Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Khorassania Compositella

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Pyralidae (Zünsler)
EU M-EU 05706 Khorassania compositella (TREITSCHKE, 1835)

1-3: Österreich, 2,5 km SSW Hainburg, Trockenrasen über Kalk, Gebüsch, 300 m, 21. Juli 2004
4: derselbe Fundort, 11. September 2004 (Fotos 1-4: Peter Buchner), det. Peter Buchner
5-6, ♂: Griechenland, Präfektur Drama, Umgebung Achladia, ca. 750 m, 12. Juli 2012, Lichtfang (leg., det. & fot.: Friedmar Graf) [Forum]
7-8, ♀ (1. Generation): Deutschland, Thüringen, Steinthaleben, Ochsenburg, ca. 200 m, Magerrasen, 19. Mai 2013, Tagfund (leg. & Studiofotos: Heidrun Melzer), conf. Friedmar Graf [Forum]
9-10 und 11-13, zwei ♀♀ (2. Generation): Deutschland, Thüringen, Kyffhäuser, Umg. Steinthaleben, Raupen an Sonnenröschen (Helianthemum nummularium) 20.-28. Juni 2013, e.l. 11. und 20. Juli 2013 (leg., cult., det. & Fotos: Heidrun Melzer) [Forum]
14-15, großes Exemplar (13 mm von Kopf bis Apex): Deutschland, Thüringen, Kyffhäuser-Südrand, Umgeb. Rottleben, 12. Juni 2014 (det. & Fotos: Heidrun Melzer) [Forum]
16-17 (♂) & 18 (♀): Spanien, Andalusien, Valle de Lecrín, extensives Grünland im Windpark, 1024 m, 14. Juni 2018, Lichtfang (leg., gen. det. & fot.: Friedmar Graf) [Forum]


Raupe

1-10, verschiedene Exemplare im letzten Stadium (10-20 mm): Deutschland, Thüringen, Kyffhäuser, Umg. Steinthaleben, an Sonnenröschen (Helianthemum nummularium) 20.-28. Juni 2013 (leg., cult., det. & Fotos: Heidrun Melzer) [Forum]
11, Jungraupe: Fundort wie zuvor (Foto am 15. Juni 2013: Heidrun Melzer)


Fraßspuren und Befallsbild

1-2 und 3, Befallsbilder an Sonnenröschen (Helianthemum nummularium), spinnwebenartiges Raupengemeinschaftsgespinst und braun verfärbte Blätter: Deutschland, Thüringen, Kyffhäuser, Umg. Steinthaleben, 15. und 27. Juni 2013 (Freilandfotos: Heidrun Melzer) [Forum]


Puppe

1-3: Deutschland, Thüringen, Kyffhäuser, Umg. Steinthaleben, Raupen an Sonnenröschen (Helianthemum nummularium) 20.-28. Juni 2013 (leg., cult., det. & Fotos am 1. Juli 2013: Heidrun Melzer) [Forum]



Diagnose

Weibchen

1, ♀: Ungarn, Umg. Villany, ca. 100 m, 23. August 2000, Lichtfang (leg., gen. det. & Foto: Friedmar Graf) [Forum]
2, ♀: Kroatien, Umg. Sibenik, 150 m, 14. August 2008, Lichtfang (leg., gen. det. & Foto: Friedmar Graf) [Forum]


Geschlecht nicht bestimmt

1 & 2: Italien, Friaul, Pordenone, 160 m, 7. Mai 2005 bzw. 12. Juli 2010 (leg., det. & Fotos: Helmut Deutsch)


Genitalien

Männchen

1, ♂: Spanien, Andalusien, Valle de Lecrín, extensives Grünland im Windpark, 1024 m, 14. Juni 2018, Lichtfang (leg., gen. det. & fot.: Friedmar Graf) [Forum]


Weibchen

1, ♀: Ungarn, Umg. Villany, ca. 100 m, 23. August 2000, Lichtfang (leg., gen. det. & Foto: Friedmar Graf) [Forum]
2, ♀: Kroatien, Umg. Sibenik, 150 m, 14. August 2008, Lichtfang (leg., gen. det. & Foto: Friedmar Graf) [Forum]
3, ♀: Spanien, Andalusien, Valle de Lecrín, extensives Grünland im Windpark, 1024 m, 14. Juni 2018, Lichtfang (leg., gen. det. & fot.: Friedmar Graf) [Forum]


Erstbeschreibung

TREITSCHKE (1835: 171-172) [nach Copyright-freien Scans auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Habitat

1, Kalk-Gips-Südhang: Deutschland, Thüringen, Kyffhäuser, Steinthaleben, "Ochsenburg", 200-250 m, 8. Juni 2013 (Foto: Heidrun Melzer)
2, Lichtfangstandort: Spanien, Andalusien, Valle de Lecrín, extensives Grünland im Windpark, 1024 m, 14. Juni 2018 (Foto: Friedmar Graf) [Forum]


Nahrung der Raupe

TREITSCHKE (1835) wusste noch nichts über die Raupe dieser Art. Bei KALTENBACH (1874: 43) ist dann zu lesen: „Zophodia compositella, Tr. führt (nach A. Schmid) mit der vorigen ganz dieselbe Lebensweise.“ Die "vorige Art" ist Hypochalcia ahenella und zu der heißt es: „fliegt im Juni, Juli. Die Raupe wohnt bis Juni in einem röhrigen Gange unter den Wurzelblättern von Helianthemum vulgare und Artemisia campestris (A. Schmid).“

Anton Schmid ist in der Regel eine sehr zuverlässige Quelle – könnte ihm hier dennoch selbst einmal ein Fehler unterlaufen sein? Von ihm vor 1874 publizierte Daten zur Art sind mir nicht bekannt. In der „Regensburg-Fauna“ von SCHMID (1886: 35) ist dann zur Art zu lesen: „von Mai bis August auf trocknen, warmen Stellen einzeln, doch verbreitet. Die Raupe gleichzeitig in röhrenartigen Gängen unter den Wurzelblättern von Artemisia campestris, Helianthemum vulgare.“ Schmid scheint sich also sicher gewesen zu sein. Im „Regensburger Raupenkalender“ (SCHMID 1892) schreibt er dann auf S. 130: „Helianthemum vulgare (Sonnenröschen). … Breph. Compositella Tr. : in röhrenartigen Gängen unter den Wurzelblättern.“ und weiter auf S. 149: “Artemisia campestris (Feldbeifuss). ... Breph. Compositella Tr.: in röhrenartigen Gängen unter den Wurzelblättern“.

Ich werde hier den Verdacht nicht los, dass Schmid seine Artemisia-Raupe(n) nicht durchgebracht hat, er diese aber irrtümlich für artgleich mit den erfolgreich von Helianthemum gezüchteten hielt - was es war, lässt sich wohl leider nicht mehr klären.

GOURY & GUIGNON (1909: 129) stellen fest, dass es zwar Angaben zur Lebensweise der Raupe gibt, aber noch keine Beschreibung der Raupe selbst: „Brephia compositella … Cette chenille, que nous croyons n'avoir pas encore décrite, vit dans une toile sous la plante nourricière.” Interessanterweise werden die Gattung(en) oder Art(en) der hier betroffenen Zistrosengewächse (Cistaceae) hier nicht benannt.

Die Raupe wurde noch öfters an Sonnenröschen gefunden (siehe auch die oben gezeigten Raupenbilder von H. Melzer aus dem Kyffhäuser) – weitere Primärangaben zum Feld-Beifuß scheint es hingegen nicht zu geben. Offensichtlich war sich schon PETRY (1916) ziemlich sicher, dass die Raupe von K. compositella monophag (d.h. ausschließlich!) an Sonnenröschen lebt, denn sonst hätte er nicht formuliert: „Höchst auffällig überhaupt ist die Rolle, die hier im Insektenleben das reizende Sonnenröschen, Helianthemum Chamaecistus, spielt. Leben doch nicht weniger als folgende zwölf monophage Arten auf dieser Pflanze: Ino geryon, Sesia affinis, Brephia compositella …“.

Bis zum Beweis des Gegenteils halte ich jedenfalls alle Angaben zu Artemisia für sehr fraglich - egal wie oft sie in der Sekundärliteratur noch abgeschrieben werden.

(Autor: Erwin Rennwald)



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

„compositus zusammengesetzt.“
SPULER 2 (1910: 212R)


Andere Kombinationen

Synonyme


Literatur


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EU M-EU 05706 Khorassania compositella (TREITSCHKE, 1835) art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am Juni 11, 2019 12:34 von Michel Kettner
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