Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Heterogynis Penella

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Heterogynidae (Federwidderchen)
EU 03915 Heterogynis penella (HÜBNER, [1819]) - Federwidderchen

Männchen

1, ♂: Frankreich, Alsace, Rouffach, Trockenrasen, 250 m, 9. Juli 1993 (Foto: Rudolf Bryner), det. Rudolf Bryner
2-3, ♂ (2 Individuen): Italien, Friaul, Basovizza, 18. Mai 2010 (Freilandfotos: Helmut Deutsch), det. Helmut Deutsch
4-5, ♂ (1 Individuum): Italien, Friaul, Basovizza, 21. Mai 2010 (Freilandfotos: Eva Benedikt), det. Eva Benedikt
6 & 7-8, zwei ♂ ♂: Frankreich, Provence, Département Alpes-de-Haute-Provence, nördlich Forcalquier, Plateau nordöstlich Le Revest, 750 m, 25. Mai 2014, Tagfang (leg., det. & fot.: Egbert Friedrich) [Forum]
9, ♂: Frankreich, Haut-Rhin, Westhalten, Zinnkoepfle, 430 m, 19. Juni 2011 (det. & fot.: Martin Albrecht) [Forum]


Weibchen

1, ♀: Spanien, Katalonien, Tremp, 1000 m, e.l. 31. Mai 2009 (Foto: Herbert Stern), det. Herbert Stern [Forum]
2, Puppe (links) und ♀ (rechts): Spanien, Katalonien, Tremp, 1000 m, e.l. 31. Mai 2009 (Foto: Herbert Stern), det. Herbert Stern [Forum]
3, ♀ mit Exuvie: Spanien, Katalonien, Tremp, 1000 m, e.l. 31. Mai 2009 (Foto: Herbert Stern), det. Herbert Stern [Forum]
4, Kokon mit ♀: Italien, Friaul, Basovizza, 18. Mai 2010 (Freilandfoto: Helmut Deutsch), det. Helmut Deutsch


Raupe

1: Spanien, Aragonien, Aínsa, 500-1000 m, Juni 2005 (Freilandfoto: Herbert Stern), det. Wolfgang Wagner [Forum]
2, ♀: Spanien, Katalonien, Tremp, 1000 m, an Stechginster: Ulex europaeus 14. Mai 2009 (Foto: Herbert Stern), det. Herbert Stern [Forum]
3-5: Frankreich, Provence, Département Alpes-de-Haute-Provence, nördlich Forcalquier, Plateau nordöstlich Le Revest, 750 m, 25. Mai 2014, Tagfang (leg., det. & fot.: Egbert Friedrich) [Forum]
6 & 7: Frankreich, Alpes-Maritimes, Sospel, nördlich Col de Castillo, 670 m, 24. April 2011 (det. & fot.: Martin Albrecht) [Forum]


Puppe

1, ♀: Spanien, Katalonien, Tremp, 1000 m, 31. Mai 2009 (Foto: Herbert Stern), det. Herbert Stern [Forum]



Diagnose

1-2 und 3-4, zwei ♂♂: Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)


Erstbeschreibung

HÜBNER ([1819]: pl. 67 fig. 447) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Habitat

1, Larvalhabitat: Frankreich, Alpes-Maritimes, Sospel, nördlich Col de Castillo, 670 m, 24. April 2011 (fot.: Martin Albrecht) [Forum]
2: Frankreich, Haut-hin, Westhalten, Zinnkoepfle, 430 m, 19. Juni 2011 (fot.: Martin Albrecht) [Forum]


Nahrung der Raupe

1, Onobrychis sp. mit Fraßbild zahlreicher Raupen: Frankreich, Alpes-Maritimes, Sospel, nördlich Col de Castillo, 670 m, 24. April 2011 (fot.: Martin Albrecht) [Forum]


Prädatoren

1, Jalla dumosa (Baumwanze): Italien, Venetien, Località Monte Cucco, 1070 m, 30. Mai 2012, Tagfund (fot. & det.: Christine Neumann) [Forum]



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

„Federchen; wegen der Fühler des ♂ .“
SPULER 2 (1910: 170R)


Andere Kombinationen

Synonyme


Faunistik

GAEDIKE & HEINICKE (1999) listen die Art in ihrem „Verzeichnis der Schmetterlinge Deutschlands“ mit Symbol „K“, also als „Art, die bei KARSHOLT & RAZOWSKI (1996) für Deutschland angegeben wurde, die aber durch keinen der Bearbeiter oder Mitarbeiter belegt werden konnte. Es wird davon ausgegangen, daß es sich hierbei um irrtümliche Angaben handelt."

Nachdem Heterogynis penella bei SCHMIDT (2010: 156) überraschend als „sicher“ aus Rheinland-Pfalz nachgewiesene Art geführt wird, ist ihre Streichung in der Deutschland-Liste ausführlicher zu begründen (Basis hierfür war eine Diskussion im Lepiforum [Lepiforums-Anfrage J. Rodeland und Folgebeiträge]:

Primärquelle für das angebliche Vorkommen ist RÖSSLER (1881: 67), der schreibt: „Heterogynis [...] Penella H. Dr. Pagenstecher fing ein Exemplar, wahrscheinlich bei Mombach“ [gemeint war hier wohl der Mainzer Sand]. Pagenstecher selbst hat fast nur über tropische Tagfalter publiziert (und viel getauscht und gekauft) – er dürfte in Bezug auf die heimische Spinnerfauna kaum sattelfest gewesen sein. Im schon damals bestens besammelten Mainzer Sand hat kein anderer diese Art vermerkt – und das, obwohl an ihren Vorkommensorten die Raupen kaum zu übersehen sind. Möglicherweise hat Rössler in Pagenstechers Sammlung einen unbezettelten Falter von Heterogynis penella gesehen, den Pagenstecher in der Erinnerung dem Fundort „wahrscheinlich bei Mombach“ zuordnete – klären lässt sich das nicht mehr. Doch schon die Tatsache, dass es sich um genau ein Exemplar gehandelt haben soll, macht stutzig: Wieso hat Pagenstecher denn keine Serie gesammelt, die er zum Tausch hätte bestens brauchen können?

Nach der Art wurde nach dem angeblichen Nachweis weiter gesucht, und zwar vergeblich. VON REICHENAU (1904: 146) schreibt dazu: „Heterogynis [...] Penella Hb. Dieser Südländer kommt im Elsass vor und ist, seit seiner Erbeutung in unserem Gebiete durch Dr. Pagenstecher, nicht mehr gefunden worden.“

LEDERER & KÜNNERT (1961) erwähnen in ihren „Beiträgen zur Lepidopterenfauna des Mittelrheins und angrenzender Gebiete“ die Art zunächst überhaupt nicht. Erst im Kapitel „Veränderungen in der mittelrheinischen Lepidopterenfauna", Unterkapitel "Ausgestorbene oder nur scheinbar verschwundene Arten und solche, die höchstwahrscheinlich im Gebiet nie vorkamen" ist H. penella unter dem Fundort „Mainzer Sand (Mombacher Heide)" zwischen anderen dubiosen Arten gelistet (S. 217): „Heterogynis penella Hb. (1880)". Die Jahreszahl bedeutet dabei das Jahr, „in dem die Art nach unserem Wissen das letztemal beobachtet worden ist bzw. sein soll." Auf der Folgeseite werden diese Arten nochmals zusammengestellt und kommentiert: „Eine Anzahl Arten, z.B. … Heterogynis penella Hb. … können nach unserem derzeitigen Wissen nicht mit Sicherheit als heimisch betrachtet werden. Für diese Arten wäre daher eine neue Bestätigung des Vorkommens in unserem Gebiet sehr erwünscht, zumal bei einigen Spezies eine Fehlbestimmung nicht ausgeschlossen erscheint."

Zusammenfassend kann ein früheres Vorkommen der Art im Mainzer Sand zwar nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, die Argumente, die gegen ein Vorkommen um 1880 im Mainzer Sand sprechen, überwiegen aber so sehr, dass von einer Falschangabe ausgegangen werden muss. H. penella ist damit auch in Rheinland-Pfalz nicht „ausgestorben oder verschollen“, sondern höchstwahrscheinlich nie vorgekommen.

H. penella zeigt als einzige Art der Gattung ein größerflächiges Verbreitungsgebiet, das von Nordspanien (frühere Angaben zu Zentralspanien betreffen Heterogynis chapmani) über den Süden und den Osten Frankreichs (südliches Elsass) bis nach Griechenland reicht. Insgesamt ist hier die Entdeckung weiterer bisher unerkannter Arten durchaus nicht auszuschließen.

(Autor: Erwin Rennwald)


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Heterogynidae (Federwidderchen)
EU 03915 Heterogynis penella (HÜBNER, [1819]) - Federwidderchen art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am Februar 7, 2018 20:26 von Michel Kettner
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