Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Cryptoblabes Bistriga

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Pyralidae (Zünsler)
EU M-EU 05668 Cryptoblabes bistriga (HAWORTH, [1811]) - Rötlicher Birkenschmalzünsler [z.T.]
Achtung: Ein Teil der Bilder könnte zu Cryptoblabes loxiella gehören!

1: Österreich, Niederösterreich, Bromberg, leg. Raupe an Schwarzerle (Alnus glutinosa) 3. September 2011, e.p. 8. Mai 2012 (Foto: Peter Buchner), leg, cult. & det. Peter Buchnefr
2-4: Deutschland, Thüringen, Gespringwiese Schmalkalden, Raupen am 3. September 2010 an Birke (Betula pendula), e.l. 18. März 2011 (leg., cult., det. & Studiofotos: Uwe Büchner) [Forum]
5: Deutschland, Bayern, Lkr. Passau, Lf, 2. Juni 2005 (Studioaufnahme/Diascan: Peter Lichtmannecker), det. Peter Lichtmannecker [Forum]
6-7: Deutschland, Sachsen, Dübener Heide, Umgebung Doberschütz, Erlenbruch bei Winkelmühle, Raupenfund an Schwarzerle (Alnus glutinosa) am 23. Juni 2012, e.l. 13. Juli 2012 (leg., cult., det. & Fotos: Heidrun Melzer)
8-9: Deutschland, Bayern, Unterfranken, Maßbach, 28. Mai 2007, am Licht (Fotos: Oskar Jungklaus), det. Helmut Kolbeck [Forum]


Raupe

1-3: Deutschland, Thüringen, Gespringwiese Schmalkalden, an Birke (Betula pendula), 3. September 2010 (leg., cult., det. & Studiofotos am 5. September 2010: Uwe Büchner) [Forum]
4-5: Deutschland, Sachsen, Dübener Heide bei Doberschütz, an Schwarzerle (Alnus glutinosa), 9. Oktober 2008 (leg., det. & Fotos: Heidrun Melzer)
6: Deutschland, Sachsen, Dübener Heide, Umgebung Doberschütz, Erlenbruch bei Winkelmühle, an Schwarzerle (Alnus glutinosa), 23. Juni 2012 (leg., cult., det. & Foto am 1. Juli 2012: Heidrun Melzer)


Fraßspuren und Befallsbild

1-2, Raupenwohnung zwischen versponnenen Birkenblättern (Betula pendula): Deutschland, Thüringen, Gespringwiese Schmalkalden, 3. September 2010 (leg., cult., det. & Fotos: Uwe Büchner)


Puppe

1-2: Deutschland, Sachsen, Dübener Heide bei Doberschütz, Raupe an Schwarzerle (Alnus glutinosa) 9. Oktober 2008 (leg., det. & Fotos am 20. Oktober 2008: Heidrun Melzer)
3-4: Deutschland, Sachsen, Dübener Heide, Umgebung Doberschütz, Erlenbruch bei Winkelmühle, Raupe an Schwarzerle (Alnus glutinosa) 23. Juni 2012 (leg., cult., det. & Fotos am 7. Juli 2012: Heidrun Melzer)
5, Exuvie: Deutschland, Thüringen, Gespringwiese Schmalkalden, Raupen am 3. September 2010 an Birke (Betula pendula), e.l. 18. März 2011 (leg., cult., det. & Foto: Uwe Büchner) [Forum]



Diagnose

Cryptoblabes bistriga ist eine recht variable Art im Hinblick auf den Kontrast der Zeichnung. Es gibt Falter mit deutlich sichtbaren Zeichnungselementen, aber auch solche, bei denen nur die stets dunkelviolett angehauchten Vorderflügel den Hinweis zur Art geben. [Friedmar Graf]

1: Deutschland, Sachsen, Oberlausitz, Urwald Weißwasser, 155 m, Lichtfang, 20. Juli 2002 (leg., det. & Foto: Friedmar Graf) [Forum]


Erstbeschreibung

HAWORTH ([1811]: 496) (nach Digitalisat der Bibliothèque nationale de France):

„PHYCIS.
[...]
bistriga.
16.
P. (The double-striped red Knot-horn) alis anticis angustis
rufis, strigis duabus albis.
HABITAT prope Londinum, atque in Norfolcia. Imago Jul.
Peridumetis.
EXPANSIO alarum 8½ lin.
DESCRIPTIO. Alæ a[... drei unleserliche Buchstaben ...]cæ magis angustæ, sive elongatæ,
quam in præcedentibus [fascia, diluta], strigâ primâ fere rectâ, albâ, ante
medium, secundâque obliquâ paululum undulatâ, juxta
marginem posticum: et subinde in ipso margine fere tertiâ
et lente, alterâ punctorum minutissimorum fuscorum. Pos-
ticæ fuscæ.“



Biologie

Nahrung der Raupe

Die Raupe lebt an Laubgehölzen - was die Details betrifft besteht Klärungsbedarf! LERAUT (2014) trennt die von ihm selbst (LERAUT 2003) zusammengemixten Arten Cryptoblabes bistriga und Cryptoblabes loxiella wieder. Dabei nennt er C. bistriga "Cryptoblabe du chêne" und C. loxiella "Cryptoblabe du bouleou". Nach seinen Ausführungen müsste die Raupe von C. bistriga an Eichen (Quercus spp.) und Erlen (Alnus spp.) leben, die von C. loxiella hingegen an Birken (Betula spp.). Hier macht es sich LERAUT (2014) sicher zu leicht: Eichen und Erlen sind weit weniger miteinander verwandt als Erlen und Birken - eine Art, die an Eichen und Erlen lebt, sollte auch Birken nutzen können, und eine Art, die Birken nutzt, könnte wenigstens ab und zu an Erlen zu finden sein. SCHÜTZE (1931) schrieb zu Cryptoblabes bistriga: "Als Futterpflanze wird meist Alnus glutinosa angegeben, ich finde sie in der Heide viel öfter an niedrigen Sträuchern von Betula in unregelmäßigem Gespinst zwischen zwei flach zusammen gesponnenen Blättern; gewöhnlich mehrere an einer Pflanze, sie fressen die Blätter teils am Rande, teils zwischen den Rippen aus. Zucht leicht, nehmen auch welke und dürre Blätter an." - Cryptoblabes loxiella wird von ihm aber gar nicht erwähnt, so dass hier möglicherweise das Artenpaar gemeint war.

Unsere oben gezeigten Raupen und e.l.-Falter des Artenpaars stammen z.T. von Schwarz-Erlen (Alnus glutinosa), z.T. von Hänge-Birken (Betula pendula) - Genitalüberprüfungen der Falter wären hier von großem Interesse.



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

„bis zweimal, striga Streif.“
SPULER 2 (1910: 216R)


Publikationsjahr der Erstbeschreibung

Wir übernehmen hier die von HEPPNER (1982) angegebenen Publikationsjahre.


Taxonomie

Nach LERAUT (2003) ist das aus Österreich, Deutschland und Sibirien beschriebene Taxon Cryptoblabes loxiella RAGONOT, 1887, keine eigene Art, sondern ein Synonym zu C. bistriga. Diesem Vorschlag folgten alle rezenten Verzeichnisse - auch das Lepiforum. LERAUT (2014) rudert allerdings wieder zurück und gesteht Cryptoblabes loxiella erneut Artrecht zu: "Reexamination of the female lectotype of this species indicated that this Bavarian specimen is atypical, ist transverse lines are abnormally Close together and forewing Background is partly ash-toned, but genitalia are really distinct - hence the present Revision of the Status of this taxon. The characteristics of this type had confused the entomologists reviewing them who sometimes designated them as a sound (but purely definded) species, other times as a simple form of bistriga".

Da die äußeren Unterscheidungsmerkmale offensichtlich wenig zuverlässig sind, ist hier generell eine Genitaluntersuchung zu empfehlen. LERAUT (2014) bietet hierzu Genital-Zeichnungen der Männchen der beiden Arten an, nicht aber solche der Weibchen, obwohl sich diese nach seinen Aussagen zum Lectotyp ebenfalls eindeutig trennen lassen müssten.


Faunistik

GAEDIKE & HEINICKE (1999) - noch vor der zwischenzeitlichen Synonymisierung der Arten - geben C. loxiella nur für Bayern an (auch aktuell), C. bistriga für fast alle Bundesländer Deutschlands. Wie sich die Verteilung und Häufigkeiten der Arten in der Schweiz und in Österreich darstellen, wird sich wohl jetzt neu klären müssen. Text und Verbreitungskarten bei LERAUT (2014) für Europa lassen sehr viele Fragen offen.

(Autor: Erwin Rennwald)



Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Pyralidae (Zünsler)
EU M-EU 05668 Cryptoblabes bistriga (HAWORTH, [1811]) - Rötlicher Birkenschmalzünsler [z.T.] art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am Oktober 20, 2015 15:00 von Jürgen Rodeland
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