Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Gonepteryx Rhamni

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Pieridae (Weißlinge)
EU M-EU 07024 Gonepteryx rhamni (LINNAEUS, 1758) - Zitronenfalter

Männchen

1, ♂: Deutschland, Bremen, Bremerhaven, Speckenbüttler Park, 16. Juli 2006 (Freilandfoto: Carsten Wilkening) [Forum]
2, ♂: Österreich, Niederösterreich, 1,5 km N Schwarzau/Stf., Halbtrockenrasen in Schwarzföhrenforst, 330 m, 18. August 2002 (Foto: Peter Buchner), det. Peter Buchner
3, ♂: Deutschland, Bayern, Oberbayern, Geisenfeld, 16. Juli 1994 (Foto: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger
4, ♂ im Flug: Deutschland, Thüringen, Nähe Lobenstein, Waldlichtung, 7. Mai 2006 [Forum]
5, ♂ der 2. Gen. mit geöffneten Flügeln nach dem Schlupf: Deutschland, Bayern, Oberfranken, Bad Staffelstein, Raupenfund am 14. August 2009 (Zuchtfoto vom 6. September 2009: Jürgen Mayrock), cult. & det. Jürgen Mayrock [Forum]


Weibchen

1, ♀: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Apolloweg bei Valwig an der Mosel, 26. Mai 2005 (Freilandfoto: Jürgen Rodeland)
2, ♀ im Flug: Deutschland, Thüringen, ehemaliger Grenzstreifen Nähe Titschendorf, 6. September 2006 (Freilandfotos 5-6: Jens Philipp), det. Jens Philipp
3, ♀: Italien, Südtoscana, zwischen Donoratico und Monteverdi, offene Waldpartien, 14. Oktober 2006 (Freilandfoto: Ernst Gubler), det. Heiner Ziegler [Forum]
4, ♀ mit geöffneten Flügeln nach dem Schlupf: Deutschland, Bayern, Moosburg, 1. November 2008 (Zuchtfoto: Heinrich Vogel) [Forum]
5, ♀: Deutschland, Sachsen, Dubringer Moor, 140 m, 11. Juni 2011 (det. & fot.: Friedmar Graf) [Forum]
6, ♀: Deutschland, Hamburg, Fischbeker Heide, 1. Mai 2012 (det. & fot.: Markus Dumke) [Forum]
7, ♀: Deutschland, Schleswig-Holstein, Nordfriesland, Insel Föhr, Nordrand einer Waldwiese bei Wyk, 21. Juli 2011 (Freilandfoto: Jürgen Rodeland)


Überwinternde Falter

1, ♂: Deutschland, Bayern, Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, Ascholding, 30. November 2008, 620 m, leg. Christine Neumann (unmanipuliertes Freilandfoto: Annette von Scholley-Pfab) [Forum]
2, ♂: Deutschland, Bayern, Bodenwöhr in der Oberpfalz, 380 m, Kiefernforst, 31. Januar 2012 (Freilandfoto: Franz Laumer) [Forum]


Balz

1-2: Deutschland, Bayern, Oberfranken, Pottenstein, 11. April 2009 (Fotos: Jürgen Mayrock), det. Jürgen Mayrock [Forum]
3: Deutschland, Schleswig-Holstein, Geest, 25. April 2010 (Foto: Clas Lehmann) [Forum]
4: Deutschland, Baden-Württemberg, Abtsgmünd, 420 m, 4. Mai 2015 (det. & fot.: Rolf Prosi) [Forum]


Kopula

1: Deutschland, Bremen, Bremerhaven, Waldrand, 15. April 2006 (Foto: Carsten Wilkening), det. Carsten Wilkening
2: Deutschland, Oberbayern, Übersee-Westerbuchberg, ca. 530 m, 12. März 2011 (det. & fot.: Peter Ginzinger) [Forum]
3: Deutschland, Bayern, nördlich Bad Tölz, feuchter Südhang unterhalb von Hechenberg, 640 m, 7. Februar 2014 (det. & fot.: Christine Neumann) [Forum]


Eiablage

1: Österreich, Salzburg, Golling, 13. April 2009 (Freilandaufnahme: Erich Schnöll) [Forum]
2: Deutschland, Bayern, Vaterstetten, ca. 540 m, 21. April 2009 (det. & fot.: Peter Ginzinger) [Forum]
3: Deutschland, Bayern, Unterallgäu, Apfeltrach Katzbrui, lichter Wald neben offener Sumpffläche, 700 m, 1. Mai 2013 (det. & Freilandfoto: Werner Grundmann) [Forum]
4: Österreich, Bundesland Salzburg, Pinzgau, Nähe Saalfelden, Naturwaldreservat Stoissen im Landschaftsschutzgebiet Hochkalkalpen, 720 m, 21. Mai 2016 (unmanipuliertes Freilandfoto: Sabine Flechtmann) [Forum]


Erwachsene Raupe

1: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Westerwald, an Faulbaum (Frangula alnus), 3. Juli 2004 (Freilandfoto: Rainer Wendt), det. Rainer Wendt
2: Deutschland, Bayern, Oberbayern, Geretsried, an Faulbaum (Frangula alnus), 28. Mai 1992 (Foto: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger
3, zweite Generation: Deutschland, Bayern, Moosburg an der Isar, 31. August 2008 (Foto: Heinrich Vogel) [Forum]
4, zweite Generation: Deutschland, Bayern, Oberfranken, Bad Staffelstein, an Faulbaum (Frangula alnus), 14. August 2009 (Foto: Jürgen Mayrock), leg., cult. & det. Jürgen Mayrock [Forum]
5, verpuppungsbereit: Deutschland, Bayern, Oberfranken, Bad Staffelstein, an Faulbaum (Frangula alnus), 14. August 2009 (Foto am 25. August 2009: Jürgen Mayrock)
6, verpuppungsbereit: Deutschland, Bremerhaven, Bremen, e.o. 12. April 2006 (Foto: Carsten Wilkening), det. Carsten Wilkening


Jüngere Raupenstadien

1, Jungraupe mit Fraßspuren: Deutschland, Baden-Württemberg, Schurwald, an Faulbaum (Frangula alnus), Mai 2004 (Foto: Michael Rommel), det. Michael Rommel
2-3, zweite Generation, wohl L2: Deutschland, Bayern, Oberbayern, Moosburg a.d. Isar, an Faulbaum (Frangula alnus), 11. und 14. August 2009 (Fotos: Heinrich Vogel), det. Heinrich Vogel [Forum]
4, L1: Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Morsbach (Aussenort), ca. 300 m, 20. Mai 2010 (Freilandfoto: Katja Zielenbach), det. Katja Zielenbach [Forum]
5, L1: Deutschland, Schleswig-Holstein, Ahrensburg, an Frangula alnus, 30. April 2011 (det. & Freilandfoto: Markus Dumke) [Forum]
6-7, vorletztes Stadium in Häutungsruhe: Deutschland, Schleswig-Holstein, Ahrensburg, an Frangula alnus, 29. Mai 2011 (det. & Freilandfotos: Markus Dumke) [Forum]


Fraßspuren und Befallsbild

1, der kaum kniehohe Faulbaum-Strauch (Frangula alnus) zeigt 2 sehr unterschiedlich alte Raupen, was zeigt, dass er mindestens zweimal in größerem zeitlichen Abstand belegt wurde: Deutschland, Baden-Württemberg, Hardtebenen, Baden-Airpark, 2. Juni 2005 (Freilandfoto: Erwin Rennwald), det. Erwin Rennwald [Forum]


Puppe

1: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Westerwald, 22. Juni 2004 (Studiofoto: Rainer Wendt), det. Rainer Wendt
2, zweite Generation: Deutschland, Bayern, Moosburg an der Isar, 31. August 2008 (Foto: Heinrich Vogel) [Forum]
3, Verpuppungsvorgang, zweite Generation: Deutschland, Bayern, Oberfranken, Bad Staffelstein, leg. 14. August 2009 (Foto am 26. August 2009: Jürgen Mayrock), cult. & det. Jürgen Mayrock [Forum]
4-5, zweite Generation, kurz vor Schlupf: Deutschland, Bayern, Oberfranken, Bad Staffelstein, 14. August 2009 (Studiofotos vom 6. September 2009: Jürgen Mayrock), leg., cult. & det. Jürgen Mayrock [Forum]
6: Deutschland, Bayern, Vorland der mittleren Frankenalb, Mühlhausen/Sulz, 398 m, 27. August 2012 (Freilandfoto: Thomas Netter), det. Thomas Netter [Forum]


Ei

1: Deutschland, Bayern, Furth im Wald, 21. April 2007 (Foto: Ingrid Altmann), det. Ingrid Altmann [Forum]
2: Deutschland, Bayern, Oberbayern, Pupplinger Au, 30. März 1994 (Foto: Markus Schwibinger), det. Markus Schwibinger
3, frisch gelegte Eier: Deutschland, Bayern, Furth im Wald, an Faulbaum, 22. April 2007 (Foto: Ingrid Altmann), det. Ingrid Altmann [Forum]
4: Schweiz, Bülach ZH, Garten, 425 m, 2. April 2011 (det. & fot.: Thomas Kissling) [Forum]
5-6: Deutschland, Schleswig-Holstein, Ahrensburg, an Frangula alnus, 21. April 2011 (det. & Freilandfoto: Markus Dumke) [Forum]



Diagnose

Falter

Das ♂ von Gonepteryx rhamni ist mit seiner zitronengelben Farbe und dem charakteristischen Flügelschnitt (je ein Zacken am Apex und in der Mitte des Hinterflügelsaums) in Mitteleuropa unverwechselbar. Das hellere, meist etwas grünlich wirkende ♀ kann bei oberflächlicher Betrachtung mit Weißlingen der Gattung Pieris verwechselt werden, doch ist es bei Beachtung des beschriebenen Flügelschnitts genauso sicher wie das ♂ ansprechbar.
Im Mittelmeerraum tritt auch noch G. cleopatra auf. Dessen ♂ fällt durch einen sehr großen orangeroten Fleck auf der Vorderflügel-Oberseite sofort auf. Das ♀ ist „unserem“ Zitronenfalter sehr ähnlich. Die Färbung ist etwas heller weiß, nicht grünlich und seine Hinterflügel sind etwas dunkler als die Vorderflügel. Eine besondere Schwierigkeit sind gelbe ♀ ♀ von G. cleopatra, wie sie vor allem in Griechenland, vereinzelt aber auch anderswo im Mittelmeerraum auftreten.
Noch ähnlicher sind beide Geschlechter von G. farinosa, der von Griechenland an ostwärts verbreitet ist. Diese Art kann vom Laien kaum sicher unterschieden werden, bereitet auch dem Spezialisten oft große Probleme.
Ein weiteres Problem sind klinale Übergänge innerhalb der Spezies G. rhamni. So haben griechische und türkische Tiere einen anderen Flügelschnitt. Ihr Vorderflügel-Außenrand ist stärker eingebuchtet, die Spitze des Apex weiter ausgezogen. Diese regionalen Unterschiede erschweren die Zuordnung einzelner Tiere, speziell im südöstlichen Mittelmeerraum, zusätzlich.


Ähnliche Arten:


Erstbeschreibung

LINNAEUS (1758: 470) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Lebensweise

Der Zitronenfalter ist ein Waldbewohner, der außerhalb des Waldes nur noch in gebüschreichem Gelände auftritt. Auf Wiesen oder Weiden in deutlicher Entfernung zum Wald wird man nur herumstreunende Einzelexemplare oder migrierende Falter finden. Im Gebirge steigt er etwa bis zur Baumgrenze. Falter die noch höher angetroffen werden sind sehr wahrscheinlich aus heißen Tieflagen zugewanderte Tiere, die im Gebirge übersommern.
Seine Raupe frisst im Frühjahr und Frühsommer an Faulbaum (Frangula alnus) und Kreuzdorn (Rhamnus-spp.). Die Art bildet ganz überwiegend nur eine Generation aus. Diese schlüpft in Mitteleuropa im Juni oder Juli, in sehr kalten Lagen auch später. Vor allem in warmen Gegenden zieht sich der Falter sehr frühzeitig im Sommer in ein Versteck zurück. Dieses verlassen manche Falter im Herbst noch einmal und täuschen so eine 2. Generation vor. In den Alpen und im dealpinen Raum wurde aber auch schon eine partielle echte 2. Gen. nachgewiesen, die von Ende August bis Oktober fliegt.
Die meisten Falter bleiben aber bis zum nächsten Jahr im Versteck, das viele bereits an milden Februartagen wieder verlassen. Andererseits fliegen speziell in kühleren Gegenden viele Überwinterer bis Juni oder gar Juli; sie leben als Falter demnach fast ein ganzes Jahr lang. Der Zitronenfalter überwintert nicht in menschlichen Behausungen. Er bevorzugt Bäume und Gebüsch, dichtes Brombeergestrüpp oder Heidekraut. Hier sitzt er recht offen und kann von aufmerksamen Beobachtern dann auch im Winter entdeckt werden.

Autor: Jürgen Hensle


Habitat

1, Larvalhabitat: Deutschland, Baden-Württemberg, Freiburger Bucht, Teningen-Nimburg, 190 m, feuchter Schwarzerlen-Mischwald mit Faulbaum (Frangula alnus) im Waldesinneren, 7. April 2010 (Foto: Jürgen Hensle)
2, Larvalhabitat: Deutschland, Baden-Württemberg, Südlicher Hochflächen-Schwarzwald, Grafenhausen, 900 m, sonniger äußerer Waldmantel mit Faulbaum (Frangula alnus) zw. Niedermoor und Fichtenforst, 14. Juni 2009 (Foto: Jürgen Hensle)
3, Larvalhabitat, Schweiz, Kanton Bern, Wimmis, Simmenfluh, 700 m, halbschattiger innerer Waldmantel mit Faulbaum (Frangula alnus) in Mischwald, 27. Mai 2012 (Foto: Jürgen Hensle)
4, Larvalhabitat: Deutschland, Bayern, Vorland der mittleren Frankenalb, Mühlhausen/Sulz, 398 m, 27. August 2012 (Foto: Thomas Netter) [Forum]
5, Larvalhabitat: Deutschland, Baden-Württemberg, Grindenschwarzwald und Enzhöhen, Eyachtal bei Dobel, 500 m, bachbegleitender innerer Waldmantel mit Faulbaum (Frangula alnus) im Mischwald, 25. Mai 2014 (Foto: Jürgen Hensle)
6, Larvalhabitat: Deutschland, Baden-Württemberg, Mittlerer Talschwarzwald, Biggertkopf bei Elzach-Yach, 700 m, sonniger Waldweg mit Faulbaum (Frangula alnus) im Fichten-Tannen-Buchen-Mischwald, 5. Mai 2016 (Foto: Jürgen Hensle)
7, Larvalhabitat: Deutschland, Baden-Württemberg, Colmar-Neuenburger-Rheinebene, Trockenaue bei Neuenburg-Zienken, 210 m, Waldweg mit Kreuzdorn (Rhamnus catharticus), 7. Mai 2016 (Foto: Jürgen Hensle)


Nahrung der Raupe

1, Echter Kreuzdorn (Rhamnus catharticus): Deutschland, Baden-Württemberg, Colmar-Neuenburger-Rheinebene, Trockenaue bei Neuenburg-Zienken, 210 m, 7. Mai 2016 (Foto: Jürgen Hensle), det. Jürgen Hensle


Prädatoren

1, Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia), det. Sabine Flechtmann: Deutschland, Baden-Württemberg, Bad Wurzach, NSG Wurzacher Ried, ca. 650 m, 7. Juli 2013 (Freilandfoto: Peter Schmidt) [Forum]



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

Der Gattungsname ist eigentlich ein Schreibfehler: Er sollte "Gonopteryx" heißen, Gonepteryx ist sprachlich falsch. Gonos = Knie, Pteron = Flügel = Der Falter mit dem Knie-Flügel (gemeint ist wohl der geknickte Apex). Richtig wäre demnach Gonopteryx. Tatsächlich findet man in der uralten Literatur den Gattungungsnamen Gonopteryx (1886), Goniopteryx (1853) oder Gonoptera (1820). [Autor: [Heiner Ziegler]]

Rhamnus, Kreuzdorn.“
SPULER 1 (1908: 11L)


Andere Kombinationen


Verbreitung

Der Zitronenfalter ist von Irland und Marokko bis in die Mongolei verbreitet. In Europa fehlt er lediglich im Norden, von Schottland bis Nordrussland sowie auf vielen griechischen Inseln.


Literatur


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Pieridae (Weißlinge)
EU M-EU 07024 Gonepteryx rhamni (LINNAEUS, 1758) - Zitronenfalter Weisslinge art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am August 14, 2016 20:28 von Michel Kettner
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