Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Mesapamea Remmi

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Noctuidae (Eulenfalter) / Xyleninae, Tribus Apameini, Subtribus Apameina
EU M-EU 09791 Mesapamea remmi REZBANYAI-RESER, 1985 - Remms Halmeule
Art nur durch Genitaluntersuchung zu bestimmen! Sehr selten. Wahrscheinlich ein Hybrid zwischen M. secalis und M. secalella.



Diagnose

Falter

1, ♀: Spanien, Tarragona, 14. Juli 2005 (Foto: Ladislaus Rezbanyai-Reser), leg. Dubey, gen. det. Ladislaus Rezbanyai-Reser
2: Schweiz, Engadin, 2006 (Foto: Ladislaus Rezbanyai-Reser), det. Ladislaus Rezbanyai-Reser

Äußerlich nicht von M. secalis und M. secalella zu unterscheiden und auch in ähnlicher Bandbreite variierend. Eine Bestimmung ist nur durch Genitaluntersuchung möglich.

Genitalien Männchen: Clavus ähnlich secalella, aber breiter, weniger nach vorn, sondern mehr nach oben gerichtet. Cornutus im Aedoeagus ähnlich wie bei secalella, aber schlanker, mit einer Reihe von Zähnen, die asymmetrisch seitlich am Cornutus sitzen, nicht zentral wie bei secalis und secalella. Die größten Zähne sitzen an der Spitze, bei secalis und secalella sind sie in der Mitte am größten und werden zur Spitze hin kleiner. Zusätzlich sitzen auf dem basalen Teil des Cornutus kleine, dünne Stacheln, die bei den anderen Arten fehlen.

Genitalien Weibchen: Lamina antevaginalis beiderseits der Begattungsöffnung stark kissen- oder sackartig aufgeblasen (nach Abpinseln der Haare auf der Unterseite der Abdomenspitze schon bei Lupenvergrößerung äußerlich gut zu erkennen). Ductus bursae ohne Ausbuchtung und ohne V-förmige Sklerotisierung.


Ähnliche Arten

(Autor: Axel Steiner)



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

H. REMM, estländischer Lepidopterologe, der M. secalis und M. secalella als getrennte Arten erkannte.


Taxonomie

Zahlreiche Autoren ziehen es inzwischen vor, die ursprünglich als eigene Art beschriebene "Mesapamea remmi" als einen Hybriden zwischen Mesapamea secalis und M. secalella (=didyma) aufzufassen. Die Gründe hierfür sind ihre extreme Seltenheit (Nur ca. 100 Exemplare sind bekannt. Das Häufigkeitsverhältnis secalis : secalella : "remmi" liegt etwa bei 200 : 125 : 1), die Tatsache, dass es keinen Fundort gibt, an dem nur "M. remmi" allein vorkommt (an allen bekannten Fundorten fliegen auch M. secalis und M. secalella), und vor allem die Genitalmorphologie mit teils intermediären Merkmalen und teils bizarren Sonderformen, wie sie in der ganzen näheren Verwandtschaft der Gattung nicht beobachtet werden. Bei den weiblichen "remmi" sind die Genitalien zudem oft fehlgebildet, d.h. Ductus bursae und Corpus bursae können komplett fehlen; solche Tiere sind nicht fortpflanzungsfähig. Eine experimentelle Überprüfung dieser Hypothese durch Kreuzungsversuche steht noch aus: die schwierige Eizucht an der lebenden Pflanze mit der langwierigen Raupenüberwinterung scheint viele Züchter abzuschrecken, einen solchen Versuch zu wagen. (Autor: Axel Steiner)

HUEMER (2013) berichtet: "Das Taxon M. remmi wird inzwischen überwiegend als Hybrid von M. secalis und M. didyma angesehen (SEGERER & HAUSMANN, 2012; ZILLI et al., 2005). Diese Ansicht bestätigen auch neueste molekulare Ergebnisse (MUTANEN, PÜHRINGER & RONKAY, pers. Mitt.)."

Der Erstbeschreiber der Art, Ladislaus REZBANYAI-RESER, hält die vorgebrachten Argumente für die Deutung als Hybride nach wie vor als leicht zu entkräften bzw. unzutreffend. Seine zusammenfassende Argumentation ist im [Forumsbeitrag L. Reser, 13. Februar 2015] nachzulesen. Was seit 30 Jahren (!) in jedem Fall noch immer fehlt sind Zuchten, Zuchten, Zuchten ... Um eine einigermaßen realistische Chance auf M. remmi-Eier zu haben, müsste man mindestens 1000 Freiland-Weibchen von Mesapamea in getrennten Gefäßen ablegen lassen und die Tiere erst danach genitalisieren; die Zucht ist dann noch immer nicht geschafft. Wer für die Hybriden-Theorie ist, hat es da im Prinzip leichter: Er muss nur Kreuzungsversuche mit ein paar Exemplaren von M. secalis und M. secalella durchführen und damit Erfolg haben ... (Autor: Erwin Rennwald)

Da als wahrscheinlicher Hybrid angesehen wird das Taxon nicht als Art in das Vwerzeichnis der Schmetterlingen Deutschlands von GAEDIKE et al. (2017) aufgenommen.


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Noctuidae (Eulenfalter) / Xyleninae, Tribus Apameini, Subtribus Apameina
EU M-EU 09791 Mesapamea remmi REZBANYAI-RESER, 1985 - Remms Halmeule diagnosebild-m-eu

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Letzte Änderung am Mai 25, 2018 9:42 von Michel Kettner
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