Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Oligia Latruncula

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Noctuidae (Eulenfalter)
EU M-EU 09782 Oligia latruncula ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) - Dunkles Halmeulchen
Art nur durch Genitaluntersuchung zu bestimmen! Sehr häufig. Falter von Mai bis August, Raupe vom Sommer, überwinternd, bis Mai in Gräsern.

1: Österreich, Niederösterreich, Schwarzau/Stf., Ortsrand (Felder, Gärten, Raine; in 1 km Wald), 330 m, 25. Mai 2002 (Foto: Peter Buchner), det. Peter Buchner
2-3, ♂ und ♀: Deutschland, Schleswig-Holstein, Sibirien, Sparrieshoop, 24. und 20. Mai 2007, am Licht (Fotos: Birgitt Piepgras), gen. det. Birgitt Piepgras [Forum]
4-5: Deutschland, Sachsen, Dresden-Blasewitz, Garten, Raupenfund 18. März 2007, Falterschlupf 28. April 2007 (Studiofotos: Franziska Bauer), det. Franziska Bauer durch GU [Forum]
6: Deutschland, Baden-Württemberg, Schwarzwald, St. Georgen, 850 m, 13. Juni 2009 (Foto: Roland Breithaupt), (Bild von Axel Steiner nachgearbeitet), det. (GU) Roland Breithaupt [Forum]


Raupe

Deutschland, Sachsen, Dresden-Blasewitz, Garten, 18. März 2007 (Studiofoto: Franziska Bauer)


Puppe

1-3, Puppenversteck und Puppe: Deutschland, Sachsen, Dresden-Blasewitz, Garten, Raupenfund 18. März 2007 (Studiofotos: Franziska Bauer)



Diagnose

Falter: Durchschnittlich kleinste Art der Gattung. Äußere Querlinie über dem Vorderflügel-Hinterrand schwach und gleichmäßig nach innen gebogen. Von der Querlinie aus springen entlang der Adern keine oder nur kurze und dünne schwarze Zähnchen ins Saumfeld vor. Dunkle Formen, bei denen die äußere Querlinie nicht auszumachen ist, große Tiere, helle und kontrastreiche Formen und abgeflogene Tiere sind nur nach genitalmorphologischen Merkmalen identifizierbar.
Statistisch gesehen sind kleine, eintönig dunkle Oligien meist Oligia latruncula. Aber eben nicht immer. Sehr viel weniger häufig kommen bei Oligia latruncula kontrastreich gezeichnete Exemplare mit gelblichem bis weißem Saumfeld vor.

1, ♂: Deutschland, Baden-Württemberg, 75203 Königsbach, 200 m, am Licht, 14. Juni 1968 (leg., präp., gen. det. & Foto: Hans-Peter Deuring) [Forum]
2, ♀: Deutschland, Baden-Württemberg, 75203 Königsbach, 200 m, am Licht, 18. Juni 1968 (leg., präp., gen. det. & Foto: Hans-Peter Deuring) [Forum]
3, ♂: Slowenien, Podgorje, 500 m, 17. Mai 2009 (leg., det. durch GU & Foto: Helmut Deutsch)
4, ♂: Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Gevelsberg, 18. Juni 2004, am Licht (Foto: Ernst Herkenberg), det. Ernst Herkenberg, conf. Axel Steiner [Forum]
5, ♀: Deutschland, Baden-Württemberg, Oberrotweil am Kaiserstuhl, 31. Mai 2002, am Licht (Foto: Ernst Herkenberg), det. Daniel Bolt [Forum] [Bestimmungskorrektur]


Genitalien

1, ♂: Daten siehe Diagnosebild 1 (Foto: Hans-Peter Deuring) [Forum]
2, ♀: Daten siehe Diagnosebild 2 (Foto: Hans-Peter Deuring) [Forum]
3, ♂: Daten siehe Diagnosebild 4 (Foto: Ernst Herkenberg), conf. Axel Steiner [Forum]
4, ♀: Daten siehe Diagnosebild 5 (Foto: Ernst Herkenberg), det. Daniel Bolt [Forum] [Bestimmungskorrektur]

Genitalien Männchen: Clavus kurz und breit. Ampulla („Harpe“, „Clasper“) relativ kurz mit breiter Basis, ungefähr dreieckig (pyramidenförmig), meist mit deutlichen Kanten und spitzer als bei den anderen Arten. Cucullus gedrungen mit kürzerem und breiterem Fortsatz als bei den verwandten Arten.

Genitalien Weibchen: Lamina antevaginalis schmal. 7. Sternit mit U-förmigem Einschnitt. Sklerotisierung klein. Ductus bursae ohne auffallende Erweiterungen oder Ausstülpungen.

Die drei wichtigsten Unterschiede in der weiblichen Genitalstruktur von O. versicolor und O. latruncula sind:
- Die Sklerotisierung am Rand des Corpus bursae ist bei O. latruncula am kleinsten und sehr fein, bei O. versicolor viel grösser und kompakt.
- Der Ductus bursae ist bei O. versicolor einseitig eingekerbt bzw. eingeschnürt, bei O. latruncula gleichmässig gewellt.
- Die Subgenitalplatte ist bei O. latruncula sehr schmal, bei O. versicolor breit gewölbt. (Daniel Bolt) [Forum]

5: Gegenüberstellung der weiblichen Genitalstruktur von O. latruncula und O. versicolor (Foto, Montage und Bearbeitung: Ernst Herkenberg) [Forum]


Ähnliche Arten

Text: Axel Steiner



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

Latruncula (lat.) Deminutiv Femininum von latro (lat.) Räuber, also "kleine Räuberin". Namen dieses Typs waren bei den kleineren Noctuiden wie den Bryophilinae-Arten oder bei der Oligia-Verwandtschaft im 18./19. Jahrhundert allgemein sehr populär. Eine entomologische Bedeutung oder nähere Beziehung zu den so benannten Arten bestand wohl nicht. (Text: Axel Steiner)


Andere Kombinationen

Synonyme


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Noctuidae (Eulenfalter)
EU M-EU 09782 Oligia latruncula ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) - Dunkles Halmeulchen art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am August 1, 2016 10:59 von Jürgen Rodeland
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