Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Melitaea Trivia

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Nymphalidae (Edelfalter)
EU M-EU 07274 Melitaea trivia ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) - Bräunlicher Scheckenfalter

1-3: Slowenien, Berg Nanos, 800 m, e.l. 19. Juni 2006 (Fotos: Gerd Krautberger), cult., leg. & det. Gerd Krautberger [Forum]
4-5: Daten siehe Raupenfoto 4, e.l. (Studiofotos: Walter Schön)
6-7: Griechenland, Itea (Sterea Ellada), 19. April 2007 (Fotos: Heiner Ziegler), det. Heiner Ziegler, conf. Egbert Friedrich [Forum]
8-9: Griechenland, Meteora (Thessalia), 14. April 2007 (Fotos: Heiner Ziegler), det. Heiner Ziegler, conf. Egbert Friedrich [Forum]
10, ♀: Griechenland, Samos, Stavrinides, Atzaret Aloni - Ambelos, 700 m, 10. Mai 2008 (Foto: Dieter Fritsch), det. Dieter Fritsch
11: Griechenland, Chalkidiki, Metamorfosis, Meereshöhe, 6. Juni 2009 (Freilandfoto: Michel Kettner), det. Michel Kettner [Forum]
12: Griechenland, Chalkidiki, Metamorfosis, Meereshöhe, 8. Juni 2009 (Freilandfoto: Michel Kettner), det. Michel Kettner [Forum]
13-14: Griechenland, Chalkidiki, Metamorfosis, Meereshöhe, e.l. 17. Juni 2009 (Fotos: Michel Kettner), det. Michel Kettner [Forum]
15: Griechenland, Westmakedonien, Siatista, ca. 800 m, 17. Mai 2013 (det. & fot.: Markus Dumke) [Forum]


Kopula

1: Griechenland, Chalkidiki, Metamorfosis, 35 m, 4. Juli 2015 (det. & fot.: Michel Kettner) [Forum]


Raupe

1-2: Slowenien, Berg Nanos, 800 m, 5. Juni 2006, knapp vor Verpuppung (Foto: Gerd Krautberger), det. Gerd Krautberger & Jürgen Hensle
3, Raupen und Fraßbild: Griechenland, Kalambaka, Meteora, 7. Juni 2006 (Freilandfoto: Walter Schön), det. Walter Schön
4: Griechenland, Halbinsel Pilion, Afetes, 4. Juni 2006 (Freilandfoto: Walter Schön), det. Walter Schön
5: Griechenland, Samos, Stavrinides, Atzaret Aloni - Ambelos, 900 m, 10. Mai 2008 (Foto: Dieter Fritsch), det. Dieter Fritsch
6: Griechenland, Chalkidiki, Metamorfosis, Meereshöhe, 6. Juni 2009 (Foto: Michel Kettner), det. Michel Kettner [Forum]
7: Griechenland, Chalkidiki, Metamorfosis, Meereshöhe, 8. Juni 2009 (Foto: Michel Kettner), det. Michel Kettner [Forum]
8, Raupen auf Verbascum thapsus: Griechenland, Chalkidiki, Metamorfosis, Meereshöhe, 10. Juni 2009 (Foto: Michel Kettner), det. Michel Kettner [Forum]
9. Italien, Friaul, Draga S. Elia, 360 m, leg. Raupe 21. Mai 2010 an Königskerze (Verbascum spec.) (Freilandfoto : Helmut Deutsch) leg., cult. & det. Helmut Deutsch
10-12: Bulgarien, Muselievo (Naehe Nikopol), 30. Mai 2011 (fot.: Gerhard Zimmert), det. Hermann Falkenhahn [Forum]


Puppe

1-2: Slowenien, Berg Nanos, 800 m, e.l. 11. Juni 2006 (Fotos: Gerd Krautberger), det. Gerd Krautberger [Forum]
3: Griechenland, Halbinsel Pilion, Afetes, 4. Juni 2006 (Freilandfoto: Walter Schön), det. Walter Schön
4: Daten siehe Raupenbild 5, 20. Mai 2008 (Foto: Dieter Fritsch), leg. Dieter Fritsch
5-7: Griechenland, Chalkidiki, Metamorfosis, Meereshöhe, e.l. 12. Juni 2009 (Fotos: Michel Kettner), det. Michel Kettner [Forum]


Ei

Griechenland, Halbinsel Pilion, Afetes, 4. Juni 2006 (Freilandfoto: Walter Schön), det. Walter Schön



Diagnose

Falter

Von der ähnlichen Melitaea didyma anhand folgender Merkmale zu unterscheiden: die Grundfarbe der Männchen ist etwas weniger leuchtend rötlich, die Flügeloberseite mit verstärkter schwarzer Zeichnung und die Weibchen sind weniger stark oliv übergossen.
Von der am selben Ort fliegenden M. didyma durch die meist geringere Größe und die Blässe meist gut zu unterscheiden. Die Randpunkte auf der Hin­terflügel-Unterseite sind bei M. didyma zudem eher rund, bei M. trivia meist ausgeprägter dreiecksförmig. Durch die klimatisch bedingte Variationsbreite beider Arten können jedoch keine überall gülti­gen Unterscheidungsmerkmale angegeben werden. Die Unterscheidung von der hier getrennt geführten, aber als Art umstrittenen Melitaea ignasiti gelingt nur anhand des Fundorts und anhand von Feinheiten des männlichen Genitals.


Ähnliche Arten



Biologie

Habitat

M. trivia liebt es trocken und heiß. Sie fliegt in Halbwüsten, Steppen, Felsensteppen, Garriguen und auf trockenen Magerrasen von der Meeresküste bis 2200 m in Europa, bis über 3000 m in Asien.

1, Trockenrasen: Ungarn, Közép-Magyarország, Pest, Szentendre, am Rand des Duna-Ipoly-Nationalparks, 23. Mai 2011 (Foto: Jens Philipp) [Forum]


Lebensweise

In heißen Tieflagen treten drei sich überschneidende Generationen von Ende April bis Anfang Oktober auf, im Binnenland zwei, von Mai bis August und im höheren Bergland nur eine von Juni bis August.

Die Raupe lebt an filzig behaarten Königskerzen-Arten (Verbascum spp.), jung unter dem Schutz des abgenagten Haarflaums. Die Raupennachkommen der letzten Generation überwintern nach der 2. Häutung am Boden unter der Nahrungspflanze.

(Autor: Jürgen Hensle)


Nahrung der Raupe

1, Verbascum spec.: Griechenland, Halbinsel Pilion, Afetes, 4. Juni 2006 (Freilandfoto: Walter Schön)
2, Verbascum spec.: Griechenland, Samos, Stavrinides, Atzaret Aloni - Ambelos, 900 m, 10. Mai 2008 (Foto: Dieter Fritsch)



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

„auf Dreiwegen verehrt, Beiname mehrerer Gottheiten.“
SPULER 1 (1908: 23R)


Andere Kombinationen

Synonyme


Taxonomie und Faunistik

Die von VAN OORSCHOT & COUTSIS (2014) von M. trivia abgetrennte Melitaea ignasiti DE SAGARRA, 1926 wird hier - mit sehr großem Vorbehalt - als eigenständige Art mit Vorkommen von Nordwest-Italien an westwärts bis zur Iberischen Halbinsel akzeptiert. Nicht nachvollziehbar ist die von den gleichen Autoren ohne jegliche neuere Erkenntnis vorgenommene Aufwertung der var. syriaca zu einer bona species: "Melitaea syriaca REBEL, 1905". Die Genitalunterschiede sind hier seit Langem bekannt und werden von HESSELBARTH et al. (1995) nicht einmal als Grund für die Ausweisung als Subspezies von M. trivia akzeptiert; gleiches gilt für das überwiegend außereuropäische Taxon robertsi, das VAN OORSCHOT & COUTSIS (2014) ebenfalls zur Art - Melitaea robertsi BUTLER, 1880 - aufgewertet haben. Beide "Arten" werden im Lepiforum wie bisher als Synonym von M. trivia behandelt. Als Verbreitungsgebiet von "M. syriaca" nennen VAN OORSCHOT & COUTSIS (2014): "SE Bulgarien, Greece (NE to central part of mainland, E Aegean Islands of Híos, Ikaría, Kos, Lésvos, and Sámos), Israel, Jordan, Lebanon, Syria, Turkey." "M. robertsi" erreicht nach der Karte von VAN OORSCHOT & COUTSIS (2014) Europa im Kaukasus von Dagestan und im Umfeld der Mündung des Uralflusses.

Ein weiteres kontrovers diskutiertes Taxon ist Melitaea robertsi uvarovi GORBUNOV, 1995. Locus typicus ist Donskoje (Donskoe, Donskoy) in der Oblast Orenburg, also im Südural am Nordufer des Ural-Flusses. ANIKIN et al. (2017) werten es ohne Begründung zur Art auf. VAN OORSCHOT & COUTSIS (2014) kamen hingegen bei der Untersuchung der Genitalien zu einem ganz anderen Schluss: "The genitalia of the holotype of M. robertsi uvarovi are unknown as far as we know. The reason for placing this taxon under M. trivia rather than M. robertsi stems from the fact, that the valva of M. robertsi from S Urals, Donskoe, figured in Gorbunov (2001: pl. 26, fig. 9), is no other than that of M. trivia. In addition to this, all ten specimens at our disposal from Ural have genitalia identical to those of M. trivia. Zur Klärung ist hier eine genetische Studie unabdingbar.

(Autor: Erwin Rennwald)


Verbreitung

Melitaea trivia s.l. ist eine südliche Art, die von Nordportugal über Italien, die Balkanhalbinsel, Südrussland und die Türkei bis zum Himalaya verbreitet ist. Die Verbreitungsnordgrenze reicht am südlichen Alpenrand von der Umgebung Turins bis nach Niederösterreich. In Russland reicht sie weiter nach Norden bis in die Gegend um Moskau und von dort über den Südural bis zum Altai. In West- und Mitteleuropa tritt sie nur sehr lokal auf und fehlt weiten Strecken ganz. Von der südlichen Balkanhalbinsel an östlich wird sie deutlich verbreiteter und häufiger. Da wir M. ignasiti mit Vorbehalt als eigenständige Art akzeptieren, fallen für M. trivia die westlichen Vorkommen in NE-Italien, Südfrankreich, Andorra, Spanien und Portugal weg.

(Autoren: Jürgen Hensle & Erwin Rennwald)


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Nymphalidae (Edelfalter)
EU M-EU 07274 Melitaea trivia ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) - Bräunlicher Scheckenfalter art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am Juni 25, 2018 16:10 von Erwin Rennwald
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