Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Cryptoblabes Gnidiella

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Pyralidae (Zünsler)
EU M-EU 05670 Cryptoblabes gnidiella (MILLIÈRE, 1867)

1-2: Portugal, Azoren, São Miguel, Caloura, ca. 20 m, 27. Oktober 2007, am Licht (det. & Fotos: Juha Tyllinen), det. unter dem Aspekt, dass die sehr ähnliche Art Cryptoblabes bistriga auf den Azoren nicht nachgewiesen ist und daher ausgeschlossen wurde [Forum]
3-4, ♀: Albanien, Umgebung Petrela, 260 m, 9. September 2013, am Licht (leg., gen.det. & fot.: Friedmar Graf) [Forum]



Diagnose

Männchen

1, ♂: Spanien, Kanarische Inseln, Lanzarote, 1 km westlich Arietta, 60 m, am Licht, 23. März 2018 (leg. & fot.: Egbert Friedrich & P. Peuker), gen.det. Hartmuth Strutzberg [Forum][
2, ♂: Spanien, Kanarische Inseln, Lanzarote, 1 km westlich Arietta, 60 m, am Licht, 25. März 2018 (leg. & fot.: Egbert Friedrich & P. Peuker), gen.det. Hartmuth Strutzberg [Forum][


Weibchen

1, ♀: Albanien, Umgebung Petrela, 260 m, 9. September 2013, am Licht (leg., gen.det. & fot.: Friedmar Graf) [Forum]
2, ♀: Spanien, Kanarische Inseln, Lanzarote, 1 km westlich Arietta, 60 m, am Licht, 23. März 2018 (leg. & fot.: Egbert Friedrich & P. Peuker), gen.det. Hartmuth Strutzberg [Forum][


Geschlecht nicht bestimmt

1: Spanien, Andalusien, Málaga, Marbella, leg. P. Holst, 14. Oktober 1978 (Foto: Eivind Palm)


Genitalien

Männchen

1-2, ♂: Spanien, Kanarische Inseln, Lanzarote, 1 km westlich Arietta, 60 m, am Licht, 23. März 2018, leg. Egbert Friedrich & P. Peuker (präp., gen.det. & fot.: Hartmuth Strutzberg) [Forum]
3-4, ♂: Spanien, Kanarische Inseln, Lanzarote, 1 km westlich Arietta, 60 m, am Licht, 25. März 2018, leg. Egbert Friedrich & P. Peuker (präp., gen.det. & fot.: Hartmuth Strutzberg) [Forum]


Weibchen

1, ♀: Albanien, Umgebung Petrela, 260 m, 9. September 2013, am Licht (leg., gen.det. & fot.: Friedmar Graf) [Forum]
2, ♀: Spanien, Kanarische Inseln, Lanzarote, 1 km westlich Arietta, 60 m, am Licht, 25. März 2018, leg. Egbert Friedrich & P. Peuker (präp., gen.det. & fot.: Hartmuth Strutzberg) [Forum]


Erstbeschreibung

MILLIÈRE (1867: 308-311 + pl. 83 fig. 4-9) [nach Copyright-freien Scans auf www.biodiversitylibrary.org].



Biologie

Nahrung der Raupe

Nach der Erstbeschreibung von MILLIÈRE (1867) ist die Raupe dieser Art ganz an den (überwiegend west-)mediterran verbreiteten Herbst-Seidelbast (Daphne gnidium) gebunden, wo ihr Fraßbild durchaus auffallen kann. Da der Falter z.B. auch im europäischen Teil der Türkei vorkommt, wo die Pflanze sicher fehlt, müssen zumindest auch andere Seidelbast-Arten - oder eben ganz andere Pflanzen - genutzt werden. LERAUT (2014) zeichnet ein ganz anderes Bild: "Host plants: a great diversity of wild, cultivated or ornamental plants belonging to various families: cypress cones, pomegranate, fig, peach, apricot, plum, wheat, millet, maize, chard, poplar, vine, mango, lemon tree and other citrus, guava, Sorghum, Cotton, ricin, Avocado, loquat (Japanese medlar), tamarisk, etc. Caterpillar devours fruit and buds, but also looks for heneydew from aphids and oozing fluids from damaged fruit. Encountered in varius Mediterranean-type biotopes, or sometimes in warehouses." Was hier wirklich richtig ist, muss wohl noch sorgfältig geklärt werden.

Nach MOORE & KIRKMAN (2014) beruhen die Angaben zu Zitronen auf fälschlicher Zuordnung der Spuren zu dieser Art - tatsächlich handelt es sich um Prays citri. Ähnliches könnte noch für diverse andere Pflanzen gelten.



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

„nach der Futterpflanze Daphne gnidium.“
SPULER 2 (1910: 217L)


Andere Kombinationen


Faunistik

Die Art ist überwiegend (west)mediterran verbreitet und sowohl von den Kanaren und Madeira als auch von Spanien über Italien und Griechenland bis in den europäischen Teil der Türkei, die Ukraine und Russland bekannt.

HUEMER (2013) führt die Art für Österreich (nur) aus Nordtirol an. In Österreich fehlt der Herbst-Seidelbast ganz.

Nach GAEDIKE & HEINICKE (1999) ist die Art aus Deutschland nur mit Angaben von vor 1980 aus Bayern bekannt. PRÖSE & SEGERER (1999) führen sie für Bayern mit Fußnote "Eingeführte, in freier Natur nicht beständige Art (oder sehr seltener Immigrant)". HASLBERGER & SEGERER (2016: 242) kommentieren für Bayern: "In die Münchner Großmarkthalle mit Orangen aus der Türkei und Italien eingeschleppt (OSWALD 1963: 67), längerfristige Indoor-Populationen sind uns nicht bekannt." Bei GAEDIKE et al. (2017) wird die Art mit aktuellem Vollsymbol (d.h. letzter Nachweis nach 2000) und ohne Kommentierung für Bayern (und damit auch Deutschland) akzeptiert, ferner - ebenfalls unkommentiert, mit Nachweis zwischen 1901 und 1980 für Rheinland-Pfalz. Im Lepiforum werden solche nicht etablierte Arten - auch wenn sie in mehreren Individuen und mehreren Jahren gefunden wurden - weiterhin mit Einzelfund-Symbol geführt.

Verschleppung gilt auch als wahrscheinliche Ursache für den Nachweis in den Niederlanden [Artseite der Fauna Europaea, last update 23 July 2012, version 2.5]

(Autor: Erwin Rennwald)


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Pyralidae (Zünsler)
EU M-EU 05670 Cryptoblabes gnidiella (MILLIÈRE, 1867) art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am Mai 17, 2019 9:24 von Annette Von Scholley-Pfab
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