rennwald)



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

rhamnata: „Rhamnus Wegdorn, als Nahrungspflanze der Raupe.“
SPULER 2 (1910: 37R)


Andere Kombinationen

Synonyme


Literatur


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EU M-EU 08433 Philereme transversata (HUFNAGEL, 1767) - Großer Kreuzdornspanner art-mitteleuropa Grosser Kreuzdornspanner

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Letzte Änderung am April 30, 2016 12:56 von Michel Kettner
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