Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Entephria Flavata

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Geometridae (Spanner)
EU M-EU 08296 Entephria flavata (OSTHELDER, 1929) - Blassgelber Gebirgs-Blattspanner, Osthelders Alpen-Blattspanner

1: Österreich, Steiermark, Bad Mitterndorf, 2. August 2006 (Foto: Heinz Habeler), det. Heinz Habeler
2: Österreich, Osttirol, Lavanter Alpl, 11. August 2009 (Foto: Helmut Deutsch), leg. & det. Helmut Deutsch, conf. Axel Hausmann, vgl. nachfolgende Anmerkung [Forum]
3, ♀: Österreich, Osttirol, Lienzer Dolomiten, 1550 m, 20. August 2010 (Studiofoto: Helmut Deutsch), leg. Benedikt & Deutsch, det. Helmut Deutsch
4, ♀: Österreich, Osttirol, Lienzer Dolomiten, 1400 m, 18. August 2011 (leg., det. & Foto: Helmut Deutsch)
5, ♂: Österreich, Osttirol, Leisach, 1100 m, 17. August 2011 (leg., det. & Foto: Helmut Deutsch)
6-7: Österreich, Bundesland Salzburg, Pinzgau, Salzburger Schieferalpen, Maria Alm, Natrunberg, 1100 m, Lichtfang (Studiofotos: Sabine Flechtmann), det. Prof. Gernot Embacher [Forum]
8, ♂: Italien, Südtirol, Vinschgau, Rojental, 21 km N Mals, 46,795°N, 10,491°E, 2300 m, am Licht, 30. August 2014 (leg., präp., gen. det. & fot.: Hartmuth Strutzberg) [Forum]

Anmerkungen:
Ausgehend von der Diskussion über diese Art und den Zweifeln an der korrekten Bestimmung von Bild 2 teilte Helmut Deutsch am 3. Mai 2010 per mail folgendes mit : "vor kurzem habe ich die Ergebnisse von Axel Hausmann bekommen, dem ich eine kleine Serie meiner 2009 gefangenen E. flavata aus den Lienzer Dolomiten (dabei auch das im Lepiforum abgebildete und angezweifelte Tier) zur DNA-Untersuchung überlassen habe. Meine Vorbestimmung nach äußeren Merkmalen war zum Großteil richtig, bei drei Exemplaren könnte es sich um Hybriden handeln, sie zeigen jedoch auch deutlich die Nähe zum flavata-Zweig. Jedenfalls gehört das im Lepiforum abgebildete Tier eindeutig zu E. flavata, bestätigt durch Axel Hausmann, bzw. DNA-Untersuchung."

Ein Falterbild aus der Schweiz [Forum] wurde am 02.02.2015 nach Bestimmungskorrektur auf die Seite von E. nobiliaria verschoben.



Diagnose

Männchen

1-2, ♂: Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)
3-5, ♂: Italien, Südtirol, Vinschgau, Rojental, 21 km N Mals, 46,795°N, 10,491°E, 2300 m, am Licht, 30. August 2014 (leg., präp., gen. det. & fot.: Hartmuth Strutzberg) [Forum]


Weibchen

1-2, ♀: Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)


Geschlecht nicht bestimmt

1: Italien, Friaul, Mt. Croce Carnico, 1360 m, 28. Juni 2009 (Foto: Helmut Deutsch), leg. & det. Helmut Deutsch
2: Österreich, Osttirol, Lienzer Dolomiten, 1200 m, 8. September 2004 (Foto: Helmut Deutsch), leg. Helmut Deutsch, det. Helmut Deutsch & Axel Hausmann (barcoding 2010)
3: Österreich, Osttirol, Lavanter Forchach, 650 m, 24. September 2006 (Foto: Helmut Deutsch), leg. Helmut Deutsch, det. Helmut Deutsch & Axel Hausmann (barcoding 2010)
4: Österreich, Osttirol, Lienzer Dolomiten, 1200 m, 18. August 2006 (Foto: Helmut Deutsch), leg. Helmut Deutsch, det. Helmut Deutsch & Axel Hausmann (barcoding 2010)
5, drei Belegsexemplare: Schweiz, Graubünden, St. Antönien, Partnun, 2000 m, Kalkgebirge 7. August 2009 (coll. & Foto: Daniel Bolt) [Forum]


Genitalien

Männchen

1-2, ♂: Italien, Südtirol, Vinschgau, Rojental, 21 km N Mals, 46,795°N, 10,491°E, 2300 m, am Licht, 30. August 2014 (leg., präp., gen. det. & fot.: Hartmuth Strutzberg) [Forum]


Ähnliche Arten

Entephria flavata und E. nobiliaria haben eine rein weiss-gelblich beschuppte Stirn, lassen sich also mit einem Blick von vorne oben auf den Kopf gut von den anderen Arten der Gattung Entephria abtrennen."

Die Unterscheidung von Entephria flavata und Entephria nobiliaria ist dagegen sehr schwierig und nicht immer zu 100 % sicher bzw. möglich.
Merkmale von E. flavata sind:
- gesamthaft wirkt E. flavata sehr verblasst und verwaschen
- keine "scharfen" Zeichnungselemente
- dunkler Saumbereich deutlich heller als die Mittelbinde
- Wellenlinie auf Vorderflügel kaum erkennbar
- Hinterflügel ohne erkennbare Wellenlinie
- Fransen deutlich schwächer ausgeprägt

(Text: Daniel Bolt, leicht abgeändert von E. Rennwald)


Erstbeschreibung

Textauszug aus OSTHELDER (1929: 445):

„[...] Unsere Kalkalpenrasse (Taf. XVIII Fig. 6, 7) unterscheidet sich wesentlich von der zentralalpinen (XVIII Fig. 4, 5), die nach Herrich-Schäffers Bildern zweifellos als die namenstypische zu betrachten ist. Letztere ist viel dunkler, blaugrau mit namentlich beim ♀ mehr oder minder deutlich hervortretender gelber Bestäubung. Herrich-Schäffers Bilder entsprechen ihr genau, seine Typen, die er nach seiner Angabe von Mann „aus den Alpen“ erhielt, stammten wohl aus dem Glocknergebiet, wo Mann öfter sammelte und nobiliaria auch heute noch vielfach gefunden wird. Unsere Kalkalpenrasse dagegen ist viel heller, namentlich der ♂ einfarbig hell seidenglänzend gelblich, mitunter fast weiß mit undeutlichen dunkleren Zeichnungen. Auch das ♀ ist viel einfarbiger, verschwommen gelblich oder gelbgrau, während bei der zentralalpinen Rasse gerade die ♀ im allgemeinen scharf gezeichnet sind. Es handelt sich zweifellos um eine gut unterschiedene Kalkalpenrasse, die ich auch vom Warscheneck b. Linz (leg. Klimesch) erhielt und bei Schluderbach in den Dolomiten sowie auf der Goliza in den Karawanken fing. Ich benenne sie A. var. flavata Osthelder, nova var.“



Biologie

Habitat

1-2: Schweiz, Graubünden, St. Antönien, Partnun, 2000 m, Kalkgebirge 7. August 2009 (Fotos: Daniel Bolt) [Forum]
3-4: Italien, Südtirol, Vinschgau, Rojental, 21 km N Mals, 46,795°N, 10,491°E, 2300 m, 30. August 2014 (fot.: Hartmuth Strutzberg) [Forum]



Weitere Informationen

Andere Kombinationen


Verbreitung

Daniel Bolt meldet im Lepiforum: "Entephria flavata auch in der Schweiz!" [Lepiforumsbeitrag Daniel Bolt 22. November 2009] Zusammen mit H. Ziegler fing er am 7. August 2009 zwei Männchen und ein Weibchen dieser Art bei St. Antönien auf der Schweizer Seite des Rätikon. Er berichtet über einige weitere zwischenzeitlich erkannte ältere Belegexemplare aus der Schweiz und fasst das bisherige Verbreitungsgebiet (Kalkalpen von Südbayern, Österreich, Italien und eben jetzt auch der Schweiz) zusammen.

HAUSMANN & VIIDALEPP (2012) stellen fest, dass das europäische Verbreitungsareal in zwei kalkgeprägte Teilareale der Süd- und Nordalpen zerlegt ist. In Deutschland ist die Art nur in den bayerischen Alpen zu finden.

(Autor: Erwin Rennwald)


Literatur


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Letzte Änderung am Juli 12, 2019 17:38 von Michel Kettner
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