Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Glyphipterix Schoenicolella

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Glyphipterigidae (Rundstirnmotten, Wippmotten)
EU M-EU 01595 Glyphipterix schoenicolella (BOYD, 1858) - Englischer Rundstirnfalter

1, ♀: Schweiz, Waadt, Cudrefin, 430 m, 10. September 2008 (Studioaufnahme: Rudolf Bryner), det. Rudolf Bryner [Forum]
2-4, ♂ und 5-6, ♀: Schweiz, Waadt, Cudrefin, 430 m, vernässtes, zeitweise überflutetes Seggenried, 29. und 30. November 2008: Raupen in den Samenständen von Schoenus nigricans; Falter geschlüpft am 21. und 22. Dezember 2008 (Treibzucht) (leg., cult., det. und Studiofotos: Rudolf Bryner) [Forum]


Raupe

1-3, erwachsene Raupe, 4, Jungraupe und 5-6, Befall: Schweiz, Waadt, Cudrefin, 430 m, vernässtes, zeitweise überflutetes Seggenried, 29. und 30. November 2008: Raupen in den Samenständen von Schoenus nigricans; Falter geschlüpft am 21. und 22. Dezember 2008 (Treibzucht) (leg., cult., det. und Studiofotos: Rudolf Bryner) [Forum]


Puppe

1-2: Schweiz, Waadt, Cudrefin, 430 m, vernässtes, zeitweise überflutetes Seggenried, 29. und 30. November 2008: Raupen in den Samenständen von Schoenus nigricans; Falter geschlüpft am 21. und 22. Dezember 2008 (Treibzucht) (leg., cult., det. und Studiofotos: Rudolf Bryner) [Forum]



Diagnose

♀: Schweiz, Waadt, Cudrefin, 430 m, vernässtes Seggenried mit Binsenbeständen (Schoenus nigricans) am Ufer des Neuenburgersees; 10. September 2008 (Aufnahme: Rudolf Bryner), leg., praep. & det. Rudolf Bryner [Forum]

Die Art ist von Glyphipterix simpliciella oft kaum zu unterscheiden. Selbst in den Genitalstrukturen sind nur geringfügige Unterschiede feststellbar. Die Fransen der Hinterflügel haben weisse Spitzen und werden am Hinterrand zum Körper hin schliesslich ganz weiss. Dies scheint das wohl verlässlichste äussere Merkmal zu sein. Der Lebensraum hilft aber entscheidend bei der Determination der Falter: Glyphipterix schoenicolella ist eine Bewohnerin von Binsenbeständen (Schoenus) von mindestens zeitweise unter Wasser stehenden Nasswiesen [Rudolf Bryner].


Erstbeschreibung

BOYD (1858: 144) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Habitat

1: Schweiz, Waadt, Cudrefin, 430 m, 7. Mai 2006 (Aufnahme: Rudolf Bryner) [Forum]
2-5: Schweiz, Waadt, Cudrefin, 430 m, vernässtes, zeitweise überflutetes Seggenried, 29. und 30. November 2008 (Aufnahmen: Rudolf Bryner) [Forum]


Nahrung der Raupe

Nach bisherigem Kenntnisstand lebte die Raupe dieser Art ausschließlich in Ährchen von Schoenus nigricans (Schwarzes Kopfried). ERNST & NIEDERBICHLER (2014) melden aus Bayern jetzt erstmals auch Raupenfunde in Cladium mariscus-Köpfchen (Schneidried) - dies überrascht, wird doch das Rote Kopfried (Schoenus ferugineus) an diesen Standorten anscheinend konsequent gemieden.

(Autor: Erwin Rennwald)



Weitere Informationen

Andere Kombinationen


Faunistik

Nach BRYNER et al. (2004) kommt die Art in der Schweiz vor (siehe dazu auch die Bilder oben).

Aus Deutschland war die Art nach GAEDIKE & HEINICKE (1999) nur mit Angaben von vor 1900 aus Bayern bekannt. Dort wurde sie von PRÖSE et al. (2003) entsprechend in Kategorie "0 - ausgestorben oder verschollen" der Roten Liste gestellt (Region "Tertiär-Hügelland und voralpine Schotterplatten"). Hier hatte ich an dieser Stelle schon vermutet: "Da die Art - wie das sehr spät entdeckte Vorkommen in der Schweiz gezeigt hat - leicht der Beobachtung entgeht, könnte sich hier eine gezielte Suche aber noch durchaus lohnen." - was sich durch die Wiederentdeckung der Art durch ERNST (2012) auch rasch bestätigt hat. Näheres - mit Bildern - zu diesem Wiederfund ist auch dem Jahresbericht 2013 der Schutzgemeinschaft Ammersee (ERNST & NIEDERBICHLER 2014) zu entnehmen [PDF-Version des Berichts über G. schoenicolella]. Der erste neue Nachweis für Deutschland gelang aber nicht hier, sondern auf der Nordseeinsel Borkum (ERNST 2010).

HUEMER (2013: 210) berichtet über Nachweise aus Österreich: „Die Art wurde zwar bereits in der Erstversion des Österreichkataloges aufgelistet, allerdings war damals kein gesicherter Fund bekannt (HUEMER & TARMANN, 1993). Inzwischen gelangen jedoch durch WIESER (2009) in Kärnten aktuelle Nachweise (Greifenburger Moor, Bettlerkreuz Unterflurtrasse).“

(Autor: Erwin Rennwald)


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Glyphipterigidae (Rundstirnmotten, Wippmotten)
EU M-EU 01595 Glyphipterix schoenicolella (BOYD, 1858) - Englischer Rundstirnfalter art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am Oktober 9, 2016 10:36 von Jürgen Rodeland
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