Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Ectoedemia Heckfordi

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Nepticulidae (Zwergminiermotten)
EU M-EU 00308c Ectoedemia heckfordi VAN NIEUKERKEN, A. LAŠTŮVKA & Z. LAŠTŮVKA, 2010 - Heckfords Zwergminierfalter



Diagnose

Näheres zur Bestimmung findet sich nicht nur in der Erstbeschreibung von VAN NIEUKERKEN et al. (2010) sondern auch auf der Seite des National History Museum London [Artseite des National History Museum London], die auch Hinweise zur Raupensuche gibt.



Biologie

Nahrung der Raupe

Gemäß Erstbeschreibung leben die Raupen in Südengland in Blattminen von Stiel- und Trauben-Eichen.



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

Die Art wurde nach ihrem Entdecker, dem Amateur-Naturforscher Bob Heckford, benannt. Ihm waren 2004 die für Nepticuliden ungewöhnlich intensivgrünen Minierraupen in Eichenblättern aufgefallen, aus denen er dann einen Falter züchten konnte, der im Januar 2010 zum Holotypus wurde. WALKER (2010) berichtet in einem Zeitungsartikel mit Falter-, Minen- und Habitatfoto vom locus typicus darüber, dass der Finder den Holotypus dem National History Museum in London vermacht hat, wo er seither der Wissenschaft zur Verfügung steht.


Faunistik

Die Art wurde aus dem Süden von Großbritannien (Hembury Woods, Devon) beschrieben und war zunächst nur von dort bekannt.

Österreich

Die erste Meldung für Österreich erfolgte am Morgen des 5. November 2014 durch Georg Friebe auf der Museumsseite der "inatura Erlebnis Naturschau Dornbirn" [inatura.at/News 5. November 2014] freigegeben. Wenige Stunden später greift Vorarlberg.orf.at den Artikel auf und meldet [vorarlberg.orf.at vom 5. November 2014] unter der Überschrift "Sensationsfund: Zwergminierfalter entdeckt": "In Vorarlberg ist eine winzige Schmetterlingsart, der Heckfords Zwergminierfalter, entdeckt worden. Bisher war diese Art nur in Südengland bekannt - „inatura“-Fachmann Georg Friebe spricht von einer „ausgemachten Sensation“. Der Heckfords Zwergminierfalter (Ectoedemia heckfordi) hat eine Flügelspannweite von nur fünf Millimeter und wurde vom Amateurinsektenforscher Toni Mayr in der „Üblen Schlucht“ bei Rankweil entdeckt." Das Tier wurde durch DNA-Barcoding "überführt". Die Meldung ging durch Österreichs Presse; selbst "der Standard" greift das Thema am Nachmittag auf [Der Standard, 5. November 2014]. Was war passiert? Wie in England war es auch hier ein Amateur-Insektenforscher, Toni Mayr, der den winzigen Falter entdeckte und den Verdacht hatte, dass das die erst 2010 aus England beschriebene Art sein könnte. Und wie bei der Erstbeschreibung war es auch hier das Zusammenspiel von Amateurforschern und Profis, die zum Erfolg führte. Die letzte Absicherung der Artbestimmung erfolgte durch Barcoding - im Presse-Artikel ging der zugehörige Name - Peter Huemer - leider verloren (aber immerhin das Barcoding ist erwähnt - und dann war es sowieso klar, wer dafür zuständig war); Georg Friebe erläutert, wie es dazu kam [Lepiforumsbeitrag Georg Friebe, 6. November 2014].
Der online verfügbare (!) Fachartikel "DNA-Barcoding der Schmetterlinge (Lepidoptera) Vorarlbergs (Österreich) - Erkenntnisse und Rückschlüsse" von HUEMER & HEBERT (2015) erschien am 27. Januar 2015.

Was ist von der "Sensation" zu halten? Ein sicher schöner Fund - angesichts der riesigen Bearbeitungslücken bei den Nepticulidae aber auch nicht ganz unerwartet - schließlich war die Art ja erst wenige Jahre zuvor als neu für die Wissenschaft entdeckt worden, und das auch noch im Süden Englands, also dort, wo es am meisten Kleinschmetterlings-Forscher gibt. Und eigentlich sprach - außer dem Wunsch der englischen Presse - nichts dafür, dass es in Südengland einen Endemiten geben sollte - schon der dortige Wald war einfach zu "normal". Doch jetzt ist klar: Wenn es die Art in Südengland und Vorarlberg gibt, dann ist sie auch in der Schweiz, in Deutschland, in Frankreich und wohl noch weiteren Ländern zu erwarten. Man muss sie nur finden und erkennen - beides ist nicht ganz leicht. Und so schön wie hier bekommt man die Vorteile des Barcoding selten zu sehen: ohne Barcoding hätte man sicher jahrelang darüber spekuliert, ob die Tiere aus England und Vorarlberg tatsächlich zur gleichen Art gehören. So weiß man das jetzt schnell und zweifelsfrei.

(Autor: Erwin Rennwald, 5. November 2014, ergänzt 6. November 2014 und 27. Januar 2015)


Literatur


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


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Letzte Änderung am Januar 24, 2017 20:24 von Erwin Rennwald
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