Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Mesapamea Secalella

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Noctuidae (Eulenfalter)
EU M-EU 09790 Mesapamea secalella REMM, 1983 - Didyma-Halmeule
Art nur durch Genitaluntersuchung zu bestimmen! Häufig. Falter von Juni bis August, Raupe überwinternd bis Juni an Gräsern.

1, ♀: Österreich, Niederösterreich, Scheiblingkirchen: Türkensturz, Mischwald, Halbtrockenrasen, Felsflur, 580 m, 3. Juli 2005 (Foto: Peter Buchner), gen. det. Peter Buchner
2, ♂: Deutschland, Schleswig-Holstein, Elmshorn, 7. Juli 2007, am Licht (Foto: Birgitt Piepgras), gen. det. Birgitt Piepgras [Forum]
3, ♀: Deutschland, Schleswig-Holstein, Elmshorn, 4. Juli 2007, am Licht (Foto: Birgitt Piepgras), gen. det. Birgitt Piepgras [Forum]
4 und 5, zwei Exemplare: Deutschland, Schleswig-Holstein, Elmshorn, 16. Juli 2006 und 1. August 2006, am Licht (Fotos: Birgitt Piepgras) gen. det. Jörg Roloff
6, ♀: Deutschland, Brandenburg, Stecherschleuse bei Eberswalde, südexponierter Waldrand, ca. 10 m, Raupenfund 7. Mai 2009, e.l. 10. Juni 2009 (leg., cult. & Studiofoto: Klaus Schwabe), det. Stefan Ratering [Forum], Raupenbestimmung nachträglich durch GU des Falters abgesichert (A. Richert) [Forum]


Raupe

1-2: Deutschland, Brandenburg, Stecherschleuse bei Eberswalde, südexponierter Waldrand, ca. 10 m, an Grasbüschel (Poa sp.), 7. Mai 2009 (Studiofoto: Klaus Schwabe), det. Stefan Ratering [Forum], Raupenbestimmung nachträglich durch GU des Falters abgesichert (A. Richert) [Forum]


Fraßspuren und Befallsbild

Die Raupen bohren sich in den Herztrieb von Süßgräsern.

1, Raupe im Trieb von Honiggras (Holcus lanatus), und 2, ausgefressener Trieb: Deutschland, Brandenburg, Potsdam-Mittelmark, Nuthe-Nieplitz-Niederung, Tremsdorf, Raupe nachts geleuchtet, 1. Mai 2013 (det. & Studiofotos: Stefan Ratering) [Forum]


Puppe

1: Deutschland, Brandenburg, Stecherschleuse bei Eberswalde, südexponierter Waldrand, ca. 10 m, Raupenfund 7. Mai 2009 (leg., cult. & Studiofoto am 23. Mai 2009: Klaus Schwabe), det. Stefan Ratering [Forum], Raupenbestimmung nachträglich durch GU des Falters abgesichert (A. Richert) [Forum]



Diagnose

Falter

Erst 1983 wurde die Existenz von zwei äußerlich nicht unterscheidbaren Zwillingsarten erkannt, die bis dahin unter dem Namen Mesapamea secalis vereinigt waren (REMM 1983). Seitdem hat man durch Genitaluntersuchungen herausgefunden, daß beide Arten in Europa weit verbreitet sind und M. secalis in den meisten Gegenden etwas häufiger auftritt als M. secalella (= M. didyma).

Die beträchtliche Variationsbreite der Falter in der Färbung ist bei M. secalis und M. secalella fast identisch. Lediglich die auffällige Form mit weißem Wurzel- und Saumfeld (f. struvei RAGUSA) kommt ausschließlich bei M. secalis vor und ist dadurch schon äußerlich sicher zuzuordnen. Alle anderen Exemplare können nur anhand der Genitalmorphologie bestimmt werden.

1-2 und 3-4, zwei ♂♂: Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)
5-6 und 7-8, zwei ♀♀: Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)
9, ♂: Deutschland, Baden-Württemberg, 78176 Blumberg, 720 m, Ortsrandlage mit viel Grün in den Gärten, Südhang, 20. Juli 2010, am Licht (Foto: Hans-Peter Deuring), conf. Axel Steiner [Forum]
10, ♀: Gleicher Fundort wie Bild 9, 13. Juli 2010, am Licht (leg., präp., det. & fot.: Hans-Peter Deuring) [Forum]


Raupe

„Nach BECK bzw. AHOLA unterscheidet sich die Mesapamea secalella-Raupe von der Mesapamea secalis-Raupe durch den breiten, dunklen, cephalen Streifen auf dem Nackenschild.“ [Stefan Ratering]


Ähnliche Arten


Genitalien

Genitalien Männchen: Clavus abgerundet, mehr nach vorn gerichtet, ohne Dornern, aber mit sehr kleinen Borsten, hell (schwächer sklerotisiert). Cornutus im Aedoeagus schmal mit eher S-förmig gebogenem Rand, der 5-10 Zähne trägt.

Genitalien Weibchen: Ductus bursae mit deutlicher, etwas nach links gerichteter Ausbuchtung, auf der eine kräftige, V-förmige Sklerotisierung sitzt.

(Autor: Axel Steiner)

1-2, ♀: Daten siehe Diagnosebild 10 (Präparation & Fotos: Hans-Peter Deuring) [Forum]


Differenzialdiagnose

Vergleich der männlichen Genitalien: Mesapamea secalis (oben) und Mesapamea secalella (unten)


1-2 (Genitalarmatur) & 3 (Aedoeagus mit Cornutus): Präparat des unter Mesapamea secalis Diagnosebild 15 gezeigten ♂ (det., Präparation & Fotos: Hans-Peter Deuring), conf. Axel Steiner [Forum]
4-6: Präparat des unter Diagnosebild 9 gezeigten ♂ (det., Präparation & Fotos: Hans-Peter Deuring), conf. Axel Steiner [Forum]

Vergleich der weiblichen Genitalien: Mesapamea secalis und M. secalella

7: Fotos und Montage: Hans-Peter Deuring [Forum]



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

Secalella Deminutiv von secalis, weil die Art durchschnittlich etwas kleiner als M. secalis ist.


Synonyme


Nomenklatur

Die Art wurde nach 1983 nur kurze Zeit M. secalella genannt, dann fast durchgehend M. didyma. Erst in der neueren Literatur wird sie wieder als Mesapamea secalella REMM, 1983, weil die Identifizierung mit "Phalaena Noctua didyma" ESPER, [1788] auf einer ungültigen Lectotypus-Festlegung beruhte.
Erläuterung: Nach den Nomenklaturregeln darf nur ein Exemplar, das dem Beschreiber bei der Urbeschreibung vorlag, als Lectotypus ausgewählt werden. Da jedoch der Text von Espers Beschreibung mehrere Jahre nach der dazugehörigen Tafel mit der Falterabbildung erschien (Tafel 1788, Text 1796), gilt die Tafel als separate Veröffentlichung und nur der auf der Tafel abgebildete Falter, nicht aber die Erwähnung der Variabilität der Art im späteren Text, sind relevant für eine Typenfestlegung. Dies übersah LEMPKE (1988), der die beiden noch vorhandenen Mesapamea-Exemplare in der ESPER-Sammlung untersuchte – es handelt sich um ein Weibchen von M. secalis (auf der Tafel abgebildet) und um ein Männchen von M. secalella (nicht abgebildet) – und das M. secalella-Männchen als Lectotypus festlegte. Dadurch ist diese Typenfestlegung ungültig. Nur das abgebildete Tier kann der Typus von didyma sein. Somit wird didyma zum Synonym von M. secalis und für die andere Art tritt wieder der Name Mesapamea secalella ein. (Autor: Axel Steiner)


Typenmaterial

РЕММ (1983: 600): “Голотип (♂): Эстонская ССР, Раплаский р-н, Хагери, 27 VIII 1960. Паратипы: Пянуский р-н, Канакюла, 15 VII 1966, 1 ♂; Кингисепп, 2 VIII 1967, 1 ♂; о. Абрука, 26 VII 1968, 3 ♂; Валгаский р-н, Пикасилла, 20 VII 1969, 1 ♂; Раквереский р-н, Поркуи, 27 VII 1971, 1 ♂.”


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Noctuidae (Eulenfalter)
EU M-EU 09790 Mesapamea secalella REMM, 1983 - Didyma-Halmeule art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am August 1, 2016 10:28 von Jürgen Rodeland
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