Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Maculinea Nausithous

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Lycaenidae (Bläulinge)
EU M-EU 07114 Maculinea nausithous (BERGSTRÄSSER, 1779) - Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling

Männchen

1-2, ♂ ♂: Deutschland, Sachsen, Umgebung Schkeuditz, Feuchtwiese, 24. Juli 2005 (Fotos: Jens Philipp), conf. Erwin Rennwald [Forum]
3-4, ♂ ♂: Deutschland, Baden-Württemberg, Backnangerbucht, 18. Juli 2007 (Freilandfotos: Klaus Dahl), det. Klaus Dahl [Forum]
5, ♂: Deutschland, Baden-Württemberg, Nördliche Oberrheinebene, Rheindamm bei Dettenheim, 3. August 2002 (Freilandfoto: Erwin Rennwald), det. Erwin Rennwald [Forum]
6-7, ♂ selbes Exemplar: Deutschland, Bayern, Grassau-Kendlmühlfilze, ca. 530 msm, 26. Juli 2009 (Freilandfotos: Peter Ginzinger), det. Peter Ginzinger [Forum]
8, ♂: Deutschland, Bayern, Grassau-Kendlmühlfilze, ca. 530 msm, 30. Juli 2013 (det. & fot.: Peter Ginzinger) [Forum]


Weibchen

1-2, ♀ ♀: Deutschland, Baden-Württemberg, Nördliche Oberrheinebene, Rheindamm bei Dettenheim, 3. August 2002 (Freilandfotos: Erwin Rennwald), det. Erwin Rennwald [Forum]
3, ♀: Deutschland, Baden-Württemberg, bei Leonberg, ca. 450 msm, 13. Juli 2008 (Freilandfoto: Michael Zepf), det. Michael Zepf [Forum]
4-5, ♀ ♀: Deutschland, Thüringen, Nähe Sichelreuth, 4. August 2010 (Freilandfotos: Jens Philipp), det. Jens Philipp
6-7, ♀: Deutschland, Bayern, Grassau-Kendlmühlfilze, ca. 530 msm, 30. Juli 2011 (det. & Freilandfoto: Peter Ginzinger) [Forum]


Geschlecht nicht bestimmt

1-2, (selbes Tier): Deutschland, Bayern, Unterfranken, Ebern, 4. August 2005 (Fotos: Justus Vogt), det. Jürgen Hensle [Forum]
3: Deutschland, Hessen, Oberfranken, Wiesbaden-Auringen, 29. Juni 2009 (Freilandfoto: Kurt Möbus), det. Kurt Möbus [Forum]
4: Deutschland, Hessen, 64678 Lindenfels, OT Schlierbach, ca. 300 msm, 16. Juli 2009 (Freilandfoto: Nicolas Chalwatzis), det. Nicolas Chalwatzis [Forum]
5: Deutschland, Bayern, Grassau-Kendlmühlfilze, ca. 530 msm, 30. Juli 2013 (det. & fot.: Peter Ginzinger) [Forum]


Kopula

1: Deutschland, Baden-Württemberg, Backnangerbucht, 18. Juli 2007 (Freilandfoto: Klaus Dahl), det. Klaus Dahl
2: Deutschland, Bayern, Oberbayern, Viehlassmoos, 10. August 1995 (Foto: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger
3: Deutschland, Baden-Württemberg, Nördliche Oberrheinebene, Rheindamm bei Dettenheim, 3. August 2002 (Freilandfoto: Erwin Rennwald), det. Erwin Rennwald [Forum]
4: Deutschland, Bayern, Grassau-Kendlmühlfilze, ca. 530 msm, 30. Juli 2013 (det. & fot.: Peter Ginzinger) [Forum]


Eiablage

1: Deutschland, Baden-Württemberg, bei Leonberg, ca. 450 msm, 13. Juli 2008 (Freilandfoto: Michael Zepf), det. Michael Zepf
2-3: Deutschland, Oberbayern, Chiemgau-Achental, Feuchtwiese, ca. 530 msm, 27. Juli 2008 (Freilandfotos: Peter Ginzinger), det. Peter Ginzinger [Forum]
4, ♀: Deutschland, Oberbayern, Chiemgau, Achental, Wegrand nahe einem Moor, ca. 530 msm, 5. Juli 2009 (Freilandfoto: Peter Ginzinger), det. Peter Ginzinger [Forum]


Ei

1: Schweiz, Berner Mittelland, Fraubrunnen, 1. August 2010 (det. & Freilandfoto: Stefan Egli) [Forum]



Diagnose

Erstbeschreibung

BERGSTRÄSSER (1779: 70-71, pl. 43 figs. 1-3) [nach Scans des Göttinger Digitalisierungszentrums [GDZ] mit schriftlicher Genehmigung des GDZ. Besitzerin der Vorlage: Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek]



Biologie

Lebensraum

1: Österreich, Oberösterreich, Frankenburg, magerer, teils ungemähter, teils von Schafen beweideter Hang (Foto: Thomas Rupp) [Forum]
2: Deutschland, Hessen, 64678 Lindenfels, OT Schlierbach, ca. 300 msm, 14. Juli 2009 (Freilandfoto: Nicolas Chalwatzis) [Forum]
3: Deutschland, Thüringen, Nähe Sichelreuth, 4. August 2010 (Foto: Jens Philipp)



Weitere Informationen

Etymologie

arcas: „ein Sohn des Poseidon.“
SPULER 1 (1908: 69R)


Synonyme

Andere Kombinationen


Taxonomie

LORITZ (2007) warnte uns vor: „Nachdem Maculinea zeitweise als Untergattung innerhalb der Gattung Glaucopsyche geführt wurde (HESSELBARTH et al. 1995, NÄSSIG 1995, SETTELE et al. 2000), zeigen neuere genetische Untersuchungen, dass Maculinea nur mit der zentral- bis ostasiatisch verbreitenden Gattung Phengaris sehr nahe verwandt ist (ALS et al. 2004). Möglicherweise werden in Zukunft beide Gattungen unter dem erstbeschriebenen Namen Phengaris synonymisiert. Eine solche Gattung Phengaris wäre innerhalb des Tribus der Polyommatini monophyletisch.“ Der formale Schritt wurde dann von FRIC et al. (2007) vollzogen. In die deutschsprachige Literatur hatte das bisher noch keinen Eingang gefunden. Das änderte sich schlagartig mit dem Erscheinen der 2. Auflage von „Schmetterlinge. Die Tagfalter Deutschlands“ (SETTELE et al. 2009) Ende Februar 2009. Dort verrät nur ein winziger Kommentar bei “ Phengaris rebeli”, warum man den Namenswechsel in der Gattung vollzog: “Neue Erkenntnisse veranlassten uns, die Zuordnung des alten Gattungsnamens Maculinea als Untergattung zu Phengaris zu übernehmen (vgl. FRIC et al. 2007)."

Die Diskussion ist hier immer noch nicht ausgestanden, so dass es mir für die Bestimmungshilfe des Lepiforums noch etwas voreilig erscheint, einen so weit verbreiteten Namen wie „Maculinea“ einfach verschwinden zu lassen. Grund für diese "konservative" Haltung ist u.a., dass für "Maculinea" bei der ICZN ein Antrag auf Sicherung als nomen conservandum gestellt wurde, über den noch nicht entschieden ist.

Nochmals zu Phengaris als möglichen Gattungsnamen für die hier besprochene Art:

Leider habe ich die Originalarbeit von FRICS et al. (2007) noch nicht studieren können. Aber das kommt noch.

BROWER (2008) erläutert: “Phylogenetic relationships as inferred from combined molecular and morphological evidence by FRIC et al. (2007). Note that the former genus Maculinea, which included the European species M. arion and M. rebeli (now viewed as a synonym/subspecies of P. alcon), represents both basal and derived members of Phengaris. The type species of Maculinea is P. alcon, so even if Maculinea were retained as a distinct genus, it would not contain the charismatic European species P. arion.” Tatsächlich zeigt sein – wohl unverändert aus FRIC et al. (2007) übernommenes – Kladogramm der verwandtschaftlichen Verhältnisse, dass alcon – also die Art, anhand derer die Gattung Maculinea beschrieben wurde – die Schwestergruppe zu allen anderen 10 Arten der bisherigen Gattungen Maculinea und Phengaris ist. Wenn dem so wäre gäbe es zwei denkbare Lösungen:

Entweder es gibt nur eine Gattung: dann müsste sie – weil klar prioritätsberechtigt – Phengaris heißen, oder aber Maculinea und Phengaris werden als getrennte Gattungen akzeptiert: dann würden nur alcon (und rebeli) zu Maculinea gehören, alle anderen Arten zu Phengaris. Im Falle von Phengaris als einziger Gattung stünde Maculinea nur noch in Kombination mit alcon (und rebeli) als Untergattung zur Verfügung, nicht aber für nausithous, teleius oder arion. Wir müssen uns also schon mal bereit machen, umzulernen, aber ich möchte das nicht überstürzen.

Mein Problem: Im Kladogramm, das BROWER (2008) zeigt, werden alle Äste als schwarze Striche durchgezogen, d.h. es wird nicht differenziert zwischen statistisch hochsignifikant abgesicherten und nur ganz vagen Verwandtschaftsverhältnissen. Man kann es glauben oder auch nicht. Ich weiß nicht, ob das im Original anders ist – ich hoffe es. Und dann mag ich Kladogramme überhaupt nicht. Gegenüber Phylogrammen, die auf den exakt gleichen Daten basieren, haben sie zwei Vorteile: Da alle Verästelungen rechtsbündig sind, lassen sie sich zum einen leicht beschriften, zum anderen sind sie prächtig geeignet, alles, was den Baum in Frage stellen könnte, zu vertuschen. Wahrscheinlich sind es beide Gründe, warum man bei Verwandtschaftsstudien auf genetischer Basis fast nur Kladogramm und eben keine Phylogramme findet. Ich möchte jetzt erst einmal wissen, wie viele Gene und welche hier für den Baum genutzt wurden – und natürlich auch, ob es beim Zugrundelegen verschiedener Gene zu verschiedenen Bäumen gekommen ist, von denen aber nur der angenehmste gezeigt wurde. [Hier haben wir in den letzten Jahren zunehmend das Problem, dass bei der Untersuchung von mehr Genen es in vielen Fällen zu konkurrierenden Bäumen kommt, die aber beide als statistisch hochgradig abgesichert gelten … ]. Mal sehen, wie das weitergeht.

(Autor: Erwin Rennwald)


Literatur


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


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Letzte Änderung am September 23, 2013 18:10 von Michel Kettner
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