Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

[Home] Vergleichsansichten: [doppelt] [dreifach] [mit Forum] [Kopfzeilen ausblenden] [Forum 1] [Forum 2] [Forum 3] [Forumsarchive] [Benutzerhinweise] [Bestimmungsliteratur] [Glossar] [Mitarbeit] [Impressum] [Datenschutzerklärung] [Inhalt]

Volltextsuche: [Tipps zur Verwendung der Suchfunktion]

Epinotia Tedella

Bestimmungshilfe | LetzteAenderungen | Einstellungen

Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Tortricidae (Wickler, Blattroller)
EU M-EU 04875 Epinotia tedella (CLERCK, 1759)

1: Österreich, Niederösterreich, 2 km W Seebenstein, Heidelbeer-Rotföhrenwald, Lichtung, 440 m, 27. Mai 2003 (Foto: Peter Buchner), det. Peter Buchner
2: Österreich, Niederösterreich, 500 m W Thernberg, verbuschende (Mager)wiesen, 450 m, 29. Mai 2003 (Foto: Peter Buchner), det. Peter Buchner
3-4: Österreich, Niederösterreich, 1 km NW Urschendorf, Feuchtwiesen, Eschen-Weiden-Wäldchen, Schilf, 20. Juli 2004 (Fotos: Peter Buchner), det. Peter Buchner
5: Österreich, Niederösterreich, 9 km NE Wr. Neustadt, Trockenrasen, Schwarzföhrenforst, Au-Rand, 240 m, 14. Mai 2005 (Foto: Peter Buchner), det. Peter Buchner
6: Deutschland, Baden-Württemberg, Rastatt-Förch, Schloß Favorite, 19. Mai 2006 (Foto: Dietmar Laux), conf. Rudolf Bryner [Forum]
7: Deutschland, Bayern, Aichach-Sulzbach, Lichtfang, 23. Mai 2007 (Foto: Michel Kettner), det. Michel Kettner, conf. Rudolf Bryner [Forum]
8: Deutschland, Baden-Württemberg, Wald bei Hügelsheim (Nähe Söllingen, Baden-Airpark), Lichtfang, 26. Mai 2008 (Studiofoto: Dietmar Laux), det. Dietmar Laux, conf. Rudolf Bryner [Forum]
9: Deutschland, Thüringen, Hermsdorfer Umland, 330 m, 19. Mai 2009 (Freilandfoto: Helga Schöps), det. Helga Schöps, conf. Helmut Deutsch [Forum]
10: Deutschland, Baden-Württemberg, 89188 Merklingen, Waldrand Wacholderheide, ca. 670 m, 9. Juni 2010 (Freilandfoto: Jörg Döring), det. Karola Winzer & Alexander Lang [Forum]
11: Deutschland, Bayern, Ismaning, Isarauen, 475 m, 18. Mai 2012, Tagfund (det. & fot.: Markus Schwibinger), conf. Alexandr Zhakov [Forum]
12: Österreich, Steiermark, Liezen, Planneralm, Plannersee, 1800 m, 13. Juli 2009, Tagfund (det. & fot.: Martin Semisch), conf. Alexandr Zhakov [Forum]
13: Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Wermelskirchen, NSG Heintjeshammer, 200 m, 21. Mai 2014 (Studiofoto: Armin Dahl), det. Helmut Kolbeck [Forum]
14: Deutschland, Bayern, Forstenrieder Park bei Pullach, 500 m, Raupenfund an Fichte 31. Oktober 2014, e.l. 19. März 2015 (leg., cult., det. & Foto: Christine Neumann) [Forum]
15, ♀: Österreich, Steiermark, Graz, Mariatrost, Hauenstein (wärmebegünstigte, trockene Steinbruchumgebung), ca. 560 m, Wiese, 17. Mai 2018, am Licht (det. & Foto: Horst Pichler) [Forum]


Kopula

1: Deutschland, Bayern, Jachenau, Rehgrabenalm, 860 m, 23. Juni 2016, Tagfund (Freilandfoto: Christine Neumann) [Forum]
2: Österreich, Kärnten, Bad Bleiberg, 1200 m, 19. Mai 2018 (det. & fot.: Franz Mach) [Forum]
3: Österreich, Steiermark, Graz, Schöckl (Grazer Hausberg), Weide, 1400 m, 13. Juni 2019 (Freilandfoto: Horst Pichler) [Forum]


Raupe

1 (3 mm), etwa halb erwachsen: Österreich, Niederösterreich, Seebenstein, Mischwald, Befallsspuren an Fichte (Picea abies), 21. September 2008 (Foto: Peter Buchner), leg. & det. Peter Buchner
Da die Raupe sich die meiste Zeit in einer Nadel aufhält, erfordert es besondere Vorsicht, sie unversehrt ins Freie zu bekommen.
2-3: Deutschland, Bayern, Forstenrieder Park bei Pullach, 500 m, an Fichte, 31. Oktober 2014 (leg., cult., det. & Fotos am 1. November 2014: Christine Neumann) [Forum]
4, Vorpuppe nach Überwinterung: Deutschland, Bayern, Forstenrieder Park bei Pullach, 500 m, an Fichte, 31. Oktober 2014 (Foto am 6. März 2015: Christine Neumann) [Forum]


Fraßspuren und Befallsbild

1-2, Befallsspuren an Fichte (Picea abies): Österreich, Niederösterreich, Seebenstein, Mischwald, 21. September 2008 (Fotos: Peter Buchner), leg. & det. Peter Buchner
1: ausminierte und dadurch braun gefärbte Nadeln. Die Raupe frisst von August bis November insgesamt etwa 15 benachbarte Nadeln aus, dann ist sie erwachsen und überwintert im Boden. Die leergefressenen Nadeln werden durch ein feines Gespinst zusammengehalten und fallen daher nicht ab, an geschützten Stellen überdauern sie auch den Winter. 2: Einzelne, freipräparierte Nadel mit Einstiegsöffnung der Raupe nahe der Basis. Dieses Loch ist bei den intakten Nadelpaketen normalerweise verdeckt.
3, Befallsbild an Fichte: Deutschland, Bayern, Forstenrieder Park bei Pullach, 500 m, 31. Oktober 2014 (Foto: Christine Neumann) [Forum]


Puppe

1-3: Deutschland, Bayern, Forstenrieder Park bei Pullach, 500 m, Raupenfund an Fichte 31. Oktober 2014 (leg., cult., det. & Fotos am 15. März 2015: Christine Neumann) [Forum]



Diagnose

Männchen

1, ♂: Finnland, Kanta-Häme, Janakkala, 27. Juni 2001 (leg. & fot: J. Tyllinen, kleines Bild redaktionell an Standardmaße angepasst)
2, stark abgeflogenes ♂: Deutschland, Baden-Württemberg, 78176 Blumberg, Ortsrandlage, Südhang, in Waldnähe (Buchen-Mischwald, Waldrand mit anschließendem Trespen-Halbtrockenrasen auf Kalk), 720 m, 11. Juni 2014, am Licht (leg., gen. det. & Foto: Hans-Peter Deuring) [Forum]


Genitalien

Männchen

1, ♂: Deutschland, Baden-Württemberg, 78176 Blumberg, Ortsrandlage, Südhang, in Waldnähe (Buchen-Mischwald, Waldrand mit anschließendem Trespen-Halbtrockenrasen auf Kalk), 720 m, 11. Juni 2014, am Licht (leg., gen. det. & Foto: Hans-Peter Deuring) [Forum]


Weibchen

1, ♀: Österreich, Steiermark, Graz, St. Peter, ca. 380 m, Waldweg, Tagfang, 21. Mai 2017 (det. & fot.: Horst Pichler) [Forum]
2, ♀: Österreich, Steiermark, Graz, Mariatrost, Hauenstein (wärmebegünstigte, trockene Steinbruchumgebung), ca. 560 m, Wiese, 17. Mai 2018, am Licht (praep., det. & Foto: Horst Pichler) [Forum]


Erstbeschreibung

CLERCK (1759: pl. 10 fig. 13) [Nach Digitalisat der Library of Congress, Catalog Number 10030405]



Biologie

Habitat

1. Österreich, Steiermark, Liezen, Planneralm, Plannersee, 1800 m, 26. Juli 2007 (Foto: Martin Semisch) [Forum]


Nahrung der Raupe

TREITSCHKE (1835: 78-80) zitiert eine sehr lange Beschreibung, die er von Herrn Fischer von Röslerstamm erhalten hatte. Begründung: "Ich gab diesen Bericht ausführlich, da man durch ihn ein, bey starker Vermehrung, dem Forstwesen wirklich schädliches Geschöpf näher kennen lernt." Zur Beschreibung: "Ungefähr Anfang August findet man die junge Raupe, in zahlloser Menge, in dem Innern der Fichten- und Tannennadeln. Ob das Ey in die Nadel hineingelegt wird, oder ob das Räupchen, gleich nachdem es das Ey verließ, sich in die Nadel einbeißt, kann ich nicht bestimmen, vermuthe aber das Letztere. Nachstehendes habe ich aber oft und genau beobachtet. Gegen die Wurzel der Nadel ist gewöhnlich das Bohrloch, durch welches das Räupchen in das Innere derselben eindringt und das Mark verzehrt, dann herauskriecht, und so fortwährend eine Nadel um die andere aushöhlt. Diese Reihen ausgehöhlter und mit Fäden umzogener Nadeln werden bald nachher gelb, und der Herbstwind wirft sie entweder zur Erde, oder sie hängen im Winter und im Frühjahre an Fäden an den Aestchen herab. Man hat bisher oft die Raupe in diesen abgefallenen oder herabhängenden Nadelreihen gesucht, da sie aber in einer frischen Nadel wohnt, so entging sie immer dem Auge des Forschers. [...]".

Auch heute noch kommt es mitunter zu Massenvermehrungen der Art in Fichten-Wäldern bzw. Fichten-Forsten. HOCH et al. (2017) berichten über einen solchen Massenbefall im Sommer 2016 in Kärnten (Österreich) und zeigen die entsprechenden Schadbilder. Schon SCHÜTZE (1931) hatte dazu vermerkt: "Tritt manchmal massenweise auf, wird aber dann durch den Pilz Entomophthora radicans auf den normalen Bestand vermindert (Schütze)."

Mit sehr großem Abstand wichtigste Raupennahrungspflanze ist die Gewöhnliche Fichte. Mehrfach wurden über Nachweise an gepflanzten Sitka-Fichten berichtet, was wenig verwundert. Wahrscheinlich werden noch weitere gepflanzte Picea-Arten genutzt. Die Weiß-Tanne scheint hingegen - wenn überhaupt - eine allenfalls untergeordnete Rolle zu spielen.

(Autor: Erwin Rennwald)



Weitere Informationen

Andere Kombinationen

Synonyme


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Tortricidae (Wickler, Blattroller)
EU M-EU 04875 Epinotia tedella (CLERCK, 1759) art-mitteleuropa

Bestimmungshilfe | LetzteAenderungen | Einstellungen
Diese Seite ist schreibgeschützt | Zeige andere Versionen dieser Seite
Letzte Änderung am September 24, 2019 21:43 von Erwin Rennwald
Suche: