Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Glyphipterix Haworthana

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Glyphipterigidae (Rundstirnmotten, Wippmotten)
EU M-EU 01591 Glyphipterix haworthana (STEPHENS, 1834) - Wollgras-Wippmotte

1, ♀: Schweiz, Bern, St-Imier, 1100 m, Hochmoor, 5. und 12. Februar 2011, Raupen in Samenständen von Eriophorum angustifolium, e.l. 28. Februar 2011 (leg., cult., det. und Foto: Rudolf Bryner)
2-3, ♂: Gleiche Fund- und Schlupfdaten wie Bild 1 (leg., cult., det. und Fotos: Rudolf Bryner) [Forum 1-3]
4: Schweiz, Bern, St-Imier, 1000 m, Hochmoor, Raupenfund am 17. März 2001 in letztjährigen versponnenen Fruchtständen von Eriophorum vaginatum und Eriophorum latifolium, Falter e.l. 3. April 2001 (Foto: Rudolf Bryner), cult. & det. Rudolf Bryner


Raupe

1-4: Schweiz, Bern, St-Imier, 1100 m, Hochmoor, 5. und 12. Februar 2011, in Samenständen von Eriophorum angustifolium (leg., cult., det. und Fotos: Rudolf Bryner) [Forum]
5: Schweiz, Bern, St-Imier, 1000 m, Hochmoor, Raupenfund am 17. März 2001 in letztjährigen versponnenen Fruchtständen von Eriophorum vaginatum und Eriophorum latifolium (Foto: Rudolf Bryner), det. Rudolf Bryner


Puppe

1-2: Schweiz, Bern, St-Imier, 1100 m, Hochmoor, 5. und 12. Februar 2011, Raupen in Samenständen von Eriophorum angustifolium, e.l. 28. Februar 2011 (leg., cult., det. und Fotos: Rudolf Bryner) [Forum]
3: Schweiz, Bern, St-Imier, 1000 m, Hochmoor, e.l. leg. 17. März 2001 (Foto: Rudolf Bryner), cult. & det. Rudolf Bryner



Diagnose

♀: Schweiz, Bern, St-Imier, 1000 m, Hochmoor, 17. März 2001, Raupe in letztjähriger, versponnener Samenwolle von Eriophorum vaginatum, Falterschlupf am 29. März 2001 (Aufnahme: Rudolf Bryner), leg., cult., praep. & det. Rudolf Bryner [Forum]

Glyphipterix haworthana ist mit einer Flügelspannweite von 11-14 mm und auffallend breiten Vorderflügeln eine grosse Glyphipterigidae-Art. Im Gegensatz zu allen ähnlichen Verwandten ist die braune Grundfarbe der Vorderflügel auf der Basishälfte deutlich dunkler als auf der äusseren Flügelhälfte, wo sie zudem messingartig glänzt [Rudolf Bryner].


Erstbeschreibung

STEPHENS (1834: 262 + pl. 39 fig. 2) [nach Copyright-freien Scans auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Habitat

1, Lebensraum zur Flugzeit der Falter: Schweiz, Bern, St-Imier, 1000 m, Hochmoor-Föhren-Birkenwald mit Eriophorum vaginatum, 27. Mai 2008 (Foto: Rudolf Bryner) [Forum]
2, Lebensraum im Juli: Schweiz, Hochmoor im Berner Jura (Foto 1991: Rudolf Bryner)

Moor- und Sumpfwiesen färben sich im Hochsommer durch die Fruchtstände der Wollgräser (Eriophorum sp.) weiss.


Nahrung der Raupe

1, Horste des Scheiden-Wollgrases (Eriophorum vaginatum) nach der Blüte: Schweiz, Bern, St-Imier, 1000 m, Hochmoor-Föhren-Birkenwald, 27. Mai 2008 (Foto: Rudolf Bryner)
2, Breitblättriges Wollgras (Eriophorum latifolium): Daten wie Bild 1 (Foto: Rudolf Bryner) [Forum 1+2]


Nachweismethoden

1, Lebensraum zur Zeit der Raupensuche im Winter: Schweiz, Bern, St-Imier, 1100 m, Hochmoor, 5. Februar 2011 (Foto: Rudolf Bryner)
2-3, Fruchtstände und Samenwolle von Eriophorum latifolium unter dem schmelzenden Schnee: Daten wie Bild 1 (Fotos: Rudolf Bryner) [Forum 1-3]

Von der weissen Pracht der Wollgräser ist über Winter kaum etwas geblieben. Letzte Überreste finden sich wie verschmutze und verklebte Watteknäuel in der dürren Vegetation hängend. Es lohnt sich, diese genauer zu untersuchen. Es stellt sich nämlich heraus, dass sie meistens nicht zufälligerweise überdauert haben, sondern weil sie an etwas erhöhter Stelle festgesponnen sind. Im geöffneten Wollgrasbüschel findet sich die erwachsene Raupe von G. haworthana. Tief im Innern der verfilzten Samenwolle hat sich die Raupe eine Gespinströhre angefertigt. Das untere Ende der Röhre beginnt bei den Samennüsschen des Grases und führt zum äusseren Ende der Wolle, wo das Schlupfloch für den Falter vorbereitet ist. Die im Raupenbild 1 abgebildete Gespinströhre ist zum Fotografieren der Länge nach aufgeschnitten worden. Die Raupen fressen jetzt nicht mehr. Sobald die Witterung etwas wärmer wird, verpuppen sie sich in den Wohnröhren. Das Puppenbild 1 zeigt eine aufgeschnittene Gespinströhre mit der Puppe. Die Röhre ist etwa doppelt so lang wie die Puppe, welche sich darin sehr rasch vor und zurück bewegen kann.

Von April bis Mai, je nach Höhenlage, wenn die Vegetation im Hochmoor zu erwachen beginnt, schlüpfen die Falter. Sie halten sich auf den unscheinbaren Blüten von Eriophorum vaginatum oder Eriophorum latifolium auf, wo sie mühelos gefunden und beobachtet werden können.

Autor: Rudolf Bryner [Beitrag im Lepiforum] [Zuchtbericht im Lepiforum]



Weitere Informationen

Andere Kombinationen

Synonyme


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Glyphipterigidae (Rundstirnmotten, Wippmotten)
EU M-EU 01591 Glyphipterix haworthana (STEPHENS, 1834) - Wollgras-Wippmotte art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am Juni 14, 2016 13:44 von Michel Kettner
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