Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Coptotriche Szocsi

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Tischeriidae (Schopfstirnmotten)
EU M-EU 00446 Coptotriche szocsi (KASY, 1961) - Wiesenknopf-Schopfstirnfalter

1: Deutschland, Bayern, 2015 (Studiofoto: Peter Lichtmannecker), leg., cult. & det. Andreas Segerer



Diagnose

Geschlecht nicht bestimmt

1-2: Daten siehe Etikett (fot.: Michel Kettner), coll. ZSM, "Klimesch-Sammlung"



Biologie

Nahrung der Raupe

Bereits HERING (1957: 937) meldete aus Bayern oberseitige Platzminen in Blättern des Großen Wiesenknopfs zu denen er schrieb: "in Durchsicht grünlich, das Blatt durch Gespinstfalten in der oberen Epidermis zusammengezogen". Die Verpuppung fand im September in den Minen selbst statt - ein Falter konnte nicht herausgezüchtet werden; daher heißt es weiter: "Ungeklärte Art; ob Xenophagie von T. marginea Hw.?". KASY (1961) fand dann - zusammen mit Eva Vartian - Ende August 1960 entsprechende Minen im Neusiedler See-Gebiet auf den zum Teil nassen Wiesen zwischen Weiden am See und Podersdorf, die sich mit Hilfe der genannten Arbeit als Tischeria-Art bestimmen ließen. Und diesmal gelang die Überwinterung der Minen mit den Puppen und es schlüpfte eine unbekannte Tischeria-Art. Wie sich herausstellen sollte, hatte J. SZÕCS 1959 in Ungarn ebenfalls Minen in einer Schilfwiese an Sanguisorba officinalis gefunden und erfolgreich zum Falter gezüchtet. Sehr wahrscheinlich lebt die Art also ausschließlich an dieser Pflanzenart.

Eine Abbildung (Farbfoto) der Mine findet sich bei SEGERER (2001), der darauf hinweist, dass die Minen Anfang September in verschilften Streuwiesen zu suchen sind, stets im direkten Umfeld des Schilfs. In genutzten Mähwiesen scheint eine Fortpflanzung nicht möglich zu sein.

(Autor: Erwin Rennwald)



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

KASY (1961: 170) berichtet: "Auf eine briefliche Mitteilung meiner Entdeckung an Kollegen Gozmány in Budapest bekam ich zu meiner Überraschung die Antwort, daß die neue Art von Sanguisorba officinalis schon ein Jahr vorher von Szöcs in drei Exemplaren gezüchtet worden war; mit einer Veröffentlichung war noch gewartet worden, um mehr Material zur Verfügung zu haben. Die Neubeschreibung wurde mir nun in kollegialer Weise überlassen und ich widme daher die neue Art meinem ungarischen Kollegen Szöcs."


Andere Kombinationen

Andere Schreibweisen

[Artikel 32.5.2.1. des ICZN] schreibt vor, dass diakritische Zeichen zu entfernen sind, wenn es sich nicht um einen Namen handelt, der vor 1985 publiziert wurde und auf einem deutschen Wort beruht: Dann werden die deutschen Umlaute ä, ö und ü zu ae, oe und ue korrigiert. Bei szöcsi handelt es sich zweifelsfrei nicht um ein deutsches Wort, sondern um ein Patronym zu Ehren des ungarischen Lepidopterologen József Szõcs (1908–1987), so dass nach dem genannten Artikel die ö-Punkte zu entfernen sind.

(Autor: Jürgen Rodeland)


Faunistik

Locus typicus: Österreich, Burgenland, zwischen Weiden am See und Podersdorf.

SEGERER (2001) verweist darauf, dass sich bereits HERING (1957) über Minen einer Tischeriide an Sanguisorba officinalis aus Bayern wunderte, dazu aber keinen Fundort nannte. Ihm selbst gelang dann der Wiederfund der Art für Deutschland: "Im September 2000 und 2001 gelang uns die Wiederentdeckung in Bayern anhand der unverkennbaren Minen ... und zwar ausschließlich an einer einzigen, räumlich eng umgrenzten Stelle in einer wechselfeuchten verschilften Streuwiese in der weiteren Umgebung von Dießen am Ammersee. Genau wie in Ostpolen kommt die Art hier gemeinsam mit Stigmella sanguisorbae und Eupoecilia sanguisorbana vor und der Fundort liegt auf basischem Boden (Tertiärkalk)." Nachweise aus anderen Bundesländern fehlen, und auch aus Bayern ist die Art nur ganz lokal nachgewiesen worden.

(Autor: Erwin Rennwald)


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Tischeriidae (Schopfstirnmotten)
EU M-EU 00446 Coptotriche szocsi (KASY, 1961) - Wiesenknopf-Schopfstirnfalter art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am Juli 23, 2020 16:54 von Jürgen Rodeland
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