Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Parectopa Robiniella

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Gracillariidae (Blatttütenmotten, Miniermotten und Faltenminierer)
EU M-EU 01101 Parectopa robiniella CLEMENS, 1863 - Robinien-Blatttütenfalter

1: Schweiz, Fribourg, Mt. Vully, 490 m, leg. Rudolf Bryner 24. Oktober 2005: Blattminen an Robinia pseudoacacia, e.l. 17. Januar 2006 (Foto: Rudolf Bryner), det. Rudolf Bryner
2: Daten s. Minenbild 3 (Studiofoto am 23. Januar 2008: Peter Lichtmannecker), cult. & det. Peter Lichtmannecker
3-4: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Mainz, Robinien (Robinia pseudoacacia) an einem Straßensaum am Rand des NSG Mainzer Sand, 130 m, leg. Minen 4. Oktober 2009, e.l. 17. April 2010 (cult., det. & Fotos: Heidrun Melzer) [Forum]
5-6: Deutschland, Sachsen, Burg, verbuschende Rekultivierungsfläche, 112 m, leg. Minen 1. September 2014, e.l. 16. September 2014 (leg., cult., det. & Fotos: Friedmar Graf) [Forum]
7-9: Deutschland, Sachsen, Neustädter Heide, 126 m, Mine leg. 29. August 2014, e.l. 16. September 2014 (leg., cult., det. & Fotos: Friedmar Graf) [Forum]


Raupe

1: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Mainz, Robinien (Robinia pseudoacacia) an einem Straßensaum am Rand des NSG Mainzer Sand, 130 m, 4. Oktober 2009 (Studiofotos: Heidrun Melzer), det. Helmut Kolbeck [Forum]


Fraßspuren und Befallsbild

1-2, Mine auf Robinie (Robinia pseudoacacia), Auflicht und Durchlicht: Schweiz, Fribourg, Mont Vully, 500 m, 23. September 2006 (Freilandfotos: Rudolf Bryner), det. Rudolf Bryner [Forum]
3, Mine auf Robinie und Verpuppungskokon: Deutschland, Bayern, Niederbayern, Passau (Studioaufnahme am 14. Oktober 2007: Peter Lichtmannecker), det. Peter Lichtmannecker [Forum]
4 und 5, zwei Minen: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Mainz, Robinien (Robinia pseudoacacia) an einem Straßensaum am Rand des NSG Mainzer Sand, 130 m, 4. Oktober 2009 (Studiofotos: Heidrun Melzer), det. Helmut Kolbeck [Forum]
6: Deutschland, Sachsen, Lohsa, 116 m, Unterwuchs einer Gewässer Randbepflanzung, an Robinie, 17. September 2011 (det. & fot.: Friedmar Graf) [Forum]
7-8: Deutschland, Sachsen, Burg, verbuschende Rekultivierungsfläche, 112 m, 1. September 2014 (det. & Fotos: Friedmar Graf) [Forum]
9, Massenbefall: Italien, Emilia-Romagna, Ferrara, Bondeno, Stellata, 10 m, 9. Oktober 2014 (Foto: Ursula Beutler) [Forum]


Puppe

1-2, Verpuppungsgespinst an gefalteter Spitze eines Fiederblattes: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Mainz, Robinien am Rand des NSG Mainzer Sand, 130 m, Mine leg. 4. Oktober 2009 (Studiofotos am 6. Oktober 2009: Heidrun Melzer), det. Helmut Kolbeck [Forum]
3, Verpuppungsgespinst mittig an Blattunterseite: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Mainz, Robinien am Rand des NSG Mainzer Sand, 130 m, Mine leg. 4. Oktober 2009 (Studiofoto am 6. Oktober 2009: Heidrun Melzer), det. Helmut Kolbeck [Forum]
4, Exuvie: Funddaten wie Bild 1-3, e.l. 13. April 2010 (Foto: Heidrun Melzer)



Diagnose

1, ♂: Schweiz, Freiburg, Mt. Vully, 530 m, 25. September 2012, Minen an Robinia pseudoacacia, e. l. 27. Februar 2013 (leg., cult., det. & Foto: Rudolf Bryner)


Genitalien

1-2, Präparat eines nicht abgebildeten ♂: Österreich, Niederösterreich, Perchtoldsdorf, am Licht 26. August 2016 (leg., Präparation, det. & Mikrofotos Peter Buchner)


Erstbeschreibung

CLEMENS (1863: 4-5) [nach Copyright-freien Scans auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Nahrung der Raupe

Die aus Nordamerika eingeschleppte Art ist in Europa nach bisheriger Kenntnis ganz auf die Robinie (Robinia pseudacacia) beschränkt, in deren Blättern sie große, auffällige oberseitige Minen anlegt.



Weitere Informationen

Verbreitung

(Stand 4. April 2015)

Nach SAUTER (1981) erfolgte der Erstfund dieser an Robinie lebenden Art in Europa im Jahre 1971 in Oberitalien. 1980 war sie im Tessin anscheinend schon weiter verbreitet. WHITEBREAD (1990) vergleicht die Art mit Macrosaccus robiniella, die seit 1988 z. T. gemeinsam mit der ebenfalls aus Nordamerika eingeschleppten Parectopa robiniella auftritt. Nach der Fauna Europaea [Artseite auf Fauna Europaea, last update 29 August 2013, version 2.6.2] gibt es mittlerweile Nachweise aus Frankreich, Italien, Schweiz, Deutschland, Österreich, Tschechien, Slowakei, Polen, Ukraine, Rumänien, Ungarn und Kroatien. Der Erstnachweis für Belgien (Prov. Namur: Hour) durch J.-Y. Baugnée stammt aus dem Jahr 2010 [Artseite auf bladmineerders.nl], bzw. doch schon 2007 (Minenfunde am 17. August 2007 am Fluss Lesse bei Hour, Prov. Namur) (BAUGNÉE 2014).

Europa, Schweiz

HELLRIGL (2006) präzisiert und fasst den Stand für Südtirol – und Europa – zusammen: „Diese ebenfalls aus den östlichen USA stammende Robinienblattmotte wurde in Europa erstmals 1970 in Norditalien gefunden (VIDANO 1970) und hat sich dann rasch in ganz Italien verbreitet. Die Schweiz wurde bereits 1971 erreicht, Slowenien 1982, Ungarn 1983 und Frankreich 1987 (HELLRIGL 2004). In der Süd-Slowakei trat sie erstmals 1989 auf und in Ostösterreich 1992; in Oberösterreich seit 1994 (DESCHKA 1995). In Nordtirol wurde die Art erst im Herbst 2004 in Innsbruck nachgewiesen (pers. Mitt. G. Tarmann: HELLRIGL 2004). In Südtirol wurden Minenfunde zuerst am 13.08.1991 am Kalterer See festgestellt (obs. Huemer). Die Ausbreitung in der Provinz Bozen erfolgte langsamer als bei Phyllonorycter robiniella. Im Eisacktal fand ich das unverkennbare Fraßbild von Parectopa robiniella, mit blattoberseitigen sternförmigen Blattminen (Abb. 3-4), erstmals am 07.11.2004 in der Mahr bei Brixen (550 m), in Mischbefall mit Phyllonorycter robiniella. – In den beiden letzten Jahren nahm die Ausbreitung dann etwas zu …“

Österreich

Nach HUEMER & RABITSCH (2002) erfolgte der Erstnachweis des Neozoons für Österreich schon 1989 (eventuell sogar 1987) in Podersdorf im Burgenland; 1994 wurde die Art in Oberösterreich beobachtet, 1995 dann auch in Wien.

Deutschland

Im „Verzeichnis der in Deutschland identifizierten Neozoen (Zwischenstand 1999)“ (GEITER et al. 2002) wird auch Parectopa robiniella angeführt, allerdings unter der Rubrik „(Noch) nicht in Deutschland, jedoch in Nachbarländern bzw. Auftreten zu erwarten“.

Brandenburg: Die Art fehlte noch im Katalog von GAEDIKE & HEINICKE (1999). Anscheinend erfolgte der Erstnachweis für Deutschland nicht - wie zu erwarten - im südlichen Baden-Württemberg, sondern im Jahr 2000 in Brandenburg (K. Stübner, pers. comm. auf der Microlepidopterologen-Tagung in Mainz, 3.10.2009). Der Fund wurde erst 2009 (Band 53, Heft 2) in "Entomologische Nachrichten und Berichte" publiziert, zusammen mit einer Bestätigung aus dem Jahr 2008: "1101 Parectopa robinella CLEMENS, 1863. BB (Brandenburg): 3 Minen Jänschwalde / Ost, 28.09.2000, 2 Männchen, 4 Weibchen, Jänschwalde / Dorf, 03.,04.,05.,07.04.2008 (ex larva Robinia pseudoacacia), leg. et. coll. STÜBNER".

Baden-Württemberg: D. Hausenblas berichtet am 7. Januar 2008 unter der Überschrift: "Parectopa robiniella Clemens, 1863 (Lepidoptera: Gracillariidae) in Südwestdeutschland" über seine ersten Funde [Notiz D. Hausenblas]: "Die ersten realen Minenbeobachtungen gelangen dann am 23.9.2007, als drei noch wenig ausgeprägte Minen an den unteren Blättern einer kleineren Robinie (Höhe ca. 3–4-m) bei Stuttgart-Stammheim an einem Bahndamm gefunden wurden. Eine intensivere Nachsuche an gleicher Stelle ergab dann am 7.10.2007 nochmals 19 Minen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien, wobei sich die schon erwachsenen Raupen bereits in den folgenden Tagen zu verpuppen begannen, was bei Parectopa robiniella außerhalb der Mine stattfindet ... Die inzwischen schon weiter fortgeschrittene Ausbreitung von Parectopa robiniella belegen weitere Minenfunde am 13.10.2007 bei Waghäusel, als an einer kaum 1 m hohen Robinie zahlreiche, meist schon verlassene Minen in unmittelbarer Nähe zur Schnellbahntrasse nach Mannheim festgestellt wurden (zwischenzeitlich existieren auch von anderen Lokalitäten aus der Rheinebene Beobachtungen – siehe Lepiforum)"

E. Rennwald [Beitrag Lepiforum] meldet am 8. Oktober 2007 beiläufig den Fund von Minen der Art am Nördlichen Oberrhein bei Rheinstetten-Neuburgweier. Er und D. Laux fanden im Oktober 2007 die Minen dieser Art noch an mehreren Stellen im Südteil der Nördlichen Oberrheinebene. 2008 und 2009 konnte sie E. Rennwald im nördlichen Baden-Württemberg an diversen Stellen der Oberrheinebene bis in den Raum Mannheim, im westlichen Kraichgau, 2010 und 2011 an diversen weiteren Stellen in diesem Raum sowie im östlichen Kraichgau und Stromberg finden. Im August 2009 konnte er die Art auch im württembergischen Landesteil lokal bei Ilshofen (Kreis Schwäbisch Hall) nachweisen. Vom Rhein aus dringt sie im Murgtal bis tief in den Schwarzwald hinein [Lepiforums-Beitrag E. Rennwald 4. Oktober 2008]. Ende 2008 und Ende 2009 waren in Karlsruhe fast alle Robinienschößlingen mit mehr als einer Mine pro Teilblättchen besetzt, siehe z. B. [Lepiforums-Beitrag 3. Oktober 2008 aus Rheinmünster], was sich 2010 und 2011 wiederholte.

Interessanterweise scheint die Art in der südlichen Oberrheinebene noch immer weitgehend (oder ganz?) zu fehlen.

Saarland: Auf http://www.spiderling.de/saar_lepi_online/Verbreitungskarten.htm ist auf der Artseite zu P. robiniella ein Fund von 2007 im westlichen Saarland zu finden.

Bayern: P. Lichtmannecker meldet am 23. Januar 2008 den Schlupf eines Falters, dessen Mine er im Herbst 2007 bei Passau in Niederbayern fand: [Lepiforums-Beitrag P. Lichtmannecker].

Rheinland-Pfalz: E. Rennwald meldet am 29. Juli 2008 Minenfunde bei Germersheim in der Rheinebene auf Sand: [Lepiforums-Beitrag]. H. Kolbeck und andere fanden am 4. Oktober 2009 dann auch einige Minen wesentlich weiter nördlich im Mainzer Sand [Lepiforums-Beitrag] .

Sachsen: Sven Wießner meldet: "Parectopa robiniella kommt definitiv auch in Sachsen vor: Ich habe bereits im August 2011 die typischen, damals jedoch verlassenen Minen in den Fiederblättchen von Robinie gefunden. Heute (12.09.2011) trug ich 5 mit nahezu erwachsenen Raupen besetzte oberseitige Minen ein. Fundort: Stadtgebiet von Dresden-Albertstadt, 125-140 m, Robinien an Straßenrändern (Stauffenbergallee, Marienallee) sowie auch an Wegrändern im Priessnitzgrund (Höhe Carolabrücke)." [Lepiforums-Beitrag S. Wießner 12. September 2011]. Wenige Tage später zeigt Friedmar Graf [Lepiforums-Beitrag F. Graf, 18. September 2011] Minenbilder aus Lohsa und kommentiert: "Die Minen dieser Art finde ich seit einigen Jahren regelmäßig im September an den Robinienbeständen. Eine Zucht bis zum Falter ist mir leider noch nicht gelungen. Deutschland, Sachsen, Lohsa, 116 m. Unterwuchs einer Gewässer-Randbepflanzung." Die beiden Orte liegen fast 60 km Luftlinie auseinander.


Literatur

(Autor: Erwin Rennwald unter Mitarbeit von Jürgen Rodeland)


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Gracillariidae (Blatttütenmotten, Miniermotten und Faltenminierer)
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Letzte Änderung am Dezember 3, 2016 21:38 von Buchner Peter
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