Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Grapholita Molesta

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Tortricidae (Wickler, Blattroller)
EU M-EU 05107 Grapholita molesta (BUSCK in QUAINTANCE & WOOD, 1916) - Pfirsichtriebwickler, Pfirsichwickler

1-2: Österreich, Niederösterreich, Schwarzau/Stf., (Halb-)Trockenrasen, Hecken, Flussbett, Au-Rand, 330 m, 5. Mai 2004 (Fotos: Peter Buchner), det. Peter Buchner
3: Deutschland, Baden-Württemberg, Kaiserstuhl, Bötzingen, 192 m, Raupe am 15. August 2012 in Weinbergspfirsich, e.l. 21. September 2012 (cult., det. & fot.: Gabi Krumm), det. Friedmar Graf, conf. Rudolf Bryner [Forum]
4, ♂: Österreich, Steiermark, Graz, St. Peter, ca. 380 m, Garten, Mischwaldrand, am Licht, 19. September 2016 (leg. & Foto: Horst Pichler, Vorschaubild redaktionell etwas aufgehellt), det. nach GU Peter Buchner [Forum]
5-6, ♀: Österreich, Steiermark, Graz, St. Peter, ca. 380 m, Garten, Mischwaldrand, am Licht, 11. Juni 2018 (det. & fot.: Horst Pichler) [Forum]


Raupe

1: Deutschland, Baden-Württemberg, Kaiserstuhl, Bötzingen, 192 m, in Weinbergspfirsich, 15. August 2012 (det. & fot.: Gabi Krumm), det. Friedmar Graf, conf. Rudolf Bryner [Forum]



Diagnose

1, ♂: Schweiz, Bern, Biel-Vingelz, 520 m, 9. Mai 2009, Pheromonfalle (leg., gen. det. [GP Nr. 2009-068] & Foto: Rudolf Bryner)

Achtung: Das in RAZOWSKI 2001 unter Cydia molesta abgebildete Tier ist Cydia herrichiana. Cydia molesta wird nicht abgebildet. (Hinweis von Peter Buchner)


Genitalien

1, Genitalpräparat des als Lebendfalter 4 abgebildeten ♂: Österreich, Steiermark, Graz, St. Peter, ca. 380 m, Garten, Mischwaldrand, am Licht, 19. September 2016 (leg., präp. & Foto: Horst Pichler, Vorschaubild redaktionell etwas aufgehellt), det. nach GU Peter Buchner [Forum]


1, ♀: Österreich, Steiermark, Graz, St. Peter, ca. 380 m, Garten, Mischwaldrand, am Licht, 11. Juni 2018 (präp., det. & fot.: Horst Pichler) [Forum]



Biologie

Eine zusammenfassende Beschreibung des Schadbildes findet sich unter https://www.oekolandbau.de/erzeuger/pflanzenbau/allgemeiner-pflanzenbau/pflanzenschutz/schaderreger/schadorganismen-im-obstbau/tierische-schaderreger/pfirsichwickler/ .



Weitere Informationen

Andere Kombinationen


Faunistik

Zur Frage der Herkunft

Die Art wurde aus den USA, District of Columbia, beschrieben als "Laspeyresia molesta, an important new insect enemy of the peach" (QUAINTANCE & WOOD 1916). Die Autoren waren sich aber sicher, dass die Art eingeschleppt wurde. Die angefragten europäischen Kollegen Edward Meyrick und J. H. Durrant bestätigten die Artverschiedenheit gegenüber G. funebrana, betonten aber auch, dass sie die neue Art nicht kannten. QUAINTANCE & WOOD (1916) kamen schließlich zum Schluss, dass die Art wahrscheinlich aus Japan in die USA eingeschleppt wurde. Nach http://www.nysipm.cornell.edu/factsheets/treefruit/pests/ofm/ofm.pdf wurde die Art um 1913 aus Japan in die USA eingeschleppt, stammt aber ursprünglich aus China, von wo aus sie zunächst nach Japan verschleppt wurde. Heute ist sie in allen Erdteilen außer der Antarktis zu finden (siehe: Invasive Species Compendium [Artseite auf Invasive Species Compendium, Stand 22. September 2009]) und in Europa weit verbreitet. Hier fiel sie in den ersten Jahrzehnten ihrer Anwesenheit meist nicht stark auf.

Deutschland

RAULEDER (2007) macht detaillierte auf der Basis einer Studie mit Pheromonfallen von 2001 - 2003 im Lehr- und Versuchsbetrieb Karlsruhe-Augustenberg detaillierte Angaben zu Phänologie und Schadbild der Art. Er betont, dass in den Pheromonfallen für den Pfirsichtriebwickler in großem Stil auch Falter des Pflaumenwicklers (Grapholita funebrana) anfliegen, teilweise auch umgekehrt. Für eine sichere Ansprache der beiden Arten ist daher meist eine Genitaluntersuchung nötig. In http://www.hortigate.de/scripts/WebObjects.dll/Hortigate.woa/2/wo/P0p60FUsdM9s928968o7T0/145.16.19.1.0.7.0 (erstellt am 21.11.2005) heißt es: "Der Befall durch den Pfirsichwickler nimmt im Rheintal von Jahr zu Jahr zu. Eine chemische Bekämpfung dieses Schädlings ist derzeit in Deutschland nicht möglich, da kein geeignetes Präparat ausgewiesen ist. Die eingesetzten Dispenser Isomate OFM Rosso konnten den Befall über die gesamte Saison unterdrücken".

Schweiz

Nach WITTENBERG (2005: 134) ist die Art ein aus Asien eingeschlepptes Neozoon, das in der Schweiz in Obstgärten an verschiedenen Obstbäumen lebt. Wo zunächst in erster Linie Pfirsichbäume geschädigt wurden, werden vermehrt Schäden in Apfelplantagen gemeldet. In einem Bericht von proplanta.de vom 08.12.2012 [Bericht auf proplanta.de] heißt es: "Obwohl der Pfirsichwickler (Grapholita molesta) seit mehreren Jahrzehnten in der Schweiz vorkommt, wurde seiner Anwesenheit bis anhin kaum Beachtung geschenkt. Dieses Jahr verursachte dieser Falter jedoch zum ersten Mal grössere wirtschaftliche Verluste im Westschweizer Pfirsich- und Birnenanbau."

Österreich

HUEMER & RABITSCH (2002) listen den Pfirsichtriebwickler ebenfalls bei den Neozoen auf. Herkunft "Orientalis?". Sie bemerken: "gefährlicher potenzieller Schädling im Obstbau, heute weltweit verschleppt." Bekannt ist die Art hier aus Nieder- und Oberösterreich und aus Tirol.


Literatur

(Autor: Erwin Rennwald)


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Letzte Änderung am Juli 13, 2018 16:02 von Tina Schulz
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