Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Melitaea Parthenoides

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Nymphalidae (Edelfalter)
EU M-EU 07279 Melitaea parthenoides KEFERSTEIN, 1851 - Westlicher Scheckenfalter

Männchen

1, ♂: Schweiz, Schaffhausen, Reiat, Büttenhardt, Flur "Langärgete / In Räbe", trockene, geneigte Wirtschaftswiese auf Kalk, 615 m, 19. August 2006 (Freilandfoto: Hans Peter Matter), det. Hans Peter Matter
2-4, ♂♂: Schweiz, Schaffhausen, Reiat, Büttenhardt, Freudental, Kalk-Halbtrockenrasen, 600 m, 24. August 2006 (Freilandfotos: Hans Peter Matter), det. Hans Peter Matter


Weibchen

1-2, ♀: Schweiz, Waadt, Ollon, Vaud, 600 m, e.l. leg. 17. März 2007 (Studiofotos am 14. Mai 2007: Carsten Wilkening), det. Carsten Wilkening [Forum]
3, ♀: Deutschland, Bayern, Schwaben, Ostallgäu, 3. Juli 2002 (Foto: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger
4-5, ♀ ♀: Schweiz, Schaffhausen, Reiat, Büttenhardt, Flur "Langärgete / In Räbe", trockene, geneigte Wirtschaftswiese auf Kalk, 615 m, 19./22. August 2006 (Freilandfotos: Hans Peter Matter), det. Hans Peter Matter
6, ♀: Schweiz, Schaffhausen, Reiat, Büttenhardt, Freudental, Kalk-Halbtrockenrasen, 600 m, 26. August 2006 (Freilandfotos: Hans Peter Matter), det. Hans Peter Matter
7, ♀ 2. Generation: Deutschland, Baden-Württemberg, Badberg im Kaiserstuhl, Vogtsburg, Trockenrasen, ca. 350 m, 11. August 2007 (Freilandfoto: Peter Frey), det. Jürgen Hensle [Forum]
8-9, ♀: Deutschland, Baden-Württemberg, Kaiserstuhl, Vogtsburg-Schelingen, 26. August 2009 (Freilandfotos: Manfred Hund), det. Manfred Hund, conf. Erwin Rennwald & Jürgen Hensle [Forum]


Geschlecht nicht bestimmt

1: Schweiz, Schaffhauser Randen, ca. 800 m, Rotklee- und Flockenblumenwiese, 7. September 2005 (Foto: Jochen Büchler), det. Markus Schwibinger, conf. Erwin Rennwald [Forum]


Aberrationen

1, ♂: Deutschland, Baden-Württemberg, Klettgauer Schichtstufenland, Schmitzingen, Magerrasen, 7. Mai 2012 (Freilandfoto: Christoph Bausch), conf. Jürgen Hensle [Forum]
2, ♂: Schweiz, Kanton Schaffhausen, Freudental bei Büttenhardt, 20. August 2015 (Freilandfoto: Hans Peter Matter), det. Hans Peter Matter


Kopula

1: Schweiz, Schaffhausen, Reiat, Büttenhardt, Flur "Langärgete / In Räbe", trockene, geneigte Wirtschaftswiese auf Kalk, 615 m, 19. August 2006 (Freilandfoto: Hans Peter Matter), det. Hans Peter Matter


Raupe

1: Schweiz, Waadt, Ollon, Vaud, auf 600 m, 17. März 2007 (Foto: Carsten Wilkening), det. Carsten Wilkening [Forum]
2, L3: Schweiz, Schaffhausen, Merishausen (Zuchtfoto vom 11. Mai 2008: Jürgen Hensle), cult. & det. Jürgen Hensle
3-4, L5: Frankreich, Dept. Haute-Saône, vic. Borey, 29. Juli 2013 (Zuchtfoto: Jürgen Hensle), det. Jürgen Hensle


Puppe

1-2: Schweiz, Waadt, Ollon, Vaud, 600 m, e.l. leg. 17. März 2007 (Studiofotos am 17. April 2007: Carsten Wilkening), det. Carsten Wilkening [Forum]
3-4: Frankreich, Dept. Haute-Saône, vic. Borey, 11. August 2013 (Zuchtfoto: Jürgen Hensle), det. Jürgen Hensle


Ei

1, Eigelege an Plantago lanceolata: Schweiz, Schaffhausen, Randen, bei Merishausen, 600 m, Waldrand, Halbtrockenrasen, 19. August 2007 (Freilandfoto: Jürgen Hensle), det. Jürgen Hensle
2, Eigelege an Plantago media: Schweiz, Schaffhausen, Randen, bei Merishausen, 600 m, 19. August 2007 (Manipuliertes Freilandfoto: Jürgen Hensle), det. Jürgen Hensle
3: Eigelege an Plantago lanceolata: Frankreich, Dept. Haute-Saône, vic. Borey, 18. Juni 2013 (Zuchtfoto: Jürgen Hensle)


Raupengespinst


1, Jungraupengespinst an Plantago media: Schweiz, Kt. Schaffhausen, vic. Büttenhardt, 600 m, 17. September 2011 (Manipuliertes Freilandfoto: Jürgen Hensle)



Diagnose

Falter

♂ ♂ von Melitaea parthenoides haben in Mitteleuropa oberseits gegenüber anderen Scheckenfalter-Arten eine, speziell im mittleren Bereich der Hinterflügel-Oberseite, deutlich ausgedünnte schwarze Gitterzeichnung bei leuchtend orangebrauner Färbung und fuchsrote Palpen. Im nördlichen Bereich ihrer Verbreitung sind sie aufgrund dieser Merkmale leicht von den verwandten Arten zu unterscheiden. Bei den ♀ ♀ ist die schwächere Zeichnung in Mitteleuropa auch noch ein oft auftretendes Merkmal, jedoch gibt es auch schon hier zuweilen stärker dunkel gezeichnete Exemplare. Nach Süden zu treten dann, vor allem im weiblichen Geschlecht, zunehmend auch stärker gezeichnete Falter auf. Und auf der Iberischen Halbinsel ist dieses Merkmal oft nur noch in stark abgeschwächter Form zu erkennen.
In Mitteleuropa sind zudem auch die (von oben betrachtet!) fuchsroten Palpen ein einfaches Unterscheidungsmerkmal zu den meisten anderen ähnlichen Scheckenfaltern. Nicht selten sind jedoch nur die Spitzen der Palpen rot. Nach unten zu können sie hingegen durchaus auch braune oder gelbliche Haare tragen.
In Frankreich, Südwestdeutschland und der Schweiz überschneiden sich die Verbreitungsgebiete von M. parthenoides und M. aurelia. Beide Arten teilen aber nur selten den Biotop, so dass schon ein Blick auf die Palpenfärbung der ♂ ♂ Klarheit über die Artzugehörigkeit verschafft. Und an den wenigen Stellen, an denen stark gezeichnete M. parthenoides-♀ ♀ und ♀ ♀ von M. aurelia zusammentreffen, können letztere oft durch den verdunkelten Saumstreifen, speziell der Hinterflügel-Unterseite unterschieden werden. Denn der Raum zwischen den beiden Marginallinien ist bei M. parthenoides, analog zu M. athalia, wie die angrenzenden Saummonde gefärbt.

Neben dem ♀ des Ehrenpreis-Scheckenfalters (M. aurelia) und südwesteuropäischen Wachtelweizen-Scheckenfaltern (Melitaea athalia celadussa) hat M. deione in Südwesteuropa oft ähnlich rote Palpen. Von dieser Art kann der Westliche Scheckenfalter meist durch den drittuntersten Halbmond am Außenrand der Vorderflügels unterschieden werden, welcher beim Westlichen nur wenig, bei M. deione aber oft deutlich größer ist, als der zweitunterste. Zudem zeichnet M. deione ein liegendes X am Innenrand der Vorderflügel-Oberseite aus.

In Südwesteuropa hat auch M. athalia celadussa rotbraun gefärbte Haare an den Palpen. Im direkten Vergleich sind diese aber erkennbar dunkler und weniger leuchtend gefärbt als die von M. parthenoides.

1-3, ♂: Deutschland, Baden-Württemberg, Baaralb, Blumberg, Südhang mit Gebüschstreifen, Trespen-Halbtrockenrasen auf Kalk, 780 m, 30. Mai 1969 (Fotos: Hans-Peter Deuring), leg., gen.präp. & det. Hans-Peter Deuring [Forum]
4-5, ♀: Deutschland, Baden-Württemberg, Baaralb, Hüfingen-Fürstenberg, Ortsteil Schächer, Magerrasen auf Kalk, 820 m, 9. Juni 1969 (Fotos: Hans-Peter Deuring), leg. & det. Hans-Peter Deuring [Forum]


Genitalien

Vergleich: Melitaea athalia - Melitaea britomartis - Melitaea parthenoides

1, ♂: Deutschland, Baden-Württemberg, 78176 Blumberg, 750 m, Halbtrockenrasen, 3. Juli 2010 (det., Präparation & Foto: Hans-Peter Deuring) [Forum]
2, ♂: Deutschland, Baden-Württemberg, 78176 Blumberg, 750 m, Halbtrockenrasen, 25. Juni 2010 (det., Präparation & Foto: Hans-Peter Deuring) [Forum]
3, ♂: Deutschland, Baden-Württemberg, 78176 Blumberg, 750 m, Halbtrockenrasen, 25. Mai 2010 (det., Präparation & Foto: Hans-Peter Deuring) [Forum]


Ähnliche Arten


Erstbeschreibung

KEFERSTEIN (1851: 244) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Habitat

1: Schweiz, Bern, Berner Oberland, Kandertal, 21. Juni 2008 (Foto: Heiner Ziegler) [Forum]
2: Deutschland, Baden-Württemberg, Kaiserstuhl, Halbtrockenrasen am Badberg, 350 m, 18.Juni 2009 (Foto: Jürgen Hensle)
3: Frankreich, Dept. Haute-Saône, Halbtrockenrasen vic. Borey, 16. Juni 2013 (Foto: Jürgen Hensle)
4: Deutschland, Baden-Württemberg, Westallgäuer Hügelland, Hangquellmoor im Karbachtal, 23. Juni 2013 (Foto: Thomas Bamann) [Forum]
5-6, Larvalhabitat, im Moorbereich lebt die Raupe auf trockeneren Kuppen: Deutschland, Baden-Württemberg, Westallgäuer Hügelland, Hangquellmoor im Karbachtal, 22. April 2016 (Foto: Thomas Bamann) [Forum]

M. parthenoides fliegt auf trockenen Magerrasen ebenso wie auf Waldwiesen, Feuchtwiesen und Niedermooren. Im Jura und den Alpen erreicht sie maximal 1500 m, in Spanien hingegen kann sie bis auf 2600 m angetroffen werden.


Lebensweise

M. parthenoides tritt an warmen Fundorten auch nördlich der Alpen in zwei Generationen auf, die im Mai/Juni und wieder von Anfang August bis Mitte September fliegen. Im höheren Bergland fliegt hingegen nur eine Generation im Juni/Juli. Gebietsweise, vor allem im Norden des Verbreitungsgebietes, kommt es auch vor, dass einzelne Tiere einer Population zwei, andere aber nur eine Generation ausbilden. Das Ergebnis ist eine langgezogene ununterbrochene Flugperiode von Mai bis September.
Das ♀ legt die Eier in Gelegen an die Blattunterseite von Spitzwegerich (Plantago lanceolata) und Mittlerem Wegerich [(Plantago media) im Schaffhauser Randen sicher nachgewiesen]. Während die 1. Gen. gut anfliegbare Pflanzen an lichten Stellen in der Wiese bevorzugt, belegen die ♀ ♀ der 2. Gen. vorzugsweise Pflanzen zuvor gemähter Wiesen und hier solche, die am Waldrand wachsen.
Die jungen Raupen leben gesellig in einem Gespinst. Die Raupen der letzten Generation überwintern dort nach der 2. Häutung.


Nahrung der Raupe

1, kleinwüchsige Pflanze von Plantago lanceolata als Wirtpflanze von M. parthenoides: Deutschland, Baden-Württemberg, Westallgäuer Hügelland, Hangquellmoor im Karbachtal, 22. April 2016 (Freilandfoto: Thomas Bamann), det. Thomas Bamann [Forum]



Weitere Informationen

Andere Kombinationen

Synonyme


Verbreitung

Der Westliche Scheckenfalter ist eine südwesteuropäische Art. Er fliegt von der Sierra Nevada im Süden bis Zentralfrankreich im Norden und inselhaft, sehr lokal und selten weiter bis in die Normandie und nach Lothringen, wo er seine absolute Nordgrenze erreicht. Im Osten erreicht er in Italien noch Modena, nördlich der Alpen den Schweizer Jura, die Südvogesen, den Kaiserstuhl, das Hochrheintal, das Klettgauer Schichtstufenland, die Baar, Oberschwaben, das Unterallgäu und die Lech-Vorberge. In den Alpen gibt es Fundorte im Unterwallis im Grenzgebiet zur Waadt und im Berner Oberland. Die Art fehlt im äußersten Süden Spaniens und in Südportugal. In Deutschland und Nordfrankreich geht sie immer mehr zurück, ist aus Deutschland heute nur noch aus dem äußersten Süden bekannt.

HUEMER (2013) vermerkt zu Österreich: "Die bei HUEMER & TARMANN (1993) noch nicht berücksichtigte Art wurde historisch in Nordtirol (Umg. Innsbruck) nachgewiesen (genitaluntersuchter Beleg, det. Huemer) und eine (ehemalige?) Bodenständigkeit erscheint durchaus glaubwürdig."


Literatur

Autor: Jürgen Hensle


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Nymphalidae (Edelfalter)
EU M-EU 07279 Melitaea parthenoides KEFERSTEIN, 1851 - Westlicher Scheckenfalter art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am September 2, 2016 19:09 von Jürgen Rodeland
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