Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Incurvaria Oehlmanniella

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Incurvariidae (Miniersackmotten)
EU M-EU 00429 Incurvaria oehlmanniella (HÜBNER, 1796)

1-3: Österreich, Niederösterreich, Bad Erlach: Haderswörth, Auwald-Rand, Ortsrand, Flussbett, 310 m, 12. Mai 2005 (Fotos: Peter Buchner), det. Peter Buchner
4: Schweden, Süd-Westen, on heatland, 3. Juni 2006 (Foto: Ragne Gustavsson), det. Ragne Gustavsson, conf. Rudolf Bryner [Forum]
5: Deutschland, Hamburg, NSG Stellmoorer Tunneltal, 13. Juni 2010 (det. & Foto: Renate Ridley) [Forum]
6-7: Deutschland, Sachsen, Dübener Heide, Umgebung Doberschütz, bei Winkelmühle, 23. Juni 2012 (leg., det. & Fotos: Heidrun Melzer)
8-9, ♂: Schweiz, Waadt, Cudrefin, 430 m, Raupengehäuse am 29. September 2013 eingetragen, e.l. 13. Mai 2014 (leg., cult., det. & Fotos: Rudolf Bryner) [Forum]


Raupe, Raupensack

1, Raupe und Gehäuse vor der Überwinterung: Schweiz, Waadt, Cudrefin, 430 m, Raupengehäuse am 29. September 2013 eingetragen (leg., cult., det. & Fotos: Rudolf Bryner)
2-4, erwachsene Raupe und Gehäuse nach der Überwinterung: Funddaten wie Bild 1 (Fotos: Rudolf Bryner) [Forum 1-4]


Puppe

1-3, schlupfreife männliche Puppe in aufgeschnittenem Gehäuse: Schweiz, Waadt, Cudrefin, 430 m, Raupengehäuse am 29. September 2013 eingetragen (leg., cult., det. & Fotos: Rudolf Bryner) [Forum]
4, Exuvie: Fund- und Zuchtdaten wie Bild 1-3, ♂ e.l. 13. Mai 2014 (Foto: Rudolf Bryner) [Forum]



Diagnose

Falter

Incurvaria oehlmanniella hat kürzere, gerundetere Flügel, der Gegenfleck an der Costa ist in Richtung Apex verschoben, bei I. masculella ist er, falls vorhanden, jedoch in Richtung Flügelwurzel verschoben. [vgl. Helmut Kolbeck]

1, ♂: Schweiz, Vaud, Cudrefin, 430 m, Auenwald, 15. Mai 2005, Lichtfang (leg., det. und Foto: Rudolf Bryner)
2, ♀: Schweiz, Vaud, Cudrefin, 430 m, Auenwald, 16. Juli 2009, Lichtfang (leg., det. und Foto: Rudolf Bryner) [Forum 1+2]


Raupensack

Die Raupengehäuse von Incurvaria oehlmanniella und I. pectinea sind kaum unterscheidbar. Die unterschiedliche Phänologie erlaubt aber trotzdem eine Zuordnung bereits im Raupenstadium. Die Raupe von Incurvaria pectinea ist im Herbst erwachsen und überwintert als Vorpuppe oder Puppe. Im Frühling schlüpfen die Falter sehr früh. Die Raupen von Incurvaria oehlmanniella sind im Herbst nicht erwachsen und in der Grösse recht unterschiedlich. Im Frühling fressen die Raupen nochmals tüchtig und bauen sich auch grössere Gehäuse. (Rudolf Bryner)


Erstbeschreibung

HÜBNER ([1796]: pl. 27 fig. 184) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]

HÜBNER (1796: 51) [Reproduktion: Jürgen Rodeland, nach Band im Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe]



Biologie

Habitat

1, Ende September wurde an dieser Stelle in der Laubstreu ein halbes Dutzend Raupengehäuse von Incurvaria oehlmanniella gefunden; die vorherrschenden Baumarten in diesem Auenwald sind Birke, Erle, Zitterpappel und Weide: Schweiz, Waadt, Cudrefin, 430 m, 29. September 2013 (Foto: Rudolf Bryner) [Forum]


Lebensweise

Die Raupengehäuse waren Ende September von sehr unterschiedlicher Grösse, im Längsdurchmesser zwischen 3 und 6 mm. In der Zucht bauten die Raupen noch im Herbst nach und nach grössere Behausungen. Die Gehäuse bestehen aus zwei Blattstücken. Der bauchseitige Blattausschnitt hat einen etwas geringeren Radius, so dass der Rückenteil rundherum überhängt und eine kleine "Dachtraufe" bildet. Im nachfolgenden Bild dasselbe Gehäuse, links von oben, rechts von unten.

Wenn das Gehäuse vergrössert wird, ersetzt die Raupe den kleineren, bauchseitigen Gehäuseteil durch einen neuen Blattausschnitt. Dieser ist stets grösser als der bisherige Rückenteil, der nun seinerseits zum Bauchteil des vergrösserten Blattgehäuses wird. Der vorherige Bauchteil wird von der Raupe offenbar aufgefressen. Nach der Überwinterung fressen die Raupen nochmals tüchtig. Sie ernähren sich von letztjährigem Falllaub der Birke. Schliesslich haben die Gehäuse einen Längsdurchmesser von 10-12 mm.

Zur Verpuppung wird das Gehäuse bauchseits an die Unterlage angesponnen, bevorzugt in vertikaler Position. Die Puppenruhe dauert rund zwei Wochen. [Zuchtbericht von Rudolf Bryner]



Weitere Informationen

Andere Kombinationen


Nomenklatur

In Fauna Europaea steht: "The correct original spelling is oehlmanniella, often misspelled with one n; see (Pröse, H. & Segerer, A. H. 1999)"
= oehlmaniella auct.

Genau diese nach PRÖSE & SEGERER (1999) falsche Schreibweise ist auch auf dem oben ausschnittsweise wiedergegebenen Tafelexemplar aus der Harvard University, MCZ, Ernst Mayr Library zu sehen, das für die Biodiversity Heritage Library gescannt wurde. In HÜBNERs Textband ist die Art mit Doppel-n buchstabiert.

(Autor: Jürgen Rodeland)


Publikationsjahr der Erstbeschreibung

Anders als HÜBNERs Abbildung des Falters, die nur extern auf [1796] datierbar ist, trägt der Textband auf dem Titelblatt das Publikationsjahr 1796, so dass die eckigen Klammern entfallen können.

(Autor: Jürgen Rodeland)


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Incurvariidae (Miniersackmotten)
EU M-EU 00429 Incurvaria oehlmanniella (HÜBNER, 1796) art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am November 17, 2018 14:12 von Jürgen Rodeland
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