Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Perizoma Juracolaria

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Geometridae (Spanner)
EU M-EU 08467a Perizoma juracolaria (WEHRLI, 1919) - Gelb-Enzian-Kapselspanner

1: Deutschland, Baden-Württemberg, Hayingen, ca. 660 m, 23. Juni 2014, am Licht (Foto: Jörg Döring), det. Axel Steiner [Forum]
2: Österreich, Vorarlberg, Hochtannberg, Warth, 1470 m, 12. Juli 2015 (det. & fot.: Christian Siegel) [Forum]
3: Österreich, Vorarlberg, Hochtannberg, Warth, 1470 m, 24. Juli 2015 (det. & fot.: Christian Siegel) [Forum]
4: Deutschland, Baden-Württemberg, Hohe Schwabenalb, Bitz, innerhalb Siedlungsgebiet, ca. 900 m, Lichtfang, 13. Juni 2015 (Studiofoto: Friedemann Treuz), det. Friedemann Treuz & Herbert Fuchs, conf. Thomas Fähnrich [Forum]
5: Deutschland, Baden-Württemberg, Hohe Schwabenalb, Dotternhausen, Plettenberg, Grillplatz bei Albvereinshütte, 980 m, Lichtfang , 23. Juni 2017 (det. & fot.: Herbert Fuchs) [Forum]



Diagnose

1, ♂: Schweiz, Bern, Chasseral, 1340 m, 2. Juli 1982, Lichtfang (leg., det. & Foto: Rudolf Bryner) [Forum]
2, ♂: Deutschland, Baden-Württemberg, 78176 Blumberg, in einem nach Westen zum Wutachtal abfallenden locker bewaldeten Steilhang, 840 m, 21. Juni 2011, am Licht (leg., gen. det. & Foto: Hans-Peter Deuring) [Forum]

1, ♀: Schweiz, Bern, Chasseral, 1320 m, 8. Juli 1982, Lichtfang (leg., det. & Foto: Rudolf Bryner) [Forum]


Genitalien

1, ♂: Schweiz, Bern, Vauffelin, 770 m, 8. Juni 1981, Lichtfang (leg., gen. det. [GP 2013-288] & Foto: Rudolf Bryner) [Forum]
2, ♂: Daten siehe Diagnosebild 2 (leg., gen. det. & Foto: Hans-Peter Deuring) [Forum]

3, ♀: Schweiz, Bern, Chasseral, 1320 m, 8. Juli 1982, Lichtfang (leg., gen. det. [GP 2013-289] & Foto: Rudolf Bryner) [Forum]



Biologie

Habitat

1: Schweiz, Bern, Courtelary, 1400 m, 3. Juli 2011 (Foto Rudolf Bryner) [Forum]
2-3: Österreich, Vorarlberg, Hochtannberg, Warth, 1470 m, 12. Juli 2015 (det. & fot.: Christian Siegel) [Forum]


Nahrung der Raupe

Gentiana lutea: Schweiz, Bern, Vauffelin, 780 m, 21. Juni 2008 (Foto Rudolf Bryner) [Forum]

Die Art lebt monophag am Gelben Enzian, im Gegensatz zu Perizoma obsoletata, die als Raupe an Gentiana purpurea (Purpur-Enzian) und Gentiana punctata (Tüpfel-Enzian, Punktierter Enzian) gebunden ist.



Weitere Informationen

Andere Kombinationen


Faunistik

Nach der Fauna Europaea (Fauna Europaea Web Service. Last update 22 December 2009. Version 2.1. Available online at http://fauna.naturkundemuseum-berlin.de): "Alpine sister species recognized by (BERARD, R., TAUTEL, C., R. MAZEL (2005)".

Bis 2013 nur aus Frankreich bekannt, seit den oben dokumentierten Funden von Rudolf Bryner auch aus dem Schweizer Jura; siehe auch BRYNER & ZIEGLER (2014).

Vor diesem Hintergrund erwiesen sich erwartungsgemäß auch die Falter von "Perizoma obsoletata" der Schwäbischen Alb, über die STEINER in EBERT (2003) detailliert berichtet hatte, bei Nachprüfung als zur "neuen" Art gehörend - Perizoma juracolaria kommt demnach auch in Deutschland vor: [Lepiforumsbeitrag A. Steiner vom 26. Juni 2014] als Antwort auf eine Bestimmungsanfrage aus Hayingen [Lepiforumsbeitrag J. Döring 25. Juni 2014] (siehe Foto oben). WOLF (2014) meldet: "Perizoma juracolaria (WEHRLI, 1919) auch in Bayern nachgewiesen"; Fundort eines genitalüberprüften Männchens war "Trettachtal südl. Oberstdorf, 1160 m" im Landkreis Oberallgäu - alle aus WOLFs eigener Sammlung überprüften Tiere aus höheren Lagen (von 1380 m bis zum Nebelhorn auf 2080 m) aus dem westlichen und zentralen Teil der bayerischen Alpen erwiesen sich als zur "echten" Perizoma obsoletata gehörend.

In Österreich war die Art am ehesten im Westen zu erwarten. Dass sie am Furkajoch in einem Gebiet mit Gentiana lutea bzw. bei Warth am Hochtannberg (Vorarlberg) gefunden werden konnte, war also wenig überraschend: Gefunden wurden die Tiere von Christian Siegel [Lepiforumsbeitrag 21. Juli 2015] bzw. [Lepiforumsbeitrag 22. Juli 2015], bestimmt von Daniel Bolt [Lepiforumsbeitrag 21. Juli 2015] bzw. [Lepiforumsbeitrag 22. Juli 2015]. Nach dem Verbreitungsbild von Gentiana lutea wäre die Art noch im westlichen Nord-Tirol zu erwarten, eventuell (falls auch Gentiana lutea ssp. vardjanii genutzt wird) auch noch in Südwest-Kärnten. Interessant wäre es noch herauszufinden, ob auch verwilderte Bestände des Gelben Enzians in der Steiermark besetzt sind.

(Autor: Erwin Rennwald, 23. Juli 2015)

HUEMER et al. (2015) nahmen die Fotobestimmung aus Vorarlberg zum Anlass, vorliegendes Sammlungsmaterial des Artenpaares P. obsoletata / P. juracolaria aus Österreich, Liechtenstein und Nord-Italien detailliert zu sichten. Genitalüberprüfung der Belegtiere vom Furkajoch und von Warth bestätigte die Bestimmung der Tiere am Foto. Vieles weitere Sammlungsmaterial wurde genitalüberprüft und die sicher bestimmten Falter alle einzeln aufgelistet. Hinzu kam ein Barcoding von 20 Exemplaren (14 P. obsoletata, 6 P. juracolaria). Ergebnisse: aus genetischer Sicht variieren die beiden Taxa innerartlich nur gering, mit 7,7 % Unterschied beim Barcoding sind sie aber ganz klar als getrennte Arten anzusprechen. Es gibt immer mehr Gebiete, in denen die beiden Arten syntop vorkommen - und teilweise am selben Tag gesammelt werden konnten.

HUEMER et al. (2015) melden nicht nur weitere Funde aus Österreich, sondern auch den Erstnachweis für Liechtenstein und diverse Funde aus Nord-Italien (südliche Alpen, Appenin); sie fassen zusammen: "Insgesamt scheint Perizoma juracolaria auf Grund des vorliegenden Sammlungsmaterials jedenfalls im westlichen Österreich und wohl auch in Liechtenstein deutlich seltener zu sein als die weit verbreitete Schwesterart. Auch der einzige gesicherte Nachweis aus Tirol deutet auf eine lokale Art. Umgekehrt deuten die zahlreichen Funde aus dem Apennin dort zumindest auf eine Dominanz von Perizoma juracolaria. Hier wurde in unseren Proben ausschließlich diese Art belegt, und das von Mironov (2003) angeführte Vorkommen von Perizoma obsoletata ist somit zweifelhaft. Die potentiell weite Verbreitung von Perizoma juracolaria in den südlichen Alpen wird schließlich durch einen genitaluntersuchten Beleg aus Friaul untermauert, der auch ein Vorkommen im südlichen Österreich möglich erscheinen lässt."

(Autor: Erwin Rennwald, 4. Dezember 2015)


Literatur


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Letzte Änderung am Dezember 8, 2018 23:21 von Erwin Rennwald
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