Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Micropterix Calthella

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Micropterigidae (Urmotten)
EU M-EU 00010 Micropterix calthella (LINNAEUS, [1760]) - Stirn bis Flügelspitze: 3,5 mm

1-3: Österreich, Niederösterreich, Urschendorf, Feuchtwiese, 10. Mai 2004 (Foto: Peter Buchner), det. Peter Buchner
4: Deutschland, Brandenburg, Kienbaum, Löcknitztal, 22. Mai 2005 (Freilandfoto: René Ressler), conf. Helmut Kolbeck [Forum]
5: Deutschland, Baden-Württemberg, Rheinstetten-Neuburgweier, hinter dem Rheindamm, 9. Mai 2006 (Freilandfoto: Jürgen Rodeland), conf. Helmut Kolbeck [Forum]
6-8: Deutschland, Sachsen, Oberholz (Großpösna bei Leipzig), Waldlichtung, 12. Mai 2008 (Freilandfotos: Heidrun Melzer), det. Heidrun Melzer, conf. Christof Zeller [Forum]
9-10: Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Hennef, Waldrand, 22. Mai 2008 (Freilandfotos: Horst Köcher), det. Horst Köcher, conf. Thomas Rupp [Forum]
11: Deutschland, Hamburg, Eidelstedter Feldmark, halbtrockene Wiese, vermehrt an Hahnenfuß und Gräsern, 21. Mai 2009 (Foto: Christa Eickert), det. Renate Ridley, conf. Rolf Mörtter [Forum]
12-13: Deutschland, Sachsen, Kleinsaubernitz, Ziegenwiese, 150 m, 21. Mai 2015, am Licht (leg., det. & Fotos: Friedmar Graf) [Forum]
14: Deutschland, Brandenburg, Hennigsdorf bei Berlin, Teufelsbruch Wiesen, 33m, auf Caltha palustris, 14. Mai 2015, Tagfund (Foto: Pia Wesenberg) [Forum]
15, ♂: Österreich, Steiermark, Graz, St. Peter, ca. 380 m, Feuchtstelle, Waldlichtung, 1. Mai 2017 (fot.: Horst Pichler) [Forum]
16 an Wiesen-Schaumkraut: Deutschland, Niedersachsen, Landkreis Lüneburg, Radbrucher-Forst, 13 m, feuchter Eichen-Mischwald, 9. Mai 2019 (leg., det. & fot.: Frank Stühmer) [Forum]
17, an Großer Sternmiere: Deutschland, Niedersachsen, Landkreis Lüneburg, Radbrucher-Forst, 13 m, feuchter Eichen-Mischwald, 9. Mai 2019 (leg., det. & fot.: Frank Stühmer) [Forum]


Kopula

1: Österreich, Oberösterreich, St. Ulrich bei Steyr, Kleinkohlergraben, 10. Mai 2009 (Freilandfoto: Michael Nöbauer), det. Michael Nöbauer, conf. Gerald Fuchs [Forum]
2-4: Slowakei, Velka Fatra, Lubochna, 472 m, 30. Juni 2013 (det. & fot.: Roland Štefanovič) [Forum]
5: Österreich, Bundesland Salzburg, Pinzgau, Salzburger Schieferalpen, Maria Alm, Natrunberg, 1100 m, Tagfund, 25. Mai 2016 (det. & unmanipuliertes Freilandfoto: Sabine Flechtmann) [Forum]
6: Deutschland, Niedersachsen, Landkreis Lüneburg, Radbrucher-Forst, 13 m, feuchter Eichen-Mischwald, 9. Mai 2019 (leg., det. & fot.: Frank Stühmer) [weitere Fotos im Forum]



Diagnose

1, ♂: Schweiz, Waadt, Cudrefin, 430 m, Auenwald, 28. April und 6. Mai 1990, an blühenden Seggen (Carex) (Aufnahmen: Rudolf Bryner), leg., praep. & det. Rudolf Bryner [Forum]


Weibchen

1, ♀: Schweiz, Waadt, Cudrefin, 430 m, Auenwald, 28. April und 6. Mai 1990, an blühenden Seggen (Carex) (Aufnahmen: Rudolf Bryner), leg., praep. & det. Rudolf Bryner [Forum]

Einfarbige Art mit purpurn glänzendem Fleck, der sich über die ganze Flügelbasis erstreckt.


Genitalien

Männchen

1, ♂: Österreich, Steiermark, Graz, St. Peter, ca. 380 m, Feuchtstelle, Waldlichtung, 1. Mai 2017 (präp. & fot.: Horst Pichler) [Forum]


Ähnliche Arten:


Erstbeschreibung

LINNAEUS ([1760]: 367) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org].

Beschreibung von John Curtis als Eriocephala calthella

CURTIS (1823-1840) [nach Copyright-freien Scans auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Habitat

1: Slowakei, Velka Fatra, Lubochna, 472 m, 30. Juni 2013 (fot.: Roland Štefanovič) [Forum]
2: Deutschland, Brandenburg, Hennigsdorf bei Berlin, Teufelsbruch Wiesen, 33m, auf Caltha palustris, 14. Mai 2015, Tagfund (Foto: Martin Semisch) [Forum]


Nahrung der Raupe

AMSEL (1962) schreibt in seiner Würdigung der Arbeit von LORENZ (1961): "[...] so wenig erforscht war die Biologie. Hier setzt Lorenz an und gibt eine hervorragende Darstellung der höchst bemerkenswerten Verhältnisse, die den morphologischen Gegebenheiten der Imagines an Reiz keineswegs nachstehen. Das Ei ist dicht mit feinen Stielen besetzt, an deren Enden je ein kugelförmiges Gebilde sitzt, die einen Klebstoff absondern. Detritus ist die eigentliche Nahrung der Raupe, die eine bestimmte Luft- und Erdfeuchtigkeit verlangt und sehr schwierig zu züchten ist. Am Kopf der Puppe befinden sich 13 lange Borsten. Die Raupen sind jenseits unserer sonstigen Vorstellung einer Schmetterlingsraupe. Sie besitzen Wülste, die von jedem Segment stark eingeschnürt werden, so daß viele kuppelartige Erhebungen entstehen. Alle acht Abdominalsegmente tragen Bauchbeine. Die Verwandlung erfolgt in einem Kokon."
AMSEL (1962) hat die Arbeit von LORENZ (1961) dabei gut zusammengefasst. In der mehrjährigen Studie von LORENZ (1961) wurden sehr umfangreiche Laborzuchten immer wieder auch durch Überprüfung im Freiland verifiziert. Die Raupen ließen sich in der Zucht zwar teilweise mit Blättern von Veronica agrestis füttern, doch diese Pflanze war sicher nur Notfutter, kommt sie doch an den Vorkommensstellen der Art gar nicht vor. LORENZ (1961) konnte zeigen, dass die Eiablage nicht an Moose oder andere grüne Pflanzen erfolgt, sondern direkt in feine Erdspalten. Für die komplette Larvalentwicklung werden keinerlei grüne Pflanzenteile benötigt, so dass LORENZ (1961) daraus schloss, dass sich die Larve rein von Detritus ernährt, was plausibel ist. Aus heutiger Sicht erhebt sich allerdings die Frage, ob Bakterien oder Pilzhyphen entscheidenden Anteil an diesem "Detritus" haben. LORENZ (1961) stellte fest, dass der Wassergehalt des Bodens die gesamte fast zehnmonatige Larvalzeit über nur sehr geringen Schwankungen unterlegen sein durfte, was zum einen leicht austrocknende Wiesenbereiche aber auch moorige ganz ausschließt und die oft sehr enge räumliche Begrenzung auch der Falter erklärt. LORENZ (1961) ermittelte im Labor folgende Entwicklungszeiten: Ei ca. 21 Tage, Raupe aktiv ca. 138 Tage, Raupe passiv (im Überwinterungskokon) ca. 150 Tage, Puppe ca. 44 Tage, Falter ca. 12 Tage. Die Lebensdauer der Falter hängt dabei stark von ausreichender Pollennahrung ab und kann im Labor bis 20 Tage reichen.

(Autor: Erwin Rennwald)



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

LINNAEUS [1760]: "Habitat in Floribus Calthae frequens." [Wohnt häufig in den Blüten von Caltha (Dotterblume).]


Andere Kombinationen

Synonyme


Publikationsdatum der Erstbeschreibung

Argumentation für [1760] und Literaturangaben dazu: Siehe unter Acleris schalleriana.


Literatur


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


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Letzte Änderung am Mai 17, 2019 15:12 von Annette Von Scholley-Pfab
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