Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Mythimna Sicula

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EU M-EU 10028 Mythimna sicula (TREITSCHKE, 1835) f. sicula - Kleine Wurzelstriemen-Graseule

1-2: Italien, Lazio, Collepardo, "Orto botannico", 26. Juli 2008 (det. & fot.: Raniero Panfili)
3: Griechenland, Samos, Mytilini, 200 m, 4. April 2010 (Foto: Heiner Ziegler), det. Dieter Fritsch [Forum]
4-5: Griechenland, West-Kreta, Petres, 750 m, 11. April 2012, Lichtfang (det. & fot.: Heiner Ziegler), conf. Daniel Bartsch [Forum]
6: Zypern, Paphos, Arminou, 620 m, Lichtfang, 4. November 2012 (det. & fot.: Daniel Bolt) [Forum]



Diagnose

Mythimna sicula (Treitschke, 1835) (Falter mit der graseulentypischen Längszeichnung) und Mythimna scirpi (Duponchel, 1836) (Falter einfarbig mit punktierten Querlinien) galten in der Vergangenheit als zwei getrennte Arten, bis sie Mitte des 20. Jahrhunderts "zusammengelegt" und als unterschiedliche Formen einer einzigen, variablen Art aufgefaßt wurden (Boursin 1964, Hartig & Heinicke 1973, Heinicke & Naumann 1980-1982 u.a.). Diese Art heißt Mythimna sicula, weil das der älteste verfügbare Name ist. In den 80er und 90er Jahren haben einige Autoren aufgrund angeblicher Unterschiede im Genital, die Berio (1985) gefunden zu haben glaubte, wieder die Aufteilung in zwei Arten praktiziert (Hacker 1989, Fibiger & Hacker 1991, Nowacki & Fibiger in Karsholt & Razowski 1996 [so auch hier in der Bestimmungshilfe]) und wir haben uns in der Baden-Württemberg-Fauna danach gerichtet (Bd. 7; Steiner & Ebert in Ebert 1998). Inzwischen rückten Hacker und Fibiger wieder von dieser Ansicht ab, weil es zwischen den von Berio abgebildeten Genitalien alle möglichen Übergänge und Abstufungen gibt, und sicula und scirpi werden erneut als eine Art betrachtet (Hacker, Ronkay & Hreblay 2002, http://fauna.naturkundemuseum-berlin.de u.a.). Die längsgestreiften Formen kann man als M. sicula Form sicula bezeichnen, die einfarbigen als M. sicula Form scirpi.
Da die beiden Formen etwas unterschiedlich verbreitet sind (in manchen Gebieten kommt nur eine davon vor), da eine Reihe von regionalen Taxa beschrieben wurden (belgiensis, bavarica, montium, dactylidis, albivena u.a.), die das Bild zusätzlich verwässern, und da die Entwicklungsstadien noch nicht genügend bekannt sind, sind weitergehende Untersuchungen (z.B. DNS-Taxonomie) auf jeden Fall wünschenswert.
(Text: Axel Steiner)

1-2, 3-4, 5-6, 7-8, 9-10 und 11-12, sechs ♂♂: Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)
13-14, ♂: Republik Zypern, Paphos, Kidasi - Trozena (ca. 300 m), 17. Februar 2013, am Licht (leg., gen. det. & Fotos: Hartmuth Strutzberg) [Forum]
15, ♂: Kroatien, Dalmatien, Zečevo, 20 m, 28. August 2009 (leg. & Foto: František Kosorín), det. Alexandr Zhakov und Daniel Bartsch [Forum]

1-2, 3-4, 5-6, 7-8 und 9-10, fünf ♀♀: Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)


Genitalien

1, Genitalpräparat des als Beleg 15 abgebildeten ♂: Kroatien, Dalmatien, Zečevo, 20 m, 28. August 2009 (Präparation & Foto: František Kosorín), det. Alexandr Zhakov und Daniel Bartsch [Forum]


Erstbeschreibung

TREITSCHKE (1835: 90-91) [nach Copyright-freien Scans auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Habitat

1-2: Griechenland, West-Kreta, Petres, 750 m, 10. April 2012 (Fotos: Heiner Ziegler) [Forum]



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

(siculus sizilisch).
SPULER 1 (1908: 224R)


Andere Kombinationen

Synonyme

Unterarten


Faunistik

GAEDIKE & HEINICKE (1999) melden M. sicula f. scirpi für Deutschland aus den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und dem Saarland. Wegen der Abgrenzungsproblematik gegenüber f. scirpi müssen hier Fragen offen bleiben.

Nach SWISSLEPTEAM (2010) gehören alle Vorkommen aus dem Artenkomplex von M. sicula in der Schweiz zu Mythimna sicula f. scirpi. Mythimna sicula im engeren Sinne (also f. sicula) fehlt in der Schweiz.


Literatur


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Letzte Änderung am Mai 21, 2018 20:13 von Michel Kettner
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