Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Melitaea Britomartis

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Nymphalidae (Edelfalter)
EU M-EU 07281 Melitaea britomartis ASSMANN, 1847 - Östlicher Scheckenfalter

1 ♂ und 5 ♀: Deutschland, Thüringen, Moschwitzgrund (ehemaliger Grenzstreifen Nähe Seibis), 10. Juni 2007 (Freilandfotos: Jens Philipp), det. Jürgen Hensle [Forum]
2, 3 ♂♂ und 4 ♀: Deutschland, Thüringen, Moschwitzgrund (ehemaliger Grenzstreifen Nähe Seibis), 16. Juni 2007 (Freilandfotos: Jens Philipp), det. Jens Philipp, conf. Jürgen Hensle
6-7, ♀: Deutschland, Bayern, Altmühltal, Mühlheim, 18. Juni 2008 (Freilandfotos: Michel Kettner), det. Jürgen Hensle [Forum]
8-12, ♂: Deutschland, Thüringen, Umgebung von Maua (bei Jena), ca. 370 m, Raupe am 5. Juni 2010 in unmittelbarer Nähe von Spitzwegerich (Plantago lanceolata), e.l. 22. Juni 2010 (leg., cult., det. und Fotos: Heidrun Melzer) [Forum]
13, ♀: Deutschland, Baden-Württemberg, Machtolsheim, Wacholderheide, ca. 670 m, Raupenfund am 10. Juni 2010, e.l. 29. Juni 2010 (leg., cult., det. & Foto: Jörg Döring), conf. Heidrun Melzer & Helmut Kolbeck [Forum]
14, ♀: Deutschland, Bayern, Mittlere Frankenalb, Velburg, 527 m, e.l. 15. Juni 2012 (det. & fot.: Thomas Netter) [Forum]
15-16, ♂: Rumänien, Oltenia, Mehedinti, Turnu Severin, Cerneti, 44.66412, 22.725495, ca. 140 m, xerotherme Wiese neben Flaumeichenwald, 3. Juni 2011 (Freilandfotos: Christian Papé), det. Christian Papé [Forum]
17, ♀: Deutschland, Baden-Württemberg, Mittleres Wutachland, vic. Löffingen, 830 m, 3. Juli 2016 (Freilandfoto: Jürgen Hensle), det. Jürgen Hensle


Aberrationen

1-2, ♂: Deutschland, Baden-Württemberg, Baaralb, Blumberg, Südhang mit Gebüschstreifen, Trespen-Halbtrockenrasen auf Kalk, 780 m, 5. Juni 1970 (Fotos: Hans-Peter Deuring), leg. & gen.det. durch Abpinseln Hans-Peter Deuring [Forum]
3-4, ♀: Deutschland, Baden-Württemberg, Baaralb, Blumberg, Südhang mit Gebüschstreifen, Trespen-Halbtrockenrasen auf Kalk, 780 m, 11. Juni 1978 (Fotos: Hans-Peter Deuring), leg. & det. Hans-Peter Deuring [Forum]


Kopula

1-2: Deutschland, Bayern, Karlstadt, Rtg. Kalben, Kalk-Trockengebiet, 240 m, 8. Juni 2012 (Freilandfotos: André Mégroz), det. Jürgen Hensle [Forum]


Eiablage

1, an Veronica teucrium: Deutschland, Baden-Württemberg, Schwäbische Alb, Albuch und Härtsfeld, vic. Steinheim, 590 m, 23. Juni 2014 (Freilandfoto: Luitgard Fähnle), det. Luitgard Fähnle


Raupe

1: Deutschland, Baden-Württemberg, Schwäbische Alb, Wacholderheide, Südhang, 6. Juni 2006 (Foto: Luitgard Fähnle), det. Jürgen Hensle nach am 24. Juni 2006 geschlüpftem ♂
2-3: Deutschland, Thüringen, Umgebung von Maua (bei Jena), ca. 370 m, Raupenfund in unmittelbarer Nähe von Spitzwegerich (Plantago lanceolata) am 5. Juni 2010 (leg., cult., det. und Fotos am 10. Juni 2010: Heidrun Melzer) [Forum]
4, frisch gehäutet: Daten wie Bild 2-3 (Foto am 5. Juni 2010: Heidrun Melzer)
5: Deutschland, Baden-Württemberg, 89150 Machtolsheim, Wacholderheide, ca. 670 m, an Spitzwegerich (Plantago lanceolata), 10. Juni 2010 (leg., cult., det. & Foto: Jörg Döring) [Forum]
6: Russland, Region Moskau, Bezirk Serebrjanyje Prudy, Dorf Lischnyagi, 8. Juni 2013 (Zuchtfoto: Andrey Ponomarev), det. Thomas Netter [Forum]


Fraßspuren und Befallsbild

1-3, L1-Raupennester an Veronica teucrium: Deutschland, Mittlere Kuppenalb, Kalkmagerrasen-Brache bei Lenningen-Schopfloch, 740 m, 26. Juli 2016 (Freilandfotos: Gabriel Hermann), det. Gabriel Hermann [Forum]
4, L3-Raupennest an Veronica teucrium: Deutschland, Bayern, Südliche Frankenalb, vic. Kinding, 413 m, 4. September 2014 (Freilandfoto: Thomas Netter), det. Thomas Netter [Forum]


Puppe

1-3: Daten s. Raupe 1 (Studiofotos am 14./21./23. Juni 2006: Luitgard Fähnle), cult. Luitgard Fähnle, det. Jürgen Hensle nach am 24. Juni 2006 geschlüpftem ♂
4: Russland, Region Moskau, Bezirk Serebrjanyje Prudy, Dorf Lischnyagi, 16. Juni 2013 (Zuchtfoto: Andrey Ponomarev), det. Thomas Netter [Forum]
5-8: Deutschland, Thüringen, Umgebung von Maua (bei Jena), ca. 370 m, Raupenfund am 5. Juni 2010 (leg., cult., det. und Fotos am 14. Juni 2010: Heidrun Melzer) [Forum]
9: Deutschland, Baden-Württemberg, Mittlere Kuppenalb, Machtolsheim, Wacholderheide, ca. 670 m, Raupenfund am 10. Juni 2010 (Zuchtfoto am 27. Juni 2010: Jörg Döring), leg., cult. & det. Jörg Döring [Forum]
10: Deutschland, Bayern, Mittlere Frankenalb, Wissing, 469 m, 30. Juni 2010 (det. & fot.: Thomas Netter) [Forum]
11: Deutschland, Bayern, Südliche Frankenalb, Kinding, 405 m, 19. Juni 2013 (det. & fot.: Thomas Netter) [Forum]
12: Deutschland, Bayern, Mittlere Frankenalb, Waldhausen, 500 m, 19. Juni 2013 (det. & fot.: Thomas Netter) [Forum]
13: Deutschland, Bayern, Südliche Frankenalb, Töging, 385 m, 12. Juni 2009 (det. & fot.: Thomas Netter) [Forum]
14: Deutschland, Bayern, Mittlere Frankenalb, Velburg, 537 m, 28. Mai 2012 (det. & fot.: Thomas Netter) [Forum]
15: Deutschland, Thüringen, Hainleite, Lkr. Nordhausen, n Nordhausen, Kohnstein, Trockenrasen, Plateau mit offenen Stellen, 320 m, 14. Juni 2013 (det. & fot.: Julia Kruse), conf. Thomas Netter & Helmut Kolbeck [Forum]


Ei

1, Eigelege an Veronica teucrium: Deutschland, Sachsen-Anhalt, NSG Tote Täler bei Freyburg, 20. Juli 2013 (Freilandfoto: Lars Huth), det. Lars Huth [Forum]
2-3, frisch abgelegtes Eigelege an welkem Blatt von Veronica teucrium: Deutschland, Baden-Württemberg, Schwäbische Alb, Albuch und Härtsfeld, vic. Steinheim, 590 m, 23. Juni 2014 (Freilandfotos: Luitgard Fähnle), det. Luitgard Fähnle durch Beobachtung der Eiablage
4, Eigelege an Veronica longifolia: Deutschland, Baden-Württemberg, Mittleres Wutachland, Halbtrockenrasen bei Bräunlingen-Döggingen, 750 m, 3. Juli 2014 (Zuchtfoto: Jürgen Hensle), det. Jürgen Hensle
5, Eigelege an Veronica teucrium: Deutschland, Sachsen-Anhalt, NSG Tote Täler bei Freyburg, ca. 220 m, 15. Juli 2016 (Freilandfoto: Lars Huth), det. Lars Huth [Forum]



Diagnose

Falter

Melitaea britomartis ähnelt sehr M. athalia und mehr noch M. aurelia. M. britomartis ist i.d.R. kleiner als M. athalia und unterscheidet sich von ihr vor allem durch das Flugbild. Individuen von britomartis (besonders die ♂ ♂) fliegen unbeholfen flatternd und schwirrend. Ähnlich, aber nicht ganz so stark ausgeprägt ist das schwirrende Flugbild auch bei M. aurelia (auch hier insbesondere bei den ♂ ♂). Deshalb kann es bei diesen beiden Arten nicht als Unterscheidungskriterium herangezogen werden.
Die Unterscheidung anhand der Palpenfarbe hat in der Vergangenheit zu viel Verwirrung geführt. Grund hierfür sind unzulässige Verallgemeinerungen: Vor allem dürfen ♂ ♂ und ♀ ♀ nicht in einen Topf geworfen werden. Sie sei daher hier genau erklärt.

Differentialdiagnose mit M. athalia
M. athalia variiert stark nach den lokalen klimatischen Bedingungen, was bei M. britomartis viel weniger der Fall ist. Möglicherweise handelt es sich bei M. athalia auch nicht um eine Art, sondern um einen Artkomplex mehrerer nahe verwandter Arten. Lokal kann M. athalia recht gut durch die aufgelockerte und blassere Netzzeichnung der Flügeloberseite von M. britomartis unterschieden werden, anderswo viel schlechter. In Mitteleuropa hat M. athalia in der Regel dunkelbraune bis schwarze Palpen. Die von M. britomartis hingegen variieren zwischen einfarbig schwarz und bunt - gelb, fuchsrot, braun und schwarz - behaart. M. athalia mit rötlichen Palpenhaaren sind in Mitteleuropa sehr selten, kommen aber ganz vereinzelt auch vor. Bestes Unterscheidungsmerkmal ist der Zwischenraum zwischen den Marginallinien auf der Hinterflügel-Unterseite. In aller Regel ist dieser bei M. britomartis deutlich dunkler als die Färbung der anschließenden Saummonde. Bei M. athalia ist er ebenso gefärbt, sehr selten minimal verdunkelt. Auch sind bei M. britomartis die Marginallinien selbst recht kräftig ausgebildet, bei M. athalia hingegen oft (nicht immer!) deutlich schwächer.
Wer sich an einem Fundort gut auskennt, kann zuweilen die Falter (oder auch nur die ♀ ♀) von M. britomartis gut von denen von M. athalia unterscheiden. M. athalia variiert jedoch stark und daher sind Verallgemeinerungen unzulässig. So ist M. britomartis z. B. auf der Baaralb viel dunkler gezeichnet als M. athalia und schon im Flug problemlos zu unterscheiden. Schon im Bereich der Nordabdachung der Schwäbischen Alb aber sehen sich beide Arten sehr ähnlich und abgeflogene Einzelexemplare sind nicht mehr unterscheidbar.

Differentiladiagnose mit M. aurelia
Anhand der oberseitigen Flügelzeichnung sind beide Arten nur sehr schwer voneinander zu unterscheiden. Tendenziell ist bei M. aurelia die Netzeichnung auf der Flügeloberseite etwas stumpfer und heller als bei M. britomartis. Der Saumstreifen zwischen den Marginallinien auf der Hinterflügel-Unterseite ist, ebenfalls ähnlich wie bei M. britomartis, oft dunkler als die angrenzenden Saummonde. Die Verdunkelung ist bei M. aurelia jedoch durchschnittlich schwächer ausgeprägt. Ein sehr wertvolles Flügeldetail ist die Verlängerung des Marginallinien-Zwischenraums auf der Hinterflügel-Unterseite um den Analwinkel herum. Bei M. britomartis beiderlei Geschlechts ist hier oft ein weißes Feld am Flügelrand zu erkennen, das in Osteuropa auch bräunlich sein kann. Es ist basal durch eine, meist kräftig ausgebildete, schwarze Linie abgegrenzt. Bei M. aurelia ist dieses Feld fast immer ebenso gefärbt wie die basal angrenzende Flügelfläche und nicht oder nur durch eine unterbrochene, oft dünne dunkle Linie abgegrenzt (siehe Bilder). Tiere mit unterbrochener Trennlinie sind jedoch alleine anhand dieses Merkmals nicht sicher zuzuordnen, da dies bei M. aurelia und bei M. britomartis der Fall sein kann!

Melitaea britomartis Melitaea aurelia

Ferner sind die hellen Bogenflecken zwischen Marginallinien und Submarginalbinde bei M. britomartis fast immer weiß, bei M. aurelia aber (bis auf sehr wenige Ausnahmen) gelblichweiß oder beige (gleiches gilt i.d.R. auch für die zweite helle Perlmuttfleckenbinde zwischen der Postdiskal- und Diskalregion, wenngleich nicht mit ganz so hoher Stetigkeit wie bei der äußeren Binde). Dieses Merkmal ist jedoch nur im Freiland und, korrekte Raumbeleuchtung mit Tageslichtlampen vorausgesetzt, bei Sammlungsexemplaren gut anwendbar. Bei Fotos nur, wenn sie ideal belichtet sind und der Weißabgleich genau stimmt.

Ein wirklich sicheres Unterscheidungsmerkmal einzelner (!) ♀ ♀ ist die Palpenfarbe: M. aurelia-♀ ♀ haben, von oben betrachtet, stets orange-rotbraune Palpen. Ein Beleg dafür ist, dass dort, wo eine Verwechslung mit M. britomartis ausgeschlossen ist, weil diese Art dort nicht vorkommt, z. B. in der Pfalz, es keine M. aurelia-♀ ♀ mit braunen oder schwarzen Haaren oben an den Palpen gibt. Ein ♀ mit oberseits braun oder schwarz behaarten Palpen kann folglich nicht das von M. aurelia sein.
Der Umkehrschluss ist jedoch unzulässig! Ein ♀ mit rötlich behaarten Palpen kann durchaus auch das von M. britomartis sein. Denn M. britomartis- ♀ ♀ können schwarze, braune, schwarzbraune, oder auch rotbraune bis rötliche Palpen haben. Lediglich in sehr kühlen, hochgelegenen Gebieten der südwestlichen Schwäbischen Alb, wo beide Arten in Lagen oberhalb 800 m oft syntop vorkommen, scheint es keine M. britomartis-♀ ♀ mit rötlichen Palpen zu geben. Zumindest ergaben Eiablagen von ♀ ♀ mit roten Palpen hier stets eindeutige M. aurelia-Raupen. Schon wenige Kilometer weiter nordöstlich - und an deutlich tiefer gelegenen Standorten - gilt diese Regel jedoch nicht mehr!
Die ♂ ♂ dieser beiden Arten lassen sich ebenfalls nicht anhand ihrer Palpenfarbe unterscheiden, da M. aurelia-♂ ♂ ebenso schwarz, braun oder rötlich behaarte Palpen haben, wie die der M. britomartis-♂ ♂.

Die Unterscheidung der drei Scheckenfalter-Arten M. athalia, M. aurelia und M. britomartis nach rein habituellen Ge­sichtspunkten ist auch für den Spezialisten oft sehr schwierig. Nur bei sehr guter Kenntnis der lokalen Populationen kann eine sichere Unterscheidung auch nach habituellen Gesichtspunkten vorgenommen werden (vorausgesetzt man hat genügend Unterscheidungsmerkmale vorliegen). Im Zweifelsfall hilft aber nur die Genitaluntersuchung weiter.

1-3, ♂ : Deutschland, Baden-Württemberg, Baaralb, Blumberg-Riedböhringen, Südhang mit Gebüschstreifen und Trespen-Halbtrockenrasen auf Kalk, 830 m, 18. Mai 2011 (Fotos: Hans-Peter Deuring), leg., gen.präp. & det. Hans-Peter Deuring [Forum]
4-5, ♀ : Deutschland, Baden-Württemberg, Baaralb, Blumberg-Hondingen, Südwesthang mit Trespen-Halbtrockenrasen auf Kalk, 740 m, 25. Juni 2010 (Fotos: Hans-Peter Deuring), leg. & det. Hans-Peter Deuring [Forum]


Puppe

Zur Unterscheidung der Puppe von Melitaea britomartis gegenüber Melitaea athalia und Melitaea aurelia:


Daten wie Puppenbild 12

Ein wichtiges Unterscheidungskriterium ist zum einen die charakteristische laterale Zeichnung. Sie beinhaltet bei Melitaea britomartis einen charakteristischen „fußförmigen“ Fleck (siehe Bild) mit einer feinen, hellen bis weißen, zweigförmigen Äderung, die fast immer zu sehen ist und nur selten vollständig verwaschen ist.

In ventraler Richtung befindet sich ein zweiter, mehr oder weniger großer brauner Bereich, der ebenfalls mit, weißen, aber geraden Adern durchzogen ist (Meist erkennt man 3-4 Adern deutlich). Einige dieser Adern können manchmal auch etwas breiter sein.

Die Braunfärbung ist recht variabel und ein recht subjektives Merkmal. Sie kann hellbraun, gelblichbraun oder auch dunkelbraun sein. Beim Betrachten spielen oft auch die Lichtverhältnisse eine große Rolle.

Bei M. athalia und M. aurelia ist die Seitenzeichnung viel „fleckiger“ und enthält auch mehr schwarzbraune oder schwärzliche Elemente. Außerdem ist die angesprochene helle Äderung nie so ausgeprägt wie bei M. britomartis.

Bei M. britomartis kommen oft noch sechs weißliche Flecken hinzu, zwei in der Fußzeichnung und vier im Fleck daneben. Besonders die zentralen Flecken sind manchmal aber nur sehr schwach ausgeprägt.

Was die Körperbau der Puppen angeht, sind die von M. athalia und M. aurelia deutlich gedrungener als die von M. britomartis. Außerdem besitzt M. britomartis immer typische orange Spitzen auf dem Rücken. Bei den anderen beiden Arten sind die Spitzen kaum ausgeprägt, und oft fehlt auch der orange Farbton. [Thomas Netter]


Genitalien

Vergleich: Melitaea athalia - Melitaea britomartis - Melitaea parthenoides

1, ♂: Deutschland, Baden-Württemberg, Baaralb, Blumberg, 750 m, Halbtrockenrasen, 3. Juli 2010 (det., Präparation & Foto: Hans-Peter Deuring) [Forum]
2, ♂: Deutschland, Baden-Württemberg, Baaralb, Blumberg, 750 m, Halbtrockenrasen, 25. Juni 2010 (det., Präparation & Foto: Hans-Peter Deuring) [Forum]
3, ♂: Deutschland, Baden-Württemberg, Baaralb, Blumberg, 750 m, Halbtrockenrasen, 25. Mai 2010 (det., Präparation & Foto: Hans-Peter Deuring) [Forum]


Ähnliche Arten:


Erstbeschreibung

ASSMANN (1847: 2-4) [nach Copyright-freien Scans auf www.biodiversitylibrary.org]


Beschreibung der Raupe und Puppe

ASSMANN (1850: 39-41) [nach Copyright-freien Scans auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Habitat

1, Raupenfundort: Deutschland, Thüringen, Umgebung von Maua (bei Jena), ca. 370 m, 5. Juni 2010 (Foto: Heidrun Melzer) [Forum]
2: Rumänien, Oltenia, Mehedinti, Turnu Severin, Cerneti, 44.66412, 22.725495, ca. 140 m, xerotherme Wiese neben Flaumeichenwald, 3. Juni 2011 (Foto: Christian Papé) [Forum]
3, blütenreicher Saumstandort am Fuße eines südexponierten, steilen, mit Felsen durchsetzten Trockenrasenhanges: Deutschland, Bayern, Mittlere Frankenalb, Velburg, 527 m, 15. Juni 2012 (Foto: Thomas Netter) [Forum]
4, Larval- und Imaginalhabitat: Unbeweideter, südexponierter, verfilzter Halbtrockenrasenhang mit großen Beständen von Veronica teucrium: Deutschland, Bayern, Südliche Frankenalb, Kinding, 410 m, 22. Juni 2012 (Foto: Thomas Netter)
5, nicht mehr beweideter, südwestexponierter, stark verfilzter Halbtrockenrasenhang mit großen Beständen von Veronica teucrium. Dieses Sukzessionsstadium bietet derzeit (noch) ideale Bedingungen für die Entwicklung von M. britomartis: Deutschland, Bayern, Südliche Frankenalb, Böhmfeld, 440 m, 24. Juni 2012 (Foto: Thomas Netter)
6, Larvalhabitat: Südexponierte, steinige Böschung oberhalb eines Kalkmagerrasenhanges mit großen Beständen von Veronica teucrium: Deutschland, Bayern, Mittlere Frankenalb, Waldhausen, 500 m, 14. Juni 2013 (Foto: Thomas Netter)
7, steiler, mit Felsen durchsetzter südexponierter Kalkmagerrasenhang, der 1-2 Mal pro Jahr von einem Wanderschäfer unterschiedlich scharf beweidet wird: Deutschland, Bayern, Mittlere Frankenalb, Hohenburg, 420 m, 8. Juli 2013 (Foto: Thomas Netter)
8, Deutschland, Mittlere Kuppenalb, Kalkmagerrasen-Brache bei Lenningen-Schopfloch, 740 m, 26. Juli 2016 (Freilandfoto: Gabriel Hermann), det. Gabriel Hermann [Forum]

Larvalhabitat von M. britomartis sind trockene, nicht zu intensiv beweidete, oft brachliegende oder bereits etwas verbuschte Magerrasen vorzugsweise auf Kalkböden, wo die Art von Meereshöhe bis ca. 1000 m in Europa, bis 2000 m in Zentralasien vorkommt. Auf kurzrasigeren, etwas intensiver beweideten oder gemähten Wiesen findet man M. britomartis nicht oder nur verflogene Falter.
Etwas rätselhaft sind Funde auf Feuchtwiesen und Niedermooren, die besonders oft aus Thüringen gemeldet werden. Diese Falter unterscheiden sich weder habituell noch im Genital von "normalen" M. britomartis. Ob sie dennoch als M. centroposita abgetrennt werden müssen, ist höchst fraglich. M. britomartis ist re­gional sehr unterschiedlich verbreitet und fehlt weiten Gebieten ganz.


Lebensweise

Der Falter fliegt in nur einer Generation je nach Lokalklima von Ende Mai bis Ende August, hauptsächlich jedoch von Mitte Juni bis Mitte Juli. Das ♀ legt die Eier in Gelegen an die Blattunterseiten von Großem Ehrenpreis (Veronica teucrium), wobei zumindest in der Zucht auch andere höherwüchsige Ehrenpreis-Arten belegt werden. Nach der Überwinterung frisst die Raupe auch an Kleinem Klappertopf (Rhinanthus minor), Spitzwegerich (Plantago lanceolata), Mittlerem Wegerich (Plantago media) und Gamander-Ehrenpreis (Veronica chamaedrys). Sie lebt bis zur Überwinterung im halb er­wachsenen Zustand in einem gemeinschaftlichen Gespinst. Im Frühjahr dann einzeln in kleineren Gespinsten und schließlich erwachsen solitär und offen auf der Nahrungspflanze. Sie verpuppt sich im späten Frühjahr.


Nahrung der Raupe

1-2, Veronica teucrium: Deutschland, Baden-Württemberg, Mittleres Wutachland, vic. Löffingen, 830 m, 3. Juli 2016 (Freilandfoto: Jürgen Hensle), det. Jürgen Hensle



Weitere Informationen

Andere Kombinationen


Verbreitung

Der Östliche Scheckenfalter fliegt von Korea über Südsibirien bis Osteuropa. Dort endet das Verbreitungsgebiet im Süden Litauens und im äußersten Osten Polens. Weiter südlich finden wir ihn lokal und weiten Gebieten fehlend bis Bulgarien. Im Norden findet sich ein isoliertes Vorkommen an der Küste Ostschwedens, eine weitere Verbreitungsinsel erstreckt sich von der Südslowakei und dem äußersten Süden Mährens bis Nordostitalien. In Süddeutschland tritt er verbreitet und stellenweise häufig entlang des Fränkischen Juras und der Schwäbischen Alb auf, vereinzelt auch einmal im nördlichsten Schaffhauser Randen. Er erreicht hier auf der Baar und im Wutachtal am Ostrand des Schwarzwalds seine absolute Verbreitungswestgrenze. Die genaue Verbreitung ist wegen Verwechslungen mit den verwandten Arten aber nur unzureichend bekannt. Die zweibrütigen Populationen aus dem Nordwesten Italiens gelten als ausgestorben. Aus dem östlichen Österreich wurde M. veronicae beschrieben, deren Artrang jedoch wohl nicht berechtigt ist. Ähnlich verhält es sich bezüglich der Vorkommen, die sich vom Main bis Thüringen, das südliche Sachsen-Anhalt, den Nordosten Hessens und früher auch über Ostbrandenburg erstrecken. Hier soll sie der Meinung einiger Autoren nach gebietsweise von M. centroposita vertreten werden, die aber ebenfalls keine bona species zu sein scheint.
Zur Verbreitung in Thüringen und Sachsen-Anhalt siehe [Forum].


Literatur

Autor: Jürgen Hensle


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Nymphalidae (Edelfalter)
EU M-EU 07281 Melitaea britomartis ASSMANN, 1847 - Östlicher Scheckenfalter art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am Juli 30, 2016 15:21 von Jürgen Hensle
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