Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Nymphalis Vaualbum

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Nymphalidae (Edelfalter)
EU M-EU 07260 Nymphalis vaualbum ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) - Weißes L
Europarechtlich streng geschützt: Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU (FFH), Anhang II (Arten, für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen); * = prioritäre Art (Arten, deren Erhaltung im Gebiet der Europäischen Union eine besondere Bedeutung zukommt)
Europarechtlich streng geschützt: Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU (FFH), Anhang IV (streng zu schützende Arten von gemeinschaftlichem Interesse)

1: Republik Adygeja (autonome Enklave in Südrussland, Region Krasnodar), 352660 Lagonaki, Hochebene Lagonaki am Bergrücken Kamenoe More, ca. 2200 m, 8. Juli 2008 (Freilandaufnahme: Jürgen Schadnik), det. Jürgen Schadnik
2: Russland, 50 km südlich von Nischni Nowgorod, im Gartenkomplex Jagodnoje, 19. Juli 2009 (Freilandaufnahme: Sergey Shmelev), det Sergey Shmelev
3: Russland, 50 km südlich von Nischni Nowgorod, im Gartenkomplex Jagodnoje, 18. August 2009 (Freilandaufnahme: Sergey Shmelev), det Sergey Shmelev
4-6: Russland, 50 km südlich von Nischni Nowgorod, im Gartenkomplex Jagodnoje, 3. Juli 2010 (Freilandaufnahme: Sergey Shmelev), det Sergey Shmelev
7: Russland, 50 km südlich von Nischni Nowgorod, im Gartenkomplex Jagodnoje, 10. Juli 2010 (Freilandaufnahme: Sergey Shmelev), det Sergey Shmelev
8-10: Russland, Region Moskau, Tschechow, 3. April 2010 (det. & fot.: Nicholas Dvoeglazov) [Forum]
11-12: Russland, 50 km südlich von Nischni Nowgorod, im Gartenkomplex Jagodnoje, 23. April 2011 (Freilandaufnahmen: Sergey Shmelev), det. Sergey Shmelev
13: Russland, Oblast Moskau, Bezirk Ramenskoe, Dorf Zhukovo, 17. April 2013 (det. & fot.: Andrey Ponomarev) [Forum]
14: Russland, Oblast Nischni Nowgorod, Gartenkomplex Jagodnoje, 50 km südlich von Nischni Nowgorod, 11. August 2013 (det. & fot.: Sergey Shmelev) [Forum]
15-16: Russland, Oblast Nischni Nowgorod, Gartenkomplex Jagodnoje, 50 km südlich von Nischni Nowgorod, 12. April 2014 (det. & fot.: Sergey Shmelev) [Forum]
17-18: Russland, NE Russland, Burjatia, W Baikalsee, W Primorskii Chrebet, 90 km SE Irkutsk, 15 km NW-NE B. Goloustnoye, 580-650 m, 23.-28. Juli 2015 (det. & Fotos: Otmar Czadek und Axel Steidel)


Raupe

1-2, parasitiert: Russland, Oblast Moskau, Bezirk Ramenskoje, Dorf Schukowo, im Wald, auf Weide (Salix spec.), 5. Juni 2013 (leg., cult., det. & Fotos: Andrey Ponomarev)
3, Vorpuppe: Funddaten wie Bild 1-2 (Foto am 6. Juni 2013: Andrey Ponomarev) [Forum 1-3]


Puppe

1-3: Russland, Oblast Moskau, Bezirk Ramenskoje, Dorf Schukowo, im Wald, leg. Raupe 5. Juni 2013 (cult., det. & Fotos am 7. Juni 2013: Andrey Ponomarev) [Forum]
4-5: Russland, Oblast Moskau, Tschechow, 8. Juli 2008 (det. & fot.: Nicholas Dvoeglazov) [Forum]



Diagnose

Falter

Nymphalis vaualbum hat eine recht charakteristische Flügelform, -zeichnung und -färbung, dank derer man ihn von den drei anderen in Europa fliegenden Füchsen gut unterscheiden kann: Sein Außenrand ist auffällig stark gezackt, die Hinterflügel-Unterseite ist deutlich heller und er trägt wie der Kleine Fuchs (Aglais urticae) auf den Oberflügeln einen weißen Fleck, zusätzlich aber auch noch einen am oberen Rand der Hinterflügel. Kennzeichnend ist auch ein L- oder J-förmiges Zeichen in der Mitte der Hinterflügel-Unterseite.


Ähnliche Arten



Biologie

Lebensraum und Lebensweise

N. vaualbum ist ein Waldbewohner. Er fliegt am Rande von und auf Lichtungen in Laub- und Auwäldern tieferer und mittlerer Lagen.
Die Eiraupen fressen wie die der verwandten Arten in Gemeinschaftsnestern an Weide (Salix spp.), Zitterpappel (Populus tremulae), Birke (Betulus spp.) und Ulme (Ulmus spp.). Bereits ab L2 vereinzeln sie sich. N. vaualbum bildet nur eine Generation aus, die im Juni/Juli schlüpft und sich recht bald im Sommer in ein Überwinterungsquartier zurückzieht. Im Frühjahr fliegen diese Falter noch bis Mai oder Juni.
Die in Europa heimischen Populationen vertragen keine milden Winter. Darum hat sich der einst bis ins östliche Mitteleuropa verbreitete Falter (erstmals beschrieben wurde er 1775 aus der Umgebung von Wien) nach dem Ende der sog. "Kleinen Eiszeit" um 1850 aus seinen westlichen Verbreitungsgebieten zurückgezogen. In Japan hingegen leben auch Populationen in wintermilden Klimagebieten.

(Autor: Jürgen Hensle)


Habitat

1: Russland, Moskau Region, Tschechow, 6. April 2008 (det. & fot.: Nicholas Dvoeglazov) [Forum]



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

l-album: „das weiße L.“
SPULER 1 (1908: 19L)


Andere Kombinationen

Synonyme


Nomenklatur

Papilio vaualbum [DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775 - bzw. [SCHIFFERMÜLLER], 1775 – ist nach KUDRNA & BELICEK (2005) – wiederholt in KUDRNA et al. (2011) – nomen nudum, da es in der Arbeit weder eine Beschreibung noch einen Hinweis auf eine Abbildung gibt, die Mindestvoraussetzungen für eine Beschreibung gemäß Code (ICZN) also nicht gegeben seien. Gültiger Name wäre demnach Nymphalis l-album (ESPER, 1781). Die Fauna Europaea [Fauna Europaea, Version 2.4, last update 27 january 2011] folgt dieser Interpretation nicht und begründet: „Several authors argued that the name vaualbum was not validly published (eg (KOCAK, A.O. 1982-1984), (KUDRNA, O. & BELICEK, J. 2005), (KUDRNA, O. 2001)), but (SATTLER, K. & TREMEWAN, W. G. 1984) and (SATTLER, K. & TREMEWAN, W. G. 2009) have made a strong case that this and many other Denis & Schiffermuller names are in fact validly published. Rejection of this name would in the end also lead to the rejection of many names, which would be very unfortunate for a stable nomenclature of European Lepidoptera.” KUDRNA et al. (2011) lassen diese Argumentationskette nicht gelten und widersprechen: „Although these nomina nuda are not available under the Code, they are being used by many authors, who are unfamiliar with the meaning of terms used in taxonomy and nomenclature, occasionally with the reference to what they believe to constitute an „indication“ (e.g. SATTLER & TREMEWAN 1984). The meaning of the term “indication” is precisely defined in the Code (Art. 10, 11, 12.2 and 13.6.1) and must not be interpreted as may conveniently “fit the bill” of the moment under the excuse of contributing to the stability of zoological nomenclature, but in fact, doing exactly the opposite.”

Warum die Beibehaltung von über Jahrhunderte gebräuchlichen und zudem unbestritten eindeutigen Namen das Gegenteil von nomenklatorischer Stabilität bedeuten soll, bleibt das Geheimnis der Autoren. Wir folgen hier weiterhin der Fauna Europaea.

(Autor: Erwin Rennwald)


Verbreitung

N. vaualbum ist eine vor allem in den Wäldern Asiens verbreitete Art. Das europäische Verbreitungszentrum liegt im zentralen Teil des europ. Russlands. Eine kleine Verbreitungsinsel erstreckt sich zudem vom Bergland Thrakiens bis Südserbien. Schon in Südrussland und in der Ukraine ist die Art stark zurückgegangen, im übrigen Osteuropa tritt sie nur in zugewanderten Einzelexemplaren, am regelmäßigsten noch in Süd- und Südostfinnland auf. Ferner tritt N. vaualbum über Südsibirien südlich bis zum Himalaja und östlich bis Japan auf. Außerdem fliegt sie in Nordamerika von Südalaska bis Maryland und in zugewanderten Einzelexemplaren bis Florida und Kalifornien.

MIHOCI et al. (2012) diskutieren einen aktuellen Fund der Art in Kroatien, betrachten dazu auch die früheren Nachweise in diesem Land und fassen die aktuelle Situation für Südosteuropa zusammen.


Literatur


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Letzte Änderung am Oktober 16, 2017 19:00 von Michel Kettner
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