Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Euzophera Cinerosella

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Pyralidae (Zünsler)
EU M-EU 05997 Euzophera cinerosella (ZELLER, 1839) - Wermut-Schmalzünsler

1-3: Österreich, Niederösterreich, 9 km NNE Wr. Neustadt, Trockenrasen, Kanalufer, 18. August 2005 (Fotos: Peter Buchner), det. Peter Buchner
4-5, ♂: Deutschland, Sachsen, Noitzscher Heide bei Lindenhayn, Raupenfund am 24. März 2011 an und in Wermutwurzeln (Artemisia absinthium), e.l. 27. April 2011 (leg., cult., det. & Fotos: Heidrun Melzer)
6, ♂: Funddaten wie Bild 4-5, e.l. 28. April 2011 (leg., cult., det. & Foto: Heidrun Melzer)
7-8, ♀: Funddaten wie Bild 4-5, e.l. 29. April 2011 (leg., cult., det. & Fotos: Heidrun Melzer) [Forum 4-8]
9: Russland, Oblast Moskau, Bezirk Orechowo-Sujewo, Dorf Topolinyy, 118 m, am Licht, 13. Mai 2012 (fot.: Andrey Ponomarev), det. Vlad Proklov [Forum]


Raupe

1-2 und 3: Deutschland, Sachsen, Noitzscher Heide bei Lindenhayn, im Wurzelstock von Wermut (Artemisia absinthium), 24. März 2011 (leg., cult., det. & Fotos: Heidrun Melzer) [Forum]


Fraßspuren und Befallsbild

1-2, mit Gespinst und Genagsel verschlossene Schlupflöcher, außen am Wurzelstock sichtbar: Deutschland, Sachsen, Noitzscher Heide bei Lindenhayn, Raupenfund an und in Wermutwurzeln (Artemisia absinthium) am 24. März 2011 (leg., cult., det. & Fotos am 27. April 2011: Heidrun Melzer) [Forum]


Puppe

1 und 2-3: Deutschland, Sachsen, Noitzscher Heide bei Lindenhayn, Raupenfund an und in Wermutwurzeln (Artemisia absinthium) am 24. März 2011 (leg., cult., det. & Fotos am 27. April 2011: Heidrun Melzer) [Forum]



Diagnose

Männchen

1, ♂: Finnland, Åboland, Hitis, 6. Juli 1962 (fot: Pekka Malinen), leg. Nylund, coll. LTKM


Weibchen

1, ♀: Finnland, Uusimaa, Hiitinen, 5. August 1956 (fot: Pekka Malinen, kleines Bild redaktionell an Standardmaße angepasst), leg. Lankiala, coll. LTKM


Erstbeschreibung

ZELLER (1839: 176) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Habitat

1, Straßenrand mit alljährlich wieder erscheinenden Wermutstauden (Raupenfundort): Deutschland, Sachsen, Noitzscher Heide bei Lindenhayn, 30. April 2011 (Foto: Heidrun Melzer)


Raupennahrungspflanze

1, frisch ausgetriebener Wermut (Artemisia absinthium): Deutschland, Sachsen, Noitzscher Heide bei Lindenhayn, 30. April 2011 (Foto: Heidrun Melzer)


Nahrung der Raupe

Die Raupe besiedelt wurzelnahe Stängelbereiche und Wurzeln von Wermut (Artemisia absinthium) - nicht etwa Feldbeifuß, wie der häufiger zu findende und zunächst auch im Lepiforum verwendete deutsche Trivialname vermuten lässt [Forumsbeitrag zum Thema].

Schon GARTNER (1865: 329-330) berichtete ausführlich: "In einer zahlreichen Pflanzenansiedlung von Artemisia Absinthium hielt ich öfter Umschau, und zwar nicht ohne Erfolg; denn an die Entdeckung der Metzneriana-Raupe, welche ich bereits in diesen Blättern besprochen, reihte sich auch jene der ersten Stände von der selteneren Cinerosella, welche ich beim Antritte des Winters in einem kreisrunden langen Gange der Stockwurzel aufgefunden habe. Dieser Entdeckung folgte sogleich eine allgemeine Wurzel-Untersuchung und dieser — eine reiche Raupenbeute. Jede bewohnte Wurzel trägt das Zeichen an sich, dass an der betreffenden Stelle Späne hervorquillen, nach deren Entfernung ein Bohrloch sichtbar wird, welches die Raupe wieder mit Spänen zu verdecken sucht. Alte Wurzeln erfreuen sich des Vorzuges, oft von 2 und drei Raupen durchwühlt zu werden, aber auch einjährige Pflanzen bleiben zuweilen von dieser Heimsuchung nicht frei. Die Gänge werden darin von Oben nach Unten gebohrt. Nach befriedigter Arbeitslust war der Umzug der gesammelten Raupen nach den häuslichen Blumentöpfen ein erfreulicher, die Fortsetzung ihres unterirdischen Lebenswandels eine ungestörte und der Verlauf ihres Winterschlafes, den sie in einer engen Gespinnstumhüllung in den Gängen schliefen, ein günstiger. Das erste Frühjahr machte Pflanze und Raupe wieder lebendig und von den letzten Märztagen an assen sich die Raupen aus den Wurzeltiefen nach der Höhe durch, wo sie in einem weissen etwas durchsichtigen Gewebe ihr Puppenlager einrichteten, welches sie ungefähr nach einer vierwöchentlichen Ruhe als Falter verliessen. Die Kriechzeit erstreckte sich bis Ende Mai. Während dieser Periode hält sich der Falter im Freien in den Futterpflanzen verborgen, aus welchen er sich jedoch aufscheuchen lässt."



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

„cinerosus voller Asche.“
SPULER 2 (1910: 206L)


Andere Kombinationen

Synonyme


Deutsche Trivialnamen

Da die Raupe an Wermut lebt, nicht aber an Feld-Beifuß, ist der übliche deutsche Trivialname "Grauer Feldbeifuß-Schmalzünsler" unzutreffend und sollte besser Wermut-Schmalzünsler lauten; diesem Vorschlag von Heidrun Melzer wird hier gefolgt.


Taxonomie

SOFFNER (1962) beschrieb das Taxon Euzophera nessebarella SOFFNER, 1962, nach einem einzigen ♀: „Gefangen wurde einziges weibliches Tier. [...] Gefangen wurde das Tier bei Nessebar an der Küste des Schwarzen Meeres zwischen dem 11. und dem 23. Juli 1959. Nessebar liegt 24 km nördlich von Burgas. Der Fundort ist steriles Dünengelände mit wenig Vegetation [...].“. Weitere Tiere wurden auch in der Folgezeit nicht gefunden, so dass die Vermutung nahe lag, dass es sich um ein Synonym handeln könnte. So vermutete LERAUT (2014) dass es sich einfach um ein etwas stärker kontrastierendes Exemplar von Euzophera cinerosella handelt. PLANT (2016) sieht das genauso: "Listed by SOFFNER (1962) who refers to “Nessebar, 11 – 23.VII.1959 – Holotypus  in coll. ZMB”. This is repeated in SOFFNER, 1967. It is treated here as a synonym of E. cinerosella ZELLER, 1839."


Typenmaterial

Euzophera nessebarella SOFFNER, 1962: SOFFNER (1962) beschrieb die Art nach einem einzigen ♀: „Gefangen wurde einziges weibliches Tier. [...] Gefangen wurde das Tier bei Nessebar an der Küste des Schwarzen Meeres zwischen dem 11. und dem 23. Juli 1959. Nessebar liegt 24 km nördlich von Burgas. Der Fundort ist steriles Dünengelände mit wenig Vegetation [...].“

(Autor: Erwin Rennwald)


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Pyralidae (Zünsler)
EU M-EU 05997 Euzophera cinerosella (ZELLER, 1839) - Wermut-Schmalzünsler art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am Dezember 6, 2019 16:53 von Erwin Rennwald
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