Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Nemophora Metallica

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Adelidae (Langhornmotten)
EU M-EU 00346 Nemophora metallica (PODA, 1761)

1: Österreich, Niederösterreich, 400 m N Sautern, kleine Lichtung im Mischwald, 390 m, 22. Juni 2003 (Fotos: Peter Buchner), det. Peter Buchner
2: Österreich, Oberösterreich, Nationalpark Kalkalpen, Bodinggraben, 12. Juli 2011 (Freiland-Foto: Peter Buchner), det. Peter Buchner
3: Deutschland, Baden-Württemberg, Murgtal, 4. Juni 2005 (Foto: Dietmar Laux), det. Axel Steiner & Dietmar Laux [Forum]
4: Deutschland, Baden-Württemberg, Ulm-Mähringen, 7. August 2004 (Freilandfoto: Jürgen Rodeland)
5: Slowenien, Praproce, Juni 2002 (Foto: Heinz Habeler), det. Heinz Habeler
6: Schweiz, Kanton Schaffhausen, Reiat, Büttenhardt, Freudental, Halbtrockenrasen auf Kalk, 640 m, 21. Juli 2007 (Freilandfoto: Hans-Peter Matter), det. Helmut Kolbeck [Forum]
7: Schweiz, Kanton Schaffhausen, Reiat, Büttenhardt, Freudental, Halbtrockenrasen auf Kalk, 590 m, 24. Mai 2008 (Freilandfoto: Hans-Peter Matter), det. Helmut Kolbeck [Forum]
8: Schweiz, Zürich, 550 m, 22. Mai 2008 (Freilandfoto: Pia Rindlisbacher), det. Pia Rindlisbacher, conf. Rudolf Bryner [Forum]
9, ♀: Schweiz, Bern, Chasseral, 1520 m, Sommer 2011 (det. und Freilandfoto: Rudolf Bryner) [Forum]
10-12, ♂, und 13-14, ♀: Schweiz, Bern, Chasseral, 1520 m, 29. Juli und 13. August 2011, Raupen in Blüten von Knautia dipsacifolia, gemeinsam mit Raupen von N. cupriacella, Zucht mit Knautia arvensis, geschlüpft am 7. bzw. 9. Mai 2012 (leg., cult., det. und Studiofotos: Rudolf Bryner) [Forum]


Erwachsene Raupe

1 (Sack 10-12 mm), etwa 10 Tage vor Verpuppung: Schweiz, Bern, Chasseral, 1520 m, 29. Juli und 13. August 2011, Raupen in Blüten von Knautia dipsacifolia, gemeinsam mit Raupen von N. cupriacella, Zucht mit Knautia arvensis, Falter geschlüpft am 7. bzw. 9. Mai 2012 (leg., cult., det. und Studiofoto am 6. April 2012: Rudolf Bryner) [Forum]
2 und 3, Raupen nach der Überwinterung: Daten wie Bild 1 (Fotos am 21. März 2012: Rudolf Bryner) [Forum]


Jüngere Raupenstadien

1-2, Jungraupe, noch ohne Gehäuse: Schweiz, Bern, Chasseral, 1520 m, 29. Juli und 13. August 2011, Raupen in Blüten von Knautia dipsacifolia, gemeinsam mit Raupen von N. cupriacella, Zucht mit Knautia arvensis, Falter geschlüpft am 7. bzw. 9. Mai 2012 (leg., cult., det. und Studiofotos am 1. September 2011: Rudolf Bryner) [Forum]
3-4, Jungraupe mit erstem Gehäuse: Daten wie Bild 1-2 (Fotos am 17. September 2011: Rudolf Bryner)
5-7, Jungraupen vor der Überwinterung: Daten wie Bild 1-2 (Fotos am 9. Oktober 2011: Rudolf Bryner)


Puppe

1-3, weibliche Puppe in geöffnetem Raupensack: Schweiz, Bern, Chasseral, 1520 m, 29. Juli und 13. August 2011, Raupen in Blüten von Knautia dipsacifolia, gemeinsam mit Raupen von N. cupriacella, Zucht mit Knautia arvensis, Falter geschlüpft am 7. bzw. 9. Mai 2012 (leg., cult., det. und Studiofotos: Rudolf Bryner) [Forum]



Diagnose

Falter

Die Flügel glänzen weniger metallisch als bei den verwandten Arten und zeichnen sich manchmal durch eingestreute hellere Schuppen aus.

1, ♂: Schweiz, Bern, La Neuveville, Mesobrometum, 530 m, 18. Juni 2008, Tagfang (leg., det. und Foto: Rudolf Bryner) [Forum]
2, ♀: Schweiz, Bern, Plagne, 830 m, extensiv genutzte Viehweide, 25. Juni 2011, Tagfang (leg., det. und Foto: Rudolf Bryner) [Forum]


Raupensack

In der Gegenüberstellung der Gehäuse von erwachsenen Raupen sind die Unterschiede deutlich erkennbar:

Bild und Text: Rudolf Bryner [Forum]


Erstbeschreibung

PODA (1761: 94) [nach Scan des Göttinger Digitalisierungszentrums [GDZ] mit schriftlicher Genehmigung des GDZ. Besitzerin der Vorlage: Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek]



Biologie

Habitat

1-2, mit Geröllfeldern und Felsklippen durchsetzter, steiler und blütenreicher Magerrasen in Südhanglage über Kalk, gemeinsamer Lebensraum von Nemophora metallica und N. cupriacella: Schweiz, Bern, Chasseral, 1520-1550 m, Sommer 2011 (Fotos: Rudolf Bryner) [Forum]


Nahrung der Raupe

1, Witwenblume (Knautia dipsacifolia): Schweiz, Bern, Chasseral, 1520 m, Sommer 2011 (Foto: Rudolf Bryner) [Forum]
2, Fruchtstand von Knautia dipsacifolia: Daten wie Bild 1 (Foto: Rudolf Bryner)


Lebensweise

Nemophora metallica ist eine der am häufigsten beobachteten Adeliden. Sie bevölkert im Früh- und Hochsommer klassischerweise die Blüten von Witwenblumen (Knautia). Manchmal drängen sich gleich mehrere auf einem Blütenkopf.

Die Jungraupen von N. metallica waren rund zwei Wochen später zu entdecken als jene von N. cupriacella und lebten in den bereits verwelkenden Blütenständen der Witwenblume (Knautia dipsacifolia). Hier verharrten sie, bis die Einzelfrüchte der Knautien-Blüte gross genug und bereits etwas erhärtet waren. Jetzt bohrten sich die Räupchen in eine einzelne Fruchthülse ein und nutzten sie als nur einseitig geöffneten Raupensack. Die Öffnung liegt stets an der Basis der Fruchthülse. Mit diesem Gehäuse liessen sich die Raupen zu Boden fallen und lebten ab jetzt in der Bodenstreu, wo sie sich von frischen, aber auch welken bis dürren Blättern der Witwenblume ernährten. Im Verlauf des Herbstes wurde das Raupengehäuse einseitig ausgebaut und erhielt vorübergehend ein skurriles, sehr charakteristisches Aussehen.

Am 21. März 2012 fand ich Raupensäcke mit unterschiedlichem Aussehen vor. Einige hatten noch immer die ursprüngliche Samenhülse am hinteren Ende und verfügten entsprechend nur über eine Kopföffnung. Andere Raupen hatten sich der engen Samenhülse bereits entledigt und besassen jetzt länglich-ovale, ziemlich wirr querbelegte Gehäuse mit Vorder- und Hinterausgang, welche nach Art der andern Adeliden je wechselnd als Kopf- oder Schwanzende dienten. Die Raupen frassen fleissig an den welken und dürren letztjährigen und an den frisch spriessenden, jungen Blättern der eingetopften Witwenblume. Im April waren die Raupen erwachsen. Die Länge der Gehäuse betrug jetzt 10 bis 12 mm.

Zur Verpuppung wurden die Raupensäcke an Pflanzenteilen angesponnen, oft sogar einige Zentimeter über dem Boden. Ein Verkriechen unter die Bodenstreu oder gar ein Eingraben in die oberen Erdschichten, wie es andere Adelidenraupen vor der Verpuppung tun, konnte ich nicht feststellen.

Von den sieben ab Ei bzw. ab Eiraupen parallel gezüchtete Adelidenarten waren es die Raupen von N. metallica, bei welchen nach der Überwinterung die Fressdauer am längsten war. Dem entsprechend schlüpften die Falter als letzte. Verblüffend ist, dass die Männchen ihren Kopf drehen können, ähnlich wie Libellen.
(Bericht: Rudolf Bryner)



Weitere Informationen

Andere Kombinationen

Synonyme


Literatur


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


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Letzte Änderung am Mai 17, 2016 17:31 von Michel Kettner
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